Fokus statt Ablenkung: Ende des iPad-Zwangs an Bayerns Schulen
Zur Petition: Fokus statt Ablenkung: Ende des iPad-Zwangs an Bayerns Schulen - Online-Petition
Petitionstext
Der Bayerische Landtag und das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus werden aufgefordert, den verpflichtenden Einsatz von Multimedia-Tablets (iPads) an bayerischen Schulen zu beenden, Eltern eine echte Wahlfreiheit zwischen analogen und digitalen Lehrmitteln zu garantieren und als digitalen Mittelweg ausschließlich ablenkungsfreie, augenschonende E-Book-Reader (E-Ink-Technologie) für digitale Schulbücher zuzulassen.
Begründung
Liebe Eltern, Erziehungsberechtigte und Interessierte in Bayern,
die flächendeckende Einführung von iPads an bayerischen Schulen erweist sich im Alltag zunehmend als Belastung für die Konzentration, die Gesundheit und den schulischen Erfolg unserer Kinder. Was als moderne Bildungsinitiative gestartet ist, führt in der Praxis zu einer unkontrollierbaren Reizüberflutung. Wir fordern eine grundlegende Kehrtwende in der bayerischen Schulpolitik: Weg vom ablenkenden Multimedia-Tablet, hin zu fokussierten Lernmedien.
Warum iPads im Unterricht scheitern und schaden:
- Dauerhafte Ablenkung und unkontrollierbare Hausaufgaben: iPads sind als Entertainment-Geräte konzipiert. Trotz schulinterner Filter und Mobile-Device-Management (MDM) gelingt es Schülern im Unterricht fortlaufend, Sperren zu umgehen, um heimlich Spiele zu spielen, Social-Media-Kanäle aufzurufen oder private Chats zu führen. Lehrkräfte müssen wertvolle Unterrichtszeit für die digitale Überwachung aufwenden, statt zu unterrichten.
- Zudem verlagert sich dieses Problem massiv in den Nachmittag: Da die Geräte für die Hausaufgaben genutzt werden müssen, verschwimmt die Grenze zwischen Lernen und Freizeit vollständig. Insbesondere für berufstätige Eltern ist eine verlässliche Hausaufgabenkontrolle schlicht unmöglich geworden. Es lässt sich am Bildschirm nicht mehr auf einen Blick erkennen, ob das Kind konzentriert an den Schulaufgaben arbeitet oder parallel chattet, streamt und spielt. Eltern werden so ungewollt in die Rolle von permanenten IT-Kontrolleuren gedrängt, was den Familienfrieden nach Feierabend massiv belastet.
- Wissenschaftlich bewiesene Qualitätsverluste beim Lernen: Die internationale Bildungsforschung warnt eindringlich vor den Folgen reiner Bildschirmnutzung. Die renommierte Stavanger-Erklärung zur Zukunft des Lesens belegt, dass komplexe Sachtexte auf LCD-Bildschirmen nachweislich schlechter verstanden und seltener erinnert werden als auf Papier. Auch der Augsburger Bildungsforscher Prof. Dr. Klaus Zierer weißt anhand empirischer Daten nach, dass der ungesteuerte Tablet-Einsatz zu messbaren Leistungseinbrüchen führt und plädiert für strenge Beschränkungen.
- Gesundheitliche Risiken: Das stundenlange Starren auf aktiv leuchtende LCD-Displays führt bei Kindern und Jugendlichen zu digitaler Augenermüdung, Konzentrationsstörungen, Kopfschmerzen und – bedingt durch den hohen Blaulichtanteil – zu massiven Schlafstörungen.
Der internationale Umschwung: Vorreiterstaaten lenken ein
Während Bayern am starren Tablet-Zwang festhält, korrigieren europäische Digitalisierungspioniere ihre Strategie bereits grundlegend:
- Schweden: Die schwedische Regierung hat nach drastisch sinkenden Lesekompetenzen in den nationalen Studien eine radikale Kehrtwende vollzogen. Sie investiert Millionen, um Tablets aus den Klassenzimmern zu verbannen und vollständig zum gedruckten Buch zurückzukehren.
- Dänemark: Die dänische Schulbehörde entschuldigte sich offiziell für die unkritische, flächendeckende Digitalisierung und hat strenge Richtlinien zur drastischen Reduzierung von Bildschirmzeiten im Unterricht erlassen.
Unser Lösungsvorschlag: E-Book-Reader als sicherer Mittelweg
Wir verschließen uns nicht dem digitalen Fortschritt. Um schwere Schultaschen zu vermeiden, kann der Einsatz von dedizierten E-Book-Readern (E-Ink-Display) als Kompromiss dienen.
- Hardware-seitiges Verbot von Spielen: E-Ink-Displays besitzen extrem träge Bildwiederholraten. Das Abspielen von flüssigen Videospielen, TikTok-Videos oder YouTube-Inhalten ist technisch auf Hardware-Ebene unmöglich.
- Kein Social-Media-Zugang: Reine E-Reader verfügen über geschlossene, minimalistische Betriebssysteme. Sie unterstützen keine Apps für Social-Media-Plattformen und dienen rein dem Anzeigen von Texten und PDFs.
- Wie echtes Papier: Die Displays spiegeln nicht, leuchten nicht aktiv ins Auge und schonen die Netzhaut der Kinder. Zudem hält der Akku wochenlang.
Unsere konkreten Forderungen an den Bayerischen Landtag:
- Abschaffung der iPad / Tablets: Rückführung auf analoge Medien, ggf. ergänzt durch Tabletwägen zum dedizierten Einsatz im Unterricht in ausgewählten Fächern wie Informatik.
- Bereitstellung für E-Ink-Systeme: Der Freistaat Bayern muss digitale Schulbuchlizenzen so regulieren und bereitstellen, dass diese plattformunabhängig und fehlerfrei auf ablenkungsfreien E-Book-Readern genutzt werden können.
Bitte unterstützen Sie diese Petition für die mentale Gesundheit, den Fokus und den echten Lernerfolg unserer Kinder in Bayern!
Quellenhinweise für die Plattform:
[1] Stavanger-Erklärung [https://www.stavangerdeclaration.org/wp-content/uploads/2019/01/StavangerDeclaration.pdf]
[2] Prof. Dr. Klaus Zierer, Universität Augsburg (Studien zur Effektivität digitaler Medien im Unterricht) [https://deutsches-schulportal.de/meinung/klaus-zierer-warum-schulen-jetzt-vier-verbote-brauchen/]
[3] Beschluss des schwedischen Ministeriums zur Wiedereinführung von Lehrbüchern [https://www.bbc.com/news/articles/cly0vk77vdko]
Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Elisabeth Soldner, Brannenburg