Krank durch Funk - Eine persönliche Fallstudie aus England

Er war gesund und aktiv und arbeitete in der Technologiebranche. Innerhalb von fünf Jahren wurde er durch elektromagnetische Felder zu einem arbeitsunfähig kranken Mann. David Ashton nutzte sorglos sein Mobiltelefon und schnurloses Festnetztelefon, unterzog sich dann während einer längeren Krankheitszeit mehreren Behandlungsversuchen, erduldete Fehlbehandlungen und stieß durch Zufall auf die Krankheitsursache elektromagnetische Felder (EMF).
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Die Fachzeitschrift Frontiers in Public Health veröffentlichte peer-reviewed den Fallbericht von David Ashton über Elektrohypersensibilität:

 

Ashton D (2025) Self-diagnosing electromagnetic hypersensitivity—A case study. Front. Public Health 13:1535513. doi: 10.3389/fpubh.2025.1535513.

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2007 begannen die Symptome von David Ashton mit Kopfschmerzen, Schwindel und Gleichgewichtsstörungen. Später kamen weitere Symptome wie Schlaflosigkeit hinzu. In den ersten Krankheitsjahren nahm er als Reaktion auf die Symptome viele Schmerzmittel ein. Daraufhin hoffte er, über die nationale Gesundheitsversorgung (NHS, National Health Service) Hilfe zu erhalten, vergeblich. Medikamente (Antidepressiva, Antikonvulsiva und Präparate gegen Schwindel) verschlimmerten seinen Zustand, Behandlungen bei einem kognitiven Verhaltenstherapeuten und Psychologen brachten keine Besserung. Drei Jahre beanspruchte er die nationale Krankenversorgung, drei Jahre wurde er von Arzt zu Arzt überwiesen, ohne eine Diagnose oder Besserung zu erreichen.

Danach wandte er sich der alternativen Medizin zu, erhielt aber auch dort keinen Hinweis zu den Risiken von EMF. Das Internet gab den ersten Tipp. Zögerliche EMF-Reduzierungen brachten noch nicht die Wende, weshalb er diese Theorie zuerst verwarf. Der Zufall half dann weiter: David Ashton begann eine Elektrotherapie. Diese Behandlung vertrug er anfangs gut, im Laufe der Sitzungen reagierte er aber immer empfindlicher darauf, bis sie sehr schmerzhaft wurde. Sein Zustand verschlechterte sich. Diese Erfahrungen waren der Auslöser, sich nochmals mit EMFs zu befassen.

Mit mehreren Messgeräten konnte er klären, dass er EMFs durch WLAN, DECT-Schnurlostelefon, Mobilfunkstrahlung aus benachbarten Grundstücken, Stromzähler und Mobilfunkantennen von einem Wohnblock ausgesetzt ist. In Folge reduzierte David Ashton seine Exposition gegenüber EMF und hält seit zehn Jahren an diesem Zustand fest. An öffentlichen Orten mit relativ hohen EMF-Werten kann er sich aufhalten, aber er beschränkt seine Zeit dort.

EHS – eine Einbildung?

Von offizieller Stelle wird Elektrohypersensibilität als Nocebo-Effekt oder Fehlattributation dargestellt. Anhand dieser Fallstudie kann das widerlegt werden. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) bewertet EHS als Nocebo-Effekt: https://www.bfs.de/DE/themen/emf/nff/wirkung/nff-diskutiert/nff-diskutiert.html (Feld neben „Elektrosensibilität“ öffnen). Bei einem Nocebo-Effekt besteht zuerst die Sorge vor möglichen gesundheitlichen Auswirkungen, während sich die Symptome durch die Besorgnis danach zeigen. Herr Ashton war bereits Jahre krank, bevor er Bedenken gegenüber EMFs hatte. Das BfS beschreibt in „Negative Effekte ohne Wirkstoff: Der Nocebo-Effekt“, Christoph Böhmert, BfS, 2019, S. 57(7) das Phänomen der Attribution bzw. Fehlattribution.

Wenn eine Fehlattribution vorliegen würde, müssten die Symptome nach Reduzierung der EMFs weiter anhalten. Im Fall Ashton wird nicht über ein Anhalten der Erkrankung berichtet.

Ein weiterer Argumentationsweg wäre, dass die Verbesserung durch die EMF-Reduzierung auf einem Placebo-Effekt beruht.  Dem kann entgegnet werden, dass dann der Placebo-Effekt bereits bei den vielen vorausgegangenen Behandlungen hätte auftreten können. Er war bereit, die unterschiedlichen Behandlungsversuche des National Health Service mitzutragen:

  • Behandlung mit Antidepressiva
  • Behandlung mit Antikonvulsiva
  • Behandlung mit Präparaten gegen Schwindel
  • Kognitive Verhaltenstherapie
  • Psychologische Behandlung

Alle halfen nicht, ein Teil führte zur Verstärkung des Leidens. Auch selbstorganisierte Behandlungen waren wirkungslos. Für David Ashton war lehrreich, dass er schnell und deutlich negativ auf die Elektrotherapie reagierte. Daraus konnte er klare Schlüsse auf den Verursacher EMF ziehen. Beim Fall David Ashton ist von einer Erkrankung durch den Umweltfaktor EMF auszugehen.

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Hilfe für Menschen mit Elektrohypersensibilität von diagnose:funk

Sprechstunde Elektrohypersensibilität jeden Mittwoch 10:00 - 12:00 Uhr, am Telefon berät Sie Renate Haidlauf: 0711 - 250 869 8

Unsere Homepage zu Elektrohypersensibilität: www.diagnose-ehs.org

Fachartikel zur Weitergabe an Mediziner:

Peter Hensinger, Bernd I. Budzinski (umwelt-medizin-gesellschaft 2/2024):

Warum Elektrohypersensibilität (EHS) eine biologisch erwartbare Reaktion auf eine schädliche Strahlung ist

Why electrohypersensitivity (EHS) is a biologically expected reaction to harmful radiation

 

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Ärztennetzwerk Elektrohypersensibilität

Dort finden Sie die Liste von derzeit 96 Ärztinnen und Ärzte, die Menschen mit EHS beraten und behandeln:

https://diagnose-ehs.org/behandlung/arztenetz/

Lesen Sie dazu auch:

Ein Fallbericht/Universität Sorbonne: Elektrohypersensibilität (EHS) korreliert mit der Immunreaktivität auf oxidativen Stress. Internationale Studie identifiziert eine Ursache von EHS

Über die Ursachen von Elektrohypersensibilität (EHS), einer besonderen Empfindlichkeit gegenüber nicht-ionisierender Strahlung, gibt es verschiedene Hypothesen. Die neue Studie von Thoradit et al. (2024) kommt zu dem Ergebnis, dass EHS mit einem geschwächten Immunsystem und oxidativem Zellstress zusammenhängt.

Publikation zum Thema

Buch Titelbild diagnose:funk
Preis: 16,90 EuroFormat: A5Seitenanzahl: 368 Veröffentlicht am: 01.11.2022 Bestellnr.: 905ISBN-13: 978-3982058528Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Die unerlaubte Krankheit.

Wenn Funk das Leben beeinträchtigt.
Autor:
Renate Haidlauf
Inhalt:
Mindestens zwei Prozent der Bevölkerung in Deutschland sind elektrohypersensibel – durch Funk erkrankt. Das entspricht über 1,2 Millionen Erwachsenen. In diesem Buch berichten 50 Betroffene, wie sie auf Funk reagieren und welche Konsequenzen das hat für ihre Familien, ihr Wohnumfeld, den Beruf und ihr ganzes Leben. „Unerlaubte Krankheiten“ ziehen sich durch die Geschichte des Industriezeitalters. Menschen erkrankten durch Asbest, fast hundert Jahre lang verschloss man die Augen davor. Es durfte nicht sein, weil es ein lukratives Produkt infrage stellen würde. So ging es im Bergbau mit PCB-verseuchten Ölen, mit giftigen Stäuben und Dämpfen im Druckgewerbe, mit der Strahlung von militärischen Radaranlagen, die bei Soldaten Krebs verursachte. Man erkannte die Zusammenhänge mit den gefährlichen Stoffen nicht an, in jahrzehntelangen Gerichtsverfahren wurden die Betroffenen zermürbt, in den wenigsten Fällen erhielten sie eine Abfindung. In den letzten Jahren hat sich der Anteil der Menschen mit Kopfschmerzen und Schlafschwierigkeiten enorm erhöht. Sie suchen ärztlichen Rat, doch man findet keine Ursachen. Parallel dazu stieg auch die Funkbelastung durch WLAN, Sendemasten, Bluetooth etc. Solange Schmerzgeplagte und Schlaflose noch keinen Zusammenhang mit Funk erkennen, ist ihr Kranksein „erlaubt“. Stellen sie jedoch fest, dass ihre Beschwerden nachlassen, wenn sie WLAN und Co. vermeiden, dann wird ihr Urteilsvermögen schnell angezweifelt.
diagnose:funk
Oktober 2023Format: DIN LangSeitenanzahl: 8 Veröffentlicht am: 06.11.2023 Bestellnr.: 320Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Diagnose Elektrohypersensibilität


Inhalt:
Dieser Flyer weist Menschen darauf hin, dass man durch die Belastung durch elektromagnetische Felder (EMF) erkranken kann. Es ist davon auszugehen, dass viele Menschen durch EMF erkrankt sind, ohne es zu wissen. Unser neuer Flyer ermöglicht es Menschen, die z.B. von Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Erschöpfung geplagt sind, einen möglichen Zusammenhang mit Mobilfunk zu erkennen und zu überprüfen. Der Flyer erklärt leicht verständlich das Entstehen von Elektrohypersensibilität. Damit gibt der Flyer erste Hilfestellung zum Umgang mit EHS und verweist auf Infos, in denen zusätzliche Informationen erhältlich sind. Mit dem Flyer wird aber nicht nur auf ein Problem hingewiesen, sondern es werden auch Lösungswege aufgezeigt.
diagnose:funk
Stand: 08.10.2024Format: A4Seitenanzahl: 23 Veröffentlicht am: 14.06.2024 Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Überblick Nr. 5: Gibt es Elektrohypersensibilität?


Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Überblick Nr. 5 nimmt zu der Debatte, ob die Strahlung zur Krankheit Elektrohypersensibilität (EHS) führen kann, Stellung und dokumentiert die medizinischen Erkenntnisse. Warum die Mobilfunkindustrie diese Krankheit zur Einbildung erklärt, ist nachvollziehbar. Für sie ist es geschäftsschädigend, wenn ihre Produkte mit Krankheitsfolgen in Verbindung gebracht werden. Doch auch die für den Gesundheits- und Strahlenschutz zuständigen Behörden verbreiten, EHS sei eine psychische, angstbesetzte Reaktion. Sie bestreiten Zusammenhänge mit der Strahlenbelastung und behaupten, es gäbe keinen kausalen Ursache-Wirkungsmechanismus. Mit vorliegenden Beweisen für diesen Zusammenhang und mit der Forderung nach der Kausalität als Voraussetzung für die Anerkennung einer Krankheit setzt sich dieser Artikel auseinander und auch damit, warum Menschen mit Elektrohypersensibilität diskriminiert werden.
Format: A 4Seitenanzahl: 20 Veröffentlicht am: 01.02.2012 Bestellnr.: 215Sprache: Deutsch

Elektrohypersensibilität - Tatsache oder Einbildung?

Ein Forschungsüberblick von Genuis/Lipp
Inhalt:
Ein Forschungsüberblick der kanadischen Umweltmediziner Genuis/Lipp über die Ursachen von Elektrohypersensibilität. Als Download finden Sie den Brennpunkt mit einem Vorwort zur Studie. Der komplette Brennpunkt mit der dt. Übersetzung des Forschungsüberblicks ist beim diagnose:funk - Versand bestellbar.
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