Kein Sendebetrieb auf kirchl. Liegenschaften

Landeskirche verbietet Geschäfte mit Betreibern
Auf vielen Kirchtürmen sind Mobilfunkantennen installiert. Umso bemerkenswerter gibt sich daher die Positionierung der Erzdiözese Salzburg.

Erzbischof Dr. Alois Kothagasser verordnet in einer Schrift mit Titel "Haus des Lebens - Leitlinien zur Schöpfungsverantwortung" unter anderem, dass "auf kirchlichen Liegenschaften der Betrieb von Mobilfunksendeanlagen nicht genehmigt wird".

So heisst es unter folgendem Punkt:

7. Umwelt als Gesundheitsfaktor

Viele Umweltfaktoren betreffen auch die Gesundheit der Menschen, die an einem bestimmten Ort leben oder arbeiten. Die Sorge um die eigene Gesundheit und um die der Mitmenschen ist eine Folge aus dem Schöpfungsauftrag, mit dem Geschenk der Schöpfung achtsam umzugehen. Vor allem in zwei Bereichen sind gesundheitsrelevante Umweltbelastungen für die Erzdiözese von Bedeutung: in der Baubiologie, insbesondere auch durch die Einwirkung elektromagnetischer Felder, und im Verkehr. Die Belastung durch elektromagnetische Wellen wird zunehmend als gesundheitsbeeinträchtigender Faktor erkannt. In aktuellen Grenzwerten wird jedoch nicht auf Langzeitauswirkungen und besondere Sensibilitätsfaktoren (Alter, Krankheiten, angeborene und erworbene Sensibilität, . . .) eingegangen. Die katholische Kirche versteht sich als Anwalt der Schwächeren (in diesem Fall vor allem von Kindern, Alten und Kranken) und will sowohl durch Bewusstseinsbildung als auch durch konkrete Entscheidungen in ihren Einflussbereichen zum Schutz dieser Personengruppen eintreten. Für die Erzdiözese heißt das, dass Strahlenbelastungen vermieden bzw. reduziert werden. Feinstaubausstoß, Lärmbelastung und der unmäßige Energieverbrauch stellen die derzeitige Praxis der individualisierten Mobilität in Frage.

Baubiologie

Energiesparendes und ökologisches Bauen ist umzusetzen. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Bauamts werden ermutigt, sich mit Fachleuten anderer Betriebe und Organisationen sowie mit Landesstellen auszutauschen bzw. bestehende Netzwerke zu nutzen. Bei Neubauten und Renovierungen sollen baubiologische Erkenntnisse umgesetzt werden. Soweit möglich werden natürliche Materialien verwendet. Bei allen
Baustoffen ist auf die Wiederverwendbarkeit und Recyclierbarkeit zu achten. Insbesondere ist auf die weitgehende Vermeidung von PVC zu achten.

Elektromagnetische Felder

Elektrosmog ist, wo immer möglich, zu vermeiden und zu reduzieren. Auf kirchlichen Liegenschaften wird der Betrieb von Mobilfunksendeanlagen nicht genehmigt. DECT-Schnurlostelefone und WLAN-Netzwerke sind möglichst zu vermeiden.
Der Gebrauch von Handys im kirchlichen Dienst soll auf das unumgänglich notwendige Maß reduziert werden. Als Standardkommunikationsmittel sind Festnetztelefone und E-Mail zu nutzen. Zum Schutz der Gesundheit ist in kirchlichen Einrichtungen die Verwendung von Mobiltelefonen durch Kinder und Jugendliche – insbesondere durch Kinder unter 16 Jahren – zu thematisieren. In kirchlichen Schulen sind, soweit erforderlich, fixe Computerarbeitsplätze mit strahlungsarmen Monitoren (TCO-Standard) und geschirmten Kabeln Notebookklassen vorzuziehen.

Verkehr

Die Erzdiözese Salzburg verpflichtet sich, bei der Fahrzeugauswahl auf geringst mögliche Umweltauswirkungen zu achten (s. Kap. 5). Die Erzdiözese Salzburg steht auf der Seite aller durch den übermäßigen Verkehr Belasteten und will zur Bewusstseinsbildung
beitragen, welche Auswirkungen der Verkehrszuwachs für Anrainerinnen und Anrainer, vor allem auch für Kinder, hat. In diesem Zusammenhang unterstützt die Erzdiözese Salzburg ausdrücklich das Verkehrsprotokoll der Alpenkonvention. Pfarren und kirchliche Institutionen werden motiviert, sich an bewusstseinsbildenden Aktionen wie dem europaweiten autofreien Tag im September oder an der Aktion „Autofasten“ zu beteiligen.

Lesen Sie dazu die nebenstehenden Dokumente unter Downloads.

Artikel veröffentlicht:
12.05.2007
Autor:
diagnose:funk

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