Aus dem Editorial. Es gibt nur selten Schwarz und Weiß, vielmehr gibt es zahlreiche Grautöne. Ein Beispiel ist unser aktuelles Titelthema „Gesundheit im digitalen Zeitalter“. Einerseits vereinfacht die Digitalisierung mein berufliches Dasein erheblich. Ich kann aktuelle Informationen einfach per Mail abrufen oder versenden. Für Recherchen muss ich nicht mehr in Archiven und Bibliotheken stöbern oder bei Organisationen und Verbänden nachfragen – ich gehe ins Internet. Auf der anderen Seite schafft die Digitalisierung aber auch Probleme, die wir heute nur ansatzweise erahnen – Stichwort: Künstliche Intelligenz. In der medizinischen Welt gibt es auch hier sicherlich viele Grautöne. In der Kommunikation tendiert das Thema aus meiner Sicht zunehmend in Richtung Schwarz. Wenn ich nicht mehr weiß, ob ein Mensch in einem Video die Aussagen, die augenscheinlich aus seinem Mund kommen, selbst sagt, finde ich das durchaus irritierend – um es neutral auszudrücken.
Und natürlich ruft die Digitalisierung auch gesundheitliche Beschwerden hervor – zum Beispiel trockene Augen durch Bildschirmarbeit, wie Dr. Michaela Döll in ihrem Beitrag beschreibt. Die kognitive und emotionale Beeinträchtigung, die durch exzessive Bildschirmnutzung insbesondere bei Kindern entsteht, beschreibt Dr. Karen Grafen sehr anschaulich. Wie sich Smartphone & Co. auf unseren Gehirnstoffwechsel auswirken, erläutert darüber hinaus Peter Hensinger.
Stress durch ständige Erreichbarkeit ist ein weiterer Nachteil der Digitalisierung. Unser Autor Abbas Schirmohammadi schrieb kürzlich in seiner E-Mail-Abwesenheitsnotiz: „ …Ich habe innerhalb mei- nes Urlaubs eine PC-freie Erholungszeit…“ Was er darüber hinaus gegen Stress empfiehlt, erfahren Sie in seinem Artikel. Stress kann zudem die Ursache für Angststörungen sein. Wie Arzneipflanzen Ängste effektiv lindern können, erklärt Sabine Ritter. Wenn Müdigkeit, Leistungsschwäche und Antriebslosigkeit den Alltag beherrschen, können sowohl psychische als auch physische Faktoren eine Rolle spielen.

