Johansson über medizinisch begründete Grenzwerte
Olle Johanssons Studie über die Wirkungen von EMF und sein Plädoyer für medizinisch begründete Grenzwerte
Im Jahr 2009 veröffentlichte Johansson die Übersichtsstudie “Disturbance of the immune system by electromagnetic fields—A potentially underlying cause for cellular damage and tissue repairreduction which could lead to disease and impairment”, in der er folgende Schlussfolgerungen zieht (Zwischenüberschriften durch Redaktion Diagnose-Funk IMPULS):
„Sowohl Studien am Menschen wie auch Tierstudien zeugen von starken Veränderungen des Immunsystems nach Exposition gegenüber moderner, künstlich erzeugter elektromagnetischer Felder in den Intensitäten, wie sie in der Umwelt auftreten. Manche dieser Expositionsstärken entsprechen denen der kabellosen Techniken, die uns im täglichen Leben begegnen, und oft mit niedrigen oder sehr niedrigen Intensitäten (d. h. im nicht-thermischen Bereich).
Klare Warnsignale sind vorhanden
Messbare körperliche Veränderungen (beispielsweise die Zunahme von Mastzellen), welche unverrückbare Indikatoren einer allergischen Reaktion sind sowie Entzündungszustände werden durch die Exposition gegenüber elektromagnetischen Feldern angeregt.
Eine fortlaufende chronische Exposition gegenüber solchen Faktoren, die zur Zunahme von allergischen und entzündlichen Reaktionen führen, kann gesundheitsschädlich sein. Die Daten, die hier vorgestellt werden, sowie die weltweit sehr schnelle Zunahme des Auftretens von Allergien, Asthma und anderen überempfindlichen Körperreaktionen stellen in ihrer Gesamtheit ein klares Warnsignal dar.
Es ist daher möglich, dass eine chronische Reizung durch Exposition gegenüber EMF zu Fehlfunktionen des Immunsystems führen kann, sowie zu chronischen allergischen Reaktionen, entzündlichen Reaktionen und Krankheit, wenn sie über längere Zeit beständig auftreten. Dies ist ein Bereich, der sofort erforscht werden muss.
Spezielle Ergebnisse von Studien über die Exposition gegenüber verschiedenen Arten moderner Geräte und / oder elektromagnetischer Felder berichten von einer Überreaktion es Immunsystems; morphologischen Veränderungen der Immunzellen; starker Zunahme der Mastzellen in den oberen Hautschichten; verstärkte Degranulation von Mastzellen und vergrößerte Mastzellen bei elektrosensiblen Personen; das Vorhandensein von biologischen Kennzeichen von Entzündungen, die auf elektromagnetische Felder im nicht-thermischen Bereich empfindlich ansprechen; Veränderungen in der Lebensfähigkeit von Lymphozyten; verringerte Anzahl von NK-Zellen (natürlichen Killerzellen); verringerte Anzahl von T-Lymphozyten; negative Auswirkungen auf die Schwangerschaft (Störungen der Durchblutung des Mutterkuchens (Plazenta) in der Gebärmutter sowie Fehlfunktionen im Mutterkuchen); eine unterdrückte oder beeinträchtigte Funktion des Immunsystems; sowie entzündliche Reaktionen, die letztendlich zu Schäden auf Zell- oder Gewebeebene sowie auch bei den Organen führen können.
Zunehmende Elektrohypersensibilität
Die Funktionsstörung der Elektrohypersensibilität wird von Personen in den Vereinigten Staaten, in Schweden, der Schweiz, Deutschland, Belgien, Italien, den Niederlanden, Norwegen, Dänemark und vielen anderen Ländern der Welt berichtet. Die Schätzungen gehen von 3 % bis vielleicht 10 % der Bevölkerungen und es scheint eine zunehmende Gesundheitsstörung zu sein, die zu Arbeitsausfällen und Produktivitätseinbußen führt.
Die Literaturstudien der WHO und der IEEE schließen nicht alle relevanten Berichte, die hier zitiert werden, ein, woraus gefolgert werden muss, dass Beweise in der gegenwärtigen Monographie (Einzeldarstellung) der WHO ELF zu den Gesundheitskriterien (WHO ELF Health Criteria Monograph) außer Acht gelassen wurden; sowie auch bei den vorgeschlagenen neuen IEEE C95.1 RF Expositionshöchstgrenzen für die Allgemeinheit....
Die Schlussfolgerung der oben genannten Punkte muss sein, dass es eine Anzahl sehr deutlicher Anzeichen gibt, dass elektromagnetische Felder dazu in der Lage sind, das Immunsystem zu stören, was eine Zunahme von Krankheiten mit sich bringt, einschließlich des Risikos von Krebs....
Basierend auf diesem Überblick sowie des kürzlich veröffentlichten Bioinitiative Report (http://www.bioinitiative.org/) muss gefolgert werden, dass die gegenwärtig bestehenden Grenzwerte zum Schutz der Bevölkerung nicht ausreichend sind, um die Volksgesundheit zu schützen. Vom Standpunkt der Volksgesundheit her betrachtet, sind neue öffentliche / allgemeine Sicherheitsgrenzwerte und Grenzwerte für den Einsatz von ungeprüften Techniken gerechtfertigt.
Neue Grenzwerte auf biologischer Grundlage sind überfällig
Neue Grenzwerte für die Exposition der allgemeinen Bevölkerung wie auch im Arbeitsumfeld werden empfohlen, um den biologischen Wirkungen und den potentiellen negativen gesundheitlichen Wirkungen chronischer Exposition Rechnung zu tragen...Die gegenwärtige Empfehlung muss in einem Expositionsgrenzwert auf biologischer Grundlage bestehen, welcher vollständig schützt und sich durch äußerst niedrige Niederfrequenzfelder und Funkfrequenzfelder kennzeichnet, bei welchen bei ständiger Exposition vernünftigerweise davon ausgegangen werden kann, dass es zu keine negativen Wirkungen auf die Gesundheit und das Wohlbefinden kommen kann. Heutzutage wird ein solcher vollständig schützender Schutzgrenzwert in vielen Situationen der Exposition 0 betragen.
Zum Schluss muss gesagt werden, dass die Beachtung der oben genannten Erfordernis auch einen großen Gewinn bei zukünftigen Gesundheitskosten für die gesamte elektrifizierte Welt bedeuten würde. Das Gegenteil könnte sich als sehr teuer erweisen.“
(Übersetzung; Autorenteam Stuttgart-West, www.der-mast-muss-weg.de )

