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ElektrosmogReport 3-2019 erschienen

Der Fachinformationsdienst ElektrosmogReport wertet seit 25 Jahren die Forschung im Bereich der Nieder- und Hochfrequenz aus.
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Ausgabe September 2019, 25. Jahrgang Nr. 3

Inhaltsverzeichnis

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Inhalt und Einzelstudien-Besprechungen Online:

S. 1 > Vergleich von DNA-Schäden, die durch Mobilfunk und andere Arten von künstlichen
elektromagnetischen Feldern verursacht werden

S. 3 > Die Langzeitbelastung mit 835 MHz HF-EMF verursacht bei Mäusen Hyperaktivität, Autophagie und Demyelinisierung in den Neuronen der Hirnrinde

S. 4 > Überlagernde Wirkung von Millimeterwellen und 2-Desoxyglucose auf das Transkriptom menschlicher Keratinocyten

S. 5 > Einfluss von 2,45 GHz Mikrowellenstrahlung auf die Biomarker für Entzündungswerte im Hoden junger Ratten: die Rolle der Gallussäure

S. 6 > Wirkung von Mobilfunkstrahlung auf den Stoffwechsel weiblicher und männlicher Geschlechtsorgane (Review)

S. 7 > Strahlung und männliche Fruchtbarkeit (Review)

Der ElektrosmogReport steht zum Download auf der diagnose:funk Studiendatenbank EMFData. Hier direkt aufrufen und herunterladen: www.EMFData.org.

Beim Download hoffen wir auf Ihre Spende.

Die Printversion kann als Print on Demand in unserem Shop bestellt werden: https://shop.diagnose-funk.org/Elektrosmogreport

Seit 2019 gibt diagnose:funk den ElektrosmogReport heraus, der seit 25 Jahren erscheint. Die Redaktion des Reports wertet regelmäßig die Studienlage zu den Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder aus. Der ElektrosmogReport ist zum kostenlosen Download auf www.EMFData.org eingestellt.

Pressemitteilung von diagnose:funk vom 2.9.2019

diagnose:funk / Mobilfunk- und WLAN-Strahlung kann Erbgut-Schäden, Unfruchtbarkeit und Krebs verursachen

ElektrosmogReport 09/2019: Sechs Mobilfunk-Studien ausgewertet / Vorsorgeprinzip dringend nötig!

Stuttgart, 2.9.2019: Im aktuellen ElektrosmogReport (September 2019, siehe Anhang) werden sechs Studien zur gesundheitsschädigenden Wirkung von Mobilfunk- und WLAN-Strahlung vorgestellt. Die Studien weisen Erbgut-Schäden nach, außerdem Hyperaktivität, krebszellähnliche Stoffwechselveränderungen, Degeneration von Hoden-Zellen und Spermienbildung sowie den Zusammenhang von Mobilfunk-Strahlung und Fruchtbarkeit in zwei ausführlichen Literatur-Studien (Reviews).

„Immer neue Studien untermauern die Gesundheitsgefahren, die von Mobilfunk- und WLAN-Strahlung ausgehen“, sagt Jörn Gutbier, Vorsitzender von diagnose:funk. „Die Bundesregierung muss diese alarmierenden Meldungen aus der Wissenschaft endlich ernst nehmen und nach dem Vorsorgeprinzip die Strahlenbelastung für alle Bürger massiv senken. Wir brauchen WLAN-freie Schulen und wir brauchen nur ein Mobilfunknetz für alle Betreiber und Nutzer, wie bei Strom, Gas, Wasser und im Straßenbau. Verpflichtendes Roaming für alle Mobilfunkbetreiber muss umgesetzt werden, das würde die Strahlenbelastung erheblich senken ohne Verlust für die Anwender. diagnose:funk fordert außerdem ein Moratorium beim Aufbau der fünften Mobilfunk-Generation 5G sowie eine unabhängig erstellte Technikfolgenabschätzung für die versteigerten 5G-Mobilfunk-Frequenzen.“

Die Studien im ElektrosmogReport 09/2019 im einzelnen:

  • Panagopoulos analysierte in der hier vorgestellten Studie eine Vielzahl von vorhandenen Publikationen zu negativen Auswirkungen auf lebende Organismen durch vom Menschen verursachte elektromagnetische Felder (EMF). Dabei fand er heraus, dass von 71 Studien, die eine reale Mobilfunkstrahlung verwendet haben, 68 Studien signifikante negative Wirkungen von EMF nachwiesen (= 96%). Zu diesen Wirkungen zählen die Abnahme der Fortpflanzungsfähigkeit, DNA-Schäden und Zelltod, Gedächtnisstörungen und Beeinträchtigung der allgemeinen kognitiven Fähigkeiten und Herzfrequenzänderungen. Im experimentellen Teil der Arbeit verglich Panagopoulos die Wirkung von GSM-Mobilfunk mit den Auswirkungen von elektrischen Feldern durch Gewitter, mit dem 50 Hz-Magnetfeld um heimische Stromleitungen und im Labor erzeugter HF-Strahlung: Die von Mobiltelefonen ausgesendeten EMF waren signifikant gesundheitsschädlicher als die anderer EMF-Quellen, es kam zu Erbgutveränderungen in den Eierstöcken der Versuchstiere. Die Arbeit könnte damit erklären, warum die Faktenlage in der Wissenschaft zum Thema Auswirkungen von Mobilfunk-Strahlung auf die Gesundheit so kontrovers ist. Die Festlegung von einheitlichen Anforderungen an die EMF-Quellen in wissenschaftlichen Studien ist daher in Zukunft von großer Bedeutung.
  • Kim et al. kommen in ihrer Arbeit zu folgendem Ergebnis: Die Frequenz von 835 MHz (= GSM-Mobilfunk-Frequenz in USA) machte die Versuchstiere hyperaktiv, induzierte Autophagie (Abbau von Zellbestandteilen) in Neuronen der Hirnrinde und verursachte Schäden an der Myelinscheide der Neuronen. Bemerkenswerter Weise werden sowohl Alzheimer als auch die Lafora-Krankheit hauptsächlich durch beeinträchtigte Autophagie verursacht.
  • Die Studie von Zhabadov et al. zu Millimeterwellen (5G-Mobilfunk ab 60 GHz) gibt einen Hinweis, dass Millimeterwellen bei einer krebszellähnlichen Stoffwechselveränderung (Warburg-Effekt) die Zelloberfläche verändern.
  • Die Studie von Saygin et al. hatte zum Ergebnis, dass die WLAN-Frequenz von 2,45 GHz eine Degeneration von Hodenzellen und Spermienbildung verursachen kann. Oxidative Schäden und entzündliche Prozesse spielen hierbei eine Schlüsselrolle. Dieser Mechanismus könnte ein Grund für Unfruchtbarkeit sein.
  • Zwei Studienüberblicke (Reviews) zum Zusammenhang von Strahlung und Fruchtbarkeit (Altun et al., Kesari) werden ausführlich rezensiert. Beide Reviews bestätigen, dass die Studienlage zu Spermien und Embryos besorgniserregend ist. Mehr als 100 Studien weisen schädigende Auswirkungen nach.

Die systematische wissenschaftliche Auswertung der biologisch-medizinischen Studienlage zu Mobilfunk-Strahlung wird in Deutschland nur vom ElektrosmogReport in Zusammenarbeit mit www.EMFData.org durchgeführt. Das EMF-Portal der Bundesregierung (an der RWTH Aachen), das diese Aufgabe jahrelang wahrgenommen hat, hat 2017 aufgrund von Mittelkürzungen die Studien-Auswertung eingestellt. diagnose:funk fordert die Bundesregierung auf, diese Studien-Auswertung wieder zu finanzieren.

Artikel veröffentlicht:
01.09.2019
Autor:
diagnose:funk