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Öffentliche Kritik an DECT-Telefonen

Vorsorgemaßnahmen und Warnungen
Nicht nur ÖKO-Test hat in den vergangenen Jahren immer wieder auf die problematischen Eigenschaften der DECT-Apparate hingewiesen. Vorsorge ist angebracht.

Das Testergebnis von ÖKO-Test im Jahr 2005 ist ernüchternd: Acht der 14 getesteten DECT-Telefone schneiden mit “mangelhaft“ ab, die restlichen sechs mit “ungenügend“. Alle Geräte senden permanent eine erhebliche Dosis gepulster elektromagnetischer Strahlung aus.

Bundesamt für Strahlenschutz: (Info 2005)
Schnurlose DECT-Telefone haben eine Reichweite bis zu 300 m im Freien und bis zu 50 m in Gebäuden und stellen oftmals die stärkste Quelle hochfrequenter elektromagnetischer Strahlung im Haushalt dar. Um möglichen gesundheitlichen Risiken vorzubeugen, empfiehlt das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS), die persönliche Strahlenbelastung generell zu minimieren.

BMW schützt seine Mitarbeiter (2004)
Der Automobilhersteller BMW hat die zulässige Strahlenbelastung seiner weltweit rund 105 000 Mitarbeiter durch betriebliche DECT-Telefone auf höchstens 100 µW/m2 reduziert. Dieser Wert liegt um den Faktor 100 000 unter dem derzeitigen gesetzlichen Grenzwert. Die Abteilung Arbeits- und Umweltschutz bei BMW hat sich Expertenrat eingeholt und durch Modifizierung der DECT-Basisstationen sowie Anbringung von Deflektoren nahe den Stationen die Strahlenbelastung der gesamten BMW Group weltweit drastisch reduziert.

Freiburger Appell (2002)
Aus großer Sorge um die Gesundheit unserer Mitmenschen wenden wir uns als niedergelassene Ärztinnen und Ärzte aller Fachrichtungen speziell der Umweltmedizin an Verantwortliche in Gesundheitswesen und Politik sowie an die Öffentlichkeit. Wir beobachten in den letzten Jahren bei unseren Patientinnen und Patienten einen dramatischen Anstieg schwerer und chronischer Erkrankungen.
Unter anderem wird gefordert: Verbot der DECT-Telefone in Kindergärten, Schulen, Krankenhäusern, Altenheimen, Veranstaltungsstätten, öffentlichen Gebäuden und Verkehrsmitteln analog dem Rauchverbot.
Mit Schreiben vom 2. Juli 2005 schickte die Politologin Dr. Birgit Stöcker (Verein für Elektrosensible, München) eine CD-Rom an die Weltgesundheitsorganisation WHO in Genf. Inhalt der CD: Die Unterschriftslisten des Freiburger Appells mit 36 990 seit 2002 gesammelten Unterschriften, darunter die von gut 1 000 Ärzten.

Bamberger Appell (2004)
Über 130 Ärztinnen und Ärzte appellieren an Politiker, Wissenschaftler und Verantwortliche des Gesundheitswesens, dem Schutz von Leben und Gesundheit von uns allen wieder den gebührenden grundgesetzlich garantierten Wert einzuräumen und sofort zu handeln.
Sie fordern neben dem Ausbaustopp der derzeitigen Mobilfunktechnologie die Überarbeitung des DECT-Standards für Schnurlos-Telefone mit dem Ziel, die Strahlungsintensität zu reduzieren und auf die tatsächliche Nutzungszeit zu begrenzen sowie die biologische kritische Pulsung zu vermeiden. Mittlerweile haben sich 64 Hofer, 30 Lichtenfelser, 61 Coburger, 20 Bayreuther und landesweit viele Ärztinnen und Ärzte dem Bamberger Appell angeschlossen.

Artikel veröffentlicht:
08.12.2005
Autor:
Dr. med. Karl Braun-von Gladiß