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TCO-Bildschirmnorm bei weitem überschritten

Test Energiesparlampen
K-Tipp Nr. 18 vom 31. Oktober 2007. Vielen Lampen geht das Licht zu früh aus. Fünf der zwölf Testprodukte eignen sich nicht für häufiges Ein- und Ausschalten.

Nicht alle Stromsparlampen leben gleich lang. Häufiges Ein- und Ausschalten macht manchen Produkten den Garaus. Eines ist jedoch allen gemeinsam: Sie erzeugen Elektrosmog.

Stromsparlampen leben länger, verbrauchen wenig Strom und sind heute technisch so ausgereift, dass sie herkömmliche Glühlampen durchaus ersetzen können. Tatsächlich? K-Tipp und Kassensturz haben zwölf der meistverkauften Modelle testen lassen. Stefan Gasser von der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz (S.A.F.E.) simulierte im Labor den Alltagsgebrauch der Lampen (Testanlage siehe Kasten).
Fazit: Die Modelle in der konventionellen Stäbchenform schneiden grundsätzlich besser ab als jene in Birnenform.

Speziell gut sind die sogenannten Longlife-Lampen mit einer deklarierten Lebensdauer von 10 000 bis 15 000 Stunden. Sie lassen sich praktisch beliebig oft ein- und ausschalten, ohne kaputtzugehen. Die beiden Testsieger – Osram EL Longlife und die baugleiche Lampe der Migros-Eigenmarke Sunlux – zeichnen sich ferner dadurch aus, dass sie in weniger als 10 Sekunden die volle Helligkeit liefern. Das drittplatzierte Günstigprodukt von Ikea benötigt dazu fünfmal so lange. Wer Sparlampen im Glühbirnen-Look bevorzugt, muss Prioritäten setzen: Wer nicht lange warten will, bis die Lampe die volle Helligkeit liefert, entscheidet sich für die Philips Softone. Sie ist jedoch laut Gasser nur empfehlenswert, «wenn sie höchstens dreimal pro Tag ein- und ausgeschaltet wird». Wer das bei einer Lampe x-mal täglich tun muss, kauft besser das preiswerte Ikea-Produkt in Glühlampenform. Auch die Günstig-Modelle in Stäbchenform sind nicht gerade schaltfest: Häufiges Ein- und Ausschalten kann ihre Lebensdauer massiv verkürzen.

Als einziges ist das Noser- Produkt durchgefallen. Geschäftsführer Hans Ulrich Noser sagt: «Wenn sich das schlechte Resultat bestätigt, werden wir die Konsequenzen ziehen.»

Der K-Tipp hat die Lampen auch auf Elektrosmog prüfen lassen: Alle getesteten Produkte verursachen Elektrosmog. Dazu Experte Peter Schlegel, der die Messungen durchgeführt hat: «Selbst die Modelle mit mittlerer Strahlung überschreiten den TCO-Richtwert um ein Mehrfaches. Eine einzige Sparlampe am Büro- Arbeitsplatz macht also den Effekt eines strahlungsarmen Bildschirms zunichte.»

So wurden die Stromsparer getestet

K-Tipp liess die Energiesparlampen auf Folgendes untersuchen:

Energieeffizienz
Wie viel Helligkeit (Lumen) erzeugt
die Lampe pro Watt (lm/W)?
Mindestens 60 lm/W: Note 6
Mindestens 50 lm/W: Note 5
Mindestens 40 lm/W: Note 4

Aufstartzeit
Wie lange dauert es, bis die Lampe 80 % der dekl. Helligkeit erreicht?
Maximal 15 Sekunden: Note 5
Maximal 30 Sekunden: Note 4
Maximal 60 Sekunden: Note 3

Lebensdauer Betriebsstunden
Wie lange brennt die Lampe, bevor sie kaputtgeht? Die Tester liessen pro Modell vier Lampen 3000 Stunden (125 Tage) lang brennen.
Kein Ausfall:
Für langlebige Lampen (deklarierte Lebensdauer 10 000 Stunden und mehr) Note 6
Abwertung für Lampen mit kürzerer deklarierter Lebensdauer um eine Note auf Note 5
Ein Ausfall: Note 4
Zwei Ausfälle: Note 2
Mehr als zwei Ausfälle: Note 1

Lebensdauer Ein-/Ausschaltungen
Nach wievielmaligem Ein- und Ausschalten ist die Lampe kaputt?
Über 30 000 Schaltungen: Note 6
Mind. 20 000 Schaltungen: Note 5
Mind. 10 000 Schaltungen: Note 4
Mind. 8000 Schaltungen: Note 3
Mind. 6000 Schaltungen: Note 2

Abweichung von der deklarierten Helligkeit
Gibt die Lampe so viel Licht wie angegeben?
Maximal 5 Prozent weniger: Note 5
Über 15 Prozent weniger: Note 3

Elektrosmog
K-Tipp liess die Sparlampen gemäss der anerkannten TCO-Norm für Bildschirm-Arbeitsplätze auf Elektrosmog testen. Die Norm verlangt, dass die hochfrequenten elektrischen Wechselfelder in 30 cm Distanz unter 1 Volt pro Meter bleiben und die magnetischen Wechselfelder unter 25 Nanotesla.

Artikel veröffentlicht:
31.10.2007
Autor:
Bennie Koprio, Ueli Schmezer | Konsumentenzeitschrift K-Tipp
Quelle:
K-Tipp Nr. 18 | 31.10.2007 Veröffentlicht auf diagnose:funk mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

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