Kognitive Dissonanz
Vorwort von Jörn Gutbier, Vorstandsvorsitzender von diagnose:funk
Die aktuelle Greenpeace-Studie weist nach: Künstliche Intelligenz ist ein Klimakiller. Schon 2019 publizierte der WBGU (Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen) sein Gutachten mit der Warnung: Digitalisierung ist ein Umwelt- und Klimakiller. Nicht einmal die großen Umweltverbände nahmen das zur Kenntnis. Die Smart-City, also die Daten- und KI-gesteuerte Stadt, die digitale Bildung, in die KI als Lernmittel integriert und von jedem Kind eine Schüler-ID angelegt werden soll, werden den Daten- und Ressourcenverbrauch explodieren lassen. Der Wirtschaftswissenschaftler Tilman Santarius fragte im ZEIT-Interview „Die Digitalwirtschaft befeuert die Erderhitzung“: „Warum übersehen wir so oft einen Bereich der Wirtschaft, der die Erderhitzung heftig befeuert, nämlich die Digitalwirtschaft?“ (12.11.2022) Er beantwortet die Frage so: „Seine Liebsten stellt man nicht so gern in Frage.“ Die Smartphone-Liebe bis hin zur Sucht macht die Menschen blind. Intelligente Menschen wissen um die Folgen der Digitalisierung, aber sie verdrängen. Man nennt das kognitive Dissonanz.
Mit der Gefährlichkeit der Strahlung von Smartphones und Tablets ist es genauso. Kommt im Bekanntenkreis die Sprache darauf, so wissen der eine oder die andere über eine angebliche Studienlage Bescheid, die keine Risiken nachweist. Und kritische Freunde, die sonst der Regierung nichts mehr abnehmen, glauben gerne an die Entwarnungen aus dem Bundesamt für Strahlenschutz.
Diese kognitive Dissonanz gilt es zu durchbrechen, mit der Macht des Faktischen. Unsere Argumente, warum die Mobilfunkstrahlung gesundheitsschädlich ist, werden Monat für Monat durch neue Studien erhärtet.
Warum man den Entwarnungen aus dem Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) nicht glauben kann, offenbarte jetzt in einem Interview auf der Plattform infosperber.ch die Wissenschaftlerin Prof. Meike Mevissen: „Mich stört dabei, dass Institutionen, wie etwa das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz, ständig alles wegdiskutieren ... Das Bundesamt möchte, dass die Wissenschaft die Aussage macht, dass es keine Effekte gibt.“ Eigentlich ein Politskandal. In unseren Brennpunkten haben wir ständig nachgewiesen, wie das BfS objektiv Studien falsch interpretiert. Nun wissen wir, dass das mit Vorsatz geschieht. Umso wichtiger ist es, dass wir weiter die Studienlage aufbereiten, Ratgeber und Überblicke erstellen, die nachweisen, warum es eine Politik der Strahlenminimierung und einen Verbraucherschutz braucht. In diesem kompakt finden Sie wieder 100 Argumente, um die kognitive Dissonanz der Smartphone-Verliebten zu erschüttern und unsere Alternativen zu erklären.
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