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Forsa-
Umfrage
für LfM-NRW

Ethik im Netz: 91% konfrontiert mit Hate Speech

Forsa-Umfrage zeigt gesamtgesellschaftliches Problem
Der Hass im Netz ist zum gesamtgesellschaftlichen Problem geworden: 91 % der 14- bis 24-Jährigen sahen sich bereits mit Hate Speech konfrontiert.

Das Internet ist längst zu einer der wichtigsten Quellen für die Meinungsbildung geworden. Gegenwärtig ist allerdings zu beobachten, dass sich im Netz zunehmend Hetze und Diskriminierung verbreiten.

Eine aktuelle Forsa-Umfrage (Anm: siehe Downloads), die von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) in Auftrag gegeben wurde, zeigt nun die große Tragweite, die Hasskommentare im Netz mittlerweile aufweisen.

So geben rund zwei Drittel aller befragten Personen an, bereits mit Hassbotschaften in sozialen Netzwerken, Internetforen oder Blogs konfrontiert worden zu sein. In der Altersgruppe der 14- bis 24-Jährigen haben sogar 91 Prozent schon Erfahrungen mit Hass im Netz gemacht.

Hate Speech ist damit zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem geworden. Und das, obwohl die Gruppe derjenigen, die im Netz bereits schon hasserfüllte Kommentare geschrieben hat, laut den Umfragedaten lediglich ein Prozent umfasst.

Deutliche Unterschiede zeigen sich dabei, wie Menschen mit Hate Speech umgehen. Rund die Hälfte der befragten Personen gibt an, Hassbotschaften einfach zu ignorieren. Ein Drittel hat sich nach eigener Auskunft schon näher mit einem Hasskommentar beschäftigt, hat ihn gelesen, sich etwa das Profil des Verfassers angesehen oder mit anderen darüber gesprochen. Gemeldet haben einen Hasskommentar bei den entsprechenden Portalen 20 Prozent der Befragten.

In einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage wurden im Juni 2016 insgesamt 2.044 Bundesbürger ab 14 Jahren online befragt.

Ethik im Netz: HateSpeech

Eine FORSA-Umfrage (siehe Downloads) im Auftrag der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM)

Zielgruppe: Deutschsprachige private Internetnutzer ab 14 Jahren in Deutschland
Stichprobengröße: 2.044 Befragte
Befragungsmethode: Online-Befragung anhand eines strukturierten Fragebogens
Befragungszeitraum: 3. bis 15. Juni 2016
Gewichtung: nach Region, Alter und Geschlecht

Veranstaltungshinweis

Um ausführlich über die gesellschaftlichen Folgen von Hate Speech und entsprechende Gegenstrategien zu diskutieren, stellt die LfM ihre diesjährige Medienversammlung unter das Thema „Von Meinungsmachern und Meinungsmacht im Internet – Welche digitale Ethik brauchen Mensch und Maschine?“.

Neben Hate Speech wird am 28.06. im Kölner KOMED der Einfluss von Algorithmen problematisiert, die diese auf die Informationssuche und die Meinungsbildung von Personen haben können.

Mit interessierten Bürgern diskutieren als Gäste unter anderem
Sabine Frank (Stellvertretende Vorstandsvorsitzende, Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) und Leiterin Jugendschutz und Medienkompetenz, Google Germany GmbH)
Prof. Dr. Petra Grimm (Leiterin des Instituts für Digitale Ethik (IDE), Hochschule der Medien Stuttgart)
Dr. Niklas Haberkamm LL.M. oec. (Medienrechtsexperte, Kanzlei Lampmann, Haberkamm & Rosenbaum Rechtsanwälte, Köln)
Pascal Jürgens M.A. (Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Publizistik, Universität Mainz)
Dr. Jürgen Brautmeier (Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (LfM))
Prof. Dr. Werner Schwaderlapp (Vorsitzender der LfM-Medienkommission)

Welche digitale Ethik brauchen Mensch und Maschine?

Unser Alltag ist zunehmend ein digitaler Alltag. Google, Facebook & Co. und deren Algorithmen bestimmen in hohem Maße, welche Informationen wir erhalten. Doch wer steuert diese Prozesse? Neutrale Algorithmen oder der Mensch, der sie programmiert?

Auch der einzelne Nutzer hat durch Social Media mitunter enormen Einfluss auf die gesellschaftliche Meinungsbildung - im Positiven wie im Negativen. Ein eindringliches Beispiel dafür: Hate Speech.

Müssen wir diese Macht von Algorithmen und Verfassern von Hassbotschaften im Netz regeln? Und wenn ja, wie? Die Antwort darauf lautet oft: Wir brauchen eine digitale Ethik. Aber kann Ethik all das leisten? Wer trägt die Verantwortung für ein respektvolles Miteinander im Netz? Unternehmen? Medienregulierung und Politik? Oder was kann der Einzelne tun?

Antworten wollen wir gemeinsam mit Ihnen und Expertinnen und Experten diskutieren. Wir laden Sie herzlich zur LfM-Medienversammlung am 28. Juni 2016 in Köln ein.
Wir freuen uns, wenn wir Sie bei der Veranstaltung begrüßen dürfen.

Programm

Die Teilnahme ist kostenlos. Hier gelangen Sie zur Anmeldung.

Veranstaltungsort: KOMED, Im Mediapark 7, 50670 Köln

Ansprechpartnerin: Ella Visser
Telefon 0211/ 77 007-115
E-Mail tagung@lfm-nrw.de  

Artikel veröffentlicht:
24.06.2016
Autor:
Pressemitteilung der 'Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen' (LfM)
Quelle:
http://www.lfm-nrw.de/

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