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Kritik am "Festival für digitale Bildung" in Heidelberg

Unsere Zukunft ist hoffentlich nicht digital
Das "Bündnis für humane Bildung", die Allianz ELIANT und der "Ärztearbeitskreis digitale Medien, Stuttgart" kritisieren in Pressemitteilungen scharf das "Festival digitale Bildung", das von der baden-württembergischen Landesregierung zusammen mit der IT-Branche am 4. Juli 2018 in Heidelberg veranstaltet wird.

"Kurzschluss!", titeln das "Bündnis für humane Bildung & ELIANT" und schreiben: "Das „Festival für digitale Bildung“ gefährdet unsere Kinder - und ist kein Grund zum Feiern! Das „Festival für digitale Bildung“ setzt ein völlig falsches Zeichen: „Sein Motto 'Bildung ist Zukunft und Zukunft ist digital' läuft auf einen gedanklichen Kurzschluss hinaus“, sagt Prof. Ralf Lankau vom „Bündnis für humane Bildung“. Der Grund: „Unsere Zukunft ist hoffentlich nicht digital, sondern human und demokratisch, Bildung müsse immer Menschen in den Mittelpunkt stellen - und auf keinen Fall technische Systeme...." „Eigentlich ist es eine Werbeveranstaltung  der IT-Branche, um sich das Geschäftsfeld Schule zu sichern“, kritisieren das „Bündnis für humane Bildung“ und die Allianz ELIANT.

Scharfe Kritik übt auch der "Ärztearbeitskreis digitale Medien" gegen die auf dem Festival unhinterfragt propagierte Ausstattung der Kitas und Schulen mit WLAN. In einem offenen Brief vom 06.06.2018 an die Kultusministerin Dr. Susanne Eisenmann, unterschrieben von 25 Medizinern, wird aus medizinischen Gründen der Verzicht auf WLAN an Kitas und Schulen gefordert. Die Kultusministerin wird in dem Brief auf die Studienlage hingewiesen. Die Mediziner kritisieren, "dass in immer mehr Schulen WLAN installiert wird, ohne dass die For­schungs­­­lage zu den Gesundheitsrisiken beachtet wird."

Die Mediziner weisen Ministerin Eisenmann darauf hin, "dass in Frankreich und Israel Behörden das Vorsorgeprinzip anwenden und den WLAN-Einsatz reglementieren. Wir schließen uns dem gemeinsamen Appell von 2017 der Zyprischen und Österreichischen Ärztekammern an, in dem sie schreiben, die Entscheidungsträger müssten "eine altersgerechte, vernünftige Nut­zung digitaler Technik fördern und dürfen kabellose Netzwerke an Schulen und insbesondere an Vorschulen, Kindergärten und Grundschulen nicht erlauben. Stattdessen sind kabelgebundene Verbin­dungen einzusetzen." Für den Unterricht mit digitalen Medien ist WLAN nicht erforderlich. Digitale Medien sind Hilfsmittel. Sie können verkabelt genutzt werden. In den Schulen sollten verkabelte Computer und Computer-Räume beibe­halten werden. Gefordert werden muss zudem, dass alle TabletPCs  über einen Kabelan­schluss verfügen. Wenn Schulen und Kultusministerien den Kabelanschluss zur Bedingung für die Schulzulassung machen, wird die Industrie dem nachkommen ... ".

Die Mediziner fordern zu dieser Thematik einen Gesprächstermin mit der Kultusministerin.

>>> Lesen Sie die Presseerklärungen unter Downloads.

Artikel veröffentlicht:
26.06.2018
Autor:
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