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Antworten auf Mobilfunk-Killerphrasen

diagnose:funk analysiert Industrieargumente
In der Mobilfunk- und Elektrosmog-Debatte sind kritische BürgerInnen immer wieder mit den gleichen Textbausteinen konfrontiert. Ob in Schreiben von Regierungen, Behörden oder an Runden Tischen in den Kommunen werden sie immer wieder mit Industrieargumenten abgespeist. Unsere Artikelserie will helfen, verwirrende Debatten zu durchschauen und im Dialog mit Politikern und Behörden zu bestehen.

Halbwahrheiten, leere Behauptungen, Lügen ... diagnose:funk hat für Sie die gängigsten Industrieargumente zusammengestellt:

>>> Teil I: Mobilfunk - zu wenig Energie für Zellschäden ... immer noch der Vergleich mit der Glühbirne ?

>>> Teil II: Handystrahlung genauso krebserregend wie Kaffee und Saure Gurken ... jetzt auch noch wie Aloe Vera?

>>> Teil III: Die Grenzwerte werden eingehalten ... und wo ist jetzt der Beweis für die Schädlichkeit?

>>> Teil IV: Es gibt über 25 000 Studien, die nichts gefunden haben ... wo sind die Quellen und warum wird weitergeforscht?

>>> Teil V: Bauernfängerei: "Direkt unter dem Sendemast ist man geschützt. Unterschreiben Sie den Pachtvertrag, sonst macht es der Nachbar und dann werden Sie bestrahlt!" Die Leuchtturm-Theorie.

>>> Teil VI: "WLAN an Schulen senkt die Strahlenbelastung der Schüler!"

>>> Teil VII: "Die Strahlung der Sonne und einer Deckenlampe hat mehr Watt als ein Mobilfunksender!"

>>> Teil VIII: Die Aussagen von Prof. Dr. Lerchl in seinem Vortrag „5G: Medizinische Aspekte“ und einem Interview mit dem FMK auf dem Prüfstand

>>> Teil IX: Ein Paradebeispiel der Manipulation lieferte im September die Stiftung Warentest in dem Artikel "Wie riskant ist Handy­strahlung? Ein Faktencheck". Der Artikel enthält alle gängigen Klischees, mit denen sich diagnose:funk detailliert auseinandersetzt.

Neu >>> Teil X:  Je näher der Sendemast - desto geringer die Belastung? Sind Bürgerinitiativen mit ihrem Protest auf dem Holzweg?

>>> Reinschauen. Wird fortgesetzt. Schreiben Sie uns, auf welche Industrie-Argumente Sie eine Antwort haben möchten!

Vorgegebene Textbausteine sollen Bürger überzeugen.Bild:BMBF/Aschoff

Hintergrund

Nicht nur BürgerInnen, sondern auch Kommunalvertreter und -verwaltungen sind in der Regel mit der hochkomplexen Thematik Mobilfunk und Elektrosmog überfordert. Bei der Netzplanung treffen sie seit vielen Jahren Entscheidungen, obwohl sie nur einseitig informiert sind.

Ohne unabhängige Strahlen- und Gesundheitsexperten ist es nahezu unmöglich, industrielle Argumentationen zu Funktion und Technik, physikalischen und biologischen Wirkungen auf die Gesundheit auf ihre Plausibilität zu überprüfen.

Dies machen sich Wirtschaft und Regierungen zunutze. Kommunalvertreter, -verwaltungen und Behörden erhalten in regelmäßigen Abständen "industrie-gefärbtes" Informationsmaterial. Ärzte wurden in der Vergangenheit sogar vom Informationszentrum Mobilfunk (IZMF) e.V., einem Zusammenschluss aller Mobilfunkbetreiber, geschult und erhielten dafür Fortbildungspunkte.

Dass diese Form von Industrie-Marketing unter dem Deckmantel eines gemeinnützigen Vereins aufgedeckt wurde, ist unabhängigen Ärzten, Wissenschaftlern und BürgerInitiativen zu verdanken. Das IZMF hat seine Tätigkeit zum 31.12.2015 eingestellt. Zwei der in Deutschland tätigen Mobilfunkunternehmen führten die Inhalte dieses Portals über die Firma LichtblickKommunikation weiter. Seit 2018/2019 ist auch die Firma Vodafon wieder mit dabei und zusätzlich die Firma 1&1 Drillisch, die 2019 erstmals eigene Mobilfunkfrequenzen ersteigert hat und seit Anfang 2021 versucht in einer Kooperationsvereinbarung mit Telefonica/O² einen Fuß auf den Boden zu bekommen.

Ganz im Sinne dieser Mobilfunklobby entsorgt heute auch das Bundesamt für Strahlenschutz jegliche Bedenken zu Gesundheitsrisiken gleich selbst: Politikern, Behörden und Gemeinderäten werden Textbausteine geliefert, die BürgerInnen überzeugen sollen. Dazu wurde eim Mai 2020 eigens die Außenstelle des BfS in Cottbus gegründet. Die staatlich organisierte Desinformation ist in Zukunft hier zentralisiert.

Artikel veröffentlicht:
15.08.2019
Artikel aktualisiert:
29.12.2019
Autor:
diagnose:funk