"Kronjuwele & Königmacher": Wer bietet mehr?

Telekom will sich von Funkturm-Geschäft trennen
Die Deutsche Telekom will sich von seinen mehr als 40.000 Funktürmen und Sendemasten trennen. Das soll dem hoch verschuldeten Konzern Milliarden in die Kasse spielen.

Mehrere große Telekomkonzerne in Europa wollen ihre Mobilfunk-Infrastruktur verkaufen oder haben das bereits getan, um Schulden abzubauen, bzw. Geld für den Aufbau der 5G-Netze einzunehmen. So hat der spanische Telekomriese Telefónica im vergangenen Jahr die Tochter Telxius für 7,7 Mrd. Euro an den US-Konzern American Tower verkauft. Erst zwei Jahre zuvor hat Telefonica seine Funktürme an das Tochterunternehmen für 1,5 Mrd. ausgelagert. Ähnliches bei Vodafone. Dort werden die Masten durch das Tochterunternehmen Vantage Towers an der Frankfurter Börse gehandelt. Vantage Towers besitzt 82.000 Funktürme in 10 Ländern.

Frisches Kapital für die Telekom

Kronjuwele und Königmacher, so bezeichnete Telekom-Chef Timotheus Höttges in letzter Zeit immer wieder das Geschäft mit den "Towers". Denn auch die Deutsche Telekom diskutiert schon länger darüber, ihre Funk­türme zu verkaufen und zurück zu mieten, nachdem sich ein Schuldenberg von rund 130 Milliarden Euro angehäuft hat. Seit Monaten sucht der Konzern nach einem Partner für die Tochter Deutsche Funkturm (DFMG), die auf über 40.000 Standorte in Deutschland und Österreich kommt.

Aktuell verhandelt die Telekom mit dem spanischen Funkturmbetreiber Cellnex, dessen Geschäftsführer Tobias Martinez Gimeno Deutschland als "superattraktiven Markt" bezeichnet haben soll. Das Online-Magazin IT-Times berichtete Ende Mai darüber, dass der Verkauf für ca. 20 Mrd. Euro abgewickelt werden könnte.

 

Publikation zum Thema

4. vollständig überarbeitete Auflage, 2021Format: A5Seitenanzahl: 96 Veröffentlicht am: 26.05.2021 Bestellnr.: 104Sprache: DeutschHerausgeber: diagnose:funk | Titelfoto: stock.adobe.com

Kommunale Handlungsfelder

Mobilfunk: Rechte der Kommunen - Gefahrenminimierung und Vorsorge auf kommunaler Ebene
Autor:
diagnose:funk | Dipl.-Ing. Jörn Gutbier
Inhalt:
Diese Broschüre gibt Auskunft, welche Möglichkeiten Gemeinden haben, in die Aufstellung von Mobilfunksendeanlagen steuernd einzugreifen. Es wird aufgezeigt, was Kommunen neben dem sog. Dialogverfahren mit den Betreibern noch alles tun können, um ihre Bürger:innen mit einem Vorsorge- und Minimierungskonzept vor der weiterhin unkontrolliert zunehmenden Verstrahlung unserer Lebenswelt zu schützen. Darüber hinaus wird auf Argumente eingegangen, die in der Mobilfunkdiskussion eine wichtige Rolle spielen: die Grenzwerte, der fehlende Versicherungsschutz der Betreiber, der Mobilfunkpakt der kommunalen Spitzenverbände, die Strahlungsausbreitung um Sendeanlagen, die Messung und Bewertung der Strahlungsstärke, der Diskurs um Sendeanlagen versus Endgeräte, Kleinzellennetze, alternative Technologien u.a.m. Die Kommune ist immer noch die einzige Ebene, auf der zur Zeit ein wichtiger Teil einer neuen, effektiven Art der Mobilfunkvorsorgepolitik zum Schutz der Menschen und der Umwelt eingeleitet und umgesetzt werden kann.
Artikel veröffentlicht:
20.06.2022
Autor:
diagnose:funk

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