ElektrosmogReport 1-2024: Auswirkungen von prae- und postnataler Bestrahlung

Inhalt: Prae-und postnatale Auwirkungen von WLAN ● Wirkungen auf Schwangere ● Schädigung der Leber von Embryonen ● Pulsung und Blut-Hirn-Schranke ● HF und Nervensystem von Zecken ● Terahertz und Alzheimer ● Forschungbericht Uni Bratislava ● ELF-EMF und Honigbienenlarven ● Review Forschungsstand Tiere und Pflanzen ● Zwei Untersuchungen zu Elektrohypersensibilität
ElektrosmogReport 1-2024, diagnose:funk

Seit nunmehr 30 Jahren dokumentiert der ElektrosmogReport Studien, die Auswirkungen elektromagnetischer Felder, speziell der nicht-ionisierenden Strahlung, nachgewiesen haben. Seit 5 Jahren gibt diagnose:funk diesen Fachinformationsdienst heraus.

Die Forschungsergebnisse, die in der aktuellen Ausgabe dokumentiert sind, zeigen erneut, wie faktenfrei die Behauptung der Industrie, formuliert von Telefonica Chef Markus Haas, ist:

  • „Uns beunruhigt diese Diskussion sehr, weil sie faktenfrei ist. Es gibt keinerlei wissenschaftlich fundierte Studien, die auch nur irgendeine Gesundheitsgefährdung sehen."

Ebenso fern der Tatsachen ist die Behauptung des Bundesamtes für Strahlenschutz, das unterhalb der Grenzwerte keine Gesundheitsschäden nachgewiesen seien. Auch in diesem Elektrosmogreport sind die (schädlichen) Auswirkungen, die in den Forschungen aufgezeigt werden, in der Regel im nicht-thermischen Bereich.

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>>> Kostenloser Download des ElektrosmogReport 2024-1

>>> ElektrosmogReport 2023-4 auf EMFData.org mit Direkt-Verlinkung zu den Rezensionen

Das Register der von 2019-2024 besprochenen Studien steht aktualisiert auf EMFData.

Jetzt Reviewliste auf 131 Studien aktualisiert

Einen Gesamtüberblick über die Studienlage gibt unsere Zusammenstellung von 131 Reviews. Zur Orientierung haben wir einen Kompass-Studienlage und eine Mobilfunk-Chronologie mit den wichtigsten Ereignissen aus Forschung und Politik seit dem Jahr 1996 verfasst. Im Kompass Studienlage sind in 4 Arbeitspapieren wichtige Themen zusammengefasst:

  • Arbeitspapier 01:Zum Stand der Forschung zur nicht-ionisierenden Strahlung des Mobilfunks (wird ständig aktualisiert)
  • Arbeitspapier 02: Mobilfunk und Krebsinzidenzen - ein Überblick
  • Arbeitspapier 03: Nicht-thermische Wirkungen nicht-ionisierender Strahlung
  • Arbeitspapier 04: Auswirkungen nicht-ionisierender Strahlung
    auf Menschen mit Epilepsie (behandelt auch allgemein Auswirkungen auf das Gehirn)

Unsere Datenbank www.emfdata.org enthält aktuell 669 HF-Studien, davon sind 488 detailliert ausgewertet.

diagnose:funk stellt Ihnen den ElektrosmogReport und viele Studienaufarbeitungen kostenlos zum Download zur Verfügung. Ermöglichen Sie mit Ihrer Spende, dass wir diese Arbeit fortsetzen können. Danke! >>> Hier gehts zum Spenden!

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ElektrosmogReport 1-2024: Drei Studien zu Auswirkungen von prae- und postnataler Bestrahlung

Im ElektrosmogReport 1-2024 werden 12 Studien besprochen, davon 9 medizinisch-biologische und 3 Reviews.

Die WLAN-Studie von Tan et al. (2022) untersuchte über 4 Generationen hinweg die Auswirkungen von prä- und postnataler Befeldung durch 2,45 GHz-Befeldung (WLAN-Frequenz) auf neuropathologische Ereignisse im Gehirn. Das Ergebnis waren u.a. signifikante Veränderungen von Schlüsselkomponenten des MAPK-Signalweges bei Ratten. Dieser Signalweg ist unter anderem an kognitiven Prozessen wie Lernen und Gedächtnis beteiligt. Darüber hinaus werden histopathologische Veränderungen des Hirngewebes als Folge der Befeldung festgestellt.

Akefe et al. (2023) gingen von Forschungsergebnissen aus, die nachweisen, das HF-Befeldung bei Schwangeren und ihren ungeborenen Kindern zu oxidativem Stress führen kann. Ihre Studie bestätigt als Folge kognitive Defizite und Verhaltensänderungen. Damit konsistent wurden Neurotransmittern im Kortex der Maushirne verändert. Das über die Nahrung zugenommene Antioxidans Myrtenal scheint diese gesundheitsschädliche Mobilfunkwirkung zu unterbinden.

Die Studie von Salameh et al. (2023) untersucht die Auswirkung von hochfrequenter (GSM, 900 MHz) Befeldung in der Leber von Ratten-Embryonen bzw. - Föten. Die 24/7 Befeldung während der Embryonalentwicklung, in Abhängigkeit des Entwicklungsstadiums, hatte Auswirkungen auf den oxidativen Stress sowie apoptotischen und entzündlichen Status in der Leber.

Neue Studie zur Blut-Hirn-Schranke

Mit den Auswirkungen der Elektromagnetischen Impulse (EMP) der Mobilfunkstrahlung auf die Blut-Hirn-Schranke (BHS) beschäftigt sich die Studie von Gao et al. (2023). Das Ergebnis: Anhand der Leckage des Tracer-Moleküls FITC-Dextran ins Parenchym der Gehirne und der BHS-Ultrastruktur kann davon ausgegangen werden, dass EMP die BHS von Ratten durchlässig machen kann. Dadurch können unerwünschte Stoffe ins Gehirn gelangen. Die Foscher vermuten, dass sie einen neuen Wirkmechanismus entdeckt haben, daran müsse weiter geforscht werden.

Sofranková  et al. (2023) untersuchten die Wirkung der Strahlung im Synganglion von Zecken (Spinnentiere). Bis heute wurden im zentralen Nervensystem der Zecke, dem Synganglion, 38 verschiedene Neuropeptid-Gene identifiziert. Neuropeptide regulieren eine Vielzahl physiologischer Prozesse, z. B. Fütterung, Entwicklung, Fortpflanzung, Homöostase, Wachstum, Verdauung, Diurese, Schlaf oder Stress. Die Autoren stellten Unterschiede in den Konzentrationen von Neuropeptid-mRNAs im Synganglion der Zecken nach Exposition mit elektromagnetischer Strahlung fest.

Mit möglichen Auswirkungen der Terahertz-Strahlung auf Alzheimer beschäftigten sich Zhang et al. (2023). Bei den Alzheimer Mäuse (AD-Mäuse) konnten signifikante Verbesserungen erreicht werden. Die Tatsache, dass die Ergebnisse auf eine Interaktion der Hochfrequenz mit Protein-Sekundärstrukturen hinweisen, ist jedoch als höchst bedenklich einzustufen. Als Therapeutikum für Alzheimer scheint sub-THz-Befeldung jedoch einen vielversprechenden Ansatz darzustellen.

Ein Statement ist der Studienbericht von Jakusova et al. (2022) über die Forschungen an der Universität Bratislava. Alle 13 Publikationen, die von ihnen in den letzten 14 Jahren publiziert wurden, weisen gesundheitsschädliche Wirkungen der Mobilfunkstrahlung nach, u.a. die Beeinflussung der Herzfrequenz bei Kaninchen. Die Review von Martel et al. (2023) untersucht den Einfluss von elektromagnetischen Feldern auf den circadianen Rhythmus.

Li et al. (2022) stellten fest, dass sich die Überlebensrate von  Honigbienenlarven durch ELF-EMF (Niederfreuqenz) signifikant verringerte. Der  Review der Arbeitsgruppe des  neu gewählten ICNIRP-Mitgliedes Karpidis stellt einen Mangel an Erkenntnissen über die Auswirkungen hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf Tiere und Pflanzen fest. Diese Fragen zu beantworten sei relevant für politische Entscheidungsträger.

Karpidis et al. (2023) untersuchte, welche Erkenntnisse es über die Auswirkungen anthropogener hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf Tiere und Pflanzen in der Umwelt gibt. Sie stellen einen Mangel an Forschung fest.

Leszczynski D (2023) legt einen kritischen Review zum Stand der Forschung zur Elektrohypersensiblität (EHS) vor mit Vorschlägen und Forderungen, wie die unbefriedigende Studienlage überwunden werden kann. Der Studie von Traini et al. (2023) zu EHS bewertet der ElektrosmogReport in seiner Methode als unwissenschaftlich mit fragwürdigen Schlussfolgerungen.

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Montage:diagnose:funk

ElektrosmogReport: 30 Jahre Dokumentation der Studienlage und Debatte zur Mobilfunkstrahlung

Das ElektrosmogReport Archiv 1995 bis 2023 steht seit Dezember 2023 online

Am 27.11.2023 hat diagnose:funk das >>> ElektrosmogReport Archiv auf unserer Homepage EMFData.org freigeschaltet. Lückenlos stehen nun alle Ausgaben von 1995 bis heute in der Datenbank. Das ermöglicht Wissenschaftlern, Journalisten, Politikern und interessierten Bürgern eine wissenschaftliche Recherche. Seit 2019 ist Diagnose-Funk e.V. Herausgeber des ElektrosmogReports.

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EMFData, diagnose:funk, Februar 2024

Studien A-Z im ElektrosmogReport 1-2024

Mobilfunk induziert kognitive Defizite während der Schwangerschaft

Myrtenal verbessert Gedächtnisdefizite von Mäusen, die während der Embryonal- und Neugeborenenentwicklung Hochfrequenz ausgesetzt waren, durch die Verbesserung von Oxido-entzündlichen- und Neurotransmitter-Funktionen

Akefe, I. O., Nyan, E. S., Adegoke, V. A., Lamidi, I. Y., Ameh, M. P., Chidiebere, U., Ubah, S. A., & Ajayi, I. E. (2023). Myrtenal improves memory deficits in mice exposed to radiofrequency-electromagnetic radiation during gestational and neonatal development via enhancing oxido-inflammatory, and neurotransmitter functions. Heliyon, 9(4), e15321. https://doi.org/10.1016/j.heliyon.2023.e15321

  • Akefe et al. (2023) gingen von Forschungsergebnissen aus, die nachweisen, das HF-Befeldung bei Schwangeren und ihren ungeborenen Kindern zu oxidativem Stress führen kann. Die Daten der vorliegenden Studie zeigen, dass die Befeldung von Mäusen während ihrer Embryonal- und Neonatalentwicklung mit 900 MHz-Mobilfunk kognitive Defizite und Verhaltensänderungen hervorrufen kann. Damit konsistent wurden oxido-entzündliche Prozesse sowie Konzentrationen von Neurotransmittern im Kortex der Maushirne verändert. Das über die Nahrung zugenommene Antioxidans Myrtenal scheint diese gesundheitsschädliche Mobilfunkwirkung zu unterbinden. Das Gehirn wird vor den oxido-inflammatorischen Prozessen geschützt, gleichzeitig erfolgt eine Stabilisierung der Neurotransmitter-Homöostase sowie eine Verbesserung der Gedächtnisleistung. Dementsprechend sprechen die Autoren eine Verzehrempfehlung von myrtenalhaltigen Lebensmitteln für Schwangere bzw. Neugeborene aus, die Mobilfunkbelastung ausgesetzt sind.

EMP-Wirkung

Elektromagnetische Impulse rufen Kollaps der Blut-Hirn-Schranke durch Öffnung von „Tight-Junctions“ hervor

Gao, M., Peng, H., Hou, Y., Wang, X., Li, J., Qi, H., Kuang, F., & Zhang, J. (2023). Electromagnetic pulse induced blood-brain barrier breakdown through tight junction opening in rats. Bioelectromagnetics, May 2022, 1–8. https://doi.org/10.1002/bem.22494

  • Mit den Auswirkungen der Elektromagnetischen Impulse (EMP) der Mobilfunkstrahlung auf die Blut-Hirn-Schranke (BHS) beschäftigt sich die Studie von Gao et al. ( 2023). Das Ergebnis: Anhand der Leckage des Tracer-Moleküls FITC-Dextran ins Parenchym der Gehirne und der BHS-Ultrastruktur kann davon ausgegangen werden, dass EMP die BHS von Ratten durchlässig machen kann. Dadurch können unerwünschte Stoffe ins Gehirn gelangen. Die Foscher vermuten, dass sie einen neuen Wirkmechanismus entdeckt haben, daran müsse weiter geforscht werden.

Übersichtsstudie zu 14 Jahren EMF-Forschung

Elektromagnetische Felder als Risikofaktor für die Gesundheit

Jakusova, V. J. V., Sladicekova, K. H., Hamza, K., Szydlowski, S., High, E. F., & Biological, L. S. (2022). Electromagnetic Fields as a Health Risk Factor. https://doi.org/10.22359/cswhi

  • Ein  Statement ist der Studienbericht von Jakusova et al. (2022) über die Forschungen an der Universität Bratislava. Alle 13 Publikationen, die von ihnen in den letzten 14 Jahren publiziert wurden, weisen gesundheitsschädliche Wirkungen der Mobilfunkstrahlung nach, u.a. die Beeinflussung der Herzfrequenz bei Kaninchen; die Hochfrequenz erhöhte die Parasympathikus-Aktivität bei Befeldung des Kopfes und die Sympathikus-Aktivität bei Befeldung des Brustkorbs.  Bedauerlicherweise haben wissenschaftliche, medizinische und Gesundheitsbehörden nach mehr als 25 Jahren Diskussion keine einheitliche Meinung zu der Frage ob und inwiefern Mobilfunk eine Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellt. Trotzdem wird 5G-Mobilfunk flächendeckend eingeführt, kritisieren die Autoren.

EMF-Auswirkungen auf Tiere und Pflanzen

Welche Erkenntnisse gibt es über die Auswirkungen anthropogener hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf Tiere und Pflanzen in der Umwelt: eine systematische Übersicht

Karipidis K, Brzozek C, Mate R, Bhatt CR, Loughran S, Wood AW (2023). What evidence exists on the impact of anthropogenic radiofrequency electromagnetic fields on animals and plants in the environment: a systematic map. Environmental Evidence. 2023 May 11;12(1):9. https://doi.org/10.1186/s13750-023-00304-3

  • Erstaunlich ist der Review des neu gewählten ICNIRP-Mitgliedes Karpidis. Seine Arbeitsgruppe Karpidis et al. (2023) untersuchte, welche Erkenntnisse es über die Auswirkungen anthropogener hochfrequenter elektromagnetischer Felder auf Tiere und Pflanzen in der Umwelt gibt. Sie stellen einen Mangel an Forschung fest. Es zeige sich die klare Notwendigkeit, die Auswirkungen von HF-EMF auf mehr Arten bei mehr Frequenzen zu untersuchen, und eine Verbesserung der Qualität der Studien anzustreben. Ein besonderes öffentliches Anliegen im Zusammenhang mit der Einführung des 5G-Mobilfunknetzes seien die möglichen Auswirkungen auf Bienenvölker. Angesichts der hohen Wahrscheinlichkeit einer direkten Bestrahlung von Vögeln und Insekten, sowie der möglichen Exposition von Eiern in Nestern in der Nähe von Telekommunikationsantennen, seien diese Fragen relevant für politische Entscheidungsträger.

Elektrohypersensibilität

Überprüfung der wissenschaftlichen Erkenntnisse über die individuelle Empfindlichkeit gegenüber elektromagnetischen Feldern

Leszczynski D (2022). Review of the scientific evidence on the individual sensitivity to electromagnetic fields (EHS). Reviews on Environmental Health. 2022;37(3): 423-450. https://doi.org/10.1515/reveh-2021-0038

  • Leszczynski D (2023) legt einen kritischen Review zum Stand der Forschung zur Elektrohypersensiblität (EHS)vor mit Vorschlägen und Forderungen, wie die unbefriedigende Studienlage überwunden werden kann

ELF-EMF und Bienen

Extrem niederfrequentes elektromagnetisches Feld beeinträchtigt die Entwicklung der Honigbiene (Apis cerana)

Li Y, Sun C, Zhou H, Huang H, Chen Y, Duan X, Huang S, Li J (2022). Extremely low-frequency electromagnetic field impairs the development of honeybee (Apis cerana). Animals. 2022 Sep 14;12(18):2420. https://doi.org/10.3390/ani12182420

  • Li et al. (2022) stellten fest, dass die Überlebensrate vn  Honigbienenlarven durch ELF-EMF (Niederfreuqenz) sich signifikant verringerte. Das Ergebnis zeigte, dass 68% der Larven in der Kontrollgruppe ihre Entwicklung beenden konnten, während es in der EMF-Expositionsgruppe nur 22% waren. Dabei gilt zu beachten, dass die hochfrequente Mobilfunkstrahlung niederfrequente Anteile hat.

EMF und circadianer Rhythmus

Einfluss von elektromagnetischen Feldern auf den circadianen Rhythmus: Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und Krankheit

Martel J, Chang SH, Chevalier G, Ojcius DM, Young JD (2023). Influence of electromagnetic fields on the circadian rhythm: implications for human health and disease. biomedical journal. 2023 Jan 19. https://doi.org/10.1016/j.bj.2023.01.003

  • Die Review von Martel et al. (2023) untersucht den Einfluss von elektromagnetischen Feldern auf den circadianen Rhythmus: Auswirkungen auf die menschliche Gesundheit und Krankheit und stellt viele Korrelationen mit Körperfunktionen und auch Krankheitsverläufen dar.

HF-Wirkung auf embryonale Leber

Auswirkung von GSM-Elektromagnetischen Wellen auf oxidative Stressmarker in der fötalen Rattenleber

Salameh, M., Zeitoun-Ghandour, S., Sabra, L., Daher, A., Khalil, M., & Joumaa, W. H. (2023). Impact of GSM-EMW exposure on the markers of oxidative stress in fetal rat liver. Scientific Reports, 13(1), 1–14. https://doi.org/10.1038/s41598-023-44814-z

  • Die Studie von Salameh et al. (2023) untersucht die Auswirkung von hochfrequenter (GSM, 900 MHz) Befeldung auf oxidativen Stress, entzündliche und apoptotische Parameter in der Leber von Ratten-Embryonen bzw. -Föten zu unterschiedlichen Entwicklungszeitpunkten. Die 24/7 Befeldung während der Embryonalentwicklung, in Abhängigkeit des Entwicklungsstadiums, hatte Auswirkungen auf den oxidativen Stress sowie apoptotischen und entzündlichen Status in der Leber.

HF-EMF und Zecken

Auswirkungen elektromagnetischer Strahlung auf die Neuropeptid-Transkript-Spiegel im Synganglion von Ixodes ricinus

Šofranková L, Baňas M, Pipová N, Majláth I, Kurimský J, Cimbala R, Pavlík M, Mateos-Hernández L, Šimo L, Majláthová V. (2023). Effects of Electromagnetic Radiation on Neuropeptide Transcript Levels in the Synganglion of Ixodes ricinus. Pathogens. 2023 Nov 28;12(12):1398. https://doi.org/10.3390/pathogens12121398

  • Sofranková  et al. (2023) untersuchten die Wirkung der Strahlung im Synganglion von Zecken (Spinnentiere). Das Synganglion  der Zecken wird durch die Verschmelzung der Hirnganglien und des Bauchnervenstrangs zu einer einzigen Masse gebildet. Bis heute wurden im zentralen Nervensystem der Zecke, dem Synganglion, 38 verschiedene Neuropeptid-Gene identifiziert. Neuropeptide sind kleine Proteinmoleküle, von denen bekannt ist, dass sie in spezifischen neuronalen oder neuroendokrinen Zellen exprimiert werden und eine Vielzahl physiologischer Prozesse regulieren, z. B. Fütterung, Entwicklung, Fortpflanzung, Homöostase, Wachstum, Verdauung, Diurese, Schlaf oder Stress. Die Autoren stellten Unterschiede in den Konzentrationen von Neuropeptid-mRNAs im Synganglion der Zecken nach Exposition mit elektromagnetischer Strahlung unterschiedlicher Intensität fest.

WLAN-Hirn-Wirkung

Veränderungen in der Histopathologie und in MAPK-Signalweg-Proteinen in Rattengehirnen, die über 4 Generationen prä- und postnatal hochfrequent befeldet wurden

Tan, B., Canturk Tan, F., Yalcin, B., Dasdag, S., Yegin, K., & Yay, A. H. (2022). Changes in the histopathology and in the proteins related to the MAPK pathway in the brains of rats exposed to pre and postnatal radiofrequency radiation over four generations. Journal of Chemical Neuroanatomy, 126, 102187. https://doi.org/10.1016/j.jchemneu.2022.102187

  • Die WLAN-Studie von Tan et al. (2022) untersuchte über 4 Generationen hinweg die Auswirkungen von prä- und postnataler Befeldung durch 2,45 GHz-Befeldung auf neuropathologische Ereignisse im Gehirn. Das Ergebnis waren u.a. signifikante Veränderungen von Schlüsselkomponenten des MAPK-Signalweges bei Ratten. Dieser Signalweg ist unter anderem an kognitiven Prozessen wie Lernen und Gedächtnis beteiligt. Darüber hinaus werden histopathologische Veränderungen des Hirngewebes als Folge der Befeldung festgestellt.

Elektrohypersensibilität

Zeitlicher Verlauf von Gesundheitsbeschwerden, die auf HF-EMF-Exposition zurückgeführt werden, und Prädiktoren für elektromagnetische Hypersensibilität über 10 Jahre in einer prospektiven Kohorte von niederländischen Erwachsenen

Traini E, Martens AL, Slottje P, Vermeulen RC, Huss A (2023). Time course of health complaints attributed to RF-EMF exposure and predictors of electromagnetic hypersensitivity over 10 years in a prospective cohort of Dutch adults. Science of the Total Environment. 2023 Jan 15;856:159240. http://dx.doi.org/10.1016/j.scitotenv.2022.159240

  • Der Studie von Traini et al. (2023) zu Elektrohypersensibilität bewertet der ElektrosmogReport in seiner Methode als unwissenschaftlich mit fragwürdigen Schlussfolgerungen.

Hinweise für biologischer Interaktion von THz-Wellen

Terahertz-Befeldung verbessert kognitive Einschränkungen und mildert die Alzheimer-Neuropathologie in der APPSWE/PS1DE9-Maus: Eine neuartige therapeutische Möglichkeit zur Behandlung von Alzheimer

Zhang, J., Chen, Y., Zhao, Y., Wang, P., Ding, H., Liu, C., Lyu, J., & Le, W. (2023). Terahertz Irradiation Improves Cognitive Impairments and Attenuates Alzheimer’s Neuropathology in the APPSWE/PS1DE9 Mouse: A Novel Therapeutic Intervention for Alzheimer’s Disease. Neuroscience Bulletin. https://doi.org/10.1007/s12264-023-01145-3

  • Mit möglichen Auswirkungen der Terahertz-Strahlung auf Alzheimer beschäftigten sich Zhang et al. (2023). Bei den Alzheimer Mäuse (AD-Mäuse) konnten signifikante Verbesserungen erreicht werden. Kritisch ist festzustellen: 1) sub-THz-Wellen sind im Stande mit ~70% den Schädel zu durch- und damit ins Gehirn vorzudringen. 2) Es kann von einer biologischen, nicht-thermischen Wirkung von sub-THz-Feldern ausgegangen werden. Die Tatsache, dass die Ergebnisse auf eine Interaktion der Hochfrequenz mit Protein-Sekundärstrukturen hinweisen, ist jedoch als höchst bedenklich einzustufen. Als Therapeutikum für Alzheimer scheint sub-THz-Befeldung jedoch einen vielversprechenden Ansatz darzustellen.
Artikel veröffentlicht:
27.02.2024
Autor:
diagnose:funk
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