"Wir müssen die Reißleine ziehen, es geht nicht anders. Unsere Kinder haben ein Recht auf ihre Kindheit, die müssen wir ihnen zurückgeben.“ Das erklärte Australiens demokratischer Ministerpräsident Anthony Albanese. TikTok, Snapchat, Reddit, X und Instagram werden für Kinder und Jugendliche in Australien bald nicht mehr verfügbar sein. Das Jugendschutzgesetz soll gegen Ende des Jahres in Kraft treten. Eine klare Mehrheit dafür steht: im Parlament sowie unter Australiens BürgerInnen.
Australien: Die Auswirkungen von dem, was Kinder sehen, sind verheerend!
5. März 2025 / aktualisiert: 20. März 2025 von Annika Ross
... denn Untersuchungen haben erschreckende Ergebnisse zu Tage gebracht. Zum Beispiel, dass schon fünfjährige Jungen süchtig nach Gewaltpornografie sind und siebenjährige Mädchen an Magersucht leiden, weil sie online wegen ihres Körpers schikaniert werden. Zu verheerend seien die Auswirkungen von dem, was Kindern auf Social Media zugänglich gemacht werde, so die australische Regierung.
Pädokriminelle Videos, Hardcore-Pornos, Frauenhass, rassistische und islamistische Verhetzungen, Propaganda, Fake News und: Influencer wie Andrew Tate. Tate ist ein britisch-amerikanischer Kickboxer und selbsternannter Frauenfeind, dem Menschenhandel und Vergewaltigung vorgeworfen werden. Er gilt als König toxischer Männlichkeit. Tate fantasiert über eine Vergewaltigungskultur, liefert archaische Männlichkeitsbotschaften: Stärke und Gewalt. Auf X hat der Influencer mehr als acht Millionen Follower. Australiens Premierminister Anthony Albanese dazu: „Mit dieser ungesunden Männlichkeit muss Schluss sein!“
SchülerInnen der Sekundarstufe werden in Australien ab sofort über Männer wie Tate aufgeklärt und darin unterrichtet, Frauenhass, Hassrede und Zwangskontrolle im Internet zu erkennen und sich gegen geschlechtsspezifisches Mobbing zu wehren.
Generell scheint Australien sensiblere Antennen für toxische Männlichkeit zu haben. Im Mai 2024 gingen dort tausende Frauen und auch Männer gegen die „Epidemie der Gewalt“ auf die Straße. Kurz zuvor hatte ein Mann in Sydney in einem Kaufhaus fünf Frauen erstochen.
Premier Albanese rief daraufhin eine „Nationale Krise“ wegen „toxischer Männlichkeit“ aus. Ad hoc beschlossen wurde ein Verbot von Deepfake-Pornografie und das Vorgehen gegen sogenannte „Manfluencer“ wie Andrew Tate.
Während Deutschland noch immer an einem verheißungsvollen Digitalpakt feilt, rudern andere Länder in Sachen Digitalisierung und Social Media längst zurück. Schweden beispielsweise hatte in den vergangenen Jahren einen hyperdigitalisierten Ansatz verfolgt, mit Tablets in nahezu jedem Klassenzimmer. Prompt sank das Leistungsniveau rapide. Nun werden 60 Millionen investiert: in Schulbücher. Zurück zum Papier lautet die Devise im hohen Norden. Die Klassenstufen 1 bis 9 sollen ab diesem Jahr handyfrei sein.





