Fachartikel: Geltende Mobilfunkgrenzwerte sind ungeeignet, die Bevölkerung zu schützen

Hensinger/von Herrmann über die Debatte um die Grenzwerte
Zu den Grenzwerten, die den Ausbau der Mobilfunktechnologie rechtfertigen, haben Peter Hensinger und Matthias von Herrmann einen Artikel für die Zeitschrift umwelt-medizin-gesellschaft verfasst. Der Anlass: im IEEE-Magazin erschien ein Artikel des bekannten Experten Prof. James C. Lin, in dem er die Unwissenschaftlichkeit der Grenzwerte nachweist, sie hätten keine Schutzwirkung.
Peter HensingerBild: diagnose:funk

Das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz beharrt weiter darauf:"Die Grenzwerte schützen! Unterhalb der Grenzwerte gibt es keine Hinweise auf Gesundheitsrisiken." Das führt dazu, dass Abgeordnete nicht über Risiken reden wollen, Gerichte keinen Grund sehen, Klagen zu überprüfen, Journalisten entwarnende Artikel schreiben und Politiker sich hinter diesem Argument verstecken und damit Untätigkeit rechtfertigen. Dieses Argument bedeutet Stillstand. Eine Strahlenminimierung ist demnach nicht notwendig. Smartphones und Tablets können bedenkenlos genutzt, der Bau von Mobilfunkmasten akzeptiert werden.

Mathias von HerrmannBild:diagnose:funk

Die Grenzwerte schützen aber nur vor Wärmewirkungen, nicht jedoch vor den nicht-thermischen Wirkungen. Studien, die diese nachweisen, werden aus der Risikobeurteilung der ICNIRP (International Commission on non-ionizing radiation protection) und des deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz ausgeschlossen. Warum das so ist, und warum das nicht akzeptiert werden kann, das fasst der Artikel von Peter Hensinger und Matthias von Herrmann zusammen.

 

Artikel zum Herunterladen: 

Peter Hensinger M.A., Matthias von Herrmann M.A. (2025): Geltende Mobilfunkgrenzwerte sind ungeeignet, die Bevölkerung umfassend zu schützen, umwelt-medizin-gesellschaft, 3-2025

Peter Hensinger M.A., Matthias von Herrmann M.A. (2025): Current mobile phone radiation limits are inadequate to protect the population comprehensively

>>> Vollständige Quellen und Anmerkungen

Autoren:
Peter Hensinger M.A., Mitglied im Vorstand von diagnose:funk
Matthias von Herrmann M.A., Campaigner diagnose:funk
Korrespondenz: kontakt(at)diagnose-funk.de

Article: Current mobile phone radiation limits are inadequate to protect the population

Peter Hensinger and Matthias von Herrmann have written an article for the journal umwelt-medizin-gesellschaft (environment-medicine-society) on the limits that justify the expansion of mobile communications technology. The reason: an article by the well-known expert Prof. James C. Lin appeared in IEEE Magazine in which he proves that the limits are unscientific and have no protective effect.

The German Federal Office for Radiation Protection continues to insist: ‘The limits protect us! Below the limits, there is no evidence of health risks.’ As a result, members of parliament do not want to talk about risks, courts see no reason to review lawsuits, journalists write articles giving the all-clear, and politicians hide behind this argument to justify their inaction. This argument means stagnation. A policy of minimising radiation is therefore not necessary. Smartphones and tablets can be used without hesitation, and the construction of mobile phone masts can be accepted.

However, the limit values only protect against thermal effects, not against non-thermal effects. Studies that prove these effects are excluded from the risk assessment of the ICNIRP International Commission on non-ionizing radiation protection) and the German Federal Office for Radiation Protection. The article by Peter Hensinger and Matthias von Herrmann summarises why this is the case and why it cannot be accepted.

Publikation zum Thema

Titelbild:diagnose:funk
Stand: 8.9.2025Format: A4Seitenanzahl: 28 Veröffentlicht am: 01.09.2025 Bestellnr.: 252Sprache: deutschHerausgeber: diagnose:funk

Geltende Mobilfunkgrenzwerte sind ungeeignet, die Bevölkerung umfassend zu schützen


Autor:
James C. Lin / diagnose:funk
Inhalt:
Mit diesem neuen Brennpunkt veröffentlicht diagnose:funk den Artikel „Gesundheits- und Sicherheitspraktiken und -richtlinien in Bezug auf die Exposition des Menschen gegenüber HF-/Mikrowellenstrahlung“ von Prof. James C. Lin. James C. Lin, einer der führenden Strahlungsexperten, kritisiert die Grenzwertempfehlungen der ICNIRP, die in Deutschland übernommen wurden, scharf: Sie „sind umstritten“ und „wissenschaftlich nicht begründet“, „versäumen eine wirksame Risikovorsorge und missachten zentrale Prinzipien des Strahlenschutzes.“ Die Grenzwerte ignorierten die „chronische Toxizität und Karzinogenität“ der Strahlung und seien somit „ungeeignet“, die Bevölkerung zuverlässig zu schützen. Auch aktuelle, von der WHO beauftragte Studien zu den biologischen Wirkungen der Mobilfunkstrahlung bewertet Lin negativ: Er spricht von einer „mangelnden wissenschaftlichen Qualität und der unausgewogenen Darstellung“, er kritisiert „eine erkennbare Voreingenommenheit“ der Studienautoren. Sie würden folglich die Gesundheitsrisiken verharmlosen.
diagnose:funk
Stand: 08.10.2024Format: A4Seitenanzahl: 22 Veröffentlicht am: 14.06.2024 Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Überblick Nr. 3: Zeigt Mobilfunk auch nicht-thermische Wirkungen?


Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Überblick Nr. 3 setzt sich mit einer Hauptbegründung für die Ungefährlichkeit der Mobilfunkstrahlung auseinander: Die gesetzlichen Grenzwerte würden vor Gesundheitsrisiken schützen. Es würde keine Beweise für nicht-thermische Wirkungen geben. Jedoch: Der Ausschluss von Studien mit nicht-thermischen Wirkungen für die Risikobewertung wird inzwischen von europäischen Gremien kritisiert, ebenso in juristischen Gutachten. Dieser Überblick stellt die Diskussion um das thermische Dogma seit den 1950er Jahren bis heute dar. diagnose:funk dokumentiert darin exemplarisch 70 Studien, die nicht-thermische Wirkungen zeigen. Damit wird die Schutzfunktion der geltenden Grenzwerte wissenschaftlich in Frage gestellt.
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