diagnose funk

BBC deckt Grenzwertskandal auf

Kritischer TV-Bericht zur Mobilfunkpolitik
Als die weltweit am längsten ausgestrahlte Nachrichtensendung „Panorama“ auf dem britischen TV-Kanal BBC One am 21. Mai 2007 ungeschönte Fakten über den Grenzwert-Skandal bei Mobilfunkstrahlung präsentierte, überschlugen sich die Ereignisse:

Auf „Contractor UK“ (siehe nebenstehenden Link), der grössten IT-Seite Englands, berichteten Computer-Service Firmen kurz nach der Ausstrahlung, dass Kunden in fast der Hälfte der Service-Anrufe eine Deinstallation ihres Wi-Fi-Systems (WLAN) verlangten.

Derweil hagelten die Beschwerden der Industrie auf BBC ein, und die Weltgesundheitsorganisation gab reflexartig immer wieder Entwarnung.

Die drastischen Reaktionen waren aufgrund der restriktiven Zensur der restlichen Medien jedoch zu erwarten. Denn während bereits mehr als die Hälfte der britischen Schulen Wi-Fi begrüssen und in 11 Städten bereits ganze Wi-Fi-Netze installiert sind, war es schon reichlich spät, um auf das Risiko dieser Technologie hinzuweisen.

Doch was man über den weitreichendsten Korruptionsfall der Moderne in dieser ehrlichen Dokumentation noch alles berichtet, ist nur die Spitze des Eisberges. Eltern dürfte es nicht unberührt lassen.

Diagnose-Funk hat Auszüge aus dem englischsprachigen Fernsehbeitrag übersetzt:

Bilder aus: http://news.bbc.co.uk

Min. 0:00:
BBC: „Die Untersuchungen, ob Mobilfunkantennen unsere Gesundheit schädigen können, laufen noch. Der wissenschaftliche Leiter der Regierung rät zur Vorsicht.
Eltern wollen nicht, dass Antennen in der Nähe von Schulen aufgestellt werden. Doch warum werden sie nun IN die Klassenzimmer gestellt?“

Min. 8:51:
BBC: „Wenn Sie aus der Perspektive unserer Regierung auf diese Problematik schauen, denken Sie, es gäbe nur eine kleine Zahl verlotterter Akademiker irgendwo in der Welt, die gefährliche Effekte dieser Art von Strahlung auf unsere Gesundheit fanden – Leute die man leicht vernachlässigen könnte. Aber das ist schlicht nicht der Fall: Es gibt keine Studien zu lang andauernder Wi-Fi-Exposition, aber tausende zu Mobiltelefonen und Masten, welche ähnliche Strahlungsstärken erzeugen.“
(Anm.: Es gab keine Langzeitversuche mit Wi-Fi-Signalen vor deren Einführung.)

Auszug aus dem Interview mit assoc. Prof. Olle Johansson [2], Karolinska Institut, Stockholm, Sweden, EMF-Wissenschaftler der Bioelectromagnetic Society, Mitinitiator der TCO-Norm für strahlungsarme Computerbildschirme.
Min. 11:06:

BBC: „Die britische Regierung würde sagen, es gäbe keine bekannten gefährlichen Einflüsse auf die Gesundheit durch diese Art von Strahlung. Ist das präzise Information?
Johansson: „Nein! Wenn Sie in die Literatur sehen, finden Sie eine grosse Anzahl diverser Effekte, wie z.B. Schäden an den Chromosomen. Sie finden Einflüsse auf die Konzentrationsfähigkeit, Abnahme des Kurzzeitgedächtnisses, Zunahme von Krebsfällen, usw. Hier haben wir eine grosse Zahl diverser Gebiete.

Aus dem Interview mit Sir William Stewart [3], Direktor der britischen Gesundheitsbehörde (Health Protection Agency),
Min. 20:49:

BBC: „Man müsste meinen, dass unsere Regierung ihre Entscheidungen auf den Rat ihres Top-Mannes abstützen würde: Auf den Mann, der dafür angestellt wurde, um unsere Gesundheit zu schützen. Aber stattdessen wendet man sich offenbar anderem zu: Vor allem der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Sie bekräftigt ihre Ausdrucksweise, indem sie sagt: ‚Es gibt keine Beeinflussung der Gesundheit durch eine niedrige langandauernde Exposition’.

BBC: „Ist das eine exakte Darstellung der Wissenschaft?“

Stewart: „Ich denke, sie
(Anm.: die WHO) liegt falsch.“

BBC: „Warum liegt sie falsch?“

Stewart: „Weil es dafür Belege gibt“


Min. 21:51:

BBC: „Und dann dies: Wahrscheinlich haben sie noch nie von ‚ICNIRP’ gehört, aber es ist eine internationale Gruppe von Wissenschaftlern, auf die sich unsere Regierung bei der Festlegung der Strahlungsgrenzwerte abstützte.
Aber hier ist das Problem: Sie anerkennt keine biologischen Effekte, sondern basiert unsere Expositions-Grenzwerte auf einen thermischen Effekt. In anderen Worten: Die Strahlung muss erst so stark werden, dass unsere Organe sich aufheizen, bevor sie dann verboten wird. Deshalb sind unsere Sicherheitsgrenzwerte so hoch [4].“

Interview mit Prof. Henry Lai [5],University of Washington, Seattle, USA, Wissenschaftler der Bioelectromagnetic Society, Min. 22:16:

BBC: „Wie verantwortungsbewusst finden Sie es, Grenzwerte für diese Art Strahlung festzulegen, die nur auf den thermischen Effekten basieren?“

Lai:Ich denke, es ist unverantwortlich, bloss einen thermischen Grenzwert zu setzen. Wenn man den Grenzwert nur nach thermischen Effekten bestimmt, vernachlässigt man eine grosse Menge an Daten“

Min. 23:16:

BBC: „Ist es korrekt, wenn sie (Anm.: die Regierungen) ihre Grenzwerte nur nach thermischen Effekten ausrichten?“

Johansson: „Oh nein. Das ist purer Quatsch, würde ich sagen. Man kann nicht irgendwelches Gewicht auf solche Richtlinien legen.

Min. 25:00:

BBC: „Aber hier die Kontroverse: Dr. Repacholi hat genau für die Industrie gearbeitet, die hilft, die Strahlung zu verbreiten. Bevor er für die WHO gearbeitet hat, war er gerichtlicher Gutachter für die Telekom-Industrie und verteidigte dabei ihr Recht, Antennen in umstrittenen Zonen zu bauen.“

Interview mit Dr. Michael Repacholi [6], ehem. Leiter der Abteilung für elektromagnetische Felder bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO).Pensioniert im Juni 2006. Interviewt im Vatikan,

Min. 25:40:

BBC: „Sie haben für die Industrie gearbeitet, bevor Sie zur WHO kamen.

Repacholi: „Habe ich.“

BBC: „Und Sie haben auch danach für sie gearbeitet.“

Repacholi:
„Habe ich. Und ich fordere jeden heraus, der es wagt zu behaupten, ich hätte wegen meines Geldgebers meine Meinung geändert – weil ich es so sicher ‚wie die Hölle’ nicht getan habe.“

(Man kann ihm zustimmen. Seine Haltung blieb immer stabil. Er ist ein brillanter Verfechter des Dogmas „Studie + (industrielle) Gegenstudie = nichts ist bewiesen = es gibt keine Gefährdung“. Während seiner Funktion als Leiter der WHO-Abteilung wurde er weiterhin von der Industrie finanziell unterstützt, wie er selbst vor der Presse damals zugab.)

Interview mit Prof. H. Lai, Seattle, und Dr. Gerd Oberfeld [7], Epidemiologe, Wissenschaftler der Landessanitätsdirektion Salzburg, Österreich. Min. 25:30:

BBC:Würden Sie ihren Kindern erlauben, in der Schule Tag für Tag vor einem Wi-Fi-fähigen Computer zu sitzen?“

Lai: „Das ist eine heisse Frage. Ich denke, nein. Ich würde strikte auf Sicherheit gehen mit dieser Art Strahlung.“

Oberfeld: „Ich würde den Eltern empfehlen, die Schule dazu aufzufordern, Wi-Fi zu entfernen, und sonst würde ich sogar die Schule wechseln.“

BBC: „Wirklich? Sie nehmen es so ernst?“

Oberfeld: „Ja, sehr!“


Min. 27:07:

BBC: „Wenn Sie Kinder hätten, und in den Schulen gerade Wi-Fi installiert würde: Hätten Sie irgendwelche Bedenken?“

Repacholi: „Nein, ganz und gar nicht. Ich würde zusehen, dass sie Laptops bekommen und es empfangen können.“

Min. 27:50:

BBC: „Wir fragten die Regierung an und baten um ein Interview über all dies. Sie sagte ab, und stattdessen verwies man uns an die Gesundheitsbehörde. Der Direktor davon ist…einen Moment mal…es ist Sir William Stewart! Genau der Mann, der Panorama soeben andeutete, wie besorgt er über die Geschwindigkeit ist, mit der Wi-Fi verbreitet wird.“

Min. 28:35:

BBC: „England hat 3000 drahtlose Hotspots und 51'000 Mobilfunkantennen und mehr und mehr tauchen jede Woche auf.“

Publikation zum Thema

Klartext im BBC zu Mobilfunk-Grenzwerten
Format: A4Seitenanzahl: 4 Veröffentlicht am: 30.05.2007 Bestellnr.: Nicht verfügbar!Sprache: Deutsch

Klartext im BBC zu Mobilfunk-Grenzwerten

Kritischer TV-Bericht zur Mobilfunkpolitik
Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Als die weltweit am längsten ausgestrahlte Nachrichtensendung „Panorama“ auf dem britischen TV-Kanal BBC One am 21. Mai 2007 ungeschönte Fakten über den Grenzwert-Skandal bei Mobilfunkstrahlung präsentierte, überschlugen sich die Ereignisse. Im Brennpunkt sind Auszüge aus dem englischsprachigen Fernsehbeitrag übersetzt.
Artikel veröffentlicht:
30.05.2007
Autor:
diagnose:funk
Quelle:
BBC Panorama News