Smartphones und SAR-Grenzwerte: Nicht sicher! Der Abstand ist Dein Freund!

In Frankreich wurden schon 60 Smartphones beanstandet
Smartphones am Ohr oder in der Hosentasche – das birgt ein erhebliches Risiko. Behörden betonen jedoch, dass die Nutzung unbedenklich sei, sofern der vorgeschriebene SAR-Wert (SAR: spezifische Absorptionsrate) eingehalten wird. Dieser Wert schützt allerdings lediglich vor einer übermäßigen Erwärmung – und wird von vielen Geräten nicht eingehalten. Die französische Organisation Phonegate hat sich darauf spezialisiert, solche Überschreitungen zu überprüfen und den zuständigen Behörden zu melden. Das DOOGEE X98 ist bereits das 60. Smartphone-Modell, das seit 2018 infolge solcher Prüfungen entweder zurückgerufen oder per Software-Update angepasst wurde.
Phonegate Logo

Phonegate schreibt: „Das DOOGEE X98 wurde gerade in Frankreich offiziell verboten, nachdem es von der Agence Nationale des Fréquences (ANFR) wegen Betrugs bei der spezifischen Absorptionsrate (SAR)[1] von 6,25 W/kg, nahezu das 1,5-Fache des europäischen Grenzwerts von 4 W/kg, überprüft worden war. Darüber hinaus zeigt unser „echter” SAR-Rechner einen viel höheren Expositionswert von 12,5 W/kg.

DOOGEE: wiederholt rückfällig gewordener Hersteller

DOOGEE, eine chinesische Marke, die rund fünfzehn Millionen Smartphones in 160 Ländern verkauft, hat sich in den letzten Jahren durch mehrere Verstöße gegen europäische Normen für die Exposition gegenüber elektromagnetischen Wellen hervorgetan. Mehrere ihrer Modelle, darunter das N50, S100 Pro, S88 Plus und nun das X98, wurden wegen Täuschung und Überschreitung des öffentlich angegebenen SAR-Wertes zurückgerufen oder deren Software aktualisiert.

Was tun, wenn Sie ein DOOGEE X98 besitzen?

Wir empfehlen allen Nutzern des DOOGEE X98, sich an ihren Händler zu wenden, um sich über Rückgabe- oder Rückrufverfahren zu informieren. Die französischen Händler sind verpflichtet, dieses Modell aus dem Verkauf zu nehmen und ihre Kunden gemäß den geltenden Vorschriften zu informieren.

Unsere Forderungen an die französischen und europäischen Behörden:

  • Dass die ANFR (Agence Nationale des Fréquences) unverzüglich alle Berichte über die Nichteinhaltung der SAR-Grenzwerte veröffentlicht.
  • Dass die Behörden die Verbreitung von Warnungen und Rückrufaktionen beschleunigen, um die Gesundheit der Nutzer zu gewährleisten.
  • Dass die Verbraucher transparent über die Risiken informiert werden, die sie beim Kauf von Smartphones eingehen, insbesondere von wiederholt auffälligen Marken wie DOOGEE.
  • Dass die europäischen Behörden so schnell wie möglich alle auf europäischer Ebene getroffenen Maßnahmen zur Rücknahme des DOOGEE X98 bekannt geben.

Dr. Marc Arazi, Präsident von Phonegate Alert, mahnt an:

  • Angesichts der zunehmenden Verstöße von Herstellern von Smartphones und vernetzten Geräten ist es unerlässlich, strenge Sanktionen gegen wiederholt rückfällige Hersteller wie das chinesische Unternehmen DOOGEE zu verhängen. Wir fordern die Einführung wirklich abschreckender finanzieller Strafen oder sogar ein vollständiges Verbot des Verkaufs ihrer Smartphones in Frankreich und Europa. Nur eine entschlossene Reaktion kann die Gesundheit der Verbraucher wirksam schützen und diesen inakzeptablen irreführenden Praktiken sowie dem Industrie- und Gesundheitsskandal Phonegate ein Ende setzen.““
Unkontrolliert hoher Strahlung ausgesetzt?Bild: pexels-rdne-6849349

Und in Deutschland?

Diagnose:funk verfügt derzeit nicht über die Kapazitäten, dieses wichtige Thema umfassend zu bearbeiten. Eine Liste mit strahlungsarmen Smartphones findet man im Internet.[2] Der SAR-Wert erfasst aber nur thermische Wirkungen, schützt nicht vor den Strahlungseinwirkungen. Deshalb besteht ein dringender Informationsbedarf: Das Risiko für Gehirntumore gilt inzwischen als wissenschaftlich belegt. Viele Nutzer tragen ihr Smartphone regelmäßig in der Hosentasche – eine riskante Gewohnheit. Negative Auswirkungen auf die Fruchtbarkeitsorgane sind durch dutzende Studien nachgewiesen. In den USA untersuchen Wissenschaftler, ob der Anstieg von Darmkrebs, insbesondere bei jungen Menschen, nicht mit dieser Gewohnheit zusammenhängen könnte. Den Hinweisen aus Frankreich über viel zu stark strahlende Geräte müssten das deutsche Bundesamt für Strahlenschutz und die deutschen Gesundheitsbehörden eigentlich eigenständig nachgehen. Wir haben die Ämter in einem Schreiben eindrücklich darauf hingewiesen! Ein Appell an die Nutzer:

  • Der Abstand ist Dein Freund! Nutze Dein Smartphone mit Kabel und Kopfhörer.

Quelle: Phonegate: https://kurzlinks.de/h6xt

[1] SAR: Die spezifische Absorptionsrate beschreibt, wieviel Leistung pro Kilogramm Körpergewicht (bzw. biologischem Material) absorbiert wird (W/kg), wenn der Körper in einem hochfrequenten elektromagnetischen Feld exponiert ist. Die SAR kann lokal (z.B. bei Nutzung eines Mobiltelefons) oder auf den ganzen Körper (z.B. im Fernfeld einer Basisstation) bestimmt werden. Als Grenzwerte in Deutschland gelten für die Exposition des Ganzkörpers 0,08 W/kg und des Teilkörpers 2 W/kg (gemittelt über 10 Gramm Körpergewebe).

[2] Liste mit strahlungsarmen Smartphones: https://www.klarmobil.de/mic/bestenlisten/strahlungsarme-handys

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5. Auflage November 2020Format: A5Seitenanzahl: 60 Veröffentlicht am: 01.11.2020 Bestellnr.: 101Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk | Titelfoto: Drobot Dean stock.adobe.com

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Seit September 2018 ist der vollständig überarbeitete Ratgeber "Elektrosmog im Alltag" mit dem veränderten Titel "Elektrostress im Alltag" erhältlich. Die nun vorliegende 5. Auflage wurde von 56 auf 60 Seiten erweitert. Wieder mit dabei ist die Landessanitätsdirektion Salzburg, auf deren „Informationsmappe Elektrosmog“ von 2008 diese Broschüre aufbaut. Mit einfacher Sprache, kurzen Texten, über 150 Bildern, Grafiken und Tabellen sowie einfache Icons für jede Empfehlung wird versucht, das komplexe Thema der Elektromagnetischen Felder (EMF) für Laien verständlich zu erläutern. Hilfestellung zur Selbsthilfe durch Prävention ist das Anliegen der Autoren. Wir danken Dr. Martin Virnich, Dr. Dietrich Moldan, Dirk Herberg und Dipl. Ing. Dietrich Ruoff für ihre Unterstützung bei der Erstellung.
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Artikel veröffentlicht:
24.08.2025
Autor:
Phonegate / diagnose:funk
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