Übersichtsarbeit zu Krebs bei Tieren durch HF-Strahlung ist die Nummer 1

Systematische Übersichtsarbeit, die auf Krebsrisiko hinweist, wurde im Jahr 2025 rund 28.000 Mal heruntergeladen
Microwave News
Studie Mevissen et al. (2025)

New York, 7. Mai 2026. Eine systematische Übersichtsarbeit, die auf Belege hinweist, dass die Exposition gegenüber HF-Strahlung bei Tieren Krebs verursacht, hat weltweit Aufmerksamkeit erregt.

Die Übersichtsarbeit, erstellt von einem achtköpfigen Team aus sechs Ländern unter der Leitung von Meike Mevissen von der Schweizer Universität Bern, wurde von der Weltgesundheitsorganisation in Genf in Auftrag gegeben. Sie wurde im vergangenen April in Environment International veröffentlicht. (Hier finden Sie einige Hintergrundinformationen.)

Vor einigen Tagen gaben die Herausgeber von Environment International bekannt, dass Mevissens Übersichtsarbeit der am häufigsten heruntergeladene Artikel der Zeitschrift im Jahr 2025 war. Laut Frederic Coulon, einem der drei Mitherausgeber der Zeitschrift, haben Leser insgesamt rund 28.000 PDF-Dateien und vollständige Artikel aufgerufen.

Claude, der KI-Assistent von Anthropic, bezeichnet 28.000 Downloads als „ziemlich beeindruckend“ und fügt hinzu, dass der Artikel von Mevissen damit zu den obersten 1–5 % aller heruntergeladenen wissenschaftlichen Artikel gehört.

Der Zweitplatzierte mit etwa 21.500 Downloads untersucht die Auswirkungen von Arzneimitteln und Körperpflegeprodukten auf Stoffwechselerkrankungen. Auf dem dritten Platz liegt ein Artikel über die gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung in China. Dieser verzeichnete weitaus weniger Aufrufe – nur 11.000 Downloads.

Laut Google Scholar wurde der Mevissen-Artikel bereits mindestens 35 Mal in anderen veröffentlichten Arbeiten zitiert.

Von BfS und ICNIRP kritisiert

Die Arbeit von Mevissen ist eine von 12 systematischen Übersichtsarbeiten zu hochfrequenter Strahlung, die für die WHO erstellt wurden. Die anderen äußerten sich weitaus zurückhaltender hinsichtlich eines möglichen Krebsrisikos. Es überrascht nicht, dass die Übersichtsarbeit von Mevissen die größte Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat – nicht alle davon mit positiven Reaktionen.

Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz, bekannt als BfS, war am kritischsten. Kurz nachdem die Arbeit online gestellt wurde, veröffentlichte die Behörde eine Erklärung, in der sie die Krebsfeststellung zurückwies. Später veröffentlichten vier Mitarbeiter der Behörde einen 14-seitigen Kommentar in Environment International, in dem sie zu dem Schluss kamen, dass ihre Analyse derselben Studien „in starkem Widerspruch“ zu der von Mevissen stehe (ihr Team antwortete).

Eine weitere Gruppe unter der Leitung des Australiers Ken Karipidis, dem stellvertretenden Vorsitzenden der ICNIRP, legte ihre eigene Kritik vor und bezeichnete Mevissens Analyse als „mangelhaft“ (auch hierauf antwortete Mevissen.)

Sowohl das BfS als auch die ICNIRP vertreten seit langem die Auffassung, dass HF-Strahlung bei Tieren oder Menschen nicht zu Krebs führt – ja, dass sie dies gar nicht kann. Das BfS ist der Hauptförderer der ICNIRP.

Andere haben Mevissens Ergebnisse bestätigt. Anfang dieses Jahres unterstützten Igor Belyaev und Suleyman Dasdag, zwei Mitglieder der ICBE-EMF, Mevissens Übersichtsarbeit in einem Leserbrief an die Zeitschrift. (Die ICBE-EMF wurde vor einigen Jahren gegründet, um der ICNIRP entgegenzuwirken.)

Mevissens Artikel sorgte Anfang dieses Jahres für Aufsehen – allerdings zu spät, um noch Einfluss auf die Downloadzahlen für 2025 zu haben –, als sie einem Schweizer Journalisten erzählte, dass die WHO versucht habe, die Arbeit ihres Teams zu manipulieren, offenbar in dem Bestreben, das angegebene Krebsrisiko herunterzuspielen. Siehe: „Sie haben uns ständig gesagt, was wir tun sollen.“ (>>> Deutsch)

Im vergangenen Herbst veröffentlichte die ICBE-EMF in der Zeitschrift Environmental Health eine vernichtende Kritik am systematischen Überprüfungsprogramm der WHO zu hochfrequenten Feldern. Siehe: „WHO bekommt eine ‚6‘ in Sachen hochfrequente Felder.“ (>>>Deutsch)

Abdruck mit frdl. Genehmigung von Louis Slesin, MicrowaveNews

Quelle: RF Animal Cancer Review Is #1

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Mehr Informationen zur Krebsdebatte

>>> Vor 10 Jahren: NTP-Studie weist Krebsrisiko von Mobilfunkstrahlung nach. Seit 20 Jahren: Der Industrie-Regulierungs-Komplex bestreitet Risiken

 

Artikelserie: 

www.diagnose-funk.org/krebsdebatte

Studien zur Genotoxizität auf unserer Datenbank EMF:data

Weitere aktuelle Artikel: 

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Im SPIEGEL vom 20.07.2019: Bundesamt für Strahlenschutz im Entwarnungsmodus. Wie das BfS versucht, wichtige Studien zu disqualifizieren, mit einem Vortrag von Fiorella Belpoggi zur Ramazzini-Studie, 27.09.2019 

Publikation zum Thema

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diagnose:funk
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Die Auseinandersetzung um die Deutungshoheit zu Risiken der Mobilfunkstrahlung

Über Kampagnen eines Kartells von Industrie, Bundesamt für Strahlenschutz und ICNIRP
Autor:
diagnose:funk
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Ob Mobilfunkstrahlung gesundheitsschädlich ist oder nicht, darüber wird nicht nur eine Wissenschaftsdebatte über Ergebnisse der Forschung geführt. Bei dieser Debatte geht es auch und vor allem um Produktvermarktung, in diesem Fall um das Milliardengeschäft einer Schlüsselindustrie. Dieser brennpunkt dokumentiert die Auseinandersetzung. Im Jahr 2022 gab es vier Entwarnungskampagnen, basierend auf vier Studien mit der Botschaft: Mobilfunkstrahlung ist unbedenklich für die Gesundheit, ein Krebsrisiko besteht nicht. Das beweise die MOBI-Kids-Studie, die bisher weltweit größte Studie zu Hirntumoren und Kinder. Mit der UK-Million Women Studie liege auch der Beweis für Erwachsene vor. In einem von ICNIRP-Mitglied Prof. M. Röösli verfassten Artikel zu 5G in der Zeitschrift Aktuelle Kardiologie bekamen gezielt Mediziner diese Botschaft übermittelt. Abgeordneten des deutschen Bundestages wird vom deutschen Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und dem Umweltministerium mitgeteilt, die STOA-Studie, die Schädigungen zu Krebs und Fertilität auswertet, sei unwissenschaftlich. Diagnose:funk nahm zu allen diesen Meldungen Stellung.
Artikel veröffentlicht:
08.05.2026
Autor:
Louis Slesin / MicrowaveNews
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