Vernichtung von Forschungsergebnissen

14.10.2008

Mobilfunk-Studien nicht gefälscht
UNGERECHTFERTIGTE VERNICHTUNG VON FORSCHUNGSERGEBNISSEN AN MED. UNI WIEN
PRESSEMITTEILUNG der Kompetenzinitiative [55 KB]

An der Universität Wien wird seit Monaten versucht, dokumentierte mögliche Risiken, Erkenntnisse über genschädigende Wirkungen der UMTS-Mobilfunkstrahlung als gefälscht darzustellen
. Verbreitung von Unwahrheiten, instrumentalisierte Medien, Geheimhaltung von Protokollen, Rufmord an den beteiligten Forschern, machen den vorgegebenen Anspruch einer rigorosen Wahrheitssuche des Rektors der Med. Universität Wien, hinsichtlich angeblicher Studienfälschung, unglaubwürdig und verschleiern gravierende Probleme des Vorgehens.

Schon die erste Zusammensetzung des zur Untersuchung beauftragten „Rat für Wissenschaftsethik“, der unter dem Vorsitz eines Vertreters der Telekommunikationsindustrie die Rücknahme der Studien forderte, sorgte für den ersten Skandal. Ein danach erneut einberufener Rat, mit neutralem Vorsitz kam daraufhin zum Schluss, dass die Vorwürfe gegen die betroffene Arbeitsgruppe unzutreffend seien. Dieses Dokument wird jedoch unverständlicherweise als „Geheim“ eingestuft und darf nicht veröffentlicht werden. Das REFLEX-Projekt, zu dem die Wiener Arbeitsgruppe wesentlich beigetragen hat, zeigt, dass die Mobilfunkstrahlung Struktur und Funktion von Genen in isolierten menschlichen Zellen verändern kann. Mit einem Folgeprojekt soll herausgefunden werden, ob vergleichbare Zellveränderungen auch beim lebenden Menschen, insbesondere bei Kindern und Heranwachsenden, vorkommen.
Sollte dies der Fall sein, wäre ein starker Hinweis dafür erbracht, dass die Mobilfunkstrahlung ein gesundheitliches Risiko für den Menschen darstellt.

Das Folgeprojekt, das Februar 2008 eingereicht wurde, ist von den Gutachtern der EU-Kommission ausgezeichnet bewertet, bis jetzt aber nicht gefördert worden. Wie weit die Wiener Vorgänge das Zögern der Kommission befördert haben, wird man kaum erfahren können. Über die Hintergründe der Aktivitäten zur Vernichtung wissenschaftlicher Daten und davon ausgehend zur Manipulation der öffentlichen Meinung kann man spekulieren. Das Ausdemwegräumen der Wiener Forschungsergebnisse hätte aber zur Folge, dass zumindest ein wichtiger Grund entfällt, der die entwarnenden Aussagen des Deutschen Mobilfunk Forschungsprogramms Lügen straft und den gegenwärtigen Grenzwerten jede Berechtigung abspricht. Wenn zudem die geplante Fortsetzung der Forschungsaktivitäten der Wiener Arbeitsgruppe in einem internationalen Rahmen auf absehbare Zeit verhindert werden könnte, bestände für die Telekommunikationsindustrie wohl kaum ein Anlass zur Klage. Die deutsch-österreichische Wissenschaftsgroteske erscheint somit als anachronistischer Versuch, weitere Mobilfunk-Forschung aufzuhalten und der Strahlung eine seit Jahren verlorene Unschuld zurückzugeben.

Wie in Wahrheit manipuliert wird, zeigt die Dokumentation Wie empfindlich reagieren die Gene? Erkenntnisse und Intrigen in einer zentralen Frage der Mobilfunkforschung“ der Wissenschaftlervereinigung Kompetenzinitiative zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie e.V. in ihrer Reihe 'Berichte und Analysen' (im Anhang oder auf der Webseite www.kompetenzinitiative.net).

Wie weit sich in der internationalen Forschung die Hinweise auf eine besondere Schädlichkeit der UMTS-Strahlung verdichtet haben, wird die Kompetenzinitiative in Heft 3 ihrer Broschürenreihe „Wie empfindlich reagieren die Gene auf Mobilfunkstrahlung? Stand der Forschung – Entwarnungen und Intrigen – Vorschlag zur Selbsthilfe“ (Wirkungen des Mobil- und Kommunikationsfunks), das im November 2008 erscheinen wird, dokumentieren (www.broschuerenreihe.net).


Dokumentation

Kompetenzinitiative zum Schutz von Mensch, Umwelt und Demokratie e.V.
Aktuelle Berichte und Stellungnahmen Nr. 4

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