Programmbeschwerde zur Sendung „MAITHINK X – Die Show: 5G, WLAN & Co “ vom 05.10.2025

Redaktion wies Kritik ab - diagnose:funk reagiert mit Programmbeschwerde
Am 28.10.2025 schrieb diagnose:funk an die ZDFneo-Redaktion einen sachlichen Brief, in dem wir die falsche Darstellung der Studienlage zu den gesundheitlichen Risiken der Mobilfunkstrahlung in der Sendung kritisierten und konkrete Fragen stellten – in der Erwartung einer wissenschaftsbasierten Korrespondenz. Die Redaktion wies unsere Kritik in der Antwort vom 18.11.2025 zurück mit der Aussage, die Sendung basiere auf einer gründlichen Auswertung der Studienlage, ohne auf unsere Argumente einzugehen. Deshalb reichten wir nun am 19.01.2026 eine Programmbeschwerde ein mit der Forderung, dass die Sendung zurückgezogen wird. Und wir deckten auf, dass die Moderatorin Dr. Nguyen-Kim Mitglied im Kuratorium der Telekom-Stiftung ist und diesen Interessenkonflikt in der Sendung unterschlägt.
Screenshot ZDFneo / Maithink X

 

An Chefredaktion & Intendanz des ZDF                                                          19.01.2026

Programmbeschwerde zur Sendung „MAITHINK X – Die Show: 5G, WLAN & Co “ vom 05.10.2025

Sehr geehrter Herr Dr. Himmler, sehr geehrte Damen und Herren,

hiermit erhebe ich im Namen von Diagnose-Funk e.V. Programmbeschwerde zur Sendung „MAITHINK X – Die Show: 5G, WLAN & Co“ vom 05.10.2025. Nach Analyse der Sendung, des Quellenverzeichnisses der für die Sendung ausgewerteten Studien und der in der Sendung präsentierten Interpretation durch die Moderatorin Frau Dr. Nguyen‑Kim muss festgestellt werden, dass die Sendung in zentralen Punkten gegen journalistische Grundsätze wie Ausgewogenheit, Transparenz, Sorgfalt und Trennung von Meinung und Fakten verstößt.

Wir haben nach Ausstrahlung der Sendung mit Datum vom 28.10.2025 an die ZDFneo-Redaktion >> einen Brief geschrieben, in dem wir die falsche Darstellung der Studienlage zu den gesundheitlichen Risiken der Mobilfunkstrahlung in der Sendung kritisieren und konkrete Fragen stellen – in der Erwartung einer wissenschaftsbasierten Korrespondenz. Die Redaktion wies unsere Kritik in der Antwort vom 18.11.2025 zurück mit der Aussage, die Sendung basiere auf einer gründlichen Auswertung der Studienlage. Der Quellennachweis der Redaktion dokumentiert dagegen eine bruchstückhafte Recherche. Die bedeutendsten Studienergebnisse zu nicht-thermischen Wirkungen, Krebs, Gehirn, Fertilität und auch WLAN werden nicht genannt. Die pauschale Antwort der Redaktion lässt uns vermuten, dass die Redaktion nicht in der Lage oder nicht willens war, auf unsere vier konkreten Fragen explizit einzugehen.[1] Warum hat die Redaktion die Gesamtstudienlage nicht ausgewertet, sondern einseitig und bruchstückhaft nur die Studien zitiert, die kein Risiko nachweisen? Mehrere der Studien, auf die sich die Redaktion beruft (Feychting/COSMOS, Karipidis, Meyer, Pophof), sind in Letters to the Editor von führenden Wissenschaftlern scharf kritisiert worden[2] – bis hin zur Forderung, sie aufgrund wissenschaftlicher Mängel zurückzuziehen. Das verschweigt die Redaktion, und das hatten wir in unserem Schreiben an die Redaktion detailliert bemängelt. Im Antwortschreiben geht die Redaktion darauf mit keinem Wort ein.

Die Studie von Mevissen et al. (2025), im Auftrag der WHO erstellt, wird in ihrer klaren Aussage und entsprechenden wissenschaftlichen Bedeutung in der Sendung jedoch völlig unterbewertet und nur mit einem Satz (und zudem einem falsch eingeblendeten Verweis) erwähnt.[3] Doch gerade die Auswertung von Tierstudien hat eine besonders große Relevanz bei der Abschätzung des Krebsrisikos. Dazu die frühere Direktorin des renommierten Krebsforschungsinstituts Ramazzini in Bologna, Dr. Fiorella Belpoggi:

  • „1. Alle Substanzen, die sich in epidemiologischen Studien als karzinogen für den Menschen erwiesen haben, zeigten sich auch im Tierversuch karzinogen. Bei einem Drittel der Substanzen, die von der Internationalen Krebsforschungsagentur IARC als krebserregend eingestuft werden, wurde die Karzinogenität zuerst in Nagetierstudien und erst danach in Studien mit Menschen nachgewiesen.
  • 2. Keine Substanz, die sich bei Tieren als krebserregend erwies, hat sich bei Menschen im Rahmen von adäquaten epidemiologischen Studien als nicht karzinogen erwiesen.
  • 3. Die Beziehung zwischen der Exposition gegenüber einer karzinogenen Substanz und der neoplastischen Reaktion sowie dem Prozess der Krebsentwicklung ist bei Menschen und Tieren vergleichbar.“[4]

Die Darstellung und Interpretation der Studienlage in der Sendung ist darüber hinaus problematisch angesichts des Interessenkonfliktes der Moderatorin Dr. Nguyen-Kim, der jedoch nicht genannt wird. Im Folgenden fassen wir die Kritiken, ergänzend zu unserem Schreiben vom 28.10.2025, zusammen:

1. Die Sendung ist unausgewogen – behördliche Sicht als einzige Quelle

Die Sendung bildet nahezu ausschließlich die Position des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) ab und macht sich zum Sprachrohr der Regierungspolitik. Andere wissenschaftliche Positionen, insbesondere solche, die vor möglichen Risiken durch elektromagnetische Felder (HF-EMF) warnen, wurden nicht berücksichtigt, wie die Redaktion mit ihrem Quellenverzeichnis selbst dokumentiert.

Die Behauptung der Redaktion, sie hätte die Gesamtstudienlage berücksichtigt, hätte zu einem anderen Quellenverzeichnis und zu einer anderen Darstellung der Fakten führen müssen.

Die Studienlage wird industrieunabhängig dokumentiert u.a. in den Datenbanken EMF-Portal (Bundesregierung, WHO-Referenz), ORSAA.org sowie der diagnose:funk-Datenbank EMF:data, in der Fachzeitschrift ElektrosmogReport, auf dem Portal Microwave News, von der BioInitiative Working Group, von der International Commission on the Biological Effects of Electromagnetic Fields (ICBE-EMF), im Bericht zur Technikfolgenabschätzung des Bundestags von 2023[5], im STOA-Bericht für das EU-Parlament (2021)[6], im Schweizer Portal BERENIS und in den diagnose:funk-Publikationen ÜBERBLICK für den Durchblick.

Die Auswertung dieser Publikationen, Portale und Datenbanken ergibt, dass die Studienlage über gesundheitsschädliche Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung aussagekräftig ist. Stattdessen beschränkte sich die MAITHINK-X-Redaktion auf die Auskünfte des deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) über die Studienlage, was die unvollständige Studiendokumentation der Redaktion zeigt. In einer Publikation des internationalen Verbandes der Ingenieure IEEE wird das BfS als Teil eines „Industrie-Regulierungs-Komplexes“ genannt.[7] Die Sendung verharmlost Risiken pauschal mit der Aussage, es gebe „keinen Zusammenhang zwischen Handy- oder WLAN-Nutzung und gesundheitlichen Schäden“. Diese Aussage steht im Widerspruch zu hunderten peer-reviewed publizierten Studien, die biologische Effekte belegen, und blendet zudem wissenschaftliche Kontroversen vollständig aus.

2. Rosinenpickerei bei der Studienauswahl

Statt einer umfassenden Betrachtung der Studienlage wurden selektiv einzelne Studien herangezogen, die Entwarnung geben, während andere, qualitativ hochwertige Studien zu den Endpunkten Kanzerogenität, oxidativem Stress, neuronalen Effekten und Fertilitätsstörungen in der Risikobewertung nicht auftauchen.

Die Redaktion nimmt nicht zu der Frage Stellung, warum sie wichtige Studienergebnisse nicht berücksichtigt, wie sie u.a. im Bericht zur Technikfolgenabschätzung des Bundestages und in der STOA-Studie des EU-Parlaments angeführt sind: speziell zu Krebs die NTP- und Ramazzini-Studien[8], des Weiteren die gut dokumentierte Studienlage zur männlichen Fertilität[9], zu Auswirkungen auf das Gehirn[10] und zum Wirkmechanismus oxidativer Zellstress[11]. Ebenfalls keine Berücksichtigung fanden die mehr als 150 Reviews zu verschiedenen Endpunkten.[12]

Die Redaktion führt als Beweis der Unbedenklichkeit drei Reviews für die WHO an. Sie unterschlägt, dass in Letters to the Editor, die im EMF-Portal publiziert sind, genau diese Studien als unwissenschaftlich kritisiert und ihre Rücknahme gefordert wird.[13] Der weltweit führende Hochfrequenz-Experte Prof. James Lin hat sich im IEEE-Magazin dieser Kritik angeschlossen und bezeichnet diese Studien als Produkte eines Industrie-Regulierungs-Komplexes.[14] Der Hauptautor Ken Karipidis wird sowohl von der ICBE-EMF also auch von Mevissen/Straif (die ebenfalls für die WHO Reviews erstellten) als unqualifiziert kritisiert.[15] Sieben Reviews zu Krebs beschreiben das Krebsrisiko durch Mobilfunkstrahlung als real, nur Karipidis et al. tun das nicht.[16] Und genau diese eine Studie wird in der ZDFneo-Sendung genannt.

3. Verfälschte Darstellung mit Halbwahrheiten

In der Sendung wird mit Halbwahrheiten argumentiert – ein Vorgehen, das ethisch problematischer ist als eine vollständige Unwahrheit, da es manipulative Wirkung entfaltet.

Es wird richtig dargestellt, dass die Mobilfunkstrahlung nicht die Energie besitzt, Zellverbindungen aufzubrechen, aber die ganze Wahrheit, dass die Schädigungen über andere, nachgewiesene Mechanismen erfolgen, unterschlagen.[17] Im Review von Hu et al. (2021) heißt es: „Die Energie nichtionisierender Strahlung reicht nicht aus, um chemische Bindungen direkt aufzubrechen. Daher ist das Auftreten von DNA-Schäden bei Exposition gegenüber nichtionisierender EMR in erster Linie eine Folge der Bildung von ROS [= Sauerstoffradikale, Anm. diagnose:funk], gefolgt von oxidativem Stress. Zahlreiche Tierversuche haben eindeutig gezeigt, dass nichtthermische elektromagnetische Strahlung oxidativen Stress verursachen kann, insbesondere im Gehirn.“ (Übersetzung diagnose:funk).[18] Zu diesen nicht-thermischen Wirkungen[19] und zu oxidativem Zellstress[20] als Wirkmechanismus gibt es eine profunde Studienlage.

4. Lächerlichmachung anderer Standpunkte

Kritische wissenschaftliche Positionen werden nicht nur nicht dargestellt, sondern indirekt ridikülisiert – etwa durch die willkürliche Verknüpfung kritischer wissenschaftlicher Positionen mit Radiästhesie und Esoterik. Dieses manipulative Framing wurde von uns kritisiert. Eine solche Darstellung ist demagogisch und delegitimiert seriöse wissenschaftliche Arbeiten.

Die Sendung testet Wünschelrutengänger mit dem erklärten Ziel, sie lächerlich zu machen, um das dann auf Ergebnisse der Hochfrequenzforschung als Hilfskonstruktion zum Beweis für deren angebliche Esoterik implizit zu übertragen. Was haben Wünschelrutengänger mit Mobilfunk zu tun? Nichts! Aber selbst hier wird wieder mit Halbwahrheiten operiert: Wie bei jedem Gesundheitsproblem gibt es zu Umwelteinwirkungen unwissenschaftliche Theorien und Praktiken, Placebo- und Nocebo-Effekte, die aber kein Beweis dafür sind, dass das ganze Problem unwissenschaftlich ist. Das ist, wie wenn man Ärzte, die bei Krebs Quacksalber-Methoden anwenden, als Beleg dafür nehmen würde, die ganze Medizin sei Quacksalberei. Die biologischen und biophysikalischen Umweltforschungen zu Auswirkungen der Umgebungsstrahlung, den Auswirkungen der Veränderungen in der Atmosphäre, die Wetterfühligkeit von Menschen und Tieren und auch die Auswirkungen von Wasseradern untersuchen, basieren auf wissenschaftlicher Forschung und Erfahrungswissen. Diese Literatur scheint der Redaktion nicht bekannt zu sein.[21]

Ein zweites unzulässiges Framing ist die Unterstellung, Baubiologen und die Mobilfunkkritiker würden Handy-Chips empfehlen, die die Strahlung unschädlich machen. Das sei ein weiterer Beweis ihrer Unwissenschaftlichkeit. Doch Baubiologenverbände und mobilfunkkritische Organisationen distanzieren sich von solchen Produkten.[22] Frau Dr. Nguyen Kim macht aber dasselbe wie die Chip-Hersteller: sie propagiert die bedenkenlose Nutzung von WLAN und Smartphone, die einen mit, Frau Dr. Nguyen Kim ohne Chips.

Screenshot Telekom Stiftung / Ausschnitt Montage diagnose:funk

 

5. Interessenkonflikt der Moderatorin

Die Moderatorin Dr. Nguyen-Kim ist Mitglied im Beirat der Telekom-Stiftung, ohne dass der Interessenkonflikt offengelegt wurde. [23]

Die Telekom-Stiftung hat derzeit den Schwerpunkt, die Ausstattung der Schulen mit Tablets, WLAN und Künstlicher Intelligenz durchzusetzen. Gerade bei einem Thema, das die Vermarktungsinteressen der Telekomindustrie betrifft, hätte die Mitgliedschaft der Moderatorin im Beirat der Stiftung zwingend transparent gemacht werden müssen. Dass dieser Interessenkonflikt nicht angegeben wird, verstößt gegen die Regeln wissenschaftlichen Arbeitens und gegen Transparenzstandards.

6. Fehlende journalistische Sorgfaltspflicht und Ausgewogenheit

Ein seriöser Beitrag hätte die gesamte Studienlage beleuchtet, zumindest die unterschiedlichen Positionen dargestellt und insbesondere die umfangreichen Analysen unabhängiger Publikationen berücksichtigt, wie sie im ElektrosmogReport seit über 30 Jahren dokumentiert sind.[24] Diese Quellen und die Wissenschaftsdebatte um die Deutungshoheit[25] wurden nicht dargestellt, obwohl sie zentrale Evidenz zu möglichen gesundheitlichen Risiken liefern.

Forderung

Ich fordere das ZDF hiermit im Namen von Diagnose-Funk e.V. auf,

  1. die Sendung aus der Mediathek und allen offiziellen Ausspielwegen zu entfernen,
  2. eine redaktionelle Richtigstellung zu veröffentlichen,
  3. eine ausgewogene und wissenschaftlich pluralistische Neubearbeitung des Themas zu erstellen und zu senden.

Ich bitte um schriftliche Bestätigung des Eingangs sowie um eine Stellungnahme innerhalb der vorgesehenen Frist gemäß § 10 Rundfunkstaatsvertrag.

Mit freundlichen Grüßen

Jörn Gutbier

Erster Vorsitzender

Anlage: Schreiben vom 28.10.2025 an die ZDFNeo-Redaktion

Quellen

[1]    Die vier Fragen in unserem Brief vom 28.10.2025:

1.  Warum wird die Studienlage zu nicht-thermischen Wirkungen von Ihnen nicht vollständig beachtet?
Sie ist im EMF-Portal dokumentiert. Wir haben in unserem ÜBERBLICK Nr. 3 eine Auswahl von 70 Studien gelistet, basierend auf diesem Referenzportal. In unserer Datenbank EMF:data sind nach Endpunkt aufgegliedert über 700 Studien gelistet, die Effekte durch Funkstrahlung zeigen. In den Studien zur Technikfolgenabschätzung des EU-Parlaments und des Deutschen Bundestags werden ebenfalls zahlreiche Studien zu nicht-thermischen Wirkungen aufgelistet.

2.  Warum wird die Studienlage zu WLAN ausgeklammert, zu der bereits 2014 im Springer-Reference-Book von Naziroglu/Akman ein Review erschien, der das pathologische Potenzial und den Wirkmechanismus nachwies?
Zu WLAN-Wirkungen unterhalb der Grenzwerte gibt es dutzende peer-reviewte Studien, die wir in unserem ÜBERBLICK Nr. 6 gelistet haben. Im Review von Wilke (2018), erschienen in der Fachzeitschrift umwelt-medizin-gesellschaft, sind über 100 Studien ausgewertet und die Gesundheitsgefährdung durch WLAN beschrieben.

3. Warum wird die Studienlage zu Mobilfunk und Gehirn ausgeklammert?
Im maßgeblichen Review von Hu et al. (2021) und seit vielen Jahren im ElektrosmogReport besprochenen und in Nachfolgestudien peer-reviewed bestätigten Forschungsergebnissen sind pathologische Auswirkungen dokumentiert. 50 dieser Studien sind in unserem ÜBERBLICK Nr. 4 dokumentiert.

4. Warum wird die Studienlage zur Fertilität ausgeklammert, die für Ihre Zielgruppe besonders relevant ist?
Als Referenzen gelten dazu der Review von Kim et al. (2022), die Schweizer Kohortenstudie und die STOA-Studie des EU-Parlaments.

[2]    Letter to the Editor zur Studie von Feychting et al.: https://www.emf-portal.org/de/article/53816

Letters to the Editor zu den Studien von Karipidis et al., Meyer et al. und Pophof et al. siehe Fußnote 13

[3]    Mevissen M, Ducray A, Ward JM, Kopp-Schneider A, McNamee JP, Wood AW, Rivero TM, Straif K. Effects of radiofrequency electromagnetic field exposure on cancer in laboratory animal studies, a systematic review Review, Environ Int 2025; 199: 109482, https://www.emf-portal.org/de/article/59609

[4]    S. 17/18 in https://www.aefu.ch/fileadmin/user_upload/aefu-data/b_documents/oekoskop/Oekoskop_20_2.pdf

[5]    Deutscher Bundestag (2023). Drucksache 20/5646: Mögliche gesundheitliche Auswirkungen verschiedener Frequenzbereiche elektromagnetischer Felder (HF‑EMF), Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung. https://dserver.bundestag.de/btd/20/056/2005646.pdf

[6]    Europäisches Parlament, Wissenschaftlicher Dienst (STOA) (2021): Gesundheitliche Auswirkungen von 5G. https://www.europarl.europa.eu/thinktank/de/document/EPRS_STU(2021)690012

[7]    Lin, JC (2025): World Health Organization’s EMF Project’s Systemic Reviews on the Association Between RF Exposure and Health Effects Encounter Challenges [Health Matters], in: IEEE Microwave Magazine, vol. 26, no. 1, pp. 13-15, Jan. 2025. https://ieeexplore.ieee.org/document/10795296

[8]    National Toxicology Program (2018): Toxicology and Carcinogenesis Studies in Hsd:Sprague Dawley SD Rats Exposed to Whole-Body Radio Frequency Radiation at a Frequency (900 MHz) and Modulations (GSM and CDMA) Used by Cell Phones, Final Report TR‑595, Research Triangle Park (NC) 2018. https://ntp.niehs.nih.gov/ntp/htdocs/lt_rpts/tr595_508.pdf

Falcioni et al. (2018): Report of final results regarding brain and heart tumors in Sprague-Dawley rats exposed from prenatal life until natural death to mobile phone radiofrequency field representative of a 1.8 GHz GSM base station environmental emission, Environ Res 2018; 165: 496-503. https://doi.org/10.1016/j.envres.2018.01.037

[9]    Kim S et al.: Effects of mobile phone usage on sperm quality – No time‑dependent relationship on usage: A systematic review and updated meta‑analysis, in: Environmental Research 204 (2021), 111984. https://doi.org/10.1016/j.envres.2021.111784, Studienbesprechung: https://www.emfdata.org/de/studien/detail?id=647

Rahban R et al. (2023): Association between self‑reported mobile phone use and the semen quality of young men, in: Fertility and Sterility, Vol. 120(6), 1181-1192. https://doi.org/10.1016/j.fertnstert.2023.09.009.

Besprechung und Einordnung der Studie in: Tote Hose: Schweizer Studie weist nach - Handynutzung schädigt die Fruchtbarkeit. https://diagnose-funk.org/2020

[10]   Grafen K: Auswirkungen einer digitalisierten Kindheit auf die kognitive und emotionale Reifung des Gehirns, in: Naturheilkunde 6/2025, Schwerpunktheft „Gesundheit im digitalen Zeitalter“, ebda.: Hensinger P: Wirkungen elektromagnetischer Felder des Mobilfunks auf den Gehirnstoffwechsel.
Siehe ergänzend: diagnose:funk Überblick Nr.  4: Wirkt Mobilfunk auf das Gehirn? Download unter https://diagnose-funk.org/2090

[11]   Schuermann D & Mevissen M (2021). Gibt es Hinweise auf vermehrten oxidativen Stress durch elektromagnetische Felder? Studie im Auftrag des Bundesamtes für Umwelt (BAFU). https://www.bafu.admin.ch/dam/de/sd-web/tGT7DthHcVzh/gibt-es-hinweise-auf-vermehrten-oxidativen-stress-durch-elektromagnetische-felder.pdf

[12]   vgl. diagnose:funk: 157 Reviews zur Wirkung von Funkstrahlung; Forschungsstand (Stand 11-2025) zu Krebs, Fortpflanzung, Gehirn, Zellschäden, EHS, Insekten u.a. https://diagnose-funk.org/1693

[13]   Krebs/Epidemiologie: Karipidis, K et al. (2024): The effect of exposure to radiofrequency fields on cancer risk in the general and working population: A systematic review of human observational studies – Part I: Most researched outcomes, in: Environmental International, Vol. 191, Art. 108983. https://doi.org/10.1016/j.envint.2024.108983

Letters to the Editor zur Studie von Karipidis et al.:

Frank JW (2025). The Systematic Review on RF-EMF Exposure and Cancer by Karipidis et al. (2024) has Serious Flaws that Undermine the Validity of the Study's Conclusions. https://www.emf-portal.org/de/article/57879

Di Ciaula et al. (2025). Exposure to radiofrequency electromagnetic fields and risk of cancer: Epidemiology is not enough! https://www.emf-portal.org/de/article/58456

Hardell L & Nilsson M (2025). A Critical Analysis of the World Health Organization (WHO) Systematic Review 2024 on Radiofrequency Radiation Exposure and Cancer Risks. https://www.emf-portal.org/de/article/59304

Melnick R et al. (2025). The WHO-commissioned systematic reviews on health effects of radiofrequency radiation provide no assurance of safety. https://www.emf-portal.org/de/article/60995

Weitere fachliche Kritiken zum Review von Karipidis et al.:

vgl. Grigoriev O (2024): Russian National Committee for Non-Ionizing Radiation Protection Chairman attacks WHO‑commissioned review that claims no cellphone‑cancer link, Stellungnahme eines der weltweit führenden Experten für nichtionisierende Strahlung; veröffentlicht über Prof. Joel Moskowitz auf Electromagnetic Radiation Safety: https://www.saferemr.com/2024/09/biased-who-commissioned-review-claims.html

vgl. Microwave News (2024): Old Wine in New Bottles – Decoding New WHO-ICNIRP Cancer Review. Game Over? Likely Not. https://www.microwavenews.com/news-center/old-wine-new-bottles. Deutsche Übersetzung der Kritik des renommierten Fachmagazins: https://diagnose-funk.org/2125

Oxidativer Zellstress: Meyer F et al. (2024): The effects of radiofrequency electromagnetic field exposure on biomarkers of oxidative stress in vivo and in vitro: A systematic review of experimental studies, in: Environmental International, Vol. 194, Art. 108940. https://doi.org/10.1016/j.envint.2024.108940

Letter to the Editor zur Studie von Meyer et al.:

Melnick R et al. (2025). The WHO-commissioned systematic reviews on health effects of radiofrequency radiation provide no assurance of safety. https://www.emf-portal.org/de/article/60995 

Kognitive Leistungsfähigkeit: Pophof B. et al. (2024): The effect of exposure to radiofrequency electromagnetic fields on cognitive performance in human experimental studies: Systematic review and meta-analyses, in: Environmental International, Vol. 191, Art. 108899. https://www.emf-portal.org/de/article/55408

Letter to the Editor zur Studie von Pophof et al.:

Melnick R et al. (2025). The WHO-commissioned systematic reviews on health effects of radiofrequency radiation provide no assurance of safety. https://www.emf-portal.org/de/article/60995

[14]   Lin JC (2025): World Health Organization’s EMF Project’s Systemic Reviews on the Association Between RF Exposure and Health Effects Encounter Challenges [Health Matters], in IEEE Microwave Magazine, vol. 26, no. 1, pp. 13-15, Jan. 2025, doi: 10.1109/MMM.2024.3476748. https://ieeexplore.ieee.org/document/10795296

Siehe ergänzend: Lin JC (2025): Health and safety practices and policies concerning human exposure to RF/microwave radiation, in: Frontiers in Public Health, 13:1619781. https://doi.org/10.3389/fpubh.2025.1619781
Auf deutsch erschienen als diagnose:funk-Brennpunkt (2025): Geltende Mobilfunkgrenzwerte sind ungeeignet, die Bevölkerung umfassend zu schützen. Download unter https://diagnose-funk.org/2272

[15]   Mevissen M et al. (2025): Methodologically solid and analytically rigorous: the evaluations of our systematic review on RF‑EMF and animal cancer are reliable. Environment International. https://doi.org/10.1016/j.envint.2025.109962

vgl. Frank JW et al. (2025) in Fußnote 13

[16]   Neuer Stand bei Mobilfunk-Studien: 7 zu 1 fürs Krebsrisiko ☹, Pressemitteilung von diagnose:funk vom 9.12.2024. https://www.presseportal.de/pm/134366/5926347

[17]   vgl. diagnose:funk: „Behauptungen & Scheinargumente – Teil I: Mobilfunkstrahlung hat zu wenig Energie, um Zellen zu schädigen. Oxidativer Stress ist unplausibel“, Dr. Klaus Scheler. https://diagnose-funk.org/1441

[18]   Hu C et al. (2021): Effects of radiofrequency electromagnetic radiation on neurotransmitters in the brain. Frontiers in Public Health. https://doi.org/10.3389/fpubh.2021.691880

[19]   diagnose:funk, Überblick Nr. 3: Zeigt Mobilfunk auch nicht-thermische Wirkungen? Download unter https://diagnose-funk.org/2090

[20]   siehe Fußnote 11

[21]   Reiter R, Kampik J: Neue Ergebnisse der Klimatologie und Biophysik. Beiträge zur Wirkung meteorologischer, kosmischer und geophysikalischer Reize, Nürnberg, 1948

Reiter R: Meteorobiologie und Elektrizität der Atmosphäre, Leipzig 1960

Varga A: Grundzüge der Elektrobioklimatologie, Heidelberg 1981

König HL: Wetterfühligkeit, Feldkräfte, Wünschelruteneffekt, München 1987

Weiß H: Umwelt und Magnetismus, Berlin 1991

Becker RO: Heilkraft und Gefahren der Elektrizität, Bern, München, Wien 1993

Baumer H: Sferics: Die Entdeckung der Wetterstrahlung, Rowohlt, 1987

Neitzke u.a.: Risiko Elektrosmog, Basel 1994

Katalyse Institut: Das große Strahlen, Handy & Co, Köln 2002

Maes W: Stress durch Strom und Strahlung, Neuss 2013

[22]   diagnose:funk Faktenblatt 412 „Schützen Chips, Harmonisierer und Entstörgeräte?“, Download unter https://diagnose-funk.org/download.php?field=filename&id=574&class=DownloadItem

[23]   Deutsche Telekom Stiftung, Vorstand & Kuratorium, https://www.telekom-stiftung.de/stiftung/vorstand-und-kuratorium

[24]   ElektrosmogReport. https://www.emfdata.org/de/elektrosmogreport

[25]   diagnose:funk-Brennpunkt (2025): Geltende Mobilfunkgrenzwerte sind ungeeignet, die Bevölkerung umfassend zu schützen. Download unter https://diagnose-funk.org/2272

diagnose:funk-Brennpunkt (2023): Die Auseinandersetzung um die Deutungshoheit zu Risiken der Mobilfunkstrahlung. Download unter https://diagnose-funk.org/1934

diagnose:funk-Brennpunkt (2023): ICBE-EMF: Die Zeit ist reif für neue Grenzwerte. Download unter https://diagnose-funk.org/1937

Schulte-Römer N & Mommersteeg B (2025): EMF Risk and Hesitation in a Polarised World: Towards a Diplomatic Relativism. Historical Social Research, 50(2), 174-201. https://doi.org/10.12759/hsr.50.2025.22

Publikation zum Thema

diagnose:funk
Format: A4Seitenanzahl: 16 Veröffentlicht am: 12.01.2023 Bestellnr.: 250Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Die Auseinandersetzung um die Deutungshoheit zu Risiken der Mobilfunkstrahlung

Über Kampagnen eines Kartells von Industrie, Bundesamt für Strahlenschutz und ICNIRP
Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Ob Mobilfunkstrahlung gesundheitsschädlich ist oder nicht, darüber wird nicht nur eine Wissenschaftsdebatte über Ergebnisse der Forschung geführt. Bei dieser Debatte geht es auch und vor allem um Produktvermarktung, in diesem Fall um das Milliardengeschäft einer Schlüsselindustrie. Dieser brennpunkt dokumentiert die Auseinandersetzung. Im Jahr 2022 gab es vier Entwarnungskampagnen, basierend auf vier Studien mit der Botschaft: Mobilfunkstrahlung ist unbedenklich für die Gesundheit, ein Krebsrisiko besteht nicht. Das beweise die MOBI-Kids-Studie, die bisher weltweit größte Studie zu Hirntumoren und Kinder. Mit der UK-Million Women Studie liege auch der Beweis für Erwachsene vor. In einem von ICNIRP-Mitglied Prof. M. Röösli verfassten Artikel zu 5G in der Zeitschrift Aktuelle Kardiologie bekamen gezielt Mediziner diese Botschaft übermittelt. Abgeordneten des deutschen Bundestages wird vom deutschen Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und dem Umweltministerium mitgeteilt, die STOA-Studie, die Schädigungen zu Krebs und Fertilität auswertet, sei unwissenschaftlich. Diagnose:funk nahm zu allen diesen Meldungen Stellung.
Titelbild:diagnose:funk
Stand: 8.9.2025Format: A4Seitenanzahl: 28 Veröffentlicht am: 01.09.2025 Bestellnr.: 252Sprache: deutschHerausgeber: diagnose:funk

Geltende Mobilfunkgrenzwerte sind ungeeignet, die Bevölkerung umfassend zu schützen


Autor:
James C. Lin / diagnose:funk
Inhalt:
Mit diesem neuen Brennpunkt veröffentlicht diagnose:funk den Artikel „Gesundheits- und Sicherheitspraktiken und -richtlinien in Bezug auf die Exposition des Menschen gegenüber HF-/Mikrowellenstrahlung“ von Prof. James C. Lin. James C. Lin, einer der führenden Strahlungsexperten, kritisiert die Grenzwertempfehlungen der ICNIRP, die in Deutschland übernommen wurden, scharf: Sie „sind umstritten“ und „wissenschaftlich nicht begründet“, „versäumen eine wirksame Risikovorsorge und missachten zentrale Prinzipien des Strahlenschutzes.“ Die Grenzwerte ignorierten die „chronische Toxizität und Karzinogenität“ der Strahlung und seien somit „ungeeignet“, die Bevölkerung zuverlässig zu schützen. Auch aktuelle, von der WHO beauftragte Studien zu den biologischen Wirkungen der Mobilfunkstrahlung bewertet Lin negativ: Er spricht von einer „mangelnden wissenschaftlichen Qualität und der unausgewogenen Darstellung“, er kritisiert „eine erkennbare Voreingenommenheit“ der Studienautoren. Sie würden folglich die Gesundheitsrisiken verharmlosen.
diagnose:funk
Format: A4Seitenanzahl: 36 Veröffentlicht am: 01.02.2023 Bestellnr.: 249Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

ICBE-EMF: Die Zeit ist reif für neue Grenzwerte

Die neu gegründete Grenzwertkommission weist die Unwissenschaftlichkeit der geltenden ICNIRP-Grenzwerte für Mobilfunkstrahlung nach
Autor:
ICBE-EMF / diagnose:funk
Inhalt:
Dieser Brennpunkt publiziert die Übersetzung der Studie der internationalen Grenzwertkommission ICBE-EMF (International Commission on the Biological Effects of EMF) „Wissenschaftliche Erkenntnisse entkräften gesundheitliche Annahmen, die den FCC (Federal Communication Commission, USA) und ICNIRP-Grenzwertbestimmungen für Hochfrequenzstrahlung zugrunde liegen: Folgen für 5G“ (2022). Darin fordert die ICBE-EMF die Rücknahme und Neufestlegung der Grenzwerte für die Exposition gegenüber hochfrequenter Funkstrahlung (HF). Die Rücknahme der Grenzwerte ist notwendig, denn ihre Festlegung beruht auf falschen Annahmen. Das Ziel neuer Grenzwerte wäre die Festlegung von Standards zum Gesundheitsschutz für Arbeitnehmer, die Öffentlichkeit und die Natur.
April 2020Format: 10 Seiten / A4Veröffentlicht am: 03.04.2020 Bestellnr.: 240Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Der Kausalitäts-Betrug

Was die Mobilfunkdiskussion mit Alkohol, einem Affen und Kater zu tun hat- eine Auseinandersetzung mit Positionen des Bundesamtes für Strahlenschutz.
Autor:
Jörn Gutbier/Peter Hensinger
Inhalt:
Warum vertritt das Bundesamt für Strahlenschutz trotz der Studienlage, dass es keine Beweise für die Gesundheitsschädlichkeit der Mobilfunkstrahlung gibt? Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Kernargument des Bundesamtes für Strahlenschutz, der Kausalität als Kriterium für eine Schutzpolitik. Ausnahmslos alle vorliegenden Studien, so begründet es das Bundesamt für Strahlenschutz, hätten bisher keinen kausalen Zusammenhang zwischen Strahlungseinwirkung und Zellschädigungen nachweisen können. Deshalb brauche es auch keine Schutzpolitik. Korrelationen oder Indizien reichten dafür nicht aus. Warum diese Kausalitätstheorie, die wissenschaftlich logisch erscheint, unwissenschaftlich ist, dem Vorsorgeprinzip widerspricht und in der Konsequenz Geschäftsmodelle der Industrie rechtfertigt, damit setzt sich der Brennpunkt auseinander.
Januar 2022Format: A4Seitenanzahl: 12 Veröffentlicht am: 18.01.2022 Bestellnr.: 247Sprache: deutschHerausgeber: diagnose:funk

Wie die Telekommunikationsindustrie die Politik im Griff hat


Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
diagnose:funk legt in diesem Brennpunkt eine Recherche zur Lobbyarbeit der Mobilfunkindustrie und BITKOM-Branche zur Digitalisierung vor, basierend auf der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE „Beziehungen von Telekommunikationsunternehmen zur Bundesregierung“ (Bundestagsdrucksache 18/9620, 13.09.2016). Sechs Grafiken verbildlichen die Verflechtungen. Politisch eingeordnet wird diese Analyse auf Grund eigener Erfahrungen mit Besuchen bei Bundestagsabgeordneten und dem neuen Buch „Lobbyland. Wie die Wirtschaft unsere Demokratie kauft“ (2021) des ehemaligen Dortmunder SPD-Abgeordneten Marco Bülow über seine 18-jährigen Erfahrungen im Bundestag und weiteren Literaturrecherchen.
Artikel veröffentlicht:
20.01.2026
Autor:
diagnose:funk
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