Die Fachzeitschrift Frontiers in Public Health veröffentlichte peer-reviewed den Fallbericht von David Ashton über Elektrohypersensibilität:
2007 begannen die Symptome von David Ashton mit Kopfschmerzen, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Später kamen weitere Symptome wie Schlaflosigkeit hinzu. In den ersten Krankheitsjahren nahm er als Reaktion auf die Symptome viele Schmerzmittel ein. Daraufhin hoffte er, über die nationale Gesundheitsversorgung (NHS, National Health Service) Hilfe zu erhalten, vergeblich. Medikamente (Antidepressiva, Antikonvulsiva und Präparate gegen Schwindel) verschlimmerten seinen Zustand, Behandlungen bei einem kognitiven Verhaltenstherapeuten und Psychologen brachten keine Besserung. Drei Jahre beanspruchte er die nationale Krankenversorgung, drei Jahre wurde er von Arzt zu Arzt überwiesen, ohne eine Diagnose oder Besserung zu erreichen.
Danach wandte er sich der alternativen Medizin zu, erhielt aber auch dort keinen Hinweis zu den Risiken von EMF. Das Internet gab den ersten Tipp. Zögerliche EMF-Reduzierungen brachten noch nicht die Wende, weshalb er diese Theorie zuerst verwarf. Der Zufall half dann weiter: David Ashton begann eine Elektrotherapie. Diese Behandlung vertrug er anfangs gut, im Laufe der Sitzungen reagierte er aber immer empfindlicher darauf, bis sie sehr schmerzhaft wurde. Sein Zustand verschlechterte sich. Diese Erfahrungen waren der Auslöser, sich nochmals mit EMFs zu befassen.
Mit mehreren Messgeräten konnte er klären, dass er EMFs durch WLAN, DECT-Schnurlostelefon, Mobilfunkstrahlung aus benachbarten Grundstücken, Stromzähler und Mobilfunkantennen von einem Wohnblock ausgesetzt ist. In Folge reduzierte David Ashton seine Exposition gegenüber EMF und hält seit zehn Jahren an diesem Zustand fest. An öffentlichen Orten mit relativ hohen EMF-Werten kann er sich aufhalten, aber er beschränkt seine Zeit dort.
EHS – eine Einbildung?
Von offizieller Stelle wird Elektrohypersensibilität als Nocebo-Effekt oder Fehlattributation dargestellt. Anhand dieser Fallstudie kann das widerlegt werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bewertet EHS als Nocebo-Effekt: https://www.bfs.de/DE/themen/emf/nff/wirkung/nff-diskutiert/nff-diskutiert.html (Feld neben „Elektrosensibilität“ öffnen). Bei einem Nocebo-Effekt besteht zuerst die Sorge vor möglichen gesundheitlichen Auswirkungen, während sich die Symptome durch die Besorgnis danach zeigen. Herr Ashton war bereits Jahre krank, bevor er Bedenken gegenüber EMFs hatte. Das BfS beschreibt in „Negative Effekte ohne Wirkstoff: Der Nocebo-Effekt“, Christoph Böhmert, BfS, 2019, S. 57(7) das Phänomen der Attribution bzw. Fehlattribution.
Wenn eine Fehlattribution vorliegen würde, müssten die Symptome nach Reduzierung der EMFs weiter anhalten. Im Fall Ashton wird nicht über ein Anhalten der Erkrankung berichtet.
Ein weiterer Argumentationsweg wäre, dass die Verbesserung durch die EMF-Reduzierung auf einem Placebo-Effekt beruht. Dem kann entgegnet werden, dass dann der Placebo-Effekt bereits bei den vielen vorausgegangenen Behandlungen hätte auftreten können. Er war bereit, die unterschiedlichen Behandlungsversuche des National Health Service mitzutragen:
- Behandlung mit Antidepressiva
- Behandlung mit Antikonvulsiva
- Behandlung mit Präparaten gegen Schwindel
- Kognitive Verhaltenstherapie
- Psychologische Behandlung
Alle halfen nicht, ein Teil führte zur Verstärkung des Leidens. Auch selbstorganisierte Behandlungen waren wirkungslos. Für David Ashton war lehrreich, dass er schnell und deutlich negativ auf die Elektrotherapie reagierte. Daraus konnte er klare Schlüsse auf den Verursacher EMF ziehen. Beim Fall David Ashton ist von einer Erkrankung durch den Umweltfaktor EMF auszugehen.






