Ein notwendiger Schnitt: Warum Australiens Social-Media-Verbot richtig ist

Bundesregierung macht weiter einen Eiertanz
Australien wagt einen Schritt, den Deutschland bislang scheut: Ein konsequentes Verbot sozial sich nur nennender Medien für Kinder und Jugendliche. Das Gesetz trat am 10. Dezember 2025 in Kraft und verbietet Kindern und Jugendlichen unter 16 Jahren die Nutzung bestimmter Social-Media-Plattformen wie Instagram, TikTok und Snapchat. In einem Brief an die deutsche Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) kritisiert diagnose:funk die Zusammensetzung der Kommission, die Leitlinien zur Mediennutzung für Kitas und Schulen in Deutschland ausarbeiten soll.
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Australiens Premierminister Anthony Albanese brachte die Motivation seiner Regierung auf den Punkt. Man habe es bei Social Media nicht mit harmloser Unterhaltung zu tun, sondern mit einem System, das Kinder gezielt überfordere und manipuliere."Wir wissen, dass soziale Medien sozialen Schaden anrichten“, sagte Albanese laut Tagesschau und stellte klar, dass der Staat nicht länger zusehen dürfe, wie Konzerne mit der Aufmerksamkeit und psychischen Gesundheit junger Menschen Profite erzielten. Die Neurobiologin Dr. Keren Grafen beschrieb in ihrem Vortrag auf der Tagung der EGKU (Europäische Gesellschaft für klinische Umweltmedizin) die dramatische Situation:

  • "Brain rot. Ein Begriff, der provokant klingt – und doch beschreibt er erschreckend präzise, was ich täglich in meiner Praxis sehe: eine Verrottung neuronaler Strukturen, ausgelöst durch übermäßige, algorithmisch gesteuerte digitale Reize. Kein Wunder, dass Oxford Languages 2024 genau dieses Wort zum Word of the Year gekürt hat. Es verweist auf die kognitive und emotionale Beeinträchtigung, die durch exzessive Bildschirmnutzung, gerade bei Kindern, entsteht. Denn zum ersten Mal in der Geschichte wachsen Kinder so auf, dass sie permanent und intensiv digitalen Reizen ausgesetzt sind. Smartphones, Tablets, soziale Netzwerke – längst keine Werkzeuge mehr. Sie sind digitale Lebensräume, in denen Kindheit heute stattfindet.
  • Und die Frage, die wir uns alle stellen müssen, ist nicht nur medizinisch oder pädagogisch, sondern gesellschaftlich: Was geschieht mit einem Gehirn, das statt durch direkte Erfahrung, Berührung, Bewegung und sozialen Austausch durch zweidimensionale, algorithmisch gesteuerte Stimuli reift? Wenn Likes, schnelle Bildfolgen und Swipen die Wahrnehmung, das Denken und das Fühlen dominieren – dann verändert sich nicht nur die Architektur des Gehirns, dann verändert sich auch die Grundlage dessen, was wir als unser „Selbst“ begreifen."

 

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Die Medienberichterstattung dreht sich: Schäden fürs Leben drohen!

Bis vor einem Jahr propagierten die meisten deutschen Leitmedien noch, dass die frühe Mediennutzung zur fortschrittlichen Erziehung gehöre und polemisierten gegen die Kritiker. Der Berliner Tagesspiegel brachte nun eine geradezu vorbildliche Analyse. Unter der Überschrift „Wie Bildschirmmedien Kindern schaden“ schreibt die Autorin Anna Pannen: „Viele Eltern beruhigen ihr Kleinkind mit Tablet oder Handy. Experten warnen, dass dadurch Schäden fürs Leben drohen.“ Dann berichtet sie aus einem sozialpädiatrischen Zentrum in Berlin:

  • „Khalid wirkt nervös. Wie ein gefangenes Tier stromert der Fünfjährige durch den Raum, in dem er heute eine Stunde Musiktherapie absolvieren soll: ein bunt dekoriertes Zimmer in Berlin-Wilmersdorf. Als Zuñiga Alvarez ihm einen Trommelstab und ein Tamburin anbietet, steckt Khalid den Stab in den Mund. Er lutscht daran und wirft ihn dann achtlos beiseite. Die kognitive, sprachliche und emotionale Reife des Fünfährigen seien stark verzögert, erklärt die ärztliche Leiterin des Zentrums, Katrin Klöpper ... Der Junge spielt nicht, spricht nicht, reagiert kaum auf Ansprache … Klöpper und ihr Team sind überzeugt, dass der Junge gesund zur Welt kam – und seine Behinderung später erwarb. Der Grund: exzessiver Medienkonsum in den ersten Lebensjahren.
  • Ärztin Klöpper warnt: „Das bunte Treiben auf dem Bildschirm bindet die Aufmerksamkeit kleiner Kinder so stark, dass sie darüber alles vergessen. Sie bewegen sich nicht, spielen nicht, lernen nicht. Sie verpassen Hunderte Gelegenheiten, soziale Interaktion zu üben.“ Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von „sensorischer Deprivation“: einem Mangel an visueller, akustischer und taktiler Stimulation, der zu verzögerter geistiger und sprachlicher Entwicklung führt. Und dessen Folgen kaum umzukehren sind. So wie bei Khalid.“

Von dieser dramatischen sensorischen Verarmung berichtet auch die Linzer Kinderärztin Dr. Arnika Thiede in einem Interview "Sie können Handys bedienen, aber nicht mit Besteck essen".

 

"Lobby hat kein Interesse, Kinder als Konsumenten zu verlieren" (Dr. Uwe Büsching)

Gesundheitsbehörden und Staat haben bisher diese Schädigung einer ganzen Generation zugelassen, obwohl die Wissenschaft sie seit 20 Jahren prognostizierte. Die Tagesspiegelautorin fragt:

  • „Wenn das tatsächlich so ist – wieso ist dann in der Öffentlichkeit nicht mehr darüber bekannt? Warum gibt es Youtube-Kanäle, die sich an Babys richten? Wieso können Eltern Tablet-Halterungen für Kinderwagen im Fachhandel erwerben – wobei ihnen durch Werbung suggeriert wird, dass sie ihrem Kind damit sogar etwas Gutes tun?“
  • „Nachfrage beim Bundesfamilienministerium. Ist man sich dort des Problems bewusst? „Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die negativen Auswirkungen übermäßiger Bildschirmzeit bei Kindern nehmen wir sehr ernst“, lautet die offizielle Antwort. Sollten dann nicht Warnhinweise vor Kinderserien eingeblendet werden? Oder auf der Verpackung von Tablets kleben? Das Ministerium verweist hier auf die „Verantwortung der Eltern“. Es gebe Initiativen, bei denen sie sich informieren könnten, erklärt eine Sprecherin.““

Schul- und Kinderärzte schlagen Alarm und kritisieren dieses Abschieben der Verantwortung durch die Bundesregierung unter dem Einfluss der IT-Branche. Der Tagesspiegel schreibt:

  • „Klöpper zufolge ist viel zu wenig bekannt, wie schädlich Bildschirmmedien wirklich sind. „Wir brauchen dringend mehr aktive Aufklärung von Eltern, die auch diejenigen erreicht, die sich nicht von selbst mit dem Thema befassen.“ … Kinder wie Khalid werden vermutlich nie selbstständig leben können oder dem ersten Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, prognostiziert Klöpper."
  • „Auch Kinderarzt Uwe Büsching kritisiert, dass die Gefahren frühen Bildschirmmedien-Konsums nicht besser kommuniziert werden, etwa durch Plakatkampagnen. Büsching saß jahrelang im Vorstand des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). 2017 leitete er die durch das Bundesgesundheitsministerium geförderte BLIKK-Studie (Link 1, Link 2) zu gesundheitlichen Risiken übermäßigen Medienkonsums. Die ergab, dass schon 30 Minuten Bildschirmzeit pro Tag bei Kindern unter drei Jahren mit einer um 25 Prozent erhöhten Wahrscheinlichkeit für Sprachstörungen im Vorschulalter einhergehen. „Handys funktionieren als Babysitter hervorragend, schaden kleinen Kindern aber enorm“, sagt der Arzt. Er hätte im Anschluss gerne weitere Studien zu den Schäden durch frühen Medienkonsum durchgeführt. „Wir haben dafür aber keine Finanzierung bekommen. Meiner Auffassung nach gibt es eine starke Lobby, die kein Interesse daran hat, Kinder als Konsumenten zu verlieren.“"

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Bild: Keren Grafen

"BRAIN ROT ...

... - ein Begriff, der provokant klingt, und doch beschreibt er erschreckend präzise, was ich täglich in meiner Praxis sehe: eine Verrottung neuronaler Strukturen, ausgelöst durch übermäßige, algorithmisch gesteuerte digitale Reize ... dann verändert sich nicht nur die Architektur des Gehirns, dann verändert sich auch die Grundlage dessen, was wir als unser „Selbst“ begreifen." (Dr. Keren Grafen)

Auf der 23. Umweltmedizinischen Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für klinische Umweltmedizin e.V. (EGKU) gab es zwei Vorträge, die die negativen biologischen Auswirkungen digitaler Medien auf die Gehirnentwicklung von Kindern analysierten:

Dr. Keren Grafen: „Auswirkungen einer digitalisierten Kindheit auf die kognitive und emotionale Reifung des Gehirns“.  Download >>> Vortrag und >>>Power Point

Peter Hensinger: „Wirkungen der elektromagnetischen Felder des Mobilfunks auf den Gehirnstoffwechsel“. Download >>> Vortrag und >>>Power Point

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Bilder: privat

Im Appell der 75 Experten an die Bundesregierung wird ein Konzept der Erziehung zur Medienmündigkeit vorgeschlagen. Im Bild die Initiatoren des Appells: Dr. Uwe Büschung, Mario Gerwig, Peter Hensinger MA, Prof. Ralf Lankau, Prof. Manfred Spitzer, Prof. Klaus Zierer 

Koalitionsvertrag und Smart-City-Konzepte – Programm der IT Lobby

Diese Schäden beschränken sich nicht auf Kleinkinder, sondern betreffen auch Jugendliche, denn die Reifung des Gehirns ist erst ab dem 20. Lebensjahr abgeschlossen. Die Bundesregierung ignoriert das und will die Digital-Only-Gesellschaft und den Digitalpakt 2.0 für Schulen verwirklichen. Dafür soll jeder Schüler ein Tablet bekommen. In den Smart-City-Konzepten der Kommunen wird die weitere Digitalisierung von KiTas und Schulen geplant. In ihrem Appell an die Bundesregierung im März 2025 haben 75 Experten einen Stopp dieser Digitalisierungspläne gefordert und ein umfassendes Konzept für eine Erziehung zur Medienmündigkeit vorgeschlagen. Bis heute hat die Bundesregierung nicht geantwortet.

 

Titel:Reclam-Verlag

Gefahr für Demokratie und kritisches Denken

Über die individuellen Folgen hinaus bedrohen soziale Medien demokratische Strukturen. Sie begünstigen einfache, emotionale Botschaften, Polarisierung und populistische Mobilisierung. Komplexe Zusammenhänge lassen sich in fünf oder sieben Sekunden kaum vermitteln – wohl aber Feindbilder und moralische Empörung. Studien zeigen statistische Zusammenhänge zwischen intensiver Social-Media-Nutzung und wachsender Anfälligkeit für antidemokratische populistische Narrative. Der Philosoph Rainer Mühlhoff hat diese Entwicklung in seinem Reclam-Heft „Künstliche Intelligenz und der neue Faschismus“ anhand der Entwicklung in den USA analysiert. Er warnt davor, dass die AfD dies als Blaupause für ihr zukünftiges Regieren sieht (s. ausführlich diagnose:funk/2298). Wenn kritisches Denken verlernt wird, weil permanente digitale Reizüberflutung und Ablenkung tiefes Lesen und konzentrierte Analyse verdrängt, dann ist das kein privates Problem mehr, sondern eine politische Herausforderung. Genau hier setzt das australische Verbot an.

Ein mutiges Vorbild

Australien handelt dort, wo hier noch diskutiert und relativiert wird. Das Verbot ist kein Angriff auf die Freiheit, sondern ein Schutzschild für Kinder, Bildung und Demokratie. Es anerkennt, dass der Markt dieses Problem nicht lösen kann – weil er selbst dessen Ursache ist. Australien zieht nun die Konsequenzen. Das ist nicht autoritär, sondern verantwortungsvoll.

 

Bundesbildungsministerin Karien Prien (CDU)Bild: Bundesregierung_Jesco_Denzel

Brief von diagnose:funk an die Bundesregierung: Expertenkommission - wo bleibt die Meinungsvielfalt?

Die Bundesbildungsministerin Karin Prien hat eine Expertenkommission eingesetzt, die Vorschläge für die Regelung des Einsatzes digitaler Medien und Social Media von Kindern und Jugendlichen erarbeiten soll. Wir haben der Ministerin einen Brief geschrieben, in dem wir die Zusammensetzung der Kommission kritisieren. Er wurde am 10.10.2025 per Mail und Post versandt. Bis heute (12.12.2025) kam keine Antwort.

 

 

An Frau Bundesbildungsministerin Karin Prien, 10.10.2025

Sehr geehrte Frau Bundesbildungsministerin Karin Prien,

wir begrüßen es sehr, dass seit Ihrem Amtsantritt und durch Ihre Initiative das Thema Kinder und digitale Medien öffentlich diskutiert und eine Expertengruppe berufen wurde, die Leitlinien für die Regulierung der Nutzung in KiTas und Schulen erarbeiten soll. Allerdings können wir die Zusammensetzung des Gremiums nicht nachvollziehen. Es müsste aus ExpertInnen bestehen, die über die körperliche und geistige Entwicklung von Kindern und Jugendlichen forschen und/oder auch direkte erzieherische Erfahrung haben. Das sind v.a. ExpertInnen aus der Pädagogik und Didaktik, Kinder- und Jugendmedizin und -Psychologie und Neurobiologie, die in den letzten 15 Jahren durch Primärforschung und zusammenfassende Publikationen dieses Thema behandelt haben. Auch Vertreter der Lehrerverbände müssten einbezogen sein. Die wenigsten der von Ihnen berufenen ExpertInnen haben Lösungskonzepte nachzuweisen.

Wie ist es zu begründen, dass Wissenschaftler, die schon früh auf die negativen Auswirkungen durch Publikationen hinwiesen und sich zivilgesellschaftlich aktiv einsetzten, nicht vertreten sind, wie z.B. Prof. Manfred Spitzer, Psychologe, der seit Jahren vor den Folgen dysfunktionaler Bildschirmmediennutzung warnt, die Waldorfpädagogen Professores Paula Bleckmann / Edwin Hübner u.a., die alternative Konzepte der IT-Didaktik entwickelten, Dr. Uwe Büsching, Mitautor der Blikk Studie, Berufsverband Kinder- und Jugendärzte, Hon. Prof. Dr. Christoph Möller, Chefarzt der Abteilung für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Hannover, der zu Internet- und Computersucht forscht, Prof. Martin Korte und Prof. Gertraud-Teuchert-Noodt (Neurobiologie), Prof. Ralf Lankau (Digitaldesign und Ethik), Prof. Dr. Rainer Mühlhoff, Philosoph und Mathematiker oder Frau Prof’in Dr. Alena Buyx (Ethikrat) als ausgewiesene Ethiker.

Nicht berücksichtigt sind auch ExpertInnen aus der Initiative „Bildung und digitaler Kapitalismus“  (https://bildung-und-digitaler-kapitalismus.de/ ), die die ökonomischen Hintergründe von IT und KI erarbeiten, Kolleginnen und Kollegen, die die "Leitlinie zur Prävention dysregulierten Bildschirmmediengebrauchs in Kindheit und Jugend“ (2023) verfasst haben und Verfasser des Appells der 75 Experten „Humane und emanzipierende Bildungspolitik vs. digitale Transformation“. Die Kommission könnte auf bereits vorliegende Konzepte einer Erziehung zur Medienmündigkeit von diesen Expertengruppen zurückgreifen.

Sie, Frau Ministerin Prien, werden in der Tageschau zitiert: "Wenn die AfD den Bundeskanzler stellt, dann werde ich sicherlich vorher Deutschland verlassen. Das wäre nicht mehr mein Land." Wie Trump wird die AfD die Opposition unterdrücken und dabei zur Identifikation auf digitale Profile zurückgreifen. Im Koalitionsvertrag ist aber eine Schüler-ID verbindlich festgelegt, die in eine Bürger-ID übergehen soll. Damit wird der gläserne Bürger verwirklicht. Der Chaos Computer Club (CCC) kommentierte: „In der Folge liefert das (Koalitions-) Papier ein Diktaturbesteck, schlüsselfertig und maßgeschneidert. Die Folgeregierung leckt sich schon die repressionsfreudigen Klauen.“ Ein Vertreter des CCC oder von netzpolitik.org sollte in die Kommission berufen werden.

Ohne die Integrität der durch Sie berufenen Wissenschaftler in Frage zu stellen, dieses Gremium in seiner Zusammensetzung spiegelt nicht den Stand der Forschung wider und verkürzt auf bekannte Positionen. Gerade für den Bildungsbereich muss diese Kommission aber deutlich breiter und gezielt interdisziplinär besetzt sein, vor allem mit digitalkritischen Positionen und konkreten Alternativkonzepten für eine zukunftsorientierte und digital souveräne Fachdidaktik Pädagogik. Andernfalls werden die Fehler wiederholt, die bei IT in Schulen seit mehr als 40 Jahren wiederholt werden. Wir bitten Sie, das Gremium durch entsprechend qualifizierte ExpertInnen und vor allem kontroverse Positionen zu ergänzen.

In Erwartung Ihrer Antwort

Mit freundlichen Grüßen

i.A. Peter Hensinger

Vorstand diagnose:funk

Publikation zum Thema

Bild:diagnose:funk
1. Auflage 2025Format: A5Seitenanzahl: 32, Preis 2,50 Euro (Mitglieder 1,50 Euro) Veröffentlicht am: 30.09.2025 Bestellnr.: 105Sprache: deutschHerausgeber: diagnose:funk

Ratgeber 5: Kinder und Jugendliche in digitalen Zeiten - stark und selbstbestimmt

So fördern Sie die gesunde Entwicklung Ihres Kindes
Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Inzwischen zweifelt niemand mehr: Smartphones und soziale Medien können Kindern und Jugendlichen massiv schaden. Was können Eltern und Schulen tun? Eine pädagogische Herausforderung. Sie ist lösbar. Kurz, konkret und verständlich hilft dabei unser neuer Ratgeber. Der Ratgeber zeigt auf, warum Kinder in erster Linie vielfältige analoge Erfahrungen brauchen – Bewegung, Natur, kreative Aktivitäten und echte soziale Begegnungen. Digitale Medien können diese wertvollen Erlebnisse nicht ersetzen, sondern nehmen nur Zeit, die Kindern für ihre natürliche Entwicklung fehlt. Besonders in den ersten Lebensjahren sollten Bildschirme konsequent gemieden werden, da das Gehirn in dieser Phase am empfindlichsten ist. Zugleich macht die Broschüre Mut und bietet konkrete Hilfestellungen: Sie erklärt, ab welchem Alter Kinder langsam und begleitet an digitale Medien herangeführt werden können, wie Eltern klare Regeln setzen und den Medienkonsum sinnvoll begrenzen. Praktische Tipps für Alltagssituationen – vom Familienessen über den Kindergarten bis zum Grundschulalter – geben Orientierung, wie Medienerziehung verantwortungsvoll gelingt.
Format: DIN B5Seitenanzahl: 156 Veröffentlicht am: 20.05.2025 Bestellnr.: 111, Preis 16,90ISBN-10: 978-3-9820585-5-9Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:media

Gesund aufwachsen in der digitalen Medienwelt

Orientierungshilfe für Eltern und alle, die Kinder und Jugendliche begleiten.
Autor:
Hrsg. Michaela Glöckler
Inhalt:
Viele Beobachtungen und Studien von Experten zeigen, dass der zu frühe Kontakt von Kindern und Jugendlichen mit den neuen Medien mit erheblichen Risiken für ihre Entwicklung und ihre Gesundheit verbunden ist. Wir wissen heute: Erst wenn das Kind seine biologisch notwendigen Entwicklungsschritte in den verschiedenen Lebensabschnitten gut bewältigt hat, kann es die Fähigkeit zu einem kompetenten und selbstbestimmten Medienumgang entwickeln. Das Buch nimmt die übergeordnete Fragestellung auf, was Kinder bzw. Jugendliche für ihre gesunde Entwicklung in verschiedenen Entwicklungsphasen brauchen. Der pädagogische Standpunkt der Autoren versucht eine Balance aufzuzeigen zwischen den Wünschen der Kinder und Jugendlichen und den Einschränkungen, die als Vorsorgemaßnahmen zur Abwendung von Gefahren erforderlich sind.
Cover:diagnose:funk
Stand: 06.08.2025Format: A4Seitenanzahl: 44 Veröffentlicht am: 01.08.2025 Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Überblick Nr. 4: Wirkt Mobilfunk auf das Gehirn?


Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Der Überblick Nr. 4 gibt einen wissenschaftlich fundierten Überblick über die Auswirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder (HF-EMF), wie sie durch Mobilfunkgeräte und WLAN erzeugt werden, auf das sich entwickelnde kindliche Gehirn. Auf Basis von über 50 internationalen, peer-reviewten Studien werden molekularbiologische Mechanismen beschrieben, durch die Mobilfunkstrahlung in zentrale neurophysiologische Prozesse eingreift. Besonders betroffen ist der Hippocampus, der für Gedächtnis, Lernen und Raum-Zeit-Orientierung verantwortlich ist. Die Strahlung führt nachweislich zu einer Reduktion synaptischer Plastizität, einer verminderten Expression von Glutamatrezeptoren (insbesondere NMDA) sowie einer signifikanten Abnahme des Wachstumsfaktors BDNF. Diese Veränderungen beeinträchtigen die Reifung neuronaler Netzwerke und stören die Hirnaktivität durch eine Desynchronisation endogener Oszillationen. Weitere dokumentierte Effekte umfassen die Öffnung der Blut-Hirn-Schranke, oxidativen Stress, mitochondriale Schäden und kognitive Entwicklungsdefizite. Epidemiologische Studien weisen zusätzlich auf Zusammenhänge mit Verhaltensauffälligkeiten, Aufmerksamkeitsstörungen und emotionalen Dysregulationen hin. Angesichts der besonderen Vulnerabilität des kindlichen Gehirns fordert der Artikel die Anwendung des Vorsorgeprinzips in pädagogischen Einrichtungen und eine strahlenminimierte Gestaltung von Bildungsumgebungen. Die vorgelegten Ergebnisse belegen, dass die HF-EMF-Exposition als eigenständiger Risikofaktor in der Frühentwicklung ernst genommen werden muss.
Bild:diagnose:funk
aktuelle Version: 02.10.2025Format: A4Seitenanzahl: 24 Veröffentlicht am: 02.10.2025 Bestellnr.: 609Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Überblick Nr. 9: Digitale Bildung - Ausweg aus der Bildungskatastrophe?


Autor:
Peter Hensinger M.A.
Inhalt:
Wie kam es zur „Digitalen Bildung“ und im Schlepptau zur WLANisierung der Schulen? Diese Reform hat eine über 50-jährige Geschichte. Sie kumulierte im Jahr 2017 im Beschluss der Bundesregierung zum Digitalpakt Schule. Mit der „Digitalen Bildung“ sollen die Ziele der neoliberalen Vorstellungen des Homo Oekonomicus, des konditionier- und verwertbaren Menschen, erstmals verwirklicht werden. Das Datensammeln durch die digitalen Medien ist dazu die Voraussetzung. Dieser Hintergrund spielt in der Diskussion fast keine Rolle, obwohl Soziologen und Pädagogen wir Prof. Jochen Krautz und Prof. Richard Münch ihn schon frühzeitig analysierten. Selbst Lehrerverbände verfielen dem inszenierten Hype der digitalen Medien, beschäftigten sich nicht mit dem pädagogischen und ökonomischen Hintergrund. Man kann die Bildungskatastrophe und die Digitale Bildung nur verstehen, wenn man ihre Historie, die pädagogischen Theorien und die ökonomischen Interessen, die sie hervorbrachten, kennt. Von Pädagogen, die diese Hintergründe kennen, gibt es heute eine heftige Kritik und die Forderung nach einer pädagogischen Wende. Dieser Überblick stellt die Geschichte und aktuelle Debatte dar.
Artikel veröffentlicht:
12.12.2025
Autor:
diagnose:funk
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