diagnose funk

WLAN an allen Schulen - ohne Prüfung der Risiken!

Warum wir unsere Kinder schützen sollten
Mit der sogenannten "Digitalen Bildung" und der Anschubfinanzierung von 5 Milliarden Euro für TabletPCs und WLAN an Schulen wird eine neue Stufe der Verstrahlung der Kinder eingeleitet. diagnose:funk hat Ende Oktober bei Frau Wanka angefragt, ob die Gesundheitsrisiken durch die nicht-ionisierende Strahlung geprüft worden seien. Bisher bekamen wir keine Antwort. Die Mehrzahl der Arbeitskreise beim Wankas IT-Gipfel zur "Digitalen Bildung" in Saarbrücken im November wurde von Vertretern der Industrie geleitet. Wie Wankas Antwort ausfallen wird, können wir uns deshalb denken: die Grenzwerte würden eingehalten.

Nun liegen weit über 50 Forschungen zu WLAN vor, die Schädigungen weit unter den Grenzwerten nachweisen. Dazu hat diagnose:funk eine Studienrecherche vorgelegt, deren Stichhaltigkeit jeder in der Datenbank www.emf-portal.de (WHO-Referenzdatenbank) überprüfen kann. Dort können deutsche Zusammenfassungen der Studienergebnisse nachgeschlagen werden.

Kabellosigkeit bedingt WLAN, eine gepulste und polarisierte Mikrowellenfrequenz (2.450 MHz). Die Strahlenbelastung mit Tablets im Unterricht wird hoch sein, im Schnitt liegt diese bei 10.000 bis 30.000 µW/m2, durch WLAN-Access Points und die Endgeräte. Im Nahfeld der Geräte können es auch bis zu 200.000 µW/m² und mehr sein. Umweltorganisationen wie der BUND fordern einen Grenzwert von 100 µW/m² und einen Vorsorgewert von 1 µW/m² bei Dauerbelastung.

Bis dato galten deshalb Empfehlungen u.a. des Umweltbundesamtes, WLAN zu vermeiden und der Verkabelung den Vorrang zu geben: "WLAN-Access-Points, WLAN-Router und Basisstationen von Schnurlostelefonen kommen am besten in den Flur oder einen anderen Raum, in dem man sich nicht dauernd aufhält. Schlaf- und Kinderzimmer sind dagegen nicht geeignet. WLAN-Router lassen sich abschalten, wenn man sie nicht benutzt." Klassenzimmer sind Kinderzimmer. Der Umweltausschuss des Europarates forderte 2011 ein Verbot von WLAN in Schulen. In Frankreich (Verbot in Kindergrippen) und Israel (Verbot an KiTas & Vorschulen) wurde gehandelt. Aus gutem Grund. Forschungsergebnisse bei Normalbelastung, weit unter den Grenzwerten, rechtfertigen dies:

  • Der Strahlentelex / Elektrosmogreport schreibt zu WLAN: „Die nicht-thermische Strahlung kann bei langanhaltender Einwirkung zu Beeinträchtigungen in der Entwicklung des Gehirns, DNA-Brüchen und anderen schädlichen Veränderungen führen, das haben Tierversuche ergeben. Beim Menschen wurden durch Mobilfunkstrahlung Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Hautveränderungen und andere Symptome beobachtet und Krebserkrankungen können nicht ausgeschlossen werden.“  (5/2013)
  • Im bisher größten Review mit dem Titel "Oxidative Mechanismen der biologischen Aktivität bei schwachen hochfrequenten Feldern" haben Yakymenko et al. (2015) 100 Studien aller Mobilfunk-Frequenzbereiche ausgewertet. Davon weisen 93 (!) eine EMF (elektromagnetische Felder) bedingte Überproduktion von reaktiven Sauerstoffspezies nach. Die Forschergruppe schreibt: „Schlussfolgernd zeigt unsere Analyse, dass Hochfrequenz­strahlung niedriger Intensität ein starker oxidativer Wirkungsfaktor für lebende Zellen ist, mit einem hohen krankheitserregenden Potenzial.“
  • Einen weiteren Schädigungsmechanismus beschreibt eine Studie in den Scientific Reports, herausge­geben von Nature: "Polarization: a key difference between man-made and natural electromagnetic fields, in regard to biological activity " (Oktober 2015). Die Polarisation, also die feste Schwingungsrichtung des elektrischen Feldvektors der Welle, sei ein entscheidender Faktor für das Verständnis von negativen biologischen Effekten von EMF niedriger (!) Intensität. Der Physiker Dr. Klaus Scheler hat in der umg-Beilage 3/2016 diese Studie allgemeinverständlich dargestellt. Zwei bemerkenswerte Erkenntnisse stellt Scheler dar. Bereits bei einer Leistungsflussdichte von ca. 0,0027 μW/m² können biologisch relevante Änderungen der Ladungsdichte an der Zellmembran und daher störende Reaktionen in der Zelle verursacht werden. Die Tabelle zeigt, dass die WLAN-Frequenz bei einer "niedrigen" Strahlungsbelastung von 8000 µWatt/m² bereits nach 4,8 Minuten Einwirkung zu irregulären Reaktionen in der Zelle führen kann (s. Tabelle aus Scheler 2016).
  • Im Springer Reference-Book wird im WLAN-Review  "Effects of Cellular Phone- and Wi-Fi-Induced Electromagnetic Radiation on Oxidative Stress and Molecular Path­ways in Brain" (Naziroglu/Akman 2014) darauf hingewiesen, dass die Strahlung weit unterhalb der Grenzwerte gesundheits­schädlich ist.
  • Bereits 2011 legte das ECOLOG-Institut eine Metastudie zur Spermienschädigung vor. Laptops sollten deshalb nicht auf dem Schoß und Handys nicht in der Hosentasche benutzt werden. Auf fast keinem Gebiet ist inzwischen die Studienlage so umfangreich und eindeutig wie zur Schädigung der Reproduktionsorgane (Hoden, Spermien, Eierstöcke, Embryo). 130 Studien (Stand Februar 2016) liegen vor: 57 zu den männlichen Organen, 73 zu den weiblichen. 13 systematische Überblicksstudien (Reviews) kommen zu dem Schluss, dass ein hohes Gefährdungspotential vorliegt. diagnose:funk hat dies in dem 24-seitigen Brennpunkt "Smartphones&Tablets schädigen Hoden, Spermien und Embryos" (2016) dokumentiert.

Dies sind "nur" die Studienergebnisse zur WLAN-Frequenz. Dazu kommen noch die vielen Studien, die im Tierversuch Kognitions- und Verhaltensstörungen nachweisen, und nicht zuletzt die Bestätigung des Krebsrisikos. Neueste Forschungs­ergebnisse, z.B. über die Handynutzung von mehr als 10 Jahren bei Vieltelefonierern zeigen ein bis zu 5-fach erhöhtes Krebsrisiko. Die WHO hat die Handy-Strahlung 2011 als möglicherweise Krebs erregend eingestuft, zwei großangelegte Studien der US-Regierung, die NTP-Studie und die Studie der österreichischen AUVA-Versicherung haben die Krebsgefahr 2016 bestätigt, eine Studie des Bundesamtes für Strahlenschutz sieht die krebspromo­vie­rende Wirkung als gesichert (!) an.

Die Hersteller kennen die Risiken: Für Smartphones wird in Gebrauchsanweisungen empfohlen, sie nur mit Abstand vom Körper zu nutzen. Die US-Federal Communications Commission empfiehlt bei Laptops (Tablets) einen Abstand von 20 cm. Ist dies praktikabel? Kann dies bei den Schülern abgesichert werde? Wohl nicht, es ist eine juristische Absicherung für mögliche Folgeschäden.

Publikation zum Thema

Beilage zum Diagnose-Funk Ratgeber 3: Vorsicht WLAN!Format: A5Seitenanzahl: 8 Veröffentlicht am: 15.04.2015

Studienrecherche 2015 zu Funkfrequenz WLAN / WiFi

(2450 MHz)
Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
In dieser Beilage zum Ratgeber "Vorsicht WLAN!" sind 52 Studien dokumentiert, die bei der Frequenz 2450 MHz (WLAN, WiFi) biologische Effekte zeigen. Summarys dieser Studien können auf www.emf-portal.de (Referenzdatenbank WHO & deutsche Bundesregierung) abgerufen werden (Stand April 2015).
3. überarbeitete und aktualisierte Auflage Format: A5Seitenanzahl: 56, farbig, incl. 8-seitiger Beilage Studienrecherche WLAN Veröffentlicht am: 16.03.2016 Bestellnr.: 103Sprache: Deutsch

Vorsicht WLAN!

Risiken und Alternativen beim Einsatz von WLAN in Schulen, am Arbeitsplatz und Zuhause.
Autor:
diagnose:funk | Dr. K. Scheler, Dipl.-Ing. (FH) G. Krause
Inhalt:
Dieser Ratgeber zeigt auf, dass die gesundheitlichen Gefahren insbesondere für Kinder und Jugendliche durch die zunehmende Funkstrahlung erheblich sind; dass es begehbare Wege für Schulen gibt, die Risiken durch WLAN-Strahlung abzusenken; welche Möglichkeiten Schulen haben, ihre Schüler, ihre Lehrer und andere Mitarbeiter vor WLAN-Strahlung weitestgehend zu schützen; durch welche Maßnahmen jeder seine persönliche Strahlenbelastung durch WLAN minimieren kann; dass es eine technisch viel leistungsfähigere Alternative zu heutigem WLAN gibt. Die Autoren, verfügen über langjährige berufliche Erfahrung mit dem Aufbau von Kommunikationsnetzen, mit der Problematik von Strahlung und Gesundheit und mit der Situation an Schulen.
Artikel veröffentlicht:
16.11.2016
Autor:
diagnose:funk

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