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Illegale Mobilfunk-Antennen

Vodafone hält sich nicht an die Vereinbarung
Das Mobilfunkunternehmen Vodafone hat unerlaubterweise Antennen an einem Sendemast in Großbettlingen installiert - mehr, als in Verträgen vereinbart.

Ein Gespräch mit der Kommune wurde kurzfristig abgesagt. Auch vor der Kamera, zu einem Beitrag des SWR, war man nicht bereit sich zu den zusätzlich angebrachten Antennen zu äussern (Video leider nicht mehr verfügbar!)

Jürgen Groschupp hat die Überzahl an Antennen entdeckt: "Die Mobilfunkbetreiber können machen was sie wollen."

Gegenüber der Gemeinde gibt das Unternehmen Vodafone zu, "Ja wir haben uns nicht an die Vereinbarungen gehalten" und fordert jetzt zudem vom Bürgermeister, dass der Vertag nachgebessert und den Tatsachen angepasst wird. Dabei ist noch nicht einmal klar, was überhaupt alles am Antennenmast hängt.

Bürgermeister Martin Fritz fordert nun Transparenz und Offenlegung darüber, was letztendlich auf dem Mast installiert wurde. Auch eine von Vodafone unabhängige Begutachtung soll es geben.

Kein Einzelfall?!

In Baden-Württemberg sind fast 50 000 Antennen bei der Bundesnetzagentur registriert. Ob diese tatsächlich wie genehmigt angebracht sind, kann kaum geprüft werden, da es bei der Regulierungsbehörde hierzu gerade mal 1,7 Stellen gibt. Die Kommunen haben praktisch keine Kontrollmöglichkeiten.

Die Betreiberfirmen haben 2001 in einer Selbstverpflichtung erklärt, Gemeinden und Anwohner über die Planung und Inbetriebnahme neuer Sendeanlagen zu informiernen. "Das gilt aber nur auf dem Papier", meint Rechtsanwalt Klaus Kniep, der sich auf Mobilfunk spezialisiert hat und entsprechende Fälle aus der Praxis kennt.

Artikel veröffentlicht:
14.05.2008
Autor:
diagnose:funk
Quelle:
Stuttgarter Zeitung

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