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Brummton: Kein effektiver Lärmschutz für Opfer

Infraschall wird unzureichend berücksichtigt
Wegen einem mysteriösen Brummton wenden sich immer mehr Betroffene an Behörden und die Öffent-lichkeit. Das Umweltbundesamt beschäftigt sich seit einigen Jahren verstärkt mit dem Thema Infraschall. Nun wurde in Steinhöring der 'Verein zum Schutz der Gesundheit und Umwelt vor Infraschall' gegründet [23].

Aktualisiert am: 21.05.17

Bundesweit klagen Bürgerinnen und Bürger vermehrt über Beeinträchtigungen durch InfraschallSchall, der eigentlich unterhalb der normalen Hörschwelle liegt. Laut dem Umweltbundesamt (UBA) sind die häufigsten Infraschallquellen Anlagen der Energieerzeugung und des Energie-transports, wie Wärmepumpen und Biogasanlagen, sowie raumluft-technische Anlagen, wie Klimaanlagen [1,2]. Aber auch im Zusammenhang mit Windkraftanlagen gewinnt das Thema Infraschall zunehmend an Bedeutung, wie aus dem UBA-Positionspapier zu Windenergie und Gesundheit hervorgeht [3]. Auch diagnose:funk ist dem Brummen auf der Spur ...

Infraschall & Mobilfunk?

Internetrecherchen zum "Brummton-Phänomen" und zahlreiche Medienberichte zeigen, dass auch Funkantennen bzw. elektromagnetische Felder mit Infraschall in Verbindung gebracht werden. Diesbezügliche Hinweise kommen aus München [4,29], Stuttgart [5,6,7], Köln [8], Hamburg [9] und anderen Orten [10-22] in Deutschland, aber auch aus dem Ausland. In Österreich kam es sogar zu einer Verfassungsbeschwerde wegen dem Telekommunikationsgesetz [26] (s. S. 8: "Funkanlagen können Mikrovibrationen/Infraschall verursachen" ...), doch ohne Ergebnis. Die verantwortlichen Behörden mauern, die Beweislast liegt beim Betroffenen.

Ob Ölpipelines schuld am nervigen Dauerbrummton in Steinhöring sind, bleibt ebenfalls offen - solange das Landesamt für Umwelt (LfU) keine Notwendigkeit für Kreuzkorrelationsmessungen sieht. Lärmgeplagte Anwohner, die sich von dieser Art der Messung aufschlussreiche Ergebnisse erhofft hatten, haben nun einen Verein gegründet und erwägen, Beschwerde bei der Regierung von Oberbayern einzureichen [23].

Brummton | Kommentar und Aufruf von diagnose:funk

Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Übelkeit ... wie sich Infraschall auf den Menschen auswirkt, muss laut dem UBA noch genauer erforscht werden. Das wird auch höchste Zeit, bedenkt man, dass bereits 2001 Hunderte von Brummton-Opfern in Stuttgart Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet hatten. Nur wenige Jahre später gründeten sich in Deutschland die ersten Brummton-Initiativen, führten Fragebogenaktionen durch (beispielhaft die Initiative 'Brummen München' | Auswertung von Betroffenenangaben, 1.6.06) und baten die zuständigen Immissionsschutzbehörden und Regierungsstellen um messtechnische Unterstützung und Aufklärung des Phänomens.

Doch bis heute sehen sich Behörden weder in der Pflicht, noch haben sie ein Interesse daran, aufwändige Infraschall-Messungen bzw. Ortungen von Lärmquellen durchzuführen, wenn die industriefreundlichen Grenzwerte eingehalten oder sogar um ein Vielfaches unterschritten werden.

Eine Machbarkeitsstudie des UBA zu den Wirkungen von Infraschall [24] legt klar offen, dass sich der Lärmschutz nur auf den Schall oberhalb der normalen Hörschwelle konzentriert.

Im Sinne der Gesundheitsvorsorge und aller Brummton-Betroffenen besteht also dringender Handlungsbedarf, die Regelungen zu überarbeiten [28].

An alle Betroffenen

Nehmen auch Sie ein permanentes, tiefes Brummen wahr und bringen es mit Funknetzen (Mobilfunk, Richtfunk, WLAN u.a.) bzw. Stromleitungen in Zusammenhang? Und haben Sie "Ihren" Brummton bereits erfolgreich aufzeichnen bzw. messtechnisch nachweisen können? Oder haben Sie andere, z.B. technische Informationen, die zur Aufklärung beitragen könnten?

Dann freuen wir uns über Ihre Nachricht: infraschall@diagnose-funk.de

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Artikel veröffentlicht:
15.05.2017
Autor:
diagnose:funk