DECT-Strahlung DECT-Telefone als Strahlenquelle?
DECT-Strahlung DECT-Telefone als Strahlenquelle?
Die Angst vor Strahlung: connect erklärt, was dran ist am DECT-Strahlungshype.
connect.de
Auch in der TK-Branche gibt’s Konstanten wie Ostern oder Neujahr. Eines dieser wiederkehrenden Themen ist die hochfrequente elektromagnetische Strahlung. Diesmal stehen allerdings nicht Handys im Focus, sondern Schnurlostelefone, die nach dem DECT-Standard arbeiten. Und dieser Standard sieht vor, dass die Basisstation beständig sendet – egal, ob ein Gespräch geführt wird oder nicht. Der Dauerimpuls hat bestimmte Steuerungsaufgaben zu erfüllen: So klingelt das Mobilteil bei einem Gesprächseingang meist sofort und synchron zur Basis, auch die permanente Signalstärkeanzeige im Display des Mobilteils wird dadurch ermöglicht. Generell ist bei der verwendeten TDMA-Technik, bei der wie beim GSM-Mobilfunk mit Zeitschlitzen gearbeitet wird, ein nicht vernachlässigbarer Steuer- und Synchronisationsaufwand notwendig.
Das allerdings rechtfertigt in keinster Weise die extrem zögerliche Herangehensweise der Hersteller. Bislang ist die Schweizer Firma Swissvoice die einzige, die sich dem Thema angenommen hat und ein Telefon mit strahlungsminderndem »Eco-Mode« in Deutschland liefert: Hierbei wird die Sendeleistung der Basisstation extrem gedrosselt, wenn das Gerät in derselben liegt. Nachfragen bei anderen Herstellern stießen bislang auf taube Ohren: »Da es keine Beweise für eine Gesundheitsgefährdung gibt, sehen wir derzeit keinen Bedarf« – so oder so ähnlich lautete die Antwort. Einige Anbieter gaben hinter vorgehaltener Hand zu, dass sie »keine schlafenden Hunde wecken« und die DECT-Technik nicht in Verruf bringen wollen.
Wolfgang Boos
17.03.06