Digitale Bildung: Eine außergewöhnliche Allianz - Bertelsmann und 11 Ministeriale

So geht Lobby: Wie WLAN in die Schulen kam. Und wie jetzt die Künstliche Intelligenz folgen soll.
„“Wir“, das sind elf Personen aus Landesinstituten und aus der Wissenschaft, die mit der Unterstützung der Bertelsmann-Stiftung die nachfolgenden Empfehlungen entwickelt haben“, heißt es in den „Empfehlungen für eine veränderte Lern- und Prüfungskultur“ vom Juni 2025. Die Hauptempfehlung: Datengestütztes Lernen und Prüfen, basierend auf Künstlicher Intelligenz (KI) als Kern des Digitalpaktes 2.0. Diagnose:funk befasst sich so intensiv mit Digitaler Bildung, weil sie zur 24/7 Bestrahlung der Kinder und Jugendlichen führt. Denn KiTas und Schulen mit Tablets und WLAN zu fluten, ist eine ihrer Folgen.
Titel: Bertelsmann

Im Koalitionsvertrag 2025 der Bundesregierung ist eine datengestützte Schulentwicklung festgelegt, basierend auf einer Schüler-ID mit dem Ziel des autonomen Unterrichts.[1] Damit diese Daten lückenlos erhoben werden können, soll jedes Kind mit digitalen Endgeräten ausgestattet werden: „Bedürftige Kinder werden verlässlich mit Endgeräten ausgestattet.“ (Koalitionsvertrag, S. 72) Das Ziel: Die Verwirklichung einer datengestützten Schulentwicklung und des Bildungsverlaufsregisters, festgelegt im Koalitionsvertrag. Kaum war die Tinte im Koalitionsvertrag trocken, präsentierte die Bertelsmann-Stiftung die „Empfehlungen für eine veränderte Lern- und Prüfungskultur“ (Juni 2025). Sie berufen sich auf den Koalitionsvertrag und fordern ein Umdenken in der „Lernkultur“ als „zwangsläufige Folgewirkung“ (S.10) technologischer Entwicklungen:

  • „Künftig sehen die Prüfungsordnungen entsprechende Öffnungen vor, nicht zuletzt auch in Bezug auf Prüfungszeitpunkte. Insbesondere sollten sie veränderte Formate bzw. Prüfungsmodalitäten zulassen: Neben digitalen Formaten sollten KI-gestützte Tools erlaubt sein wie auch kooperativ erbrachte Prüfungsleistungen. Wenn all diese Dinge Teil des Lernprozesses sind, sollten sie konsequenterweise auch Teil der Prüfungen sein.“ (S.10)

Das bedeutet: Weil Künstliche Intelligenz in den Schulen „Teil des Lernprozesses“ ist, was dadurch als unhinterfragt gegeben vorausgesetzt wird, ist sie auch Teil der Prüfungen.[2] Zwei bemerkenswerte Vorgänge:

  • (i) Ohne gesellschaftspolitische und pädagogische Diskussion (Mühlhoff 2024) wird die Einführung von KI festgelegt. (ii) Die Festlegung erfolgte unter Regie eines Hauptlobbyisten der IT-Branche, der Bertelsmann-Stiftung.

Das wäre so, wie wenn das zukünftige Mobilitätskonzept für Deutschland unter der Führung des Verbandes der deutschen Automobilindustrie für die Regierung ausgearbeitet wird. Mit dieser Bertelsmann-Empfehlung wird eine neue Stufe der Digitalisierung gezündet. Dabei beruft sich das Papier auf die im Koalitionsvertrag festgelegte datengestützte Schulentwicklung und die Schüler-ID. Im Duktus des Koalitionsvertrages heißt es im Bertelsmann-Papier:

  • „Ein solches Umdenken setzt eine konsequent datengestützte Steuerung auf allen Ebenen des Systems voraus. Dazu braucht es zunächst einen politischen Willen, wie er jüngst an prominenter Stelle, nicht zuletzt im Koalitionsvertrag der Bundesregierung, formuliert wurde. Daten sollten zur selbstverständlichen Grundlage von Entscheidungen auf allen Ebenen des Bildungssystems gemacht werden.“ (S.11)

Ein Schelm, wer vermutet, dass Bertelsmann diese Passagen im Koalitionsvertrag selbst eingebracht hat. Unter der Regie von Bertelsmann soll es jetzt an die Umsetzung gehen:

  • „Dazu schaffen Bildungsministerien entsprechende datenschutz- und informationsverarbeitungsrechtliche Grundlagen, um die Erhebung und Nutzung geeigneter Daten auch im Kontext von Prüfungen zu ermöglichen. Neben der unter Empfehlung 3 bereits genannten Notwendigkeit, geeignete Instrumentarien zu entwickeln, braucht es vor allem eine Verankerung datenbezogener Kompetenzen von Lehrkräften in der Aus- und Fortbildung wie auch in der Schul- und Unterrichtsentwicklung.“ (Empfehlungen, S.11)

Das ist ein Lehrbeispiel für das Lobbyland Deutschland. 11 Freunde müsst ihr sein, mit einem guten Trainer, nicht Nagelsmann, sondern Bertelsmann. In Baden-Württemberg ist die Einführung der Schüler-ID für 2027/28 bereits geplant, in Niedersachsen bis 2027.

Bild:pexels-cottonbro-8088493

Im Koalitionsvertrag 2025 der Bundesregierung ist die Digital-Only-Gesellschaft für alle Lebensbereiche geplant, auch der digitale Umbau des Bildungswesens.

Digitalpakt Schule – die Unterwerfung unter die IT-Lobby

Im Jahr 2017 wurde die „Digitale Bildung“ mit dem Digitalpakt Schule von der Bundesregierung beschlossen. Smartphones, Tablets, Whiteboards und Software als Hauptwerkzeuge des Unterrichts sind ein Milliardengeschäft. Zwei Hauptakteure organisierten dafür die Lobbyarbeit: Microsoft und Bertelsmann. Die GEW schreibt in ihrer Analyse „Aktivitäten der Digitalindustrie im Bildungsbereich“ (2019):

  • „Microsoft Deutschland initiierte 2015 den „Digitalen Bildungspakt“ … In einem Thesenpapier der deutschen Microsoft-Tochter, veröffentlicht im Dezember 2015, steht: „Bildung ist die Grundlage für ein Digitales Wirtschaftswunder. Dafür brauchen wir jetzt einen Digitalen Bildungspakt für Deutschland.“ Das Thesenpapier enthält konkrete Forderungen: „Es liegt in der Verantwortung der Bundespolitik, (…) Vorreiter und Förderer für die Digitalisierung der Bildung zu sein“. Landespolitik und der Kommunen seien dafür verantwortlich, „digitale Lerninhalte in den Lehrplänen – sowie in der Lehrerausbildung – zu verankern und eine IT-Ausstattung in Schulen zu ermöglichen (…)“. Im November 2016 veröffentlichte Microsoft ein Faktenblatt zum Digitalen Bildungspakt. Darin stehen „politische Handlungsempfehlungen“. Zentrale Bestandteile sind „ein nationaler Aktionsplan“ sowie ein „nachhaltiges Investitionsprogramm für digitale Bildung“.“

Das wurde nahezu 1:1 von der Bundesregierung übernommen. Die ideologischen Grundlagen legten die damaligen Bertelsmann-Bosse Dräger und Eiselt mit ihrem Buch „Die digitale Bildungsrevolution“ (2015). Ihre Vision war das autonome, von Algorithmen der KI gesteuerte Lernen:

  • Die Software „Knewton durch­leuchtet jeden, der das Lernpro­gramm nutzt. Die Software beobachtet und speichert minutiös, was, wie und in welchem Tempo ein Schüler lernt. Jede Reaktion des Nutzers, jeder Mausklick und jeder Tastenanschlag, jede richtige und jede falsche Antwort, jeder Seitenaufruf und jeder Abbruch wird erfasst. »Jeden Tag sammeln wir tausende von Datenpunkten von jedem Schüler« sagt Ferreira stolz.[3] Diese Daten werden analysiert und zur Optimierung der persönlichen Lernwege genutzt. Komplexe Algorith­men schnüren individuelle Lernpakete für jeden einzelnen Schüler, deren Inhalt und Tempo sich fortlaufend anpassen, bei Bedarf im Minutentakt. (...) Schon heute berechnet Knewton zuverlässig die Wahrscheinlichkeit richtiger und falscher Antworten sowie die Note, die ein Schüler am Ende eines Kurses erreichen wird. Eines Tages braucht es wohl keine Prüfungen mehr – der Computer weiß bereits, welches Ergebnis herauskommen wird“ (Dräger, S. 24).

Bertelsmann hat ein Ziel erreicht: Die schnelle Einführung dieses datenbasierten autonomen Lernens steht im Koalitionsvertrag. Geschickt wurde das Narrativ lanciert: Der Ausweg aus der Bildungskatastrophe heißt „Digitale Bildung“, eine fortschrittliche Schule unterrichtet mit Tablets und WLAN. Am Digitalpakt Schule waren Pädagogen nicht beteiligt. Seit 10 Jahren wird nun digitalisiert, und es ging noch tiefer in die Bildungskatastrophe. Aber nicht genug. Nun wird mit KI eine neue Stufe der Digitalisierung gezündet.

 

Bild: New York Times

Google-Schools - die Vorbilder der Bertelsmann-Stiftung

Der Feldversuch geht weiter

Man darf nicht vergessen: Bertelsmann & Co trommelten vor 15 Jahren für die Smartphonenutzung schon ab der KiTa, heute ernten wir die Schäden an einer ganzen Generation von Kindern. Sie führten dazu, dass immer mehr Länder die Reißleine ziehen. Man denke nur an die Erklärung von Mattias Tesfaye. Der sozialdemokratische Minister für Kinder und Bildung entschuldigte sich im Interview bei den dänischen Jugendlichen dafür, dass man die Kinder zu "Versuchskaninchen in einem digitalen Experiment" gemacht habe, "dessen Ausmaß und Folgen wir nicht überblicken können". Das Klassenzimmer sei nun mal keine "Erweiterung des Jugendzimmers, in dem gestreamt, gespielt und geshoppt wird". Die Schulen hätten sich den großen Tech-Konzernen zu lange unterworfen, man sei als Gesellschaft zu "verliebt" gewesen in die Wunder der Digitalwelt. Die Schulen müssten "das Klassenzimmer als Bildungsraum zurückerobern". Statt von den 70 Ländern, die die Digitalisierung rückgängig machen, zu lernen, stellen die Bundesregierung und Bertelsmann die Weichen für noch mehr Digitalisierung.

Das Fortschritts-Framing: Das pädagogische Naturgesetz

Es gibt Dinge, gegen die man nichts machen kann. Regen im Urlaub. Montagmorgen. Und neuerdings: Künstliche Intelligenz in der Schule. Die Bertelsmann-Empfehlungen strotzen vor Formulierungen der Vernebelung für einen angeblichen Fortschritt, um nur ein Anliegen durchzusetzen: Die Integration der KI in die digitale Bildung. Das Argument: KI ist da. Punkt. Und weil sie da ist, muss sie rein. In den Unterricht. In die Prüfungen. Ins Abitur. Alles andere wäre realitätsfern, rückwärtsgewandt oder gleich moralisch fragwürdig. Und was Teil der Welt ist, muss offenbar auch Teil der Bildung sein:

  1. Die Welt verändert sich.
  2. KI ist Teil dieser Veränderung.
  3. Schule muss sich anpassen.
  4. Wer widerspricht, hat die Welt nicht verstanden.

Wie ein Naturgesetz, dem wir folgen müssen, scheinen KI und Digitalisierung über uns gekommen zu sein. Aber lässt sich aus einer kapitalistischen Werte- und Lebenswirklichkeit schließen, wie Bildung, Erziehung und Verhalten stattfinden müssen? Vom unhinterfragten Sein wird das Sollen abgeleitet. Aus dem was ist, folgt eben nicht automatisch, was sein sollte. Und das ist dann angeblich alternativlos. Die Prämissen von Google, Telekom & Co, die deren Profit- und Herrschaftsanspruch verkörpern, stehen im Widerspruch zu den Erkenntnissen der Humanwissenschaften. Diskussion der Problematiken der KI? Alternativen? Fehlanzeige. Zweifel? Kulturpessimismus. Kritik? Angst. KI wird zur neuen Lern- und Prüfungskultur.

Bild:diagnose:funk

Gespaltene Medien

In den Medien wird die Entwicklung kontrovers diskutiert. Begleitschutz gibt der Spiegel-Leitartikel von Armin Himmelrath „Künstliche Intelligenz gehört ins Abitur. Die Glorifizierung analoger Klausuren ist ein Irrweg zulasten der Schülerinnen und Schüler. Wer KI verbietet, prüft altbacken.“ (Spiegel 45 / 2025) Aber es kommt auch massive Kritik. Udo Kords schreibt in der TAZ vom 13.09.2025 im Artikel „Künstliche Intelligenz. Wenn wir das Denken an die KI auslagern“:

 

  • „ChatGPT und Co. entlasten uns vom Selbstnachdenken. Das ist keine effziente Modernisierung, sondern ein Angriff auf das, was uns wachsen lässt … Das Gehirn lässt sich trainieren – oder es verkümmert. KI ist die Technologie, die diese neuronalen Energiesparprogramme in unserem Gehirn weiter perfektioniert, indem wir Gelegenheiten, in denen wir bislang selbst gedacht haben, immer mehr ungenutzt lassen, und das mit gravierenden Folgen. Das Gehirn reagiert wie ein Muskel. Wenn es nicht benötigt wird, verkümmert es. Zu den spannendsten neurowissenschaftlichen Entdeckungen gehört die neuronale Plastizität. Diese beschreibt die lebenslange Fähigkeit des Gehirns, sich zu verändern, indem neue neuronale Verbindungen geschaffen werden. Und wodurch entstehen diese? Durch den aktiven Gebrauch des Gehirns …
  • Das Outsourcing des Denkens ist keine effiziente Modernisierung, sondern ein Angriff auf das, was uns innerlich wachsen lässt. Dabei ist das Denken kein rein neurologischer Vorgang, bei dem Nervenzellen elektronische Impulse versenden. Es ist eng verwoben mit unserer Persönlichkeitsentwicklung. Die Fähigkeit zu zweifeln, zu irren, neu zu justieren – all das formt nicht nur unseren Verstand, sondern auch unseren Charakter … Ohne kritisches Denken verkommen wir zu Konsumenten vorgefertigter Meinungen und kuratierter Informationen, werden empfänglicher für Beeinflussung und immer abhängiger von externen Entscheidungshilfen. Wer das Denken auslagert, lagert seine eigene Entwicklung und Identität in Teilen gleich mit aus und macht sich zum Zuschauer der eigenen Entmündigung.“

Diese Entmündigung soll nun in Gestalt der Bertelsmann-Empfehlungen in den Unterricht einziehen. Diese Sinnentleerung hat allerdings einen Sinn: Die Profitinteressen der IT-Branche.

Karikatur:Riemann "Devolution"

Ralf Lankau: Technikdeterminismus

Prof. Ralf Lankau (HS Offenburg) verdirbt mit seinem Artikel „Menschliche Intelligenz, nicht KI, gehört ins Abitur“ – die harmonische Fortschrittskulisse:

  • Der Spiegel sagt: KI gehört ins Abitur, weil sie da ist.
  • Bertelsmann sagt: KI gehört in Prüfungen, weil sie Teil der Realität ist.
  • Und Lankau sagt: Genau das ist das Problem.

Ralf Lankau nennt das, was Spiegel und Bertelsmann betreiben Technikdeterminismus: Die Technik gibt den Takt vor, Pädagogik darf hinterherlaufen. Dass KI weder „intelligent“ ist noch verlässlich, dass sie halluziniert, Fehler reproduziert und Denken auslagert – geschenkt. Hauptsache, sie ist „angekommen“. Lankau fragt etwas Altmodisches: “Was soll Schule eigentlich prüfen?“ Die Fähigkeit, ein Tool zu bedienen? Oder die Fähigkeit, selbst zu denken, zu strukturieren, zu formulieren?

Zwei Deutungen von Schule stehen sich gegenüber: Die eine hält Schule für einen Ort der Anpassung an technische Gegebenheiten. Die andere für einen Ort des Widerstands gegen Denkverzicht. Doch Widerstand hat es schwer gegen Naturgesetze. Und KI, so lernt man dieser Tage, ist offenbar eines. Schüler können in Zukunft die KI denken lassen. Verhindern wir die offensichtlich geplante Generation Hirnlos.

>> Lesen Sie dazu auch das aktuelle Interview mit Prof. Ralf Lankau: Schüler-ID, Bildungs-TÜV und das falsche Menschenbild. Auf dem Weg zur Konditionierungsanstalt in einer Schule ohne Lehrer.

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Das Netzwerk der Digitalisierungslobby 

Wie planmäßig mit den Narrativen "Digitalisierung ist Fortschritt - Raus aus der Kreidezeit“ die Eroberung des Geschäftsfeldes Schule geplant wurde, das analysiert die >>> Studie von Fröschler (2018) und der diagnose:funk Überblick Nr. 9 (s.u. Publikationen).  

 

Das Netzwerk der Digitalisierungslobby / Mit Klick vergrößern!Grafik: Förschler 2018

Quellen

[1] Die Festlegungen im Koalitionsvertrag:

„Mit dem neuen DigitalPakt bauen wir die digitale Infrastruktur und verlässliche Administration aus. Wir bringen anwendungsorientierte Lehrkräftebildung, digitalisierungsbezogene Schul- und Unterrichtsentwicklung, selbst-adaptive, KI-gestützte Lernsysteme sowie digitalgestützte Vertretungskonzepte voran … Bedürftige Kinder statten wir verlässlich mit Endgeräten aus.“ (S. 72)  

„Unter Achtung der jeweiligen Zuständigkeiten wollen wir gemeinsam mit den Ländern für die nächste Dekade relevante und messbare Bildungsziele vereinbaren und eine datengestützte Schulentwicklung und das Bildungsverlaufsregister schaffen. Die Einführung einer zwischen den Ländern kompatiblen, datenschutzkonformen Schüler-ID unterstützen wir und ermöglichen die Verknüpfung mit der Bürger-ID.“ (S. 72)

[2] „Lern- und Prüfungskultur sind unmittelbar miteinander verschränkt – ändert sich das eine, hat das zwangsläufig Folgewirkungen für das andere. Ändert sich die Lernkultur in der oben beschriebenen Weise, berührt das auch die Prüfungskultur.“ (S.10)

[3] Chef des US-Unternehmens Knewton ist Jose Ferreira, davor Banker bei Goldman Sachs, Neffe und Wahlkampfstratege von John Kerry (Quelle Wikipedia).

Publikation zum Thema

Januar 2022Format: A4Seitenanzahl: 12 Veröffentlicht am: 18.01.2022 Bestellnr.: 247Sprache: deutschHerausgeber: diagnose:funk

Wie die Telekommunikationsindustrie die Politik im Griff hat


Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
diagnose:funk legt in diesem Brennpunkt eine Recherche zur Lobbyarbeit der Mobilfunkindustrie und BITKOM-Branche zur Digitalisierung vor, basierend auf der Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion DIE LINKE „Beziehungen von Telekommunikationsunternehmen zur Bundesregierung“ (Bundestagsdrucksache 18/9620, 13.09.2016). Sechs Grafiken verbildlichen die Verflechtungen. Politisch eingeordnet wird diese Analyse auf Grund eigener Erfahrungen mit Besuchen bei Bundestagsabgeordneten und dem neuen Buch „Lobbyland. Wie die Wirtschaft unsere Demokratie kauft“ (2021) des ehemaligen Dortmunder SPD-Abgeordneten Marco Bülow über seine 18-jährigen Erfahrungen im Bundestag und weiteren Literaturrecherchen.
Bild:diagnose:funk
aktuelle Version: 02.10.2025Format: A4Seitenanzahl: 24 Veröffentlicht am: 02.10.2025 Bestellnr.: 609Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Überblick Nr. 9: Digitale Bildung - Ausweg aus der Bildungskatastrophe?


Autor:
Peter Hensinger M.A.
Inhalt:
Wie kam es zur „Digitalen Bildung“ und im Schlepptau zur WLANisierung der Schulen? Diese Reform hat eine über 50-jährige Geschichte. Sie kumulierte im Jahr 2017 im Beschluss der Bundesregierung zum Digitalpakt Schule. Mit der „Digitalen Bildung“ sollen die Ziele der neoliberalen Vorstellungen des Homo Oekonomicus, des konditionier- und verwertbaren Menschen, erstmals verwirklicht werden. Das Datensammeln durch die digitalen Medien ist dazu die Voraussetzung. Dieser Hintergrund spielt in der Diskussion fast keine Rolle, obwohl Soziologen und Pädagogen wir Prof. Jochen Krautz und Prof. Richard Münch ihn schon frühzeitig analysierten. Selbst Lehrerverbände verfielen dem inszenierten Hype der digitalen Medien, beschäftigten sich nicht mit dem pädagogischen und ökonomischen Hintergrund. Man kann die Bildungskatastrophe und die Digitale Bildung nur verstehen, wenn man ihre Historie, die pädagogischen Theorien und die ökonomischen Interessen, die sie hervorbrachten, kennt. Von Pädagogen, die diese Hintergründe kennen, gibt es heute eine heftige Kritik und die Forderung nach einer pädagogischen Wende. Dieser Überblick stellt die Geschichte und aktuelle Debatte dar.
diagnose:funk
Stand: 03.12.2024Format: A4Seitenanzahl: 27 Veröffentlicht am: 14.06.2024 Sprache: deutschHerausgeber: diagnose:funk

Überblick Nr. 6: Ist WLAN schädlich?


Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Überblick Nr. 6 dokumentiert die Studienlage zu WLAN und die Alternativen. Da WLAN eine lizenz- und oft kostenlose Frequenz ist, die deshalb Jugendliche besonders oft nutzen, hat die Studienlage zu den WLAN-Frequenzen eine besondere Bedeutung. Die WLAN-Frequenz ist besonders gut untersucht. Es liegen Erkenntnisse über Auswirkungen auf das Gehirn und in der Folge auf den Schlaf, das Gedächtnis, räumliches Denken, das Erbgut, die Blut-Hirn-Schranke, vor, aber auch auf die Fertilität, das Auge, das EEG und auf die Auslösung entzündlicher Erkrankungen durch oxidativen Zellstress.
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