Die Zeit ist reif für neue Grenzwerte

Mitgliedermagazin kompakt 2022-4 erschienen
Titelbild kompakt 2022-4Bild: diagnose:funk

Das Kartenhaus wankt

Vorwort von Jörn Gutbier, Vorstandsvorsitzender bei diagnose:funk

Liebe Leserinnen und Leser, liebe diagnose:funk Mitglieder

in diesem Kompakt berichten wir über ein bedeutendes Ereignis. Unabhängige Wissenschaftler und Medizinexperten haben die ICBE-EMF (International Commission on the Biological Effects of EMF) gegründet mit dem Ziel, Grenzwerte durchzusetzen, die Mensch und Natur schützen. Seit über 20 Jahren erleben wir, wie die vom industrienahen Lobbyverein ICNIRP durchgesetzten Grenzwerte höchste Strahlenbelastungen und damit die Geschäfte der Mobilfunkindustrie legitimieren. Die ICBE-EMF weist nach, dass die ICNIRP-Richtlinien auf 14 falschen Grundannahmen beruhen, sie seien „Schall und Rauch“.

Aber für viele Entscheidungsträger ist nach wie vor die Kernfrage: Ist die Mobilfunkstrahlung überhaupt gesundheitsschädlich? Von der Beantwortung dieser Frage hängt es ab, ob es überhaupt neue Grenzwerte braucht. Und sie wurde erneut beantwortet: Die STOA-Studie dokumentiert für Krebs und Fertilitätsstörungen, dass Krankheiten von der Strahlung ausgelöst werden können. Braucht es eigentlich noch mehr Beweise?

Mit einer Pressekampagne wurde 2022 versucht, die Studienlage zu verfälschen. Die UK Million Women Studie und die MOBI-Kids Studie hätten endgültig bewiesen, es gäbe keine Risiken. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) begleitete dies mit einer Verzerrung der Ergebnisse der MOBI-Kids Studie. Und die Vertreter der Bundesregierung übernehmen die hanebüchenen Textbausteine des BfS und antworten Abgeordneten, die STOA-Studie sei unwissenschaftlich und daher bedeutungslos. diagnose:funk hat in den oben genannten Fällen aufgedeckt, wie hier harte Fakten und besorgniserregende Ergebnisse verfälscht werden.

Stellten bisher vor allem unabhängige Wissenschaftler und mobilfunkkritische Organisationen dieses Kartenhaus der Legitimation von Industrieinteressen in Frage, so formulieren das jetzt Gremien der EU, wie der Technikfolgenausschuss STOA und der EWSA (Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss). Sie schlagen Regelungen vor, die schützen.

Technik sinnvoll nutzen!“, ist unser Claim. Daraus folgt: Verwende Deine Energie, um bessere Alternativen zu entwickeln. Dann vergeht das früher Bekämpfte von ganz allein. „Von ganz allein!?“ - wenn Fakten zählen würden! Doch die Industrielobby verhindert dies. Da muss also nachgeholfen werden. Und hier sind die Initiativen vor Ort gefragt. Politiker brauchen Alternativen und Handlungsoptionen. Wir haben die richtigen Vorschläge und Argumente, aber es bleibt eine Daueraufgabe: Machen Sie den Politikern die STOA-Studie und die EWSA-Stellungnahme bekannt. Wir müssen hartnäckig dranbleiben, diese Trümpfe ausspielen. Die wissenschaftlich fundierte Einsicht, dass diese Strahlung gesundheitsschädlich ist und es Alternativen für eine strahlungsminimierte Mobilfunkversorgung und neue risikolose optische Technologien gibt, muss bei den Entscheidungsträgern ankommen. Die konkreten Vorschläge der STOA-Studie erläutern wir in diesem Kompakt. Dafür stellen wir zwei Factsheets zu STOA und EWSA als Gesprächsgrundlage für Termine zur Verfügung. Das Kartenhaus fällt nicht von alleine. Helfen Sie mit, dass es bald einstürzt.

Inhalt des kompakt 2022-4

NEUES VON DIAGNOSE:FUNK

SEITE 04 | Neue Veröffentlichungen
SEITE 05 | Sekretariat neu besetzt / Webinar Staffel III
SEITE 06 | Nachruf auf Prof. Karl Hecht

INITIATIVEN UND AKTIVITÄTEN

SEITE 07 | Genehmigungsfrei?
SEITE 08 | Rechte der Kommunen einschränken-Nein!
SEITE 10 | Ärzte protestieren
SEITE 11 | Schweizer Minister verhindert Sendeanlage
SEITE 12 | Die Schweizer Safer-Phone Initiative

ELEKTROHYPERSENSIBILITÄT

SEITE 14 | Neues Buch: Die unerlaubte Krankheit
SEITE 15 | Interview mit Dr. C. Mästle

DIE STOA–STUDIE

SEITE 18 | Die politischen Forderungen der STOA-Studie

AUS DER FORSCHUNG

SEITE 26 | ElektrosmogReport 2022-4
SEITE 26 | Großprojekt 100 Studien abgeschlossen
SEITE 27 | Der Kampf um die Deutungshoheit
SEITE 28 | Kritik an 5G-Artikel: Aussagen entsprechen nicht dem Stand der Forschung
SEITE 29 | Musterschreiben für Leserbriefe

MOBILFUNK UND POLITIK

SEITE 30 | ICBE-EMF gegründet
SEITE 31 | Runder Tisch EMF

DIGITALISIERUNG UND KLIMA

SEITE 32 | TAB-Bericht Digitalisierung und Energie

VERBRAUCHERSCHUTZ

SEITE 34 | Resümee Funkzähler
SEITE 35 | Ratgeber Elektrosmog
SEITE 36 | DECT-Telefone

KINDER UND DIGITALE MEDIEN

SEITE 37 | Sydney: Handyverbot an Schule
SEITE 38 | Bildungskatastrophe – warum  eigentlich?

Rueckseite kompakt 2022-4_Weihnachtsbaumbeleuchtungdiagnose:funk / B. Adler

Publikation zum Thema

Titelbild kompakt 2022-4Bild: diagnose:funk
2022-4Format: DIN A4Seitenanzahl: 40 Veröffentlicht am: 05.12.2022 Bestellnr.: Ko2204Herausgeber: diagnose:funk

kompakt 2022 - 4

Die Zeit ist reif für neue Grenzwerte
Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Neue Veröffentlichungen | Sekretariat neu besetzt / Webinar Staffel III | Nachruf auf Prof. Karl Hecht | Genehmigungsfrei? | Rechte der Kommunen einschränken-Nein! | Ärzte protestieren | Schweizer Minister verhindert Sendeanlage | Die Schweizer Safer-Phone Initiative | Neues Buch: Die unerlaubte Krankheit | Interview mit Dr. C. Mästle | Die politischen Forderungen der STOA-Studie | ElektrosmogReport 2022-4 | Großprojekt 100 Studien abgeschlossen | Der Kampf um die Deutungshoheit | Kritik an Artikel zu 5G | Musterschreiben für Leserbriefe | ICBE-EMF gegründet | Runder Tisch EMF | TAB-Bericht Digitalisierung und Energie | Resümee Funkzähler | Ratgeber Elektrosmog | DECT-Telefone | Sydney: Handyverbot an Schule | Bildungskatastrophe – warum eigentlich?
Artikel veröffentlicht:
10.12.2022

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