Objektive Forschung nicht gewährleistet

diagnose-funk, 31. März 2007

Bei der Ankündigung des demnächst startenden schweizerischen Forschungsprogramms NFP-57 zu Risiken elektromagnetischer Strahlung stellte die diagnose-funk fest, dass der Schweizerische Nationalfonds (SNF) diverse industrienahe Forscher in das Projekt involvierte.

Die diagnose-funk hat in Anbetracht der schlechten Erfahrungen mit der TNO-Folgestudie die Frage nach der Sicherung der Unabhängigkeit und Objektivität der Forscher an den SNF und die involvierten Ämter gestellt. Die Aussagen, die man vom SNF erhielt, stehen jedoch teilweise im Widerspruch zu den tatsächlichen Entscheidungen, die er getroffen hat.

In Anbetracht der ausserordentlichen Wichtigkeit dieses Forschungsprojektes für die Schweizer Volksgesundheit sah die diagnose-funk sich veranlasst, Ungereimtheiten und Verflechtungen beteiligter Forscher in einem Brief an die verantwortlichen Bundesräte und Vorsteher involvierter Ämter aufzuzeigen. Resultierend aus dieser Situation stellt die diagnose-funk hierin folgende Forderungen an den Bund:

1. Ein umgehender Ausbaustopp neuer Mobilfunknetze, bis sich der Stand der internationalen Forschung in den Grenzwerten widerspiegelt - mit oder ohne Ergebnisse des NFP 57.

2. Einbezug von Umweltorganisationen als offizielle Beobachter mit angemessenen Befugnissen.

3. Streichung des Projekts zur Risikowahrnehmung. Damit werden Gelder z. Bsp. für die Erforschung des Melatoninhaushalts bei chronischer Mikrowellenexposition im Niedrigdosisbereich frei.

4. Forschung ja, aber Handeln, auch ohne NFP-57-Ergebnisse abzuwarten.

5. Ersatz von Personen in der Leitungsgruppe, die in industrienahen Gremien sitzen oder für die Verharmlosung der Gefahren bestens bekannt sind, damit das Ziel der Unabhängigkeit und Objektivität des SNF nicht bloss auf dem Papier existiert.

6. Bessere Absicherung der Unabhängigkeit der Forscher.

7. Effizientere Forschung: Das 5 Millionen teure Projekt NFP-57 wird aus Steuermitteln der Bürger finanziert. Die viel billigere Option, an verschiedenen Orten Antennen für eine gewisse Zeit auf minimaler Leistung zu betreiben oder gar abzuschalten, um dann die gesundheitliche Reaktion in der Bevölkerung zu beobachten, sollte dringend in Erwägung gezogen werden.

Anzahl Antennenstandorte in der Schweiz (Mobilfunk GSM und UMTS mit über 6 Watt Leistung)


Auf Grund der bereits bekannten und mit der flächendeckenden Versorgung noch zu erwartenden Folgen dieser Strahlung auf die Gesundheit von Mensch und Natur, besteht schon heute ein dringender Handlungsbedarf. Es wäre daher völlig unannehmbar, wenn der Bundesrat bis zum Abschluss des Projektes keine Massnahmen ergreifen würde. Bis dahin müsste der Bürger noch etliche WLAN und WiMax-Netze, zusätzlich zu den bestehenden Netzen, ertragen. Noch nie dagewesen ist zudem die Art der Verbreitung dieser Technologie: Konnte man sich bisher in eigener Verantwortung vor Schäden wie Asbest (so man davon wusste) oder vor Tabak schützen, ist heute jedermann der Strahlung ausgesetzt.

Die "Ägyptische Studie" (Abdel-Rassoul et al. 2006, Environmental and Occupational Medicine Dept., Menoufiya University). Bei allen untersuchten neurologischen Beschwerden fand sich ein markanter Anstieg im Umfeld einer Mobilfunkantenne. Die Studienteilnehmer wurden erst nach der Umfrage über die Antenne und den Zweck der Studie informiert.



Weil nicht mehr und nicht weniger auf dem Spiel steht, als die Gesundheit der gesamten Bevölkerung, hält die diagnose-funk es im Namen der betroffenen Bürgerschaft für dringend erforderlich, dass die Verantwortlichen des NFP-57, auf die oben angeführten Punkte eingehen.

Die diagnose-funk wird die Aktivitäten des SNF und des NFP-57 weiterhin mit grossem Interesse verfolgen.



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