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Online-Petition: Nein zur digitalen KiTa!

Die Aktion der Waldorfkindergärten unterstützen
In einem Aufruf und einer Online-Petition wendet sich die Vereinigung der Waldorfkindergärten gegen die Digitalisierung der Erziehung an den KiTas.

diagnose:funk schließt sich diesem Aufruf an und bittet Sie, ihn Online zu unterzeichnen: 

http://www.waldorfkindergarten.de/aktuelles/aufruf-nein-zur-digitalen-kita.html

Der Aufruf begründet detailliert, warum die Einführung von Tablets, Smartphones und WLAN die kindliche Entwicklung massiv schädigt. Zum Schluss heißt es:

"Wir dürfen weder die Gesundheit und Bildung der nächsten Generation, und damit unsere Zukunft, noch die Grundpfeiler unserer freiheitlich-demokratischen Gesellschaft den ökonomischen Interessen der reichsten Firmen der Welt überlassen! Daher müssen unsere Bildungseinrichtungen, allen voran die Kinderkrippen und Kindertagesstätten, frei bleiben von den nachweislich negativen Einflüssen von deren Produkten auf unsere Kinder! Es geht um nichts weniger als um die Verteidigung der Grundwerte unserer Gemeinschaft gegenüber einer übermächtigen Wirtschafts-Lobby. Wer sich hier nicht einmischt, handelt verantwortungslos gegenüber der nächsten Generation, der wir schon genug Probleme – Schulden, Konflikte und einen vermüllten Planeten – hinterlassen haben."

Bundesregierung agiert als Geschäftsführung der IT-Branche

Es ist ein Skandal. Die Plattform „Digitalisierung in Bildung und Wissenschaft“ besteht unter Leitung von Bundeswissenschaftministerin Wanka fast ausschließlich aus Topmanagern der Telekom, Bitkom, VW, Microsoft, SAP und verschiedener Unternehmerverbände. Erziehungsexperten fehlen komplett. Das ist dokumentiert im Zwischenbericht der Plattform auf S. 23 - unter Downloads.

Neurobiologie: Die digitale Revolution verbaut unseren Kindern die Zukunft

Ganz offen wird die Steuerung der Bildung von der Bundesregierung an Industrievertreter übergeben. Der Staat degeneriert zum Legitimationsorgan von Industrieinteressen. Welche katastrophalen Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung deren Bestrebungen hat, nun auch schon die KiTas in Absätzmärkte für ihre Produkte zu verwandeln, ist aus der Neurobiologie bekannt. Die Professorin Gertraud Teuchert-Noodt erklärt in einem in dieser Woche erschienen Artikel "Ein Bauherr beginnt auch nicht mit dem Dach. Die digitale Revolution verbaut unseren Kindern die Zukunft" (umwelt-medizin-gesellschaft 4/2016) anschaulich, warum Eltern und Lehrer sich vehement gegen die frühkindliche Nutzung von Bildschirm-Medien wehren sollten – damit es nicht zu Sucht, Lernstörungen, Aggressivität oder autistischen Störungen bei den Kindern und Jugendlichen kommt. Der Artikel ist ein Weckruf. Er weist detailliert anhand der Forschungsergebnisse nach, welche pathologischen Auswirkungen die digitalen Endgeräte auf die Gehirnentwicklung haben.

Wir danken dem umg-Verlag, dass er angesichts der Aktualität diagnose:funk die Erlaubnis gegeben hat, diesen aktuellen Artikel zu veröffentlichen (Siehe u.s. Publikation).*

Prof. Manfred Spitzer hat bereits 2013 und 2015  in den Artikeln "Wischen – Segen oder Fluch? Zu Risiken und Nebenwirkungen der neuen Art des Umblätterns" und "Digital genial? Mit dem „Ende der Kreidezeit“ bleibt das Denken auf der Strecke" die krankmachenden Wirkungen analysiert. Beide Artikel können Sie in der rechten Spalte herunterladen.

Helfen Sie mit, diese Erkenntnisse und Artikel v.a. bei Erzieherinnen zu verbreiten.

* Die Zeitschrift umwelt-medizin-gesellschaft kann als Print oder E-Paper hier bezogen werden:

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Publikation zum Thema

umg | 29 | 4/2016Format: A4Seitenanzahl: 3 Veröffentlicht am: 30.11.2016 Herausgeber: umwelt · medizin · gesellschaft

Ein Bauherr beginnt auch nicht mit dem Dach

Die digitale Revolution verbaut unseren Kindern die Zukunft
Autor:
Gertraud Teuchert-Noodt (unter Mitwirkung von Ingo Leipner)
Inhalt:
Allzu verständlich sind die Ängste der Eltern, die ihre Kinder chancenlos in der digitalen Welt glauben, wenn die nicht schon im Kindergartenalter Apps programmieren. Doch ganz selten nur beginnt der Bauherr seinen Hausbau mit dem Dach. Warum nur glauben so viele kluge Pädagogen, die kindliche Entwicklung könne beschleunigt werden, indem man deren Fundament einfach weglässt? Mit den Grundsätzen der Evolution erklären Neurobiologen anschaulich, warum Eltern und Lehrer sich vehement gegen frühkindliche Nutzung von Bildschirm-Medien wehren sollten – damit es nicht zu Sucht, Lernstörungen, Aggressivität oder autistischen Störungen bei den Kleinen kommt. Gertraut Teuchert-Noodt, emeritierte Professorin der Neurobiologie, blickt mit Unverständnis auf die Debatte in Nachbardisziplinen um die richtigen Mittel zur richtigen Zeit.
Artikel veröffentlicht:
30.11.2016
Quelle:
Vereinigung der Waldorfkindergärten

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