WHO-Studie bestätigt Schädigung von Spermien und Fruchtbarkeit durch Mobilfunkstrahlung

Deutsche Behörden ignorieren Studienergebnisse
Die von der WHO in Auftrag gegebene Überblicksstudie (Review) „Auswirkungen von Hochfrequenzbefeldung auf die männliche Fruchtbarkeit: Eine systematische Übersicht experimenteller Studien an nicht-menschlichen Säugetieren und menschlichen Spermien in vitro“ bestätigt, dass Mobilfunkstrahlung die männliche Fruchtbarkeit schädigt.
Studie Cordelli et al.(2024)

Die Weltgesundheitsorganisation WHO koordiniert ein internationales Projekt, welches darauf abzielt, Hinweise auf mögliche gesundheitsschädliche Auswirkungen von Hochfrequenzbefeldung zu überprüfen. Auswirkungen auf die Gesundheit des Fortpflanzungssystems wurden als vorrangig zu behandeln kategorisiert und eine internationale Arbeitsgruppe beauftragt, eine Überblicksstudie zu erstellen.

Es wurden in der Studie von Cordelli et al. (2024) 117 Studien zur Fertilität analysiert. Zum Aspekt der Auswirkungen auf die Spermienqualität erfolgte eine Auswertung der 1) Spermienanzahl, 2) Spermienmorphologie, 3) Spermienvitalität und 4) Veränderungen der Spermien DNA / des Chromatins. Alle vier Kriterien wiesen auf eine statistisch signifikante schädigende Wirkung der Hochfrequenz auf die Spermienqualität hin.

Bei der Überprüfung der toxischen Wirkung auf die Fortpflanzungsorgane wurden 1) Gewicht der Hoden und Nebenhoden 2) Histomorphometrie der Hoden 3) Histologie der Hoden und Nebenhoden 4) Zellsterben im Hodengewebe 5) Spermienproduktion im Hoden analysiert. Die statistische Auswertung zeigte wiederum eine signifikante schädigende Wirkung der Hochfrequenz bei allen fünf ausgewerteten Endpunkten. 

Diese von der WHO in Auftrag gegebene und mitfinanzierte Übersichtsarbeit weist darauf hin, dass Hochfrequenzbefeldung negative Auswirkungen auf die männliche Fruchtbarkeit besitzt. In Anbetracht dessen, dass die männliche Fruchtbarkeit in westlichen Ländern abnimmt, sollten die Ergebnisse dieser Meta-Analyse von politischen Entscheidungsträgern beachtet werden, so die Autoren.

Eine ausführliche Besprechung der Studie finden Sie im >>> ElektrosmogReport 2-2024 und auf EMFData.org.

Cordelli E, Ardoino L, Benassi B, Consales C, Eleuteri P, Marino C, Sciortino M, Villani P, Brinkworth MH, Chen G, McNamee JP, Wood AW, Belackova L, Verbeek J, Pacchierotti F (2024): Effects of radiofrequency electromagnetic field (RF-EMF) exposure on male fertility: A systematic review of experimental studies on non-human mammals and human sperm in vitro. Environment International, 185, 108509. https://doi.org/10.1016/J.ENVINT.2024.108509

 

WHO-Studie bestätigt Ergebnisse und Warnungen des EU-Technikfolgenausschusses STOA

STOA-Studie / diagnose:funk

Diese WHO-Studie bestätigt die Ergebnisse der beiden bisher größten Übersichtsarbeiten zur Fertilität von Kim et al. (2022) und der STOA-Studie (2021). Die STOA-Studie des Technikfolgenausschusses des EU-Parlaments folgerte aus der Auswertung aller Studien, dass die Gefährdung der Fruchtbarkeit nachgewiesen (!) ist:

  • "6.3.: FR1 (450 bis 6.000 MHz): Es gibt ausreichende Nachweise auf schädliche Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit von Männern. Es gibt begrenzte Nachweise auf schädliche Wirkungen auf die Fruchtbarkeit von Frauen. Es gibt begrenzte Nachweise auf Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder von Müttern, die während der Schwangerschaft intensiv Mobiltelefone benutzt haben."

Kim et al. (2022) kamen zu dem Ergebnis, dass die Nutzung von Mobiltelefonen tatsächlich mit einer verminderten Beweglichkeit, Lebensfähigkeit und Konzentration von Spermien verbunden ist, siehe dazu den Bericht auf https://www.diagnose-funk.org/1797.

In Anbetracht der Tatsache, dass die Ergebnisse sowohl in vivo als auch in vitro (kultivierte Spermien) konsistent waren, warnt der Hauptautor Dr. Kim:

  • "Männliche Handynutzer sollten sich bemühen, die Handynutzung zu reduzieren, um ihre Spermienqualität zu schützen."

Diese WHO-Studie bestätigt auch die Ergebnisse der Schweizer epidemiologischen Studie Rahban et al. (2023) an Soldaten. Soldaten, die das Mobiltelefon mehr als 20-mal pro Tag benutzten, hatten im Durchschnitt eine signifikant geringere Spermienkonzentration als Soldaten, die ihr Handy nicht mehr als einmal pro Woche verwendeten: https://www.diagnose-funk.org/2020

In der diagnose:funk Review-Liste sind jetzt 21 Arbeiten, die negative Auswirkungen auf die weiblichen und männlichen Reproduktionsorgane nachweisen. diagnose:funk und der ElektrosmogReport dokumentieren kontinuierlich die Studienlage zu Fertilität und Spermien auf der Datenbank www.EMFData.org. Die Studien, teilweise mit Beurteilungen, können über die Filterfunktion abgerufen werden, z.B. ergibt der Filter "Wirkung auf Hoden/Spermien, Fertilität" über >>> 70 Ergebnisse.

Angesichts dieser eindeutigen und gesicherten Studienergebnisse ist es nicht akzeptabel, dass die deutschen Behörden und Ämter diese Studienergebnisse ignorieren. diagnose:funk wird sie in einem Brief auffordern, die Bevölkerung über diese Risiken zu informieren.

Poster zu den Studienergebnissen von Kim et al.Pusan Universität

Poster / Infografik mit den wichtigsten Ergebnissen der Meta-Analyse von Kim et al. (2022). Nach der Untersuchung einer Reihe von Studien aus den Jahren 2012 bis 2021 haben die Forscher eine aktualisierte Meta-Analyse durchgeführt, die eindeutig auf einen Zusammenhang zwischen Mobiltelefonen und verminderter Spermienqualität hinweist.

Publikation zum Thema

Januar 2022Format: A4Seitenanzahl: 12 Veröffentlicht am: 18.01.2022 Bestellnr.: 246Sprache: deutschHerausgeber: diagnose:funk

STOA-Studie: Gesundheitliche Auswirkungen von 5G


Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Dieser Brennpunkt fasst die Ergebnisse der 198-seitigen STOA-Studie zusammen. Das Science and Technology Options Assessment Komitee (STOA) des Europäischen Parlaments veröffentlichte im Juni 2021 die Studie "Gesundheitliche Auswirkungen von 5G. Aktueller Kenntnisstand über die mit 5G verbundenen karzinogenen und reproduktiven Entwicklungsrisiken, wie sie sich aus epidemiologischen Studien und experimentellen In-vivo-Studien ergeben". Die Studienlage zu Krebs und Fertilität wird in der Studie dargestellt und daraus Forderungen für den Strahlenschutz abgeleitet. Die Studie wurde im Auftrag der STOA erarbeitet, das kompetente Autorenteam setzt sich aus Wissenschaftlern des Ramazzini-Institutes (Italien) zusammen. Die deutsche Übersetzung stammt von diagnose:funk und ist auch als Buch zum Selbstkostenpreis erhältlich.
Dt. Übersetzung der Original-StudieBild: diagnose:funk
Format: A4Seitenanzahl: 200 Veröffentlicht am: 20.01.2022 Bestellnr.: 554Sprache: deutschHerausgeber: diagnose:funk

STOA-Studie: Gesundheitliche Auswirkungen von 5G (deutsche Übersetzung der Gesamtstudie)


Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Komplette deutsche Übersetzung der bisher weltweit wohl umfangreichsten Auswertung des Forschungsstandes zu den Auswirkungen der bisherigen Mobilfunkfrequenzen (GSM, UMTS, LTE) und zur neuen 5G-Technologie. Im vorliegenden Review werden die Gesundheitsaspekte Krebs und Fertilität untersucht. Die Studie wurde im Auftrag des Komitees zur Technikfolgenabschätzung des EU-Parlaments (STOA) erarbeitet. Das kompetente Autorenteam setzt sich aus Wissenschaftlern des Ramazzini-Institutes (Italien) zusammen, das führend auf diesem Gebiet ist. Studienleiterin war Prof. Fiorella Belpoggi. Die Studienlage mit scheinbar widersprüchlichen Studienergebnissen wird transparent aus­gewertet. Der Review klärt endgültig, dass Mobilfunkstrahlung gesundheitsschädlich ist. Die Übersetzung erfolgte textgetreu durch diagnose:funk, das EU Parlament übernimmt für die Richtigkeit keine Verantwortung. Der Verkaufspreis ist ein Unkostenbeitrag. Der Vertrieb wurde durch die STOA legitimiert.
Artikel veröffentlicht:
21.05.2024
Autor:
diagnose:funk
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