Mehrheit der Studien belegt DNA‑Schäden und Genotoxizität durch Mobilfunkstrahlung

Neuer Review von Weller et al. erschüttert das WHO‑Verharmlosungs-Narrativ
Die neue umfassende Übersichtsarbeit von Weller et al. (2025) stellt die bisherige Sicherheitslogik der behördlichen Mobilfunkbewertung auf den Kopf. Während die internationalen ICNIRP-Grenzwerte fast ausschließlich auf dem Schutz vor Gewebe-Erwärmung beruhen, zeigt der Review von Weller et al. (2025), dass Mobilfunkstrahlung weit mehr bewirken kann: In über 500 Studien fanden sich mehrheitlich signifikante DNA‑Schäden – oft sogar unterhalb der geltenden Grenzwerte. Besonders reale Mobilfunksignale und längere Expositionszeiten führen zu deutlichen Effekten. Als zentrale Mechanismen rückt die Untersuchung oxidativen Stress in den Fokus, der Fortpflanzungs‑ und Gehirnzellen besonders anfällig macht.
Faksimile Weller et al. (2025)

2024 verbreitete die internationale Presse wieder einmal, die WHO habe Entwarnung gegeben: Mobiltelefone erhöhten das Krebsrisiko nicht. Die neue Studie (Review)  „Eine Übersichtsarbeit und Evidenzkarte zu Hochfrequenzfeldbelastung und Genotoxizität: Bewertung von In-vivo-, In-vitro- und epidemiologischen Datenvon Weller et al. (2025) könnte das WHO‑Narrativ nun endgültig zum Kippen bringen. Mit der Auswertung von über 500 Untersuchungen – darunter in vitro‑Arbeiten, Tierstudien und epidemiologische Studien – zählt die Arbeit zu den umfassendsten Analysen biologischer Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder. Ihre Ergebnisse sind eindeutig und brisant. Rund 59 Prozent aller ausgewerteten Studien berichten statistisch signifikante DNA‑Schäden nach Exposition gegenüber HF‑EMF. DNA-Schäden können zu Krebs führen. Besonders häufig treten Basenschäden auf, die in 86 Prozent der entsprechenden Studien dokumentiert wurden. Bemerkenswert ist, dass mehr als die Hälfte der Studien, die DNA‑Schäden fanden, Expositionen unterhalb der geltenden ICNIRP‑Grenzwerte verwendeten – also genau in dem Bereich, in dem sich die Bevölkerung alltäglich bewegt.

Die wichtigsten Ergebnisse der Weller‑Studie (2025)

Weller SG, McCredden JE, Leach VA, Chu C, Lam AK (2025). A scoping review and evidence map of radiofrequency field exposure and genotoxicity: assessing in vivo, in vitro, and epidemiological data. Frontiers in Public Health.;13:1613353. https://doi.org/10.3389/
fpubh.2025.1613353; Besprechung auf >>> EMF:data

  • >500 Studien ausgewertet
  • 59 % zeigen DNA‑Schäden durch Mobilfunkstrahlung
  • 86 % der Studien zu Basenschäden finden Effekte
  • >50 % der Effekte treten unterhalb der ICNIRP‑Grenzwerte auf
  • Reale Mobilfunksignale wirken stärker als Signalgeneratoren
  • U‑förmige Dosis‑Wirkungs‑Kurve: sehr kurze und sehr lange Expositionen besonders wirksam
  • Besonders empfindlich: Spermien, Ovarzellen, Gehirnzellen, Insekten, Pflanzen, Vögel
  • Hauptmechanismen: oxidativer Stress (83 %), Störungen des Spindelapparats
  • Industrienahe Studien: >80 % ohne Effekte
  • Unabhängige Studien: ~74 % mit Effekten
  • Empfehlung: Grenzwerte überarbeiten, Vorsorgeprinzip, unabhängige Forschung
Tabelle: Weller et al. 2025

Tabelle 2: Anteil und Art der Zellstudien, in denen DNA-Schäden festgestellt wurden (die Schattierungsintensität entspricht dem Prozentsatz der Auswirkungen).(Tabelle Weller et al.)

Die Studie zeigt zudem, dass reale modulierte Mobilfunksignale – etwa GSM‑Talk oder variable Gerätesignale – deutlich stärkere biologische Wirkungen hervorrufen als reine Signalgeneratoren, wie sie in vielen Laborstudien verwendet werden. Damit ist die reale Nutzung eines Mobiltelefons biologisch wirksamer als zahlreiche experimentelle Bedingungen, die häufig zur Entwarnung herangezogen werden.

Auffällig ist auch die nichtlineare, U‑förmige Dosis‑Wirkungs‑Beziehung (s. Grafik 8A): Sowohl sehr niedrige als auch sehr hohe Intensitäten führen besonders häufig zu Effekten, während im mittleren Intensitätsbereich ein Minimum liegt. Ein ähnliches Muster zeigt sich bei der Expositionsdauer, bei der sehr kurze Belastungen unter 15 Minuten und sehr lange Expositionen über 96 Stunden häufiger zu DNA‑Schäden führen als mittlere Zeiten.[1]

Grafiken: Weller et al. 2025

Abbildung 8: Zusammenhang zwischen Expositionsdauer und DNA‑Schäden. (A) Wie häufig Studien je nach Expositionsdauer DNA‑Schäden finden. (B) Welche Arten von DNA‑Schäden am häufigsten auftreten. (C) Ergebnisse für Studien mit besonders langen Expositionszeiten (ab 2 Tagen).(Grafiken: Weller et al.) 

Das Spektrum der dokumentierten Schäden ist breit und reicht von Basenschäden über DNA‑Strangbrüche und Chromosomenaberrationen bis hin zu Mikronuklei und strukturellen Veränderungen der DNA. Besonders empfindlich reagieren Fortpflanzungszellen wie Hoden‑, Spermien‑ und Ovarzellen, aber auch Gehirnzellen sowie Insekten, Pflanzen und Vögel. Als zentrale Mechanismen identifiziert die Studie oxidativen Stress, der in 83 Prozent der untersuchten Arbeiten nachgewiesen wurde, sowie Störungen des Spindelapparats, die in allen entsprechenden Studien auftreten. Beide Mechanismen gelten als klassische Pfade der Tumorentstehung und liefern eine klare biologische Plausibilität für die epidemiologisch beobachteten Krebsrisiken.

Wes Brot ich ess’, des’ Lied ich sing

Aufschlussreich ist auch die Analyse der Verzerrungsfaktoren. Während hochwertige Studien tendenziell etwas geringere Effektanteile zeigen, bleibt die Evidenz aus Tierstudien stabil. Der stärkste Einflussfaktor ist jedoch die Finanzierungsquelle: Studien mit Industrie‑, Militär‑ oder Regulierungsnähe berichten zu über 80 Prozent keine Effekte, während unabhängige Studien in rund 74 Prozent der Fälle biologische Wirkungen finden. Interessengebundene Studien nutzen zudem bevorzugt Studiendesigns, die von vornherein weniger Effekte erwarten lassen – etwa kurze Expositionszeiten, in vitro‑Modelle, Signalgeneratoren und mittlere Intensitäten. Damit bestätigt die Weller‑Studie empirisch, was diagnose:funk seit Jahren dokumentiert: Die Ergebnislage scheint stärker von der Finanzierung als von der methodischen Qualität abzuhängen: Wes Brot ich ess’, des’ Lied ich sing.

Die Schlussfolgerung von Weller et al. ist jedenfalls eindeutig: nicht-ionisierende Mobilfunkstrahlung kann auch unterhalb geltender Grenzwerte gentoxische Effekte hervorrufen. Besonders oxidative DNA-Schäden, reale Expositionsbedingungen und lange Einwirkzeiten sprechen für biologisch relevante, nicht-thermische Wirkmechanismen, die durch aktuelle Grenzwertkonzepte nicht abgedeckt sind. Die Autoren empfehlen daher eine Überarbeitung der bestehenden, rein thermisch begründeten Expositionsrichtlinien, die Anwendung des Vorsorgeprinzips sowie eine unabhängige Finanzierung zukünftiger Forschung. Die Weller‑Studie hat das Potenzial, zu einem echten Gamechanger in der internationalen Bewertung der Mobilfunkstrahlung zu werden.

Der Kampf um die Deutungshoheit

Die Mobilfunkstrahlung (=nicht-ionisierende Strahlung, NIS) wurde von der WHO schon 2011 als „möglicherweise krebserregend" (2B) eingestuft.[2] Die Ergebnisse der US-amerikanischen NTP- und der italienischen Ramazzini-Studien waren eindeutig: Mobilfunkstrahlung kann Krebs auslösen.[3] Diese Studien prägen bis heute die Debatte, weil sie höchste wissenschaftliche Anforderungen erfüllen. Hinzu kommt, dass auch die krebspromovierende Wirkung durch Studien des BfS nachgewiesen wurde.[4]

Die Studienlage zu Krebs macht das Risiko justiziabel und wird so zu einem realen Schadensersatzproblem für die Industrie. Im Technikfolgenbericht des Bundestages (TAB) heißt es:

  • „Auch gerichtlich hat die Evidenzlage Folgewirkungen: 2020 bestätigte die Berufungsinstanz in Turin die Entscheidung eines Gerichts, welches einen Zusammenhang zwischen dem Akustikusneurinom des Klägers und seiner beruflichen frequenten Nutzung eines Mobiltelefons 2017 erkannte“ (S. 148).[5]

Die Gerichte in Italien ließen die Kronzeugen für die Unbedenklichkeit, die Gutachter der ICNIRP, als industriebefangen nicht zu. Doch die Industrie lässt nicht locker im Anzweifeln dieser Studienergebnisse. Fast lückenlos in allen Zeitungen kam 2024 diese Meldung:

Diese Falschmeldung erschien fast lückenlos in deutschen Zeitungen!Stuttgarter Zeitung, 06.09.2024

Diese mediale Entwarnungskampagne stützte sich auf die Krebsstudie von Karipidis et al.(2024) für die WHO. Diese Pressekampagne wurde offensichtlich gemeinsam von der WHO, der ICNIRP und dem deutschen Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) initiiert.[6] Diese Darstellung wurde von unabhängigen Wissenschaftlern scharf kritisiert, einige forderten die Rücknahme der Arbeit von Karipidis et al.[7] Auch diagnose:funk widersprach und zeigte in der Pressemitteilung 7 zu 1 fürs Krebsrisiko auf, dass sieben anerkannte systematische Reviews ein erhöhtes Risiko fanden – und nur eine einzige Studie, die von Karipidis et al. (2024), zur Entwarnung (Krebspotential) kam. Ken Karipidis ist stellvertretender Vorsitzenden der ICNIRP und Hauptautor der Übersichtsarbeit.

Inzwischen zeigt sich immer deutlicher, dass das WHO‑Entwarnungs-Narrativ bröckelt. Nachdem die WHO 2023 Wissenschaftler weltweit zur Einreichung systematischer Reviews für eine Neubewertung des Risikos aufgefordert hatte, berichtet eine an diesen Arbeiten selbst beteiligte Forscherin, die Toxikologin Meike Mevissen, Professorin an der Universität Bern, von politischem Druck durch die WHO und das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz. Mevissen deckte in einem Interview mit dem Schweizer Portal Infosperber (19.01.2026) auf, dass WHO und BfS erwarteten, dass die Studien zur Mobilfunkstrahlung so konzipiert werden, dass sie keine Effekte finden.[8]  Sie versuchten, die wissenschaftliche Methodik und die Ergebnisse zu beeinflussen, so Mevissen im Interview:

  • "Am meisten störte mich, dass man uns ständig sagen wollte, wie wir unsere Arbeit zu machen hatten. Zuerst wollte uns der verantwortliche Experte für systematische Reviews der WHO, der selber noch nie an Tierstudien gearbeitet hatte, die Meta-Analyse der zu berücksichtigenden Studien abnehmen. Er wollte also für uns auswählen, welche Studien für die Beurteilung überhaupt infrage kamen."

Mevissen beugte sich nicht dem Druck und lieferte mit ihrer Studie für die WHO eine objektive Auswertung ab, die das Krebspotential bestätigt. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass andere Wissenschaftler ihre Reviews unter Erwartungsdruck und in Richtung eines politisch gewünschten Ergebnisses eingereicht haben, u.a. die 11 Studien für die WHO, die alle der No-Risk-Erwartung nachgekommen sind. Sie wurden maßgeblich von ICNIRP und BfS-nahen Wissenschaftlern durchgeführt. Prof. James C. Lin bezeichnete diese Symbiose aus WHO / ICNIRP / BfS als "Industrie-Regulierungs-Komplex". Mevissen bestätigt indirekt, wie richtig die Forderung der ICBE-EMF (International Commission on the Biological Effects of Electromagnetic Fields) nach einem Rückzug dieser Studien ist. Der Review von Weller et al. legt Grundlagen zur Studienlage, um diese derzeit heftige Debatte faktenbasiert beurteilen zu können. 


Quellen:

[1] Aus Weller et al. zu Strahlungsintensitäten (eigene Übersetzung):

“Studien, die extrem niedrige Expositionswerte (<0,001 W/kg) untersuchten, berichteten über den höchsten Anteil an genotoxischen Effekten (81 % von 21 Studien). Darüber hinaus nahm der Anteil statistisch signifikanter DNA-Schädigungen mit steigender Intensität ab. Bei extrem hohen Intensitäten (>10 W/kg), die die ICNIRP-Grenzwerte überschreiten, stieg der Anteil statistisch signifikanter DNA-Schädigungen jedoch wieder an (58 % von 59 Studien) (siehe Zusatztabelle 13). Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass DNA-Schädigungen keinem linearen Dosis-Wirkungs-Muster folgen und dass nicht-thermische Mechanismen wahrscheinlich eine bedeutende Rolle bei RF-induzierten DNA-Schädigungen spielen.(S.14) …

„Diese komplexe Wechselwirkung bestätigt frühere Hinweise von Lai und Levitt 2022 (43) auf nichtlineare Reaktionsmuster sowohl für die Intensität als auch für die Dauer. Sie zeigt, dass die Intensität allein nicht der einzige wichtige Faktor für die Ergebnisse ist, sondern dass auch die Dauer der Exposition ein entscheidender, moderierender Faktor ist. Darüber hinaus sind lineare Modelle für die Beschreibung der Ergebnisse in diesem Bereich nicht geeignet.“ (S.14) …

„Der Prozess der Evidenzkartierung ergab jedoch statistisch signifikante DNA-Schäden bei extrem niedrigen Intensitäten, wobei die niedrigsten aufgezeichneten Effekte bei einer SAR von 0,000000319 W/kg in einer epidemiologischen Studie (117) und bei 0,000003 W/kg in mehreren In-vivo-Experimenten (118, 119) auftraten. Diese Werte liegen deutlich (>600.000-mal) unter den Grenzwerten der ICNIRP für die Exposition der Bevölkerung (15). Dieses Muster deutet auf nicht-thermische genotoxische Effekte hin, da Temperaturänderungen bei diesen Intensitäten vernachlässigbar und nicht messbar wären.” (S. 25)

[2] diagnose:funk (2011): Funkstrahlung möglicherweise krebserregend. WHO-Interphone Studie abgeschlossen, https://www.diagnose-funk.org/929

[3] National Toxicology Program (2018): Toxicology and Carcinogenesis Studies in Hsd:Sprague Dawley SD Rats Exposed to Whole-Body Radio Frequency Radiation at a Frequency (900 MHz) and Modulations (GSM and CDMA) Used by Cell Phones. US. https://ntp.niehs.nih.gov/ntp/htdocs/lt_rpts/tr595_508.pdf

Falcioni, L.; Bua, L.; Tibaldi, E.; Lauriola, M.; de Angelis, L.; Gnudi, F. et al. (2018): Report of final results regarding brain and heart tumors in Sprague-Dawley rats exposed from prenatal life until natural death to mobile phone radiofrequency field representative of a 1.8 GHz GSM base station environmental emission. In: Environmental research 165, S.496–503. DOI: 10.1016/j.envres.2018.01.03

[4] Lerchl, A. (2018): Synergistische Wirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder in Kombination mit kanzerogenen Substanzen – Kokanzerogenität oder Tumorpromotion? Vorhaben 3615S82431. Ressortforschungsberichte zum Strahlenschutz. Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) (Hrsg.), Salzgitter (BfS-RESFOR, 130/18). http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:0221-2018011014465 (22.10.2020)

Lerchl, A.; Klose, M.; Grote, K.; Wilhelm, A.; Spathmann, O.; Fiedler, T.; Streckert, J.; Hansen, V.; Clemens, M. (2015): Tumor promotion by exposure to radiofrequency electromagnetic fields below exposure limits for humans. Biochemical and biophysical research communications 459(4), S.585–590

[5] Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung, Drucksache 20/5646 (2023): „Mögliche gesundheitliche Auswirkungen verschiedener Frequenzbereiche elektromagnetischer Felder (HF-EMF).“ PDF-Link: https://dserver.bundestag.de/btd/20/056/2005646.pdf, Artikelserie mit Analysen zum Bericht: https://www.diagnose-funk.org/1954

[6] Artikel: ICNIRP-Studie behauptet, Handynutzung erhöhe Krebsrisiko nicht. Ist das so? Wir analysieren die weltweite Kampagne zur Risikoleugnung! https://www.diagnose-funk.org/2127

Artikel: Alter Wein in neuen Schläuchen. Entschlüsselung der neuen ICNIRP-Krebsstudie. https://www.diagnose-funk.org/2125

[7] Artikel: ICNIRP/BfS-Studien: Wissenschaftler fordern Rücknahme. ICNIRP/BfS-Studien: Wissenschaftler fordern Rücknahme. https://www.diagnose-funk.org/2169

Kritiken und Rücknahmeforderungen zum Review von Karipidis et al. (2024):

ICBE‑EMF Kritik: Frank, J. W., et al. (2025). The Systematic Review on RF‑EMF Exposure and Cancer by Karipidis et al. (2024) has Serious Flaws that Undermine the Validity of the Study’s Conclusions. www.emf-portal.org/de/article/57879

Epidemiologische Kritik: Di Ciaula, A., et al. (2025). Exposure to radiofrequency electromagnetic fields and risk of cancer: Epidemiology is not enough! www.emf-portal.org/de/article/58456

Rücknahmeforderung: Hardell, L., & Nilsson, M. (2025). A Critical Analysis of the World Health Organization (WHO) Systematic Review 2024 on Radiofrequency Radiation Exposure and Cancer Risks. http://www.emf-portal.org/de/article/59304

[8] Interviewfrage: „In einer weltweit Aufsehen erregenden Übersichtsstudie für die WHO haben Sie unlängst festgehalten, dass elektromagnetische Strahlung bei Labortieren Krebs in Form von Herz- oder Hirntumoren verursacht. Wurden Sie auch bei dieser Arbeit behindert?

Mevissen: Ja, am meisten störte mich, dass man uns ständig sagen wollte, wie wir unsere Arbeit zu machen hatten. Zuerst wollte uns der verantwortliche Experte für systematische Reviews der WHO, der selber noch nie an Tierstudien gearbeitet hatte, die Meta-Analyse der zu berücksichtigenden Studien abnehmen. Er wollte also für uns auswählen, welche Studien für die Beurteilung überhaupt infrage kamen. Doch dies war ja gerade eine wichtige Leistung von uns. Wir mussten uns ständig wehren, obwohl wir die weltbesten Leute zu diesem Thema beisammen hatten. Dies hat leider alles verzögert."

Publikation zum Thema

diagnose:funk
Stand: 04.12.2024Format: A4Seitenanzahl: 14 Veröffentlicht am: 14.06.2024 Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Überblick Nr. 2: Ist Mobilfunk krebserregend?


Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
In Überblick Nr. 2 dokumentiert diagnose:funk die Studienlage zum Risiko einer Krebser-krankung durch Mobilfunkstrahlung. Dazu gibt es seit ca. 25 Jahren eine heftige Debatte zwischen Wissenschaft, Behörden, Mobilfunkbetreibern und Bürgerinitiativen. In den Jahren 2016 bis 2020 wurden groß angelegte, qualitativ hochwertige Studien durchgeführt, die bestätigen, dass die 2011 von der WHO beschlossene Eingruppierung der nicht-ionisierenden Strahlung in ‚möglicherweise krebserregend (2B)‘ nicht nur gerechtfertigt war, sondern diese neuen Erkenntnisse eine Eingruppierung in ‚wahrscheinlich krebserregend (2A)‘ oder gar ‚krebserregend (1)‘ erfordern. Auch die Debatte um die Krebsstatistik wird analysiert.
diagnose:funk
Stand: 08.10.2024Format: A4Seitenanzahl: 22 Veröffentlicht am: 14.06.2024 Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Überblick Nr. 3: Zeigt Mobilfunk auch nicht-thermische Wirkungen?


Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Überblick Nr. 3 setzt sich mit einer Hauptbegründung für die Ungefährlichkeit der Mobilfunkstrahlung auseinander: Die gesetzlichen Grenzwerte würden vor Gesundheitsrisiken schützen. Es würde keine Beweise für nicht-thermische Wirkungen geben. Jedoch: Der Ausschluss von Studien mit nicht-thermischen Wirkungen für die Risikobewertung wird inzwischen von europäischen Gremien kritisiert, ebenso in juristischen Gutachten. Dieser Überblick stellt die Diskussion um das thermische Dogma seit den 1950er Jahren bis heute dar. diagnose:funk dokumentiert darin exemplarisch 70 Studien, die nicht-thermische Wirkungen zeigen. Damit wird die Schutzfunktion der geltenden Grenzwerte wissenschaftlich in Frage gestellt.
Ja, ich möchte etwas spenden!