24.06.2026
Wir informieren: Enzyklika von Papst Leo XIV vom 15. Mai 2026 MAGNIFICA HUMANITAS ÜBER DIE BEWAHRUNG DES MENSCHEN IM ZEITALTER DER KÜNSTLICHEN INTELLIGENZ (Teil 4 und Schluss)
Univ.-Prof. Dr. Klaus Zierer, Ordinarius für Schulpädagogik, Universität Augsburg hat eine hervorragende und treffende Pressemitteilung zur Enzyklika von Papst Leo XIV unter der Überschrift veröffentlicht:
"Menschlichkeit in den Mittelpunkt: Durch Bildung KI entwaffnen!"
Darin stellt er die grundlegenden Aspekte für eine humane Bildung dar. Heute kommt nun der
3. Aspekt. Er ist für eine humane Bildung unabdingbar.
(3) Schule und Familie als Orte der Bildung für das Individuum und die Gemeinschaft.
„Die Katholische Soziallehre ruft Familien, Schulen, christliche Gemeinschaften und öffentliche Einrichtungen zu einem erneuerten Bildungsbündnis auf. Dies konkretisiert sich, wenn die grundlegenden Prinzipien in Bildungsziele umgesetzt werden: Erziehung zur Nüchternheit und zu einem Sinn für Grenzen; Erziehung zur Anerkennung des Rechts anderer Menschen und künftiger Generationen, die Güter zu genießen, die uns gegeben sind oder die der menschliche Erfindergeist verfügbar macht; Erziehung zu Freiheit und Verantwortung; Erziehung zu einem Bewusstsein für Transzendenz und für das Gemeinwohl.“ (MH 147)
Die empiristische und technologische Hypertrophie hat die Schulen in eine schwere Krise gestürzt. Die PISA Studien zeigen das deutlich: Weltweit gehen die Lernleistungen zurück und verweisen auf eine globale Bildungskrise. Die KI-Besoffenheit von Bildungspolitik, Schulaufsicht und einem großen Teil der Erziehungswissenschaften wirkt derzeit wie ein Brandbeschleuniger nach Jahren des Zündelns mit dem Feuer der Digitalität, das bereits großen Schaden angerichtet hat. Das Haus der Schule muss neu gebaut werden. Sein Fundament ist ein personales Menschenbild – seine tragenden Wände sind Wissen und Können, Herz und Charakter (vgl. Art 131 Abs. 1 Bayerische Verfassung) – seine Fenster sind die Visionen „Frieden“, „Gerechtigkeit“ und „umfassende Nachhaltigkeit“ (auch das Werte, die in der Bayerischen Verfassung stehen, vgl. Art. 131 Abs. 2 und 3). Wir brauchen eine neue öffentliche Debatte über die Bildungs- und Erziehungsziele, die uns gerade in einer offenen und pluralistischen Gesellschaft wichtig sind. Schule und Familie sind die zentralen Orte für die nachwachsende Generation. Diese Orte leben von Werten, über die wir uns wieder austauschen müssen und die uns nicht von der KI vorgegeben werden dürfen. Dabei können wir uns an den Worten orientieren, die Papst Leo XIV. im Schlusskapitel seiner Enzyklika proklamatorisch, ja geradezu beschwörend formuliert:
- „Bleiben wir der Wahrheit treu!“ (MH 237)
- „Investieren wir in die Bildung, die bei uns selbst beginnt!“ (MH 238)
- „Pflegen wir Beziehungen!“ (MH 239)
- „Lieben wir die Gerechtigkeit und den Frieden!“ (MH 239)
Der Heilige Stuhl – Dikasterium für Kommunikation – Libreria Editrice Vaticana (2026): Enzyklika Magnifica humanitas des Heiligen Vaters Leo XIV. über die Bewahrung des Menschen im Zeitalter künstlicher Intelligenz (26.05.2026).“
(Quelle: https://die-pädagogische-wende.de/durch-bildung-ki-entwaffnen/)
Zierers Pressemitteilung muss aufrütteln. Sie macht deutlich: Pädagogik ist ein zwischenmenschlicher Prozess, zwischen Lehrern und Schülern sowie Schülern untereinander. Digitale Medien sind nur Werkzeuge, deren Funktionsweise verstanden und deren Allmächtigkeitsanspruch kritisch hinterfragt werden muss.
Schweden, Norwegen, Dänemark und Finnland waren Vorreiter der digitalen Bildung. Doch sie haben bereits 2023 ihren Kurs korrigiert, weil sie erkannten: Mehr Technologie führt nicht zu besserer Bildung. Denn Bildung ist etwas Lebendiges. Sie kann nur im analogen Unterricht wachsen. Denn Ziele sind dort: Fähigkeiten, Haltungen und Urteilsvermögen, in deren Mittelpunkt der Einzelne als Teil einer humanen Gesellschaft steht, die er mitbestimmt und mitgestaltet.
Kritikfähigkeit und Selbstbestimmung sind dafür unverzichtbar. Doch genau das können KI und ihre Förderer nicht leisten.

