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Einwohnerversammlung zu 5G-Mobilfunk in Freiburg/Breisgau: diagnose:funk unterstützt Forderung nach 5G-Moratorium und Strahlenminimierung

Pressemitteilung von diagnose:funk, 11.11.2019
Bundesamt für Strahlenschutz / ICNIRP und diagnose:funk debattieren erstmals öffentlich

Stuttgart, 11.11.2019: Bei der bundesweit relevanten Einwohnerversammlung zu 5G-Mobilfunk in Freiburg i.Br. am 13.11.2019 fordert die Bürgerinitiative ‚Freiburg 5G-frei!‘ in einer Resolution ein 5G-Moratorium für die Stadt Freiburg; diagnose:funk unterstützt diese Forderung. Oberbürgermeister Martin Horn muss für Strahlenminimierung sorgen zum Schutz der Bürger vor den gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Mobilfunkstrahlung. Und die Stadt muss sich für die Erstellung einer Technikfolgenabschätzung einsetzen.

Bei der Einwohnerversammlung tritt u.a. der erste Vorsitzende von diagnose:funk, Dipl.-Ing. Jörn Gutbier, als Experte auf. Für das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und den mobilfunkindustrie-nahen Verband ICNIRP tritt in Personalunion Dr. Gunde Ziegelberger auf. Damit prallen erstmals in einer öffentlichen Debatte die Positionen von diagnose:funk und von ICNIRP/BfS aufeinander bezüglich der Gesundheitsauswirkungen von Mobilfunkstrahlung und Vorsorgeprinzip.

„Die Freiburger Bürgerinitiative stellt wichtige Forderungen angesichts der neuesten Studienlage zu Mobilfunkstrahlung und Gesundheit“, sagt Jörn Gutbier, erster Vorsitzender von diagnose:funk. „Die WHO bezeichnet Mobilfunkstrahlung schon seit 2011 als ‚möglicherweise krebserregend‘, eine Höherstufung in ‚wahrscheinlich krebserregend‘ wird diskutiert. Sowohl aktuelle medizinisch-biologische wie epidemiologische Studien industrieunabhängiger Forscher weisen überdeutlich auf Krebs und andere Gesundheitsgefahren hin. Da müssen doch beim Bundesamt für Strahlenschutz und bei den verantwortlichen Politikern alle Alarmglocken läuten! In so einer Lage muss das Vorsorgeprinzip angewandt werden: Strahlenminimierung bei GSM-, UMTS- und LTE-Mobilfunk, Aufbaustopp bei 5G sowie Umsetzung von technischen Alternativen, um mobile Kommunikation gesundheitsverträglich zu machen.“

Der neueste industrieunabhängige Studienüberblick (Review) zu Gesundheitsgefahren durch Mobilfunkstrahlung von Miller et al. gibt einen Überblick über 85 relevante Studien und Dokumente mit dem Fokus auf gesundheitsrelevante Ergebnisse. Es wird u.a. der Forschungsstand zu DNA-Schäden und Karzinogenität, zu Fruchtbarkeit und unspezifischen Symptomen sowie zur speziellen Sensibilität von Kindern besprochen. Die Autoren schlussfolgern, dass dringend eine Vorsorgepolitik eingeleitet und Verbraucherschutzregelungen erlassen werden müssen.
Siehe: https://www.diagnose-funk.org/publikationen/artikel/detail&newsid=1465

Hintergründe zur Einwohnerversammlung:

  • Die Einwohnerversammlung findet am 13.11.2019 ab 19 Uhr statt (Paulussaal, Dreisamstr. 3, 79098 Freiburg). Als live-stream auf YouTube: https://www.youtube.com/user/stadtfreiburg
  • Grundlage ist der Antrag von Freiburger Bürgern gemäß §20a Gemeindeordnung Baden-Württemberg. Das Aktionsbündnis ‚Freiburg 5G-frei!‘ hat die dafür nötigen Unterschriften gesammelt, siehe https://freiburg.5g-frei.org/event/einwohnerversammlung/
  • Dies ist erst die zweite von Bürgern initiierte Einwohnerversammlung in Freiburg. Die erste fand 1983 statt im Rahmen der erfolgreichen Bürgerproteste gegen das geplante Atomkraftwerk Whyl.
Artikel veröffentlicht:
11.11.2019
Autor:
Matthias von Herrmann