Smart City 2026 (Teil II). Vor 10 Jahren: Harald Welzer: Die smarte Diktatur. Der Angriff auf unsere Freiheit.

H. Welzer warnte in seinem Buch vor den Auswirkungen der Digitalisierung und der Smart City
Das 2016 erschiene Buch "Die Smarte Diktatur" veränderte die Arbeit von diagnose:funk. 2016 rezensierten wir das Buch, und es ist so aktuell und lehrreich wie vor 10 Jahren. Seine Prognosen, indirekt auch zur Smart City trafen zu, wir befinden uns aktuell in ihrer Umsetzung. Welzer machte klar, wie und warum die Digitalisierung die Demokratie und die ökologischen Lebensgrundlagen gefährdet. Diese Umwälzung hat als ein "Nebenprodukt" die Gesundheitsgefährdung durch die Mobilfunkstrahlung. Uns wurde klar: Der Ausbau der Mobilfunkinfrastruktur lässt sich nur im gesamtgesellschaftlichen Zusammenhang erklären. Fortan analysierten wir kontinuierlich diese Zusammenhänge, Welzer gab uns dafür wichtiges Handwerkszeug mit.
Titelbild: Verlag

Harald Welzers neues Buch: Digitalisierung als Wegbereiter von smarter Diktatur, Hyperkonsum und Klimawandel  

Peter Hensinger, 05.05.2016

Der Soziologe und Sozialpsychologe Harald Welzer hat mit seinem Buch "Die smarte Diktatur. Der Angriff auf unsere Freiheit" eine bestechende Analyse der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung in der Epoche der Digitalisierung vorgelegt. Seine Haupt­these: Die Digitali­sierung ist eine wesentliche Triebkraft zu Hyperkonsum, Ressourcen­verschwen­dung und Klimakatastrophe, ein Katalysator auf dem Weg in den smarten Totalita­rismus. Der bisherige Kapita­lismus der parlamen­tarischen Demo­kra­tie verwan­delt sich schlei­chend in eine Diktatur, in der Autonomie und Freiheit mit Hilfe digitaler Medien aufgehoben sind und staatliche Ordnung dem Diktat weniger Konzerne weicht.

Die smarte Diktatur wird über die Möglichkeit der totalen Kontrolle jedes Menschen über Smartphone, TabletPC, soziale Medien wie Facebook und Twitter und Google verwirklicht. Über den "Rückkanal", mit dem jeder Klick, jede Nachricht erfasst und über Algorithmen verarbeitet wird, sind Staaten und Konzerne in der Lage, unser gesamtes Verhalten abzuspeichern:

  • "Sie sind die Laborratte, die die Daten liefert, mit deren Hilfe Sie manipuliert werden"(S.142).

Das geschieht nicht durch Erpressung von Infor­mation, sondern durch Freiwilligkeit, durch BigData, dem Datamining aus dem Konsum- und Surf­verhalten. Die Schürfwerkzeuge sind v.a. die Smartphones, angebunden an das inzwischen fast lücken- und kostenlose Abhörnetz WLAN.

Harald Welzer Bild: Elena Ternovaja

Im Gegensatz zu bisherigen Diktaturen schafft die Digita­li­sie­rung "ein viel unauffälligeres und zugleich wirksameres Machtmittel, nämlich die Beherrschung des Rück­kanals, also aller Reaktionen auf die Angebote und Entwicklungen der smarten Diktatur. Solche Herrschaft kann kontrollieren, was die Beherrschten selbst zu sein glauben und sein wollen. Das ist herrschaftstechnisch die innovativste Übergangszone ins Totalitäre. Das kannten wir noch nicht"(S.234). Eine Meisterleistung der Psychopolitik und des Marketings. Diesen Weg in den Totalitarismus nehmen die Menschen nicht wahr. Die Entdemokratisierung erfolgt schleichend, auch weil sich die Digita­lisie­rung die Zustimmung mit Illusionen von grenzenloser Information und neuer Demokra­tie erkauft. So bekam die "Protest"plattform Change.org 2016 den BigBrother-Award, weil sie ein verdecktes Daten­­­sammeltool vermutlich von US-Geheimdiensten ist: "Das bedeutet nicht nur, dass der aufwän­dige Schnüffelapparat der früheren Geheimdienstarbeit ersatzlos gestrichen werden kann, es bedeutet vor allem, dass die Überwachung deswegen lebenspraktisch nicht auffällt, weil sie mit positiv empfun­denen Handlungen einhergeht, die der Überwachte selbst initiiert und vollzieht"(S.133).

Bilder Pexels: Karola g; umut ozdemir; anntaraz evich

"Die digitale Epoche ... liefert jetzt schon die perfekte Ausstattung für eine sedierte Gesellschaft phantasiefreier Konsumzombies, denen jederzeit gesagt wird, was sie als Nächstes wünschen sollen."(Harald Welzer)

Digitalisierung als Katalysator des Hyperkonsums

Welzer fragt: Haben die digitalen Medien mit ihren Möglichkeiten der grenzenlosen Information und Vernetzung zu einer besseren Welt geführt? Das Gegenteil ist der Fall:

  • "Führt man sich das alles vor Augen, hat man eine Kaskade von Problemen vor sich, von denen nicht ein einziges mit den Mitteln der Digitalisierung zu lösen ist. Nehmen wir Umweltzerstörung, Klimawandel, Landraub und all die anderen Folgen eines in seiner Steigerungslogik ungebremsten Hyperkonsums dazu, wird im Gegenteil etwas ganz anderes deutlich: Die Digitalisierung ist in ihrer unmittelbaren Verschwisterung mit dem Konsum von Gütern und Dienstleistungen nichts anderes als die radikalisierte Fortschreibung des wachstumswirt­schaf­tlichen Programms, das weder an der vernünftigen Einrichtung von Gesellschaften noch an einem zukunftstauglichen Naturverhältnis interessiert ist. Hier zählt nur die reine Gegenwart und wie ihre Gegebenheiten auszuschöpfen sind. Auch in dieser Hinsicht ist das Digitale fossil. Es verbrennt Zukunft. Radikal"(S.287).

Das Digitale verbrennt Zukunft, nicht nur, weil Rechenzentren gigantische Energiemengen ver­brau­­­­chen (S.63 ff) und die Herstellung von Smart­­­phones zur Ressourcenvernichtung beiträgt:

"Der materielle und energetische Aufwand zur Erzeu­gung beider Geräte, Smartphone oder Kühlschrank, ist etwa gleich groß; das Smartphone konsumiert in der Anwendung aber mehr Energie und wird häufiger gegen ein neues ausgetauscht" (S.65). "Jedes Jahr ein neues Smartphone" - so die aktuelle Telekom Kampagne. Die Konsumrausch­spirale beschleunigt sich, weil das Smartphone als einzige Vision die weitere Steigerung des Konsums vermittelt:

  • "Die digitale Epoche dagegen hat nicht mehr in ihrem visionären Vorratsschrank als immer weitere Gadgets zur Erhöhung von Bequemlichkeit mittels Fremdsteuerung und Kontrolle. Sie liefert jetzt schon die perfekte Ausstattung für eine sedierte Gesellschaft phantasiefreier Konsumzombies, denen jederzeit gesagt wird, was sie als Nächstes wünschen sollen."(S.246)

Man beobachte nur in der Shopping Mall Milaneo in Stuttgart die täglichen Prozes­sionen zu Primark. Im Google - Schlüsselroman "Der Circle" von Dave Eggers heißt es dazu: "Die realen Kaufgewohnheiten von Menschen waren jetzt wunderbar nachzuver­folgen und zu messen, und das Marketing für diese realen Menschen konnte mit chirurgischer Präzision erfolgen" (EGGERS 2014:31). Die Datenprofile ermöglichen den nächsten Schritt - Predictive Analytics: "Durch verbes­ser­te Algorithmen will Amazon in Zukunft vorhersehen, was wir bestellen und die Bestellung schon losschicken, bevor wir den Einkauf getätigt haben (Predictive Delivery)" (GDI 2014:38). Die Digitalisierung ist so nicht nur der Katalysator zum Hyperkonsum: "Die wachsenden Emissionsmengen, die den Klimawandel anfeuern, haben ihre Ursachen in Konsum und Hyperkonsum" (S.16.) Das Ergebnis ist eine globale Umweltzer­stö­rung, bis hin zur Klimakata­strophe:

  • "Dieser Kapitalismus ist nicht der, den wir kannten. Er ist räube­rischer, desintegrativer, zerstörerischer denn je"(S.17).

Welzer legt die Wechselwirkungen von Digitali­sie­rung-Milaneo-Primark-Hyperkonsum-Klimakatastrophe offen, auch die psychologischen und psy­­cho­­­po­­li­ti­schen Mechanismen, mit denen unsere Zustimmung erkauft wird. Der neue GRÜN-SCHWARZE Koalitionsvertrag in Baden - Württemberg dokumentiert, wie dies nachhaltig verpackt in praktische Poli­tik umgesetzt werden soll.   

Bild:milan-malkomes-unsplash

Das Versprechen von Transparenz - eine Freiheitsfalle

Die Nutzer sind total transparent, nicht aber Konzernstrategien und die Inhalte ihrer Algorithmen:

  • "Wir alle sind permanent sichtbar, also kontrollierbar, sehen aber nicht die, die uns sehen. Diese Machttech­nologie verändert unser Selbstverhältnis. Wir verfügen über weniger Wissen über uns selbst als andere, die wir nicht einmal kennen"(S.56).

Und dazu tragen wir bei. Im naiven Transparenztaumel haben oppositionelle Aktivisten bei Strategiesitzungen ihre Superwanze Smartphone eingeschaltet, liefern den Geheim­diensten gleich den O-Ton und vervollständigen über Facebook und Twitter ihre eigene Akte und die der Mitstreiter: "Das macht alle zu Komplizinnen und Komplizen ihrer eigenen Überwachung" (S.35). Ausführlich geht Welzer auf vielfältige Konsequenzen dieser Preisgabe des Privaten ein, bisher ein unverzichtbarer Bestandteil aller westlichen Verfassungen. Er konstatiert, dass die Menschen begeistert mitspielen: "Kurz: Ich fürchte, heute haben wir es mit einem neuen Phänomen zu tun; einer freiwilligen Kapitulation vor den Feinden der Freiheit"(S.12). Man liebt sein Smartphone und merkt nicht, wie "emotionale Defizite durch Hyperkonsum und Selbstverdummungsprogramme kompensiert werden und (die) Bürgerinnen und Bürger das historisch einmalige Kunststück vollbringen, sich selbst in Freiheit zu versklaven" (S.103). In China wird das Social Scoring, die Bewertung jedes Bürgers auf Grund seiner Daten von 2020 an offizielles Staatsüberwachungsprogramm. Es ist zunächst eine smarte Diktatur, die erst in zuge­spitz­ten Situationen ihre grausame Seite zeigen wird. In Syrien und Ägypten bezahlte die digital über­­wachte Opposition dafür mit der Auslö­schung vieler Aktivisten. Die Illusion der "Liquid Democracy" führte zu ihrer Liquidierung.

In einem Vortrag in SWR-Wissen fasst Welzer diesen Vorgang der Selbstauslieferung zusammen:

  • "Was gegen­wärtig durch die allgegen­wärtigen Datensam­mlungen und Überwachungstechnologien geschieht, ist eine radikale Infragestellung unserer Autonomie und damit eine antidemokratische, ja, antizivilisatori­sche Entwicklung. Was man dafür angeboten bekommt, ist ein bisschen Bequemlichkeit, als hätte es gerade daran bislang in den reichen Gesellschaften gefehlt. Diese Dimension des Antizivilisatorischen der gegen­wärtigen Entwicklung ist von den politischen Eliten noch gar nicht begriffen: Was sich hier als Umforma­tierung unserer Sozialverhältnisse, als Verschwinden des Privaten herausbildet, führt zur vollständigen Schutzlosigkeit des Individuums. Mit seiner Autonomie verliert es die Kontrolle über sich selbst. Die haben dann andere" (WELZER 2016:9).

Miriam Meckel beschreibt in ihrem Essay "Wir verschwinden", wie der Algorithmus der personalisierten Suche bei Google den Zufall "aus unserem Leben herausrechnet". Die "Filterblase" macht uns identisch mit unserem digitalen Zwilling, die Kreativität "stirbt den virtuellen Tod der Berechenbarkeit": "Wir werden unser Profil" (MECKEL 2013: 33ff.). Dies führt zur Standardisierungsgesellschaft, "alle zücken beim Betreten des öffentlichen Raumes ihre Smartphones und schauen, was in ihrer personalisierten Welt wohl so los ist ... Heute trägt jeder sein `eigenes mobiles und portables Ein-Personen Minipanoptikum´ mit sich herum, wie die Schnecke ihr Gehäuse. Der Personalisierungs­algorithmus kennt sogar seine Gedanken, aber er kann sie nur kennen, weil er den Horizont des Denkbaren auf das Überschaubare reduziert hat. Es wird nur noch im Horizont des personalisierten Angebots gedacht, nicht darüber hinaus" (WELZER, S. 154 /155).  Primark, Amazon und Red Bull lassen grüßen. Die Reflektionsfähigkeit ist ausgeknipst, die beha­vi­o­ristische Konditionierung funktioniert. In einer Aktualisierung von Huxleys "Schöne neue Welt" wäre die Glücksdroge das Smart­phone. Die digital Dressierten und Beschränkten fühlen ihre Beschränktheit nicht: "Glückliche Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit" (Marie von Ebner-Eschenbach).

Bild: Seventyfour_AdobeStock_605624128

Kinder, gefesselt von den Algorithmen der IT-Konzerne, um sie für den Konsum zu konditionieren: "Diese Dimension des Antizivilisatorischen ... führt zur vollständigen Schutzlosigkeit des Individuums. Mit seiner Autonomie verliert es die Kontrolle über sich selbst. Die haben dann andere" (Harald Welzer).

Selbstüberwachung als Hype - das ist neu und "zum Kotzen"

Wir erleben die Verinner­lich­ung der Normen der Warenwelt schon alltäglich. Die Selbstüberwachung und Selbstvermessung durch Wearables (SmartWatches, Activitiy Trackers) ist die unter­wür­fige Bereit­schaft, den Kon­zer­nen für sein eigenes Up- und Down-Ranking persönlichste Daten zu überlassen. Dieses Einverständnis in die Aufhe­bung der Privatheit ent­spricht den Anfor­de­rungen, sich selbst als Ware mit offengelegten Eigenschaften feilzubieten, einer moder­nen Form des Markt­platzes für die Verstei­ge­rung von Arbeits - Sklaven. Die Nerds sind nicht gefesselt an Ketten, sondern an Wearables.

Man akzeptiert Überwachung, verzichtet auf Privatsphäre, relativiert die Risiken, man lügt sich vor, das alles gehöre eben alternativlos zum Fortschritt, zur Jugend, passt sich einem Hype an. Welzer kommentiert dieses Verhalten: "Solch achselzuckender Relativismus kommt zwar clever und abgeklärt daher, sehr smart, aber ich finde ihn zum Kotzen"(S.115).  Selbst in Umweltverbänden wie dem BUND oder NaBu wird die zentrale Rolle der Digitalisierung bei der Zerstörung von Demokratie und Umwelt verdrängt. Auf deren Argumentation, man dürfe sich von den Nutzern, besonders der Jugend, nicht isolieren: "Man muss sich der Entwicklung anpassen, weil man sonst die Entwicklung verpasst" (S.212) - ja welche denn? - geht Welzer ein: "Das Phantasma, die Digitalisierung würde das Leben verbessern, führt zu wirklicher Entfremdung und Entmächtigung"(S.224).

Es ist so: weder ökologische Bewegungen, noch die GRÜNEN und die LINKE analysieren diese Zusam­men­hänge, sondern schwimmen im Mainstream mit. In der Regel sind viele Aktivisten mit ihrem Personal BigBrother (PBB), genannt Smart­phone, verschwistert, bis hin zur Sucht, nehmen naiv die Risiken in Kauf und befinden sich in der Freiheitsfalle. Sie sind (un)freiwillige Daten­lieferan­ten und dabei Spiel­bälle in der von ihnen nichtreflektierten Abwärts­bewegung zur Klimakatastrophe - wir amüsieren uns zu Tode: "Erstens merken wir nicht, dass die Dinge aus dem Ruder laufen, weil sie das schleichend tun, und zweitens ist die Wahrscheinlichkeit, dass man daraus eine Konsequenz zieht, äußerst gering, weil wir meinen, einen Nutzen davon zu haben"(S. 202). Die Realität übertrifft Orwells Fiktion.

Das nennt Welzer einen "Selbstentmündigungsfatalismus"(S.224), der sich weigert, dem Digitalismus auf den Grund zu gehen. Welzer appelliert: "Es kommt darauf an, Entwicklungen, die das Leben unge­rechter machen, zu bekämpfen, und Strategien, die es gerechter machen, zu unterstützen und auszu­bauen" (S.212). denn:

  • "Wenn Ökosysteme, wenn das Klimasystem, wenn der Stoffwechsel nicht mehr funktionieren, ist es nicht egal. Dann geht vom Überlebensstandpunkt betrachtet nichts mehr"(S.233.)

 

Bild: mirko fabian, pexels

"Das Digitale ist fossil. Es verbrennt Zukunft. Radikal." (Welzer)

Halten wir dem sorglosen Digitalisierungs - und Smartphone - Hype noch einmal eine Haupterkenntnis aus Welzers Buch entgegen. Die Digitalisierung ist keine neutrale Technik, sie hat eine Eigengesetz­lichkeit, sie hat BigData und den Rückkanal zum Inhalt, ist unmittelbar verschwistert mit der Steigerung des Konsums von Gütern und Dienstleistungen. Sie forciert den Wachstumswahn mit allen seinen zer­stö­rerischen Folgen: "Auch in dieser Hinsicht ist das Digitale fossil. Es verbrennt Zukunft. Radikal"(S.287).

Welzer fordert zum Widerstand auf. Er ist möglich, die Flüchtlingssolidarität gibt Hoffnung. Er macht Vorschläge zu neuen Methoden des Widerstandes und zur Subversion. Über diese Vorschläge muss man intensiv diskutieren. Welzers neues Buch ist eine Pflichtlektüre. Sie sollte in allen Umweltbewe­gungen und politischen Initiativen diskutiert werden. Und bei der Diskussion sollte man das Smart­phone einfach mal für zwei Stunden ausschalten.

Quellen:

EGGERS, D. (2014): Der Circle, Köln

GDI (GOTTLIEB DUTTWEILER INSTITUTE) (2014): Die Zukunft der vernetzten Gesellschaft, Karin Frick, Bettina Höchli, Zürich

MECKEL, M (2013): Wir verschwinden. Der Mensch im digitalen Zeitalter, Zürich

WELZER, H. (2016): Autonomie gefordert! Über ein schwieriges Konzept der Demokratie; SWR2 Wissen/Aula, 24.01.2016, Stuttgart

WELZER, H. (2016): Die smarte Diktatur. Der Angriff auf unsere Freiheit, Frankfurt/Main

Über den Autor: Peter Hensinger M.A. ist Mitglied im Vorstand der Umwelt- und Verbraucher­organisation "Diagnose-Funk e.V.", die sich für den Schutz vor elektromag­netischen Feldern des Mobilfunks einsetzt. Dort leitet er den Bereich Wissenschaft. Er ist Mitglied im Vorstand des BUND KV Stuttgart und im Bundes AK Gesundheit des BUND (Für diese Ämter kandidierte Peter Hensinger nach 8 Jahren auf Grund der zunehmend angepassten Politik des BUND nicht mehr). 

Smart City 2026 (Teil I). Auf dem Weg zur Post-Voting Society!

Eine Techikfolgenabschätzung über die politischen und ökologischen Folgen der Smart City gibt es nicht! Im Jahr 2017 erschien die Smart-City-Charta der Bundesregierung. Hunderte Millionen werden nun für ihre Umsetzung ausgegeben.

Smart City 2026 (Teil III). Greenpeace-Studie „Umweltauswirkungen Künstlicher Intelligenz“

Künstliche Intelligenz, Digital-Only-Gesellschaft und Smart Cities werden zu Klimakillern Nr. 1. Die Ergebnisse der Greenpeace-Studie müssen in Umweltverbänden und Parlamenten beraten werden.

>>> Artikelserie Smart City 2026 Teil I-III als PDF zum Ausdrucken

 

Publikation zum Thema

Auflage: 1 (27. April 2016)Format: 13,4 x 2,7 x 21 cmSeitenanzahl: 320 Veröffentlicht am: 11.05.2016 ISBN-10: 3100024915ISBN-13: 978-3100024916Sprache: DeutschHerausgeber: S. FISCHER

Die smarte Diktatur

Der Angriff auf unsere Freiheit
Autor:
Harald Welzer
Inhalt:
Bestseller-Autor Harald Welzer legt mit ›Die smarte Diktatur. Der Angriff auf unsere Freiheit‹ eine neue und frische Analyse der großen gesellschaftlichen Zusammenhänge in Deutschland vor, eine umfassende Diagnose der Gegenwart für alle politisch Interessierten. Unsere Gesellschaft verändert sich radikal, aber fast unsichtbar. Wir steuern auf einen Totalitarismus zu. Das Private verschwindet, die Macht des Geldes wächst ebenso wie die Ungleichheit, wir kaufen immer mehr und zerstören damit die Grundlage unseres Lebens. Statt die Chance der Freiheit zu nutzen, die historisch hart und bitter erkämpft wurde, werden wir zu Konsum-Zombies, die sich alle Selbstbestimmung durch eine machtbesessene Industrie abnehmen lässt, deren Lieblingswort »smart« ist. Was heißt das für unsere Gesellschaft? Nach seinem Bestseller ›Selbst denken‹ analysiert Harald Welzer in ›Die smarte Diktatur. Der Angriff auf unsere Freiheit‹, wie die scheinbar unverbundenen Themen von big data über Digitalisierung, Personalisierung, Internet der Dinge, Drohnen bis Klimawandel zusammenhängen. Daraus folgt: Zuschauen ist keine Haltung. Es ist höchste Zeit für Gegenwehr, wenn man die Freiheit erhalten will!
Format: A5 Seitenanzahl: 92, Preis 6,00 Euro Veröffentlicht am: 19.10.2020 Bestellnr.: 788ISBN-10: 978-3-88515-321-4Sprache: DeutschHerausgeber: pad-Verlag 59192 Bergkamen, Am Schlehdorn 6

Fortschritt 5G? Mythen für den Profit.

Smart City, Smart Country, Breitband und 5G – die Folgen für Demokratie, Mensch und Umwelt
Autor:
Jörn Gutbier / Peter Hensinger
Inhalt:
Artikel: Fortschritt 5G? Über 5 Mythen! / Mit Akzeptanz-Managern gegen 5G-Proteste / Zellen im Strahlenstress. Zum Stand der Forschung über Sendemasten, Smartphones, Tablets & Co. Diese Broschüre analysiert im Hauptartikel anhand neuestem Material die Ziele des 5G-Ausbaus und seine Folgen, v.a. auch für die Umwelt. Ein zweiter Artikel beschreibt die Taktiken der Bundesregierung, den Widerstand, der sich trotz der Corona-Krise landesweit entwickelt, in den Griff zu bekommen. Und schließlich stellen die Autoren den aktuellen Stand der Forschung zu den gesundheitlichen Risiken der Mobilfunkstrahlung und 5G dar. Mit 175 Fußnoten sind alle Darstellungen ausführlich dokumentiert. Für alle, die die gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklung hinterfragen und v.a. für die Aktivisten der Bürgerinitiativen ist diese neue Broschüre eine Hilfe, sich zu orientieren und ein Nachschlagewerk für neue Argumente in Diskussionen.
Format: A5Seitenanzahl: 88 Veröffentlicht am: 03.05.2019 Sprache: DeutschHerausgeber: Pad Verlag

Smart City- und 5G-Hype

Kommunalpolitik zwischen Konzerninteressen, Technologiegläubigkeit und ökologischer Verantwortung
Autor:
Peter Hensinger / Jürgen Merks / Werner Meixner
Inhalt:
Mit "innovativen Technologien" sollen unsere Städte nachhaltiger, effizienter und liebenswerter gemacht werden und der 5G-Mobilfunkstandard soll auch "an jeder Milchkanne" verfügbar werden. Die Beiträge der vorliegenden Broschüre entlarven, wie Technik zum neuen Heilsbringer verklärt und gesundheitliche und entdemokratisierende Folgen dieser totalen Digitalisierung nur Konzerninteressen dienen und den Weg in eine digitale Leibeigenschaft ebnen. Die Folgen analysieren Peter Hensinger (diagnose:funk) und Werner Meixner (Informatikdozent). Jürgen Merks (BUND Stuttgart) weist nach, dass der Ressourcen- und Energieverbrauch für ihren Betrieb die Klimakatastrophe beschleunigen wird. Millionen neue 5G-Sendeanlagen werden jeden Winkel mit Elektrosmog belasten. INHALT: Der Smart City und 5 G-Hype. Kommunalpolitik zwischen Konzerninteressen, Technologiegläubigkeit und ökologischer Verantwortung (Peter Hensinger) / Digital first – Klima Second. Energieschleuder Smart City (Jürgen Merks) / Die Ideologie der Digitalisierung. Auf dem Weg ins Digital: der Hype der digitalen Selbstentmündigung und einige Auswirkungen auf die Psyche (Peter Hensinger) / Wollt Ihr die totale Digitalisierung? (Interview mit Werner Meixner)
diagnose:funk
Stand: 08.10.2024Format: DIN A4Seitenanzahl: 26 Veröffentlicht am: 08.10.2024 Sprache: deutschHerausgeber: diagnose:funk

Überblick Nr. 8: Digitalisierung – Schlüssel zur Nachhaltigkeit?


Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Überblick Nr. 8 dokumentiert, warum die Digitalisierung als Geschäftsmodell der Industrie zur Destruktivkraft wird und ihr positives Potenzial nicht zum Zuge kommt. Anstelle von möglicher nachhaltiger Planung soll sie das Wachstum beschleunigen, lässt den Energie- und Ressourcenverbrauch explodieren, wird zum Brandbeschleuniger der Klimakatastrophe und kann die Gesundheitsgefährdung der Menschen auf die Spitze treiben. Unter nicht-kapitalistischen Bedingungen wäre die Digitalisierung eine neue Produktivkraft zur besseren Organisation der Gesellschaft. Statt Transparenz und Bürgerbeteiligung führt sie zum Überwachungskapitalismus und einer neuen Stufe der Meinungsmanipulation. Können irreversible Schäden für Umwelt, Klima, Mensch und Gesellschaft noch verhindert werden?
Bild:diagnose:funk
aktuelle Version: 02.10.2025Format: A4Seitenanzahl: 24 Veröffentlicht am: 02.10.2025 Bestellnr.: 609Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Überblick Nr. 9: Digitale Bildung - Ausweg aus der Bildungskatastrophe?


Autor:
Peter Hensinger M.A.
Inhalt:
Wie kam es zur „Digitalen Bildung“ und im Schlepptau zur WLANisierung der Schulen? Diese Reform hat eine über 50-jährige Geschichte. Sie kumulierte im Jahr 2017 im Beschluss der Bundesregierung zum Digitalpakt Schule. Mit der „Digitalen Bildung“ sollen die Ziele der neoliberalen Vorstellungen des Homo Oekonomicus, des konditionier- und verwertbaren Menschen, erstmals verwirklicht werden. Das Datensammeln durch die digitalen Medien ist dazu die Voraussetzung. Dieser Hintergrund spielt in der Diskussion fast keine Rolle, obwohl Soziologen und Pädagogen wir Prof. Jochen Krautz und Prof. Richard Münch ihn schon frühzeitig analysierten. Selbst Lehrerverbände verfielen dem inszenierten Hype der digitalen Medien, beschäftigten sich nicht mit dem pädagogischen und ökonomischen Hintergrund. Man kann die Bildungskatastrophe und die Digitale Bildung nur verstehen, wenn man ihre Historie, die pädagogischen Theorien und die ökonomischen Interessen, die sie hervorbrachten, kennt. Von Pädagogen, die diese Hintergründe kennen, gibt es heute eine heftige Kritik und die Forderung nach einer pädagogischen Wende. Dieser Überblick stellt die Geschichte und aktuelle Debatte dar.
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