Stuttgart, 16.12.2025: Die Umwelt- und Verbraucherorganisation diagnose:funk warnt vor den negativen Auswirkungen von Bluetooth-Strahlung auf die frühe Entwicklung des embryonalen Gehirns. Eine aktuelle, methodisch sehr gut durchgeführte und ausführlich dokumentierte Studie kommt zu folgenden dramatischen Ergebnissen: gezüchtete Gehirn-Gewebestrukturen, wie sie auch im menschlichen Embryo wachsen, entwickeln sich unter alltagsüblicher Bluetooth-Dauerbestrahlung deutlich gestört bzw. verzögert:
- Bestrahlte Gewebestrukturen bleiben signifikant kleiner als unbestrahlte Vergleichszellen (unter dem Mikroskop sichtbar, siehe Bild).
- Bestrahlte neuronale Stammzellen differenzieren sich nicht wie unbestrahlte Stammzellen.
- Genfunktionen sind teilweise vermindert, teilweise erhöht, also gestört.
- Bestrahlte Gewebestrukturen zeigen Charakteristika der Autismus-Spektrum-Störung (ASS)
Studie im Original: https://doi.org/10.1016/j.celrep.2025.116238
Besprechung der Studie in der Fachzeitschrift ElektrosmogReport: https://www.emfdata.org/de/studien/detail&id=903
„Funkstrahlung ist schädlich! Das zeigt nun auch diese sehr gut gemachte Bluetooth-Studie“, sagt Jörn Gutbier, Vorsitzender von diagnose:funk. „Was wir bislang in hunderten WLAN- und Mobilfunk-Studien gesehen haben, wird nun auch für Bluetooth klar bestätigt: Die Funkstrahlung beeinträchtigt die Biologie bereits weit unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte – in diesem Fall wird die Entwicklung des Gehirns von werdenden Kindern schon in einem sehr frühen Stadium gestört. Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger und Bundesumweltminister Carsten Schneider müssen aus solchen wissenschaftlich abgesicherten Erkenntnissen endlich die richtigen Schlüsse ziehen: Die Bevölkerung aufklären und Funkstrahlung gesetzlich erheblich minimieren.“
Die Bestrahlungsstärke lag in der Studie bei 2,5 mW/m², was im deutlich unteren Bereich alltäglicher Bluetooth-Strahlung liegt, die von Smartphones, AirPods oder Bluetooth-Lautsprechern ausgeht. In der Studie wurden sogenannte ‚kortikale Organoide‘ (dreidimensionale Mini-Gewebestrukturen) aus humanen embryonalen Stammzellen gezüchtet. Mit diesen Gewebestrukturen können auch Auswirkungen anderer Umwelteinflüsse (u.a. Alkohol, Nikotin) auf die Entwicklung der menschlichen Großhirnrinde (Cortex) ethisch vertretbar untersucht werden. Die Ergebnisse der Studie haben also für die Gehirnentwicklung im werdenden Kind große Aussagekraft. An neuronalen Stammzellen von Rhesusaffen wurden diese Beobachtungen in vitro bestätigt.
Die Forschenden von 6 US-amerikanischen Forschungseinrichtungen (u.a von den Universitäten Yale, Colorado und Minnesota) bestrahlten die Zellzüchtungen vom 10. bis zum 70. Tag der Strukturierungsphase. Zu diesem Zeitpunkt bilden sich aus gleichförmigen Stammzellen unterschiedliche Zellarten aus. Die Bestrahlung erfolgte 12 Stunden bzw. 24 Stunden pro Tag. Bei der kürzeren Bestrahlung wurde die Oberfläche ungewöhnlich unregelmäßig, bei der Dauerbestrahlung blieben zusätzlich die Gewebestrukturen auffallend klein und die Funktion vieler Gene war gestört (vermindert oder erhöht). Die Autor:innen schlussfolgern: „Funkstrahlung beeinflusst die Entwicklung von Hirn-Organoiden in einem frühen Entwicklungsstadium.“ (S. 3 ‚Results‘)
Weitere Infos zu Gehirn und Funkstrahlung:
diagnose:funk beantwortet in einer 40-seitigen Broschüre die Frage: Wirkt Mobilfunk auf das Gehirn? Der ‚Überblick Nr. 4‘ widmet sich der umfangreichen Studienlage zu den Auswirkungen der Mobilfunkstrahlung auf die neurobiologischen Grundlagen mentaler Prozesse. Hochfrequente elektromagnetische Felder verändern zentrale Stoffwechselprozesse im Gehirn. Besonders alarmierend ist die daraus resultierende Desynchronisation endogener Rhythmen – zentrale Abläufe geraten aus dem Takt, das neuronale Zusammenspiel wird massiv gestört. Das hat Folgen für Lernen, Gedächtnis und Verhalten – bis hin zu neurologischen und neurodegenerativen Störungsbildern. Über 50 Studien werden dazu dokumentiert.
Download von Überblick Nr. 4: https://www.diagnose-funk.org/ueberblick#4

