Wir trauern um unseren Freund, Mitstreiter und Berater Bernd I. Budzinski. Seiner Frau Inge und seinen Söhnen gilt unser herzliches Beileid. Auf seiner Trauerkarte steht: „Wenn ihr an mich denkt, seid nicht traurig. Erzählt lieber von mir und traut euch ruhig zu lachen. Lasst mir einen Platz zwischen euch, so wie ich ihn im Leben hatte.“
Bernd hinterlässt eine Lücke, die nicht zu schließen ist. Er war unser juristischer Berater. In vielen Fachartikeln in der Neuen Zeitschrift für Verwaltungsrecht begründete er, warum die praktizierte Mobilfunkpolitik gegen grundlegende Schutzvorschriften verstößt. Sein fundiertes Wissen kam aus seiner Tätigkeit als Leiter des Baurechtsamtes in Lörrach und danach als Verwaltungsrichter in Freiburg.
Bernd beließ es nicht bei Schriftsätzen. Oft trafen wir uns im Schwarzwald, um bei einem guten Essen oder am Badesee seinen Rat einzuholen. Er kam als Referent zu Veranstaltungen von Bürgerinitiativen, in Gemeinderäte, mit uns als Experte zu Anhörungen in Landtagen und beriet Menschen mit Elektrohypersensibilität bei ihrem Kampf um Weiße Zonen. Das tat er immer bescheiden, mit großer Empathie, aber auch oft mit einem Erstaunen darüber, wie über das Recht hinweggegangen wird. Als gesetzestreuen Richter erschütterte ihn das manchmal. Und so wurde er in Freiburg zu einem Motor der Initiative, ging mit zu Ständen und sammelte Unterschriften. Und er tat das alles ehrenamtlich. Er sagte immer: „Ich warte auf den Richter, der den Mut hat, die Risiken der Mobilfunkstrahlung anzuerkennen und wirklich ein Beweisverfahren durchzuführen.“ Die Grundlagen dafür hat er mit seinen Fachartikeln gelegt.
Umso erfreuter war er, als eine Dissertation in den Erlanger Schriften zum öffentlichen Recht erschien, die in vollem Umfang seine Rechtsauffassungen bestätigt. Wir trafen uns sofort 2024 in Freiburg, um die Dissertation durchzusprechen und planten ein Interview. Doch dann wurde er unerwartet schwer krank. Kurz vorher noch verfasste er zusammen mit Peter Hensinger einen Artikel zu den Ursachen von Elektrohypersensibilität. Zwei Jahre kämpfte er, gestützt von seiner Frau und seinen Söhnen. Leider ist er nun von uns gegangen.

