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Teil II: Konsequenzen für Bildungseinrichtungen
Digitaleuphorie und Fortschrittsgläubigkeit gilt seit Jahrzehnten auch für Bildungseinrichtungen. Jede neue Technik wird in die Schulen gedrückt, von Personalcomputern (PCs) über Laptops und Tablets oder heute Künstliche Intelligenz (KI) und ChatBots. Schulen werden laut Koalitionsvertrag mit dem Digitalpakt II und Starthilfeprogrammen konsequent weiter nach der Logik der Datenökonomie umstrukturiert und mit Digitaltechnik ausgestattet, auch wenn der Nutzen nicht belegt ist, im Gegenteil (siehe Aufruf: Humane und emanzipierende Bildungspolitik vs. digitale Transformation (https://die-pädagogische-wende.de/aufruf-bildungspolitik-2025/) und Teil II): Hintergründe https://die-pädagogische-wende.de/aufruf-teil-ii-hintergruende/).
Die Strategie: Im ersten Schritt gewöhnt man Kinder und Jugendliche an das Arbeiten an und mit den Geräten (möglichst schon in der Kita, obwohl alle Nachbarländer zurückrudern, da sich Konzepte der Frühdigitalisierung als kontraproduktiv erwiesen haben; https://die-pädagogische-wende.de/endlich-handy-verbot-fuer-kinder/). Im nächsten Schritt übernehmen Avatare und Robots das Unterrichten selbst, samt Motivation und Rückmeldung. Soziale, zwischenmenschliche Interaktionen werden ersetzt durch technisch automatisiert generiertes Feedback. Unterricht hat nicht mehr Verstehen zum Ziel, sondern automatisiert abprüfbare Lernleistungen. Als Avatar oder „Bildungsbuddy“ (siehe Meinel im Anhang) übernehmen IT-Systeme das Beschulen und Testen, sind immer zur Stelle, beraten, helfen, trösten. Der Informatiker und KI-Investor Marc Andreessen formuliert in seinem Pamphlet „Why AI will save the world“:
- „Jedes Kind wird einen KI-Tutor haben, der unendlich geduldig, unendlich mitfühlend, unendlich sachkundig und unendlich hilfreich ist. Der KI-Tutor wird jedem Kind bei jedem Schritt seiner Entwicklung zur Seite stehen und ihm helfen, sein Potenzial mit der maschinellen Version der unendlichen Liebe zu maximieren.“ (Andreessen, 2023)
Glaubt man Andreessen und anderen KI-Euphorikern, gilt das übrigens nicht nur für Kinder, sondern für alle Berufe und letztlich alle Menschen:
- „Jeder Mensch wird einen KI-Assistenten/Coach/Mentor/Trainer/Berater/Therapeuten haben, der unendlich geduldig, unendlich mitfühlend, unendlich sachkundig und unendlich hilfreich ist. Der KI-Assistent wird bei allen Gelegenheiten und Herausforderungen des Lebens dabei sein und die Ergebnisse eines jeden Menschen maximieren.“ (ebda.)





