"Kronjuwele & Königmacher": Wer bietet mehr?

Telekom hat Mehrheit am Funkturm-Geschäft verkauft
Die Deutsche Telekom hat 51 % seiner Anteile an den mehr als 40.000 Funktürmen und Sendemasten an ein Konsortium aus Finanzinvestoren verkauft. Das bringt dem hoch verschuldeten Konzern ca. 10 Milliarden in die Kasse.

Mehrere große Telekomkonzerne in Europa wollen ihre Mobilfunk-Infrastruktur verkaufen oder haben das bereits getan, um Schulden abzubauen, bzw. Geld für den Aufbau der 5G-Netze einzunehmen. So hat der spanische Telekomriese Telefónica im vergangenen Jahr die Tochter Telxius für 7,7 Mrd. Euro an den US-Konzern American Tower verkauft. Erst zwei Jahre zuvor hat Telefonica seine Funktürme an das Tochterunternehmen für 1,5 Mrd. ausgelagert. Ähnliches bei Vodafone. Dort werden die Masten durch das Tochterunternehmen Vantage Towers an der Frankfurter Börse gehandelt. Vantage Towers besitzt 82.000 Funktürme in 10 Ländern.

Frisches Kapital für die Telekom

Kronjuwele und Königmacher, so bezeichnete Telekom-Chef Timotheus Höttges immer wieder das Geschäft mit den "Towers". Denn auch die Deutsche Telekom diskutiert schon länger darüber, ihre Funk­türme zu verkaufen und zurück zu mieten, nachdem sich ein Schuldenberg von rund 130 Milliarden Euro angehäuft hat. 2022 suchte der Konzern nach einem Partner für die Tochter Deutsche Funkturm (DFMG), die auf über 40.000 Standorte in Deutschland und Österreich kommt.

Im Juli 2022 verhandelt die Telekom noch Medienwirksam mit dem spanischen Funkturmbetreiber Cellnex, dessen Geschäftsführer Tobias Martinez Gimeno Deutschland als "superattraktiven Markt" bezeichnet haben soll. Das Online-Magazin IT-Times berichtete Ende Mai 2022 darüber, dass der Verkauf für ca. 20 Mrd. Euro abgewickelt werden könnte.

Cellnex kam dann doch nicht zum Zuge und auch nicht das europaweit tätige Unternehmen Vantage Towers. Wie das Online-Portal Der Aktionär im Juli 2022 berichtete hat die Telekom seinen Mehrheitsanteil am Funktiurmgeschäft an die Finanzinvestoren Brookfields und Digital Bridge verkauft.

 

Publikation zum Thema

4. vollständig überarbeitete Auflage, 2021Format: A5Seitenanzahl: 96 Veröffentlicht am: 26.05.2021 Bestellnr.: 104Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk | Titelfoto: stock.adobe.com

Kommunale Handlungsfelder

Mobilfunk: Rechte der Kommunen - Gefahrenminimierung und Vorsorge auf kommunaler Ebene
Autor:
diagnose:funk | Dipl.-Ing. Jörn Gutbier
Inhalt:
Diese Broschüre gibt Auskunft, welche Möglichkeiten Gemeinden haben, in die Aufstellung von Mobilfunksendeanlagen steuernd einzugreifen. Es wird aufgezeigt, was Kommunen neben dem sog. Dialogverfahren mit den Betreibern noch alles tun können, um ihre Bürger:innen mit einem Vorsorge- und Minimierungskonzept vor der weiterhin unkontrolliert zunehmenden Verstrahlung unserer Lebenswelt zu schützen. Darüber hinaus wird auf Argumente eingegangen, die in der Mobilfunkdiskussion eine wichtige Rolle spielen: die Grenzwerte, der fehlende Versicherungsschutz der Betreiber, der Mobilfunkpakt der kommunalen Spitzenverbände, die Strahlungsausbreitung um Sendeanlagen, die Messung und Bewertung der Strahlungsstärke, der Diskurs um Sendeanlagen versus Endgeräte, Kleinzellennetze, alternative Technologien u.a.m. Die Kommune ist immer noch die einzige Ebene, auf der zur Zeit ein wichtiger Teil einer neuen, effektiven Art der Mobilfunkvorsorgepolitik zum Schutz der Menschen und der Umwelt eingeleitet und umgesetzt werden kann.
Artikel veröffentlicht:
20.06.2022
Artikel aktualisiert:
17.08.2022
Autor:
diagnose:funk

Schlagwörter dieses Artikels