ÜBERBLICK Nr.6: Ist WLAN schädlich?

Welche Alternativen gibt es, die auf die Gesundheit vermehrt Rücksicht ­nehmen?
WLAN wurde zu einer der meistgenutzten Mobilfunkfrequenzen. Es ist lizenzfrei und wird kostenlos angeboten. WLAN anzubieten, gilt als fortschrittlich. Schulen, Bahnen, Busse, Hotels, Kliniken, Einkaufszentren – alle bieten Hotspots an. Auch um Nutzerdaten abzugreifen. Die Studienlage zu biologischen Wirkungen von WLAN ist enorm. Mehr als einhundert Studien weisen schädigende Auswirkungen nach, u.a. auch auf Gedächtnisleistungen. Obwohl das bekannt ist, werden für die digitale Bildung Schulen damit ausgerüstet. Immer wieder fragen Lehrende bei uns an, wie sie das problematisieren können und welche Alternativen es gibt.
Jugendliche nutzen bevorzugt kostenloses WLANBild:diagnose:funk

Peter Hensinger vom diagnose:funk Vorstand arbeitete die Studienlage zur WLAN-Frequenz 2450 MHz auf und hielt auf einer Ärztetagung dazu einen Vortrag, den wir nun in der Reihe  ÜBERBLICK publizieren. Unser Vorschlag: Wenn an einer Einrichtung, ob Schule oder Klinik, die Installation von WLAN ansteht, geben Sie den Entscheidern und KollegInnen diesen ÜBERBLICK mit der Bitte um eine Stellungnahme. Das Papier dokumentiert in den Quellen 51 aktuelle Studien, mit Hinweisen auf die Fundstelle und detaillierte Besprechungen auf der Datenbank www.EMFData.org.

 

>>> Download ÜBERBLICK Nr.6 : Ist WLAN schädlich?

Inhalt:

1. Auswirkungen nicht-ionisierender Strahlung auf den Organismus

2. Offizielle Warnungen vor Dauerbestrahlung

3. WLAN-Risiken durch mehr als 150 Studien belegt

4. Die aktuelle Studienlage zu WLAN

4.1 Negative Wirkungen auf das Gedächtnis, räumliches Denken mit der Folge von Verhaltensstörungen

4.2  Auswirkungen auf das Erbgut

4.3 Öffnung der Blut-Hirn-Schranke

4.4 Auswirkungen auf die Fertilität

4.5 Auswirkungen von WLAN auf das Auge

4.6 Sonstige Auswirkungen

4.7  Schädigungsmechanismus oxidativer Zellstress

4.8  Die Auswirkungen der 10 Hz-Pulsation von WLAN

5. Lösungen für eine strahlenminimierte Umgebung

>>> Link zu WLAN-Studien auf der diagnose-Funk Datenbank www.EMFData.org

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Prof. L. v. Klitzing, Foto: privat

Wirkungen auf das Gehirn seit den 90er Jahren bekannt!

 

Pionierarbeit zu WLAN-Auswirkungen, insbesondere auf das Gehirn, leistete Prof. Lebrecht von Klitzing bereits in den 1990er Jahren. In einem Interview befragten wir ihn zu seinen Ergebnissen und die Reaktion des Bundesamtes für Strahlenschutz darauf. Klitzing konnte die Auswirkungen im Gehirn in Messprotokollen und Grafiken darstellen. 

 

 

2014 wurde im Springer-Reference-Book „Systems Biology of Free Radicals and Antioxidants“, also auf hoher wissenschaftlicher Ebene, in der Metastudie „Effects of Cellular Phone- and Wi-Fi-Induced Electromagnetic Radiation on Oxidative Stress and Molecular Pathways in Brain“ von Naziroglu/Akman darauf hingewiesen, dass bereits schwa­che WLAN-Strahlung negative Wirkungen hat. Als Schädigungs­mecha­nismus wurde Oxidativer Zellstress identifiziert.

Grafik: Naziroglu / Akman 2014

Die Wirkmechanismen von WLAN auf die Zellen, dargestellt bei Naziroglu/Akman (2014)

Die bisher größte 2,45 GHz - Überblicksstudie (Review) „Biologische und pathologische Wirkungen der Strahlung von 2,45 GHz auf Zellen, Kognition und Verhalten“ (Wilke 2018) dokumentiert mehr als 100 Studien und kommt zu dem Schluss:

  • „Die geltenden Grenz- und SAR-Werte schützen nicht vor den gesundheitlichen Risiken der WLAN-Strahlung. Die negativen Auswirkungen auf Lernen, Aufmerksamkeit und Verhalten begründen für Erziehungsinstitutionen aller Altersstufen einen Verzicht auf WLAN-Anwendungen ... WLAN sollte nicht in Schlafzimmern, an Arbeitsplätzen, in Aufenthalts­räumen, Krankenzimmern, Hörsälen, Klassenzimmern und in öffentlichen Verkehrsmitteln genutzt werden.“

Dieser Review (Download siehe unten) dokumentiert schädigende Wirkungen auf das EEG und Gehirnfunktionen (12 Studien), auf die Frucht­­­barkeit (18), die DNA und die Krebsentwicklung (29), auf das Herz (5), die Schilddrüse (3), die Genexpression (5), die Apoptose (9), die Leber (4) und das Zellwachstum (4). 41 Studien weisen als Schädigungsmechanismus oxidativen Zellstress nach, 22 Studien negative Wirkungen auf Kognition, Lernen, Aufmerk­samkeit und Verhalten. Dieser Review wurde von diagnose:funk finanziert. Diese Studienaufarbeitung ist ein Alleinstellungsmerkmal von diagnose:funk und bestätigt, wie wichtig unsere Arbeit ist.

Der ÜBERBLICK Nr.6 listet neue Studien, die seit 2018 publiziert und im ElektrosmogReport und auf EMFData besprochen wurden.

Angesichts dieser Studienlage, die allen Behören bekannt ist, hatte Prof. Karl Hecht recht, als er sagte, WLAN sei eine Körperverletzung und forderte:

  • "Die Ausstattung der Schulen mit WLAN-Systemen ist gesetzlich zu verbieten.“

Parallel zur Kritik an WLAN hat diagnose:funk seit 2013 eine Alternative gefördert, die optische Übertragungstechnologie, die jetzt zur Serienreife entwickelt und bereits in Schulen im Einsatz ist, allerdings an noch viel zu wenigen (Brennpunkte zur Lichttechnologie s.u.).

Grafik: diagnose:funk

Weitere Ausgaben von ÜBERBLICK für den DURCHBLICK:

 

Überblick Nr. 1: Wie wirkt Mobilfunk auf Menschen, Tiere und Pflanzen?

Der Überblick Nr. 1 ist ein Gesamtüberblick über den Stand der Forschung zur nicht-ionisierenden Strahlung des Mobilfunks.

 

Überblick Nr. 2: Ist Mobilfunk krebserregend?

Der Überblick Nr. 2 dokumentiert die Studienlage über das Risiko einer Krebserkrankung durch nicht-ionisierende Strahlung.

Überblick Nr. 3: Zeigt Mobilfunk auch nicht-thermische Wirkungen?

Der Überblick Nr. 3 setzt sich mit einer Hauptbegründung für die Ungefährlichkeit der Mobilfunkstrahlung auseinander: Die Grenzwerte würden vor Gesundheitsrisiken schützen. Es würde keine Beweise für athermische Wirkungen geben.

Überblick Nr. 4:  Auswirkungen nicht-ionisierender Strahlung auf Menschen mit Epilepsie

Der Überblick Nr. 4 befasst sich mit der Studienlage zu den Auswirkungen der Strahlung auf das Gehirn und den Studien, die es zum Zusammenhang von elektromagnetischen Feldern und Epilepsie gibt.

Überblick Nr. 5: Warum Elektrohypersensibilität (EHS) eine biologisch erwartbare Reaktion auf eine schädliche Strahlung ist. Autoren: Peter Hensinger M.A., Bernd I. Budzinski

Der Überblick Nr. 5 nimmt zu der Debatte, ob die Strahlung zur Krankheit Elektrohypersensibilität (EHS) führen kann, Stellung und dokumentiert die medizinischen Erkenntnisse.

Überblick Nr. 6: WLAN zuhause und an Schulen – die Risiken.

Der Überblick Nr. 6 dokumentiert die Studienlage zu WLAN und die Alternativen. Da WLAN eine lizenz- und oft kostenlose Frequenz ist, die deshalb Jugendliche besonders häufig nutzen, hat die Studienlage zu den WLAN-Frequenzen eine besondere Bedeutung.

Die ÜBERBLICKE geben den jeweiligen Stand der Forschung wieder und werden ggf. aktualisiert.

Video: Prof. Michael Kundi interpretiert ab Min. 25:14 die Ergebnisse der Studie von Foerster et al. (2018) zu Wirkungen der Strahlung auf das figurale und verbale Gedächtnis von Jugendlichen.

Video: Vortrag von Peter Hensinger in der diagnose:funk Webinar-Reihe im Mai 2023 zum Forschungsstand WLAN.

Publikation zum Thema

4. überarbeitete und aktualisierte Auflage Format: A5Seitenanzahl: 100, farbig Veröffentlicht am: 15.09.2019 Bestellnr.: 103Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk, Titelfoto: Cora Müller - stock.adobe.com

Vorsicht WLAN!

Risiken und Alternativen beim Einsatz von WLAN in Schulen, am Arbeitsplatz und Zuhause.
Autor:
diagnose:funk | Dr. K. Scheler, Dipl.-Ing. (FH) G. Krause
Inhalt:
"Kein WLAN an Schulen" - warum eigentlich nicht? Smartphones, Tablets, Spielekonsolen u.v.m. nutzen in der Regel WLAN statt Kabelverbindungen mit dem Router. Als scheinbar risikolose Basistechnologie wird WLAN derzeit vermarktet: Hotels, Bibliotheken, Gaststätten, Erholungsparks, Busse und Bahnen, sogar Städte und Gemeinden werben mit ihren kostenlosen WLAN-Hot-Spots. Auch in immer mehr Schulen soll und wird WLAN eingesetzt. Heute wissen wir: WLAN ist eine Risikotechnologie, viele Einzelstudien weisen bei ständig wiederkehrender Bestrahlung mit WLAN Gesundheitsgefahren nach, die WHO hat sie als möglicherweise krebserregend eingestuft. Die gesundheitlichen Gefahren von WLAN insbesondere für Kinder und Jugendliche im Hinblick auf ihre Entwicklung und ihre kognitiven Funktionen sind erheblich. Mit welchen Maßnahmen kann jeder seine persönliche Strahlenbelastung minimieren? .Welche Möglichkeiten haben Schulen Risiken weitestgehend zu vermeiden? Und welche leistungsfähigeren Alternativen zum heutigen WLAN gibt es bereits heute? Darüber klärt dieser Ratgeber auf.
Überarbeitet im August 2020Format: DIN langSeitenanzahl: 6 Veröffentlicht am: 24.08.2020 Bestellnr.: 311Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Vorsicht WLAN!

Wie Sie Ihre Strahlenbelastung reduzieren können
Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Im August 2020 neu überarbeitet: Wireless Local Area Network (WLAN oder WiFi) ist ein Funknetz-Standard zur Netzwerk-, Internetanbindung von mobilen Endgeräten. Der mobile Zugang zum Internet führt zu einem ständigen Ausbau funkbasierter Netzzugänge, sog. WLAN Hot-Spots. Wir zeigen Ihnen Ansätze zur Strahlungminimierung.
Format: DIN langSeitenanzahl: 6 Veröffentlicht am: 24.08.2020 Bestellnr.: 316Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

WLAN an Schulen?

Ärzte warnen vor Risiken für Kinder und Lehrer
Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
An Schulen sollen immer mehr mobile Geräte, v.a. Tablets und Smartphones eingesetzt werden. Ihre Nutzung erfordert die Installation von Routern und WLAN-Access-Points, die über hochfrequente elektromagnetische Wellen die Daten übertragen. diagnose:funk zeigt Risiken und technische Lösungen für Schulen auf.
Sonderbeilage in Ausgabe 1-2018 / ISSN 1437-2606 / 31. JahrgangFormat: A4Seitenanzahl: 32 Veröffentlicht am: 19.02.2018 Sprache: DeutschHerausgeber: umwelt • medizin • gesellschaft

Biologische und pathologische Wirkungen der Strahlung von 2,45 GHz auf Zellen, Fruchtbarkeit, Gehirn und Verhalten

Review veröffentlicht in umwelt • medizin • gesellschaft
Autor:
Isabel Wilke
Inhalt:
Dieser Artikel ist ein systematischer Review von Studien zu den Wirkungen nicht-ionisierender Strahlung in der Mikrowellen (MW)-Frequenz 2,45 GHz (2.450 MHz), die hauptsächlich für WLAN / WiFi-Anwendungen (Wireless Local Area Network) und den Mikrowellenherd genutzt wird.
Format: A4Seitenanzahl: 36 Veröffentlicht am: 07.05.2018 Bestellnr.: 235Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk

Die Wirkung der 10-Hz-Pulsation der elektromagnetischen Strahlungen von WLAN auf den Menschen

Eine Dokumentation von Prof. Dr. Karl Hecht
Autor:
diagnose:funk / Prof. Karl Hecht
Inhalt:
Welche biologische Wirkung hat die kontinuierliche 10 Hz-Pulsung der 2,45 GHz-WLAN-Technologie? Diese Frage wird im Review von Isabel Wilke „Biologische und pathologische Wirkungen der Strahlung von 2,45 GHz auf Zellen, Fruchtbarkeit, Gehirn und Verhalten" aufgeworfen, aber nicht abschließend behandelt. Karl Hecht geht darauf - auch basierend auf den Forschungen von L. v. Klitzing - detailliert ein.
Format: A4Seitenanzahl: 20 Veröffentlicht am: 15.06.2020 Bestellnr.: 241Sprache: deutschHerausgeber: diagnose:funk

LED-Licht zur Datenübertragung – ein gesundheitlich unbedenkliches WLAN?

Zusammenstellung bedeutsamer Aspekte zu VLC bzw. LiFi.
Autor:
Dr. Klaus Scheler
Inhalt:
Gibt es zum bekannten WLAN eine Alternative, deren Strahlung nicht gesundheitsschädlich ist? Ist die Datenübertragung über Licht eine Option? Der Physiker Dr. Klaus Scheler wurde von diagnose:funk beauftragt, hierzu die Studienlage zu VLC / LiFi und LED-Licht zu recherchieren. Sein Review, der als diagnose:funk Brennpunkt erscheint, macht eine klare Aussage: Wenn technische Bedingungen eingehalten werden, vor allem in Bezug auf die Minimierung des Blaulichtanteils von LED-Licht und die Vermeidung gesundheitsbelastender Flimmerfrequenzen, ist VLC/LiFi (Überbegriff Optical Wireless Communication (OWC)) für den Menschen nach heutigem Stand des Wissens biologisch verantwortbar. Der 20-seitige Brennpunkt kann über den Shop als Printversion bestellt werden. Unter Download können Sie eine vierseitige Zusammenfassung herunterladen.
Format: A4Seitenanzahl: 4 Veröffentlicht am: 12.06.2015 Bestellnr.: 230Sprache: Deutsch

Visible Light Communication (VLC)

Optische mobile Kommunikation
Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) in Berlin hat eine Datenübertragungstechnik entwickelt, bei der das Licht handelsüblicher LED-Lampen, die für die Raumbeleuchtung Verwendung finden, mit eingebettetem Mikrochip als Datenträger genutzt wird. Dies könnte eine Alternative zu WLAN werden. Der Brennpunkt berichtet über den Start des ersten Pilotprojektes auf der Insel Mainau.
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