Wir zerstören die Zukunft der Jugend, ihre Lebensgrundlagen. Ihr Protest ist berechtigt. Doch die Rolle der Digitalisierung bei der Zerstörung der Umwelt begreifen die meisten Jugendlichen nicht, die eigene Smartphone-Abhängigkeit verhindert ein kritisches Bewußtsein.
Die digitale Vierfach-Schädigung – Beschleunigung der Umwelt-, Gesundheits- und Demokratiekrise
Die Digitalisierung und Smart-City als Geschäftsmodell der Industrie und Instrument der Machtausübung haben aus vier Gründen negative Auswirkungen:
Der erste Grund: Die Digitalisierung ist Wachstumstreiber Nummer 1. Das wachsende Datenvolumen lässt den Energieverbrauch explodieren, neue fossile Kraftwerke werden dafür gebaut. Für die Rohstoffe von Milliarden neuer Geräte für das Internet der Dinge, für autonome Autos, Videostreaming, energiefressende Serverparks und für die digital gesteuerte Massenproduktion von Lebensmitteln werden Wälder, Regenwälder und andere Naturräume noch intensiver als bisher in Minen und Abraumhalden verwandelt. Das ist eine Ursache des Artensterbens und beschleunigt die Klima- und Umweltkrisen.
Der zweite Grund: Die digitale Transformation beruht auf Big Data. Von jedem Menschen immer zu wissen, wo er sich befindet, was er denkt und was er tut, ist die DNA digitaler politischer Steuerung, mit dem erklärten Ziel, Herrschaft zu stabilisieren und Gesellschaftsveränderungen zu verhindern. Auch die Erziehungsinstitutionen sollen dafür durch eine digitale, von Algorithmen gesteuerte Bildung umgebaut werden. Es entsteht eine smarte Diktatur, die durch digitale Profile über neue Mechanismen der Kontrolle und Meinungsmanipulation verfügt, die den Menschen beim Denken beobachten kann.
Der dritte Grund: Die Umwelt wird zu einer noch stärker krankmachenden Noxe, nicht nur durch die Naturzerstörung infolge der Ressourcenausbeutung, sondern durch den Ausbau der digitalen Infrastruktur mit der LTE- und 5G-Technologie, d. h. Hunderttausende neue Sendeanlagen, die eine gesundheitsschädliche Strahlung emittieren. Die Nachweise dafür liegen insbesondere für Langzeitwirkungen zu Krebs (>>Forschungsstand Krebs) und genetische Veränderungen, für die Fertilität (>>Männer, >> Frauen) und Auswirkungen auf das Gehirn vor. Auch massive Schädigungen für Flora und Fauna sind die Folge, nachgewiesen v.a. für Bäume und Insekten.
Der vierte Grund: 5G soll die Kriegsführung perfektionieren. Der Krieg in der Ukraine ist dafür das Testfeld. Die Bundeswehr wird digitalisiert nach der Devise „Wer nicht digitalisiert, verliert!“. Die Nato-Staaten forcieren aktuell die digitale Vernetzung der Kampftruppen mit 5G. [9]
Die Versprechen, die mit Smart City und der Digitalisierung einhergehen, bekommen so beim genauen Hinsehen ihre tatsächliche Bedeutung:
- Mit Transparenz ist der transparente, gläserne Bürger gemeint
- Der Bürgerdialog des Gehörtwerdens mutiert zum Abgehörtwerden
- Mit Nachhaltigkeit sind profitträchtige Märke für den Absatz digitaler Produkte wie z.B. Tablets für Schulen und gesicherte Nutzerdaten für personalisierte Werbung und permanente Konsumanreize gemeint
- Das Wachstum und die Digitalisierung bedeuten ein Ansteigen des Energie – und Ressourcenverbrauches und eine Beschleunigung der Umweltzerstörung.
Fazit: Da die Digitalisierung mit großer Geschwindigkeit ausschließlich nach Macht- und Profitinteressen durchgesetzt wird, kommt das positive Potenzial, das in ihr steckt, nur bedingt zum Zuge. Unter nicht-kapitalistischen Bedingungen könnte die Digitalisierung eine neue Produktivkraft zur besseren Organisation der Gesellschaft sein, unter kapitalistischen wird sie zur Destruktivkraft.
Fragen, die Umweltverbände stellen müssen
Über diese Folgen gilt es, auf kommunaler Ebene ein Problembewusstsein zu schaffen und eine Technikfolgenabschätzung einzufordern. Die Stuttgarter Umweltverbände formulierten deshalb in einem gemeinsamen Brief im November 2023 Fragen an die Stadtverwaltung, die auch an die Fraktionen gingen:[10]
- Wie werden die sensiblen Daten der EinwohnerInnen und die Privatsphäre geschützt?
- Wird das Recht auf ein analoges Leben ohne Smartphone und der analoge Bürgerservice für StuttgarterInnen weiter garantiert?
- Wurde in der Planung der Energie-, Ressourcen- und CO2 – Verbrauch bereits quantifiziert?
- Wird ein Bericht über den Energie- und Ressourcenverbrauch der geplanten Smart City an den Gemeinderat erstellt? Wird die Strahlungsproblematik bei der Planung berücksichtigt?
- Werden Konzepte zu einer strahlungsminimierten Infrastruktur und Indoor-Alternativen wie optische Übertragungstechnologien bei der Planung berücksichtigt?
Die Stadtverwaltung hat bis heute diese Fragen nicht beantwortet. Das ist nicht akzeptabel. Nun genehmigte eine Stuttgarter Gemeinderatsmehrheit ohne Debatte am 19.12.2025 im heftig kritisierten Sparhaushaushalt den Betrag von 50.873.400 Euros für die Verwirklichung des „Smart City Masterplans für Stuttgart“. Man hofft, die Digitalisierung geräuschlos umsetzen zu können. Stuttgart Ökologisch Sozial (SÖS) hat diesen Vorgang auf der Homepage in dem Artikel „Zukunft verbaut: schwarz-grüner Haushalt“ kritisiert.
Aus diesem Anlass findet am 27. April 2026 im Forum 3 in Stuttgart eine Veranstaltung zum Smart City Masterplan Stuttgart statt, Referent Peter Hensinger, angefragt Stadtrat Hannes Rockenbauch (SÖS).
Smart City 2026 (Teil II). Vor 10 Jahren: Harald Welzer: Die smarte Diktatur. Der Angriff auf unsere Freiheit.
H. Welzer warnte in seinem Buch vor den Auswirkungen der Digitalisierung und der Smart City. Warum die Digitalisierung die Demokratie und die ökologischen Lebensgrundlagen gefährdet.
Smart City 2026 (Teil III). Greenpeace-Studie „Umweltauswirkungen Künstlicher Intelligenz“
Künstliche Intelligenz, Digital-Only-Gesellschaft und Smart Cities werden zu Klimakillern Nr. 1 Die Ergebnisse der Greenpeace-Studie müssen in Umweltverbänden und Parlamenten beraten werden.
>>> Artikelserie Smart City 2026 Teil I-III als PDF zum Ausdrucken
Quellen / Erläuterungen
[1] Bundesregierung, Koalitionsvertrag 2025, S. 56: „Die Verwaltungsmodernisierung von Sozialleistungen werden wir generell zur Blaupause machen. Wir setzen auf konsequente Digitalisierung und „Digital-Only“: Verwaltungsleistungen sollen unkompliziert digital über eine zentrale Plattform („One-Stop-Shop“) ermöglicht werden, das heißt ohne Behördengang oder Schriftform. Jeder Bürger und jede Bürgerin erhält verpflichtend ein Bürgerkonto und eine digitale Identität. Wir werden die EUDI-Wallet für Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen bereitstellen, mit der Identifikation, Authentifizierung und Zahlungen ermöglicht werden. Wer den digitalen Weg nicht gehen will oder kann, erhält Hilfe vor Ort.“
[2] Bürger - und Schüler-ID im Koalitionsvertrag 2025 der Bundesregierung: „Jeder Bürger und jede Bürgerin erhält verpflichtend ein Bürgerkonto und eine digitale Identität“ (S. 56). „Die Einführung einer zwischen den Ländern kompatiblen, datenschutzkonformen Schüler-ID unterstützen wir und ermöglichen die Verknüpfung mit der Bürger-ID." (S.72)
Die Versicherung, die Datenerfassung der Smart City sei anonym und würde nicht für digitale Zwillinge genutzt werden, ist eine Beruhigungspille, die der Logik digitaler Systeme widerspricht und durch Praxis aller IT-Konzerne widerlegt wird. Im für Bürgermeister geschriebenen Handbuch "Smart City wird Realität. Wegweiser für neue Urbanitäten in der Digitalmoderne" (Jaekel, 2015) werden die Ziele dargelegt. Über die generierten Daten können lückenlose Profile der Einwohner erzeugt werden:
- "Mit dem Big Data-Management und dem „Reality Mining“ ist die Vision verbunden, dass die in der vernetzten Smart City anfallenden Daten uns dazu befähigen, Vorlieben und menschliches Verhalten in der Smart City voraussagen zu können – mithin die Smart City-Zukunft. Ein vertieftes Verständnis von der Anatomie des Big Data-Managements und den Auswirkungen des Data Mining bilden die Ausgangsbasis für die Emanzipierung des Bürgers in der Smart City" (JAEKEL: Smart City wird Realität. Wegweiser für neue Urbanitäten in der Digitalmoderne, Wiesbaden, 2018, S. 113/14).
Zum ordnungspolitischen Ziel zitiert Jaekel David Brooks Artikel in der News York Times:
- „Weiter sind Daten eine transparente und zuverlässige Linse, die uns erlaubt, emotionale oder ideologische Voreingenommenheit herauszufiltern" (JAEKEL 2018:114).
Die Verknüpfung der Daten zur Erstellung von Metadaten ergibt den digitalen Zwilling, den Avatar. Ein Datenschutz widerspräche dem Geschäftsmodell. Jaekel beschreibt den bereits stattfindenden Datenklau als Vorbild für die kommunalen Möglichkeiten:
- "Die Daten (in strukturierter und unstrukturierter Form) entstehen in allen Handlungsfeldern einer Smart City. Die Daten werden über das Internet miteinander vernetzt und verteilt ... Verbindungsdaten, Zugriffsstatistiken auf Webseiten, Logistikdaten über RFID-Sensoren, Verbrauchsdaten (Energieversorger, Stadtwerke etc.), Überweisungsdaten (Banken), Verschreibungsdaten (Gesundheitswirtschaft), Simulationsdaten (Unternehmen) sowie wissenschaftliche Daten. So erzeugt der Datenhändler Acxiom Daten über 500 Mio. Konsumentenprofile, darunter 44 Mio. aus Deutschland. Dazu kategorisiert Acxiom in Deutschland die Bevölkerung in 14 Hauptgruppen. Beispiele: Alleinerziehend & statusarm, Midlife-Single & gut situiert, Goldener Ruhestand & aktiv und so weiter. Die Kategorisierung wird weitergetrieben und es entstehen so bis zu 214 Untergruppierungen. Neben dem Namen und den aktuellen kompletten Adressen werden auch die vorherige Adresse, E-Mail-Adresse, Geburtstag, Geschlecht, Anzahl der Kinder, beruflicher Status, finanzielle Situation, Bonität, Haushaltseinkommen sowie weitere Merkmale von über 44 Mio. Konsumentenprofilen in Deutschland zusammengetragen und ausgewertet" (JAEKEL 2018: S. 121).
Wie befragten Prof. Ralf Lankau (HS Offenburg), IT-Experte, zur Seriosität der Versicherungen, dass der Datenschutz eingehalten werde und zur Schüler-ID, mit der Bildungsbiographien optimiert werden sollen. Die Risiken einer Schüler ID, die in Baden-Württemberg und anderen Bundesländern derzeit eingeführt wird, kommentiert Lankau so (Mail, Dez. 2025):
- "Die BW-Schüler-ID ist keine Initiative der KMK, sondern ursprünglich von SAP und dem Hasso-Plattner-Institut (HPI) unter dem Titel Schulcloud, heute dBildungscloud (https://dbildungscloud.de/), initiiert zum DigitalPakt Schule I, dort bereits mit Parametern wie Zentralisierung der Datenhaltung und inklusive Daten aus der Berufsausbildung, dem Studium und der Weiterbildung - als Information (auch) für Arbeitgeber. Das steht zwar nicht explizit im HPI-Papier, aber wer die Logik der IT (und Datenwirtschaft) kennt, weiß, dass bei Bewerbungen dieser Bildungsverlauf mit eingereicht werden muss, um nicht sofort und automatisiert aussortiert zu werden."
- "IT-Systeme funktionieren nur optimal, wenn sie datenmaximiert, monopolisiert und zentralisiert sind. Das ist IT-Logik, keine Pädagogik. Richtig gruselig (und verantwortungslos) wird es, wenn man daran denkt, dass die derzeit agierenden Parteien digitale Systeme mit sehr persönlichen Daten und Bildungsbiografien aufbauen, die bei einer auch in Deutschland möglichen Beteiligung extremistischer Parteien in die Hände von autoritären Akteuren geraten können (Elon Musk hat z.B. als erste Aktion alle Personaldaten von allen Beschäftigten der US-Behörden kopiert).
- Dazu kommt: Anonymisierung bzw. Pseudonymisierung sind eine Farce, jeder Datensatz kann mit mehr oder weniger Aufwand re-personalisiert werden, wie Studien mit Gesundheitsdaten aus den USA zeigen. Aber offenbar ist das Ziel - datengestütze Schulentwicklung - wichtiger als eine nüchterne Analyse, wem die Datafizierung von (Lern)Biographien und die Steuerung von Bildungseinrichtungen durch IT-Monitoring wirklich nutzt und was das Ziel ist: Automatisierung durch KI. In den USA gibt es erste Schulen ohne Lehrkräfte, die Bots übernehmen (und selektieren)."
Ohne vernebelnde Textbausteine legte der HPI-Chef Christian Meinel die Ziele der von SAP und dem Hasso-Plattner-Institut (HPI) entwickelten Schulcloud, heute dBildungscloud (https://dbildungscloud.de/), in der die IDs abgelegt sind, dar. Es lohnt sich, seinen Artikel zu lesen: MEINEL, C (2017): Eine Vision für die Zukunft digitaler Bildung, Online: https://hochschulforumdigitalisierung.de/de/blog/christoph-meinel-hpi-visionzukunft-digitale-bildung
Das Handbuch von Jaekel, die HPI-Bildungscloud und die politisch-ideologischen Hintergründe werden ausführlich analysiert in:
Peter Hensinger (2019): Der Smart City- und 5G-Hype. Kommunalpolitik zwischen Konzerninteressen, Technologiegläubigkeit und ökologischer Verantwortung, Bezug über den diagnose:funk online-Shop, s.u.
Peter Hensinger (2018): Die Ideologie der Digitalisierung. Auf dem Weg ins Digi-tal: der Hype der digitalen Selbstentmündigung und einige Auswirkungen auf die Psyche.
[3] Heribert Prantl schreibt weiter: „Wer kein Smartphone hat oder es nicht einigermaßen behände bedienen kann … der gerät schon heute ziemlich schnell an den Rand der Gesellschaft, der tut sich schon heute recht schwer, auch nur ein Bahnticket zu kaufen und seine Bankgeschäfte zu erledigen. Die Teilnahme am gesellschaftlichen Leben steht immer öfter unter Smartphone-Vorbehalt. Das alles wird nun noch staatlich forciert. Das klingt modern, ist aber undemokratisch. Es grenzt Millionen Menschen aus. Das irritiert nicht nur alte und sehr alte Menschen, die sich für ihre digitale Unerfahrenheit und ihre Unkenntnis genieren. Das empört auch ausgefuchste Technikkönner, die die Gefahren der Digitalität gut kennen und vor der damit verbundenen Überwacherei warnen.“
[4] Aus der Laudatio zum Smart City Big Brother Award: „Das „Smart City“-Konzept propagiert die „Safe City“: die mit Sensoren gepflasterte, total überwachte, ferngesteuerte und kommerzialisierte Stadt. „Smart Cities“ reduzieren Bürger auf ihre Eigenschaft als Konsumenten, machen Konsumenten zu datenliefernden Objekten und unsere Demokratie zu einer privatisierten Dienstleistung. Eine „Smart City“ ist die perfekte Verbindung des totalitären Überwachungsstaates aus George Orwells „1984“ und den normierten, nur scheinbar freien Konsumenten in Aldous Huxleys „Schöne Neue Welt“. Der Begriff „Smart City“ ist eine schillernd-bunte Wundertüte – er verspricht allen das, was sie hören wollen: Innovation und modernes Stadtmarketing, effiziente Verwaltung und Bürgerbeteiligung, Nachhaltigkeit und Klimaschutz, Sicherheit und Bequemlichkeit, für Autos grüne Welle und immer einen freier Parkplatz. Angefangen hat das 2008 mit IBM und ihrem Werbeslogan vom „Smarter Planet“, mit dem sie sagen wollten, dass sie unseren Planeten „schlauer“ machen können. Im Business tummeln sich inzwischen eine Menge weiterer Firmen, die ihre Dienstleistungen an Städte verkaufen wollen, zum Beispiel Siemens, Microsoft, Cisco, Huawei, Hitachi und Osram.“
Big Brother Award 208 / Laudatorin: Rena Tangens, Quelle: https://bigbrotherawards.de/2018/pr-marketing-smart-city
[5] Frank Schirrmacher (2014): Ego, Seite 101 ff.
[6] Heise-Online (10.11.2025): Philosoph: KI ist kein Werkzeug, sondern ein Machtinstrument, https://www.heise.de/news/Philosoph-KI-ist-kein-Werkzeug-sondern-ein-Machtinstrument-11071893.html
In seinem Buch "Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus" schreibt Mühlhoff zu den Fortschrittsnarrativen, mit denen die Ziele und Folgen von KI vernebelt werden:
- "Sie ignorieren dabei die massiven Probleme, die KI-Anwendungen bereits heute verursachen, sei es strukturelle Diskriminierung, Verstärkung sozialer Ungleichheit, Ausbau globaler Überwachung, Aushöhlung der Privatsphäre, algorithmische Verzerrung demokratischer Öffentlichkeiten und manipulative Eingriffe in politische Prozesse und Meinungsbildung. Besonders gravierend sind KI-gestützte Systeme zur Verhaltensvorhersage und Kategorisierung von Menschen." (S.68)
[7] Insbesondere das Internet der Dinge (IoT) ist ein enormer Stromfresser. In einer aktuellen Pressemitteilung der Scientists for Future heißt es:
- „Wenn das Internet ein Land wäre, stünde es beim Stromverbrauch und beim CO₂-Ausstoß weltweit an dritter Stelle – gleich hinter China und den USA“, sagte Beyer. Gemeint ist damit der kombinierte Energiebedarf von Serverfarmen, Rechenzentren, Kommunikationsnetzen, Endgeräten und der gesamten digitalen Lieferkette. Die Emissionen entstehen dabei sowohl direkt durch Stromverbrauch als auch indirekt durch Herstellung, Transport und Entsorgung digitaler Geräte. Laut Schätzungen verursachte die globale Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) im Jahr 2020 bereits rund 4 Prozent der weltweiten CO₂-Emissionen – Tendenz steigend. Durch immer leistungsfähigere Geräte, höhere Datenmengen, permanente Onlineverfügbarkeit und steigende Nutzerzahlen wächst der Energiehunger des Internets exponentiell … Besonders kritisch sei die rasante Entwicklung im Bereich Künstliche Intelligenz (KI). Schon das Training großer Sprachmodelle wie GPT oder Bildgeneratoren verschlingt immense Energiemengen – teilweise Millionen Kilowattstunden pro Modell. Und auch der laufende Betrieb dieser Systeme ist alles andere als klimaneutral: Jede einzelne Nutzung, ob Chatbots, automatisierte Übersetzungen oder intelligente Suchanfragen, verursacht Rechenlast und damit Stromverbrauch in Rechenzentren weltweit. Beyer warnte eindrücklich: „Künstliche Intelligenz wirkt wie ein Brandbeschleuniger für den digitalen CO₂-Ausstoß. Je breiter die Anwendungen in Alltag und Wirtschaft eingesetzt werden, desto größer der ökologische Fußabdruck – und das oft völlig unbemerkt von den Nutzern.” https://www.diagnose-funk.org/aktuelles/artikel-archiv/detail&newsid=2234
Siehe dazu auch Teil III dieser Smart City Artikelserie zur Greepeace-Studie "Umweltauswirkungen Künstlicher Intelligenz".
[8] Beide Studien stehen zum Download auf https://diagnose-funk.org/aktuelles/artikel-archiv/detail&newsid=1752
[9] Informationsstelle Militarisierung: Das Militär als Triebkraft des 5G-Ausbaus: „Wer nicht digitalisiert, verliert." https://www.diagnose-funk.org/aktuelles/artikel-archiv/detail?newsid=1815
US-Militär: Einsatzzentrum EMS (Elektromagnetisches Spektrum) gegründet. Die Großmächte konkurrieren um die Kontrolle des EMS und der Frequenzen, https://www.diagnose-funk.org/aktuelles/artikel-archiv/detail?newsid=1996
Friedensdemos am 3. Oktober in Berlin und Stuttgart. Rüstungsfirmen entwickeln ein 5G-Kriegsnetz, https://www.diagnose-funk.org/aktuelles/artikel-archiv/detail?newsid=2261
[10] https://s-oe-s.de/2023/11/28/fragen-zur-smart-city-von-stuttgarter-umweltverbaenden/