diagnose funk

Pro-Glasfaser-Appell

April 2011
Stuttgart, im April 2011. Unterschriftensammlung ist abgelaufen.

Flächendeckender Glasfaser-Ausbau als Konjunkturpaket und Gesundheitsvorsorge

Chancengleichheit und gesundheitliche Vorsorge - das spricht für die Lichtleitertechnik

In einem gemeinsamen Appell fordern die Umwelt- und Verbraucherorganisaton Diagnose-Funk und alle Unterzeichner dieses Appells den Ausbau des bundesweiten Glasfasernetzes. Gerade im ländlichen Raum fehlt es an schnellen Internetverbindungen. Den Initiativen geht es um Gesundheitsvorsorge und Chancengleichheit mit den Städten, die in der Regel über bessere Anbindungen verfügen. Aus Gründen der gesundheitlichen Prävention muss vom LTE-Ausbau, dem neuen Mobilfunkstandard, den man u.a. zur Versorgung der ländlichen Gebiete einsetzen will, Abstand genommen werden.

Glasfaser ermöglicht viel höhere Datenübertragungsraten als LTE. Glasfaser-Fördergelder sollten besser ausgeschöpft werden.

Die hohen Übertragungsgeschwindigkeiten, die man LTE nachsagt, sind in der Regel Marketingaussagen und werden selten erreicht, was durch Aussagen der Betreiber bestätigt wird. Auf Grund der geringen Kapazität wird die mikrowellenbasierte Funktechnik die Kabelnetze nie ersetzen können. Für den Aufbau von Glasfasernetzen werden bisher 25 Millionen Euro Fördergelder zur Verfügung gestellt, von denen nur ca. ein Füntel in Anspruch genommen wurde.

Ein zukunftsfähiges Bespiel zeigt sich u.a. im bayrischen Landkreis Rhön-Grabfeld. Dort wird der Ausbau des Glasfasernetzes forciert, so dass bald eine Abdeckung von fast 90% erreicht sein wird. Der Landkreis mit seinen 44 Städten und Gemeinden muss dabei mit Kosten von ca. 1,6 Millionen Euro kalkulieren und hat dabei das wirtschaftlichste, aber nicht billigste Angebot berücksichtigt. 30.000 Anschlüsse werden ausgebaut, 120 km Glasfaser verlegt, meist bis zu den Kabelverteilern der Telekom (sogenannte FTTC-Technik/ Fibre to the Curb), die auch den Ausbau durchführt. So wird eine Basis gelegt, die in weiteren Ausbauschritten die begehrte Lichtleitertechnik sogar bis ins Haus (FTTH-Technik / Fibre to the Home) bringen kann.

Glasfaser als Wettbewerbsfaktor - für Unternehmen ist Breitband-Internet ein Standortfaktor.

Laut einer Umfrage des Hessischen Wirtschaftsministeriums ist ein Breitband-Internetanschluss für 90% der Unternehmen ein Standortfaktor. Dafür nehmen Firmen auch Mehrkosten in Kauf. Der Ausbau des Glasfasernetzes ist also nicht ein reiner Kostenfaktor, sondern eher ein Konjunkturpaket erster Güte. Wer es unterstützt, erhöht nicht nur die Produktivität der Unternehmen, sondern schützt zugleich die Gesundheit der Bevölkerung vor einer weiteren unkontrollierten Verstrahlung.

Glasfasereinsatz als aktiver Gesundheitsschutz - LTE erhöht die Strahlenbelastung und sollte daher gemieden werden.

Mit der Anbindung an das Breitbandnetz per Funk wird zusätzliche Hochfrequenzstrahlung erzeugt, die von keinem Bürger gewünscht wird. Eine Funklösung erfordert zusätzlich an jedem Hausanschluss eine eigene Sende- und Empfangsantenne. Diese Sendeantennen in den Haushalten werden eine wesentlich höhere Strahlungsintensität haben als das Handy. Selbst das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, die persönliche Strahlenbelastung durch hochfrequente, elektromagnetische Felder zu reduzieren, um etwaige gesundheitliche Risiken möglichst gering zu halten. Jedes unnötige Risiko sollte vermieden werden. Bürger wollen schnelle Internetverbindungen, aber keine unnötige Verstrahlung der Wohn-, Arbeits- und Lebensräume.

LTE als neue Generation der Mobilfunktechnik wurde weder auf biologische noch medizinische Risiken der Technologie getestet. Die Bundesregierung hat eingeräumt, dass sich die Strahlenexposition durch LTE erhöhen wird, was die ersten Messungen und Berechnungen erwarten lassen. Trotz vorliegender Erkenntnisse und umfangreicher wissenschaftlicher Studien zu negativen Auswirkungen des Mobilfunks wird die Schädigung an Mensch, Tier und Umwelt durch die weitere Erhöhung der Strahlenbelastung billigend in Kauf genommen. Unterdessen hat die israelische Regierung die Einführung der LTE-Technik vorerst gestoppt, bis die Risiken dieser Technologie erforscht sind. Diese Einstellung halten die Unterzeichner des Appells für richtig und fordern entsprechende Konsequenzen.

Alle aufgeführten Unterzeichner fordern von Poltik und Wirtschaft, sich für die flächendeckende Versorgung mit der zukuftsfähigen Glasfasertechnologie einzusetzen und auf den Einsatz der LTE-Technologie zur Versorgung der ländlichen Gebiete mit Breitbandanschlüssen zu verzichten. Sie wollen den technischen Fortschritt, aber nicht auf Kosten der Gesundheit!

Pro-Glasfaser-Appell
Format: A4Seitenanzahl: 2 Veröffentlicht am: 00.04.2011 Sprache: Deutsch

Pro-Glasfaser-Appell

Versorgung der ländlichen Gebiete mit Breitbandanschlüssen
Autor:
diagnose:funk
Inhalt:
Die ländliche Versorgung mit Glasfaserkabeln kurbelt nicht nur die Konjunktur an. Sie ist als Alternative zu LTE gleichzeitig ein wichtiger Baustein für die Gesundheitsvorsorge der Bevölkerung, solange die Unbedenklichkeit des Mikrowellen-Mobilfunks nicht abschließend geklärt ist.