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TV-dokumentation

Dokumentation auf 3sat: Digitale Nebenwirkungen

Wenn Computer für uns denken
Digitale Medien sind in Form von Computern, Smartphones und Tablets fester Bestandteil unseres Lebens geworden. Gibt es neben Wirkungen auch unerwünschte Nebenwirkungen? Kritische Stimmen werden laut: "Krankheitsbild Online-Sucht", "Google macht dumm", "Der Gebrauch des Internets verändert unser Gehirn." Digitale Medien sollen sogar einen krankhaften geistigen Abstieg im Alter begünstigen können.

Sendetermin: Mittwoch, 16. November 2016 um 21.05 Uhr
Wiederholungen: 17./18. November 2016, 2.55 Uhr, Stereo, 16:9.

Online abrufbar bis: 23.11.2016 >>>

Internationale Experten zum Thema

Zu Wort kommen Internetkritiker und renommierte Experten aus Bereichen wie Hirnforschung, Verhaltenssüchte und dementielle Erkrankungen.

Nicholas Carr, US-Amerikanischer Buchautor und Wirtschaftsjournalist, erwarb sich mit seinem wegweisenden Artikel "Is Google Making us Stupid?" den Ruf als einer der provokantesten Denker zum gesellschaftlichen Wandel in der Internetära.

Prof. Manfred Spitzer leitet die Psychiatrische Universitätsklinik in Ulm und sorgte mit seinem Buch über "Digitale Demenz" weltweit für höchst kontroversielle Diskussionen. Der bekannte Hirnforscher sieht vor allem im Bereich der Hirnentwicklung und bei Bildungsprozessen akute Nachteile als Folge des digitalen Lifestyles.

Überzeugt von den negativen Auswirkungen der Digitalen Medien auf unsere Gehirne ist auch Prof. Kim Dai-Jin von der Catholic University of Korea. Er ist Autor bzw. Mitautor zahlreicher bildgebender Studien zur Thematik der Dokumentation und arbeitet als Experte für Substanz- und Verhaltenssüchte im St-Mary's Hospital in Seoul, der Hauptstadt eines Landes, das die 100% Marke in der mobilen Breitbandpenetration längst überschritten hat.

Die Forschungsschwerpunkte von Prof. Martin Korte aus Braunschweig sind die zellulären Grundlagen von Gedächtnis und Lernen. Er lehnt eine Pauschalkritik an der digitalen Welt strikt ab, ortet aber sehr wohl Gefahren für den Frontallappen im Gehirn, wenn jemand permanent online ist.

Dr. Victoria Dunckley betreibt eine Ordination für Integrative Psychiatrie in Los Angeles. Sie zählt seit 2012 zum Kreis der "America's Top Psychiatrists". Immer wieder stellt sie im Praxisleben fest, dass eine Reduktion der Bildschirmzeiten bei zahlreichen kognitiven und verhaltensbezogenen Störungen Abhilfe schaffen kann.

Dr. Christian Korbel, Primarius am Landesklinikum Mauer und Niederösterreichischer Suchtbeauftragter, und Dr. Tagrid Leménager, Leiterin der Arbeitsgruppe für Internet- und Medienabhängigkeit am Zentralinstitut für seelische Gesundheit in Mannheim, beleuchten die medizinische Seite der Suchtaspekte.

Aufgrund Ihrer Forschungstätigkeit im Bereich der sekundären Prävention von Demenzen sieht Prof. Stefanie Auer von der Donauuniversität in Krems den Begriff der Digitalen Demenz kritisch. Sie denkt nicht, dass die aktuelle Datenlage eine solche Begrifflichkeit aus medizinischer Sicht rechtfertige. Sehr wohl sei mittlerweile aber bekannt, dass durch inadäquate Lebensführung bereits in frühester Kindheit die Weichen für dementielle Erkrankungen gestellt werden können.

Die deutsche Ausgabe der amerikanischen "Nonnenstudie" wurde von Dr. Horst Bickel im Angerkloster in München durchgeführt. Die zentrale Frage, ob das Risiko für eine Alzheimer Demenz auch vom Bildungsgrad beeinflusst wird, konnte Dr. Bickel mittels Untersuchungen an Nonnen des Ordens der Armen Schulschwestern klar mit "Ja" beantworten.

Publikation zum Thema

Droemer HC (03.08.2012)Format: 15 x 3,5 x 22,1 cm Seitenanzahl: 368 Veröffentlicht am: 03.08.2012 ISBN-10: 3426276038ISBN-13: 978-3426276037Sprache: Deutsch

Digitale Demenz

Wie wir uns und unsere Kinder um den Verstand bringen
Autor:
Manfred Spitzer
Inhalt:
Digitale Medien nehmen uns geistige Arbeit ab. Was wir früher einfach mit dem Kopf gemacht haben, wird heute von Computern, Smartphones, Organizern und Navis erledigt. Das birgt immense Gefahren, so der renommierte Gehirnforscher Manfred Spitzer. Die von ihm diskutierten Forschungsergebnisse sind alarmierend: Digitale Medien machen süchtig. Sie schaden langfristig dem Körper und vor allem dem Geist. Wenn wir unsere Hirnarbeit auslagern, lässt das Gedächtnis nach. Nervenzellen sterben ab, und nachwachsende Zellen überleben nicht, weil sie nicht gebraucht werden. Bei Kindern und Jugendlichen wird durch Bildschirmmedien die Lernfähigkeit drastisch vermindert. Die Folgen sind Lese- und Aufmerksamkeitsstörungen, Ängste und Abstumpfung, Schlafstörungen und Depressionen, Übergewicht, Gewaltbereitschaft und sozialer Abstieg. Spitzer zeigt die besorgniserregende Entwicklung und plädiert vor allem bei Kindern für Konsumbeschränkung, um der digitalen Demenz entgegenzuwirken.
2015Seitenanzahl: 384 Veröffentlicht am: 01.03.2015 ISBN-13: 978-3-426-27656-3

Digital Junkies

Internetabhängigkeit und ihre Folgen für uns und unsere Kinder
Autor:
Bert te Wildt
Inhalt:
Internetabhängige vernachlässigen ihre Ernährung und Gesundheit, haben soziale Probleme, sind nicht mehr in der Lage, in Schule, Ausbildung und Beruf Leistungen zu erbringen, leiden häufig unter Depressionen. Der Autor, Oberarzt an einer Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie, sieht darin eine persönlichkeitszerstörende Sucht, die völlig unterschätzt wird und deshalb noch nicht als Krankheit anerkannt ist. Er berichtet über seine eigenen Erfahrungen aus der Praxis, über wissenschaftliche Studien, stellt Präventionsmaßnahmen und Behand-lungsmethoden vor.