Die Telekom bat 2019 das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) auf dem 18. Runden Tisch EMF um Argumentationshilfe gegen den anschwellenden Protest gegen den 5G-Ausbau:
- „Herr Unger/Telekom berichtet über öffentliche Diskussionen bezüglich des 5G-Standards ... Herrn Unger zufolge sei eine klare, koordinierte Kommunikation des Bundes nötig, Länder und Kommunen bräuchten Unterstützung des Bundes.“ (Protokoll 18. RTEMF)
Auf Anregung der Industrie, so dokumentiert das Protokoll des 18. Runden Tisches weiter, wurde das KEMF (Kompetenzzentrum Elektromagnetische Felder) als Abteilung des BfS gegründet. Es organisierte dann für die Bundesregierung die Entwarnungskampagne ‚Deutschland spricht über 5G‘. Für diesen Flankenschutz bedankte sich auf dem 31. Runden Tisch EMF stellvertretend für die IT-Branche Kristofer Steinijans (Telekom):
- „Die Begleitung durch die Initiative ‚Deutschland spricht über 5G‘ (Dsü5G) wurde als sehr hilfreich empfunden, insbesondere die Moderation bei kleinen Kommunen.“ (Protokoll 31. RTEMF)
Besser kann man die dienstbeflissene Funktion des Bundesamtes für Strahlenschutz als „Legitimationsorgan“ (Beck) nicht bestätigen. Das wird auch durch die Tatsache bestätigt, dass das BfS statt Forschung für den Strahlenschutz ständig neue Studien zur Risikokommunikation in Auftrag gibt für Strategien, wie man Kritiker widerlegt und Geschäftsinteressen der IT-Branche schützt.
Organisierung von Gefälligkeitsstudien
Das zweite Beispiel. Um Argumente für die Ungefährlichkeit von Produkten zu bekommen, wird versucht, die Wissenschaft zu instrumentalisieren. Einen Einblick, wie das Bundesamt für Strahlenschutz vorgeht, gab Prof. Meike Mevissen in einem Interview auf infosperber.ch (16.01.2026), sie sagte:
- „Mich stört dabei, dass Institutionen, wie etwa das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz, ständig alles wegdiskutieren. Auch wenn die Effekte, die gefunden wurden, klein sind, kann man das auch so kommunizieren. Das Bundesamt möchte, dass die Wissenschaft die Aussage macht, dass es keine Effekte gibt … Die Forschung ist sehr politisch und wir sind immer wieder mit der Haltung konfrontiert, dass es keine Gesundheitsrisiken geben darf. Das behindert unsere Arbeit manchmal.“
Neben den Versuchen, Gefälligkeitsstudien zu organisieren, beschäftigt das BfS in seiner Außenstelle KEMF-Cottbus (Kompetenzzentrum elektromagnetische Felder) 13 Angestellte, die die Spotlight-Studienbesprechungen verfassen, in denen „ständig alles wegdiskutiert“ wird. Ein exemplarisches Beispiel dieser Methode analysierte Dr. Klaus Scheler im Homepageartikel „Eine Studie - zwei Interpretationen“.
>>> Mehr dazu auf diagnose-funk.org/1657, diagnose-funk.org/2322 und > MicrowaveNews.



