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«Diese Telefone sind Strahlungsbomben»

18.06.2007

«Diese Telefone sind Strahlungsbomben» [79 KB]
Elektrosmog: Schnurlos-Telefone können massive Beschwerden verursachen. Doch es gibt nun Geräte, die viel weniger strahlen
Gesundheitstipp Juni 2007 / Gabriela Braun

Kathy Malka erlebte mit ihrem Schnurlos-Telefon «einen Horror, der nicht zu übertreffen ist». Doch nun gibt es Alternativen zu den Strahlungsbomben: Dect-Telefone, die auf der Basisstation praktisch nicht mehr strahlen. Ein solches Gerät bietet der Gesundheitstipp seinen Lesern an.

Kathy Malka: «Ich spürte ein konstantes Kribbeln»

Für Kathy Malka begann der Albtraum drei Tage nach Weihnachten: Ihr Herz raste, der Kopf dröhnte. Schlaflosigkeit und Schweissausbrüche plagten sie.
«Ich spürte ein konstantes Kribbeln in meinem Körper», erinnert sich die 47-Jährige. Die vorher kerngesunde und sportliche Frau hatte noch nie solche oder ähnliche Beschwerden gehabt.
Sie ging deswegen zu drei Ärzten, doch keiner konnte ihr helfen: Der erste verschrieb ihr Medikamente gegen psychische Probleme. Der zweite diagnostizierte Tinnitus. Und der dritte stellte fest, dass sie keine Wechseljahr-Beschwerden hatte und gesund sei.
Die zweifache Mutter war verzweifelt. «Ich wusste, dass ich nicht psychisch krank war. Es musste etwas anderes sein. Ich war körperlich und nervlich am Ende», erzählt sie. Hinzu kam, dass auch ihre 17-jährige Tochter unter Schlafstörungen zu leiden begann.

Kathy Malka: Der Körper spielte verrückt

Kathy Malka hatte bald den Verdacht, dass Elektrosmog für die Beschwerden verantwortlich sein könnte. Sie liess das Haus von drei Experten messen. Sie alle kamen zum selben Schluss: Im Büro des Einfamilienhauses war die Elektrosmog-Belastung enorm hoch.
Das Büro hatte sich die Geschäftsfrau erst drei Monate zuvor einrichten lassen mit einem herkömmlichen Schnurlos-Telefon und mit einer Powerline-Anlage (PLC) für den Computer. Dabei sind Computer via Stromsteckdose miteinander vernetzt.
Kathy Malka sass direkt neben diesen beiden Elektrosmog-Quellen, wenn sie arbeitete. Anfänglich hatte sie keine Probleme deswegen. Nach drei Monaten begann ihr Körper aber verrückt zu spielen. «Diese E-Smog-Quellen haben das ganze Haus verstrahlt», sagt sie.
Nach den Messungen in ihrem Haus zog sie den Stecker des Dect- Telefons. Sie entfernte die Powerline- Anlage und ersetzte sie durch ein Computer-Netzwerkkabel.
Auf einen Schlag ging es Mutter und Tochter besser. Ein leises Dröhnen hört die Mutter in ihrem Hinterkopf zwar noch – «doch Herzrasen und konstantes Kribbeln sind weg. Schweissausbrüche habe ich keine mehr. Und ich kann wieder schlafen – es ist unglaublich.»

DectTelefone sind meist die Hauptquelle für E-Smog

Kathy Malka hatte sich vor diesem Erlebnis nie für Elektrosmog interessiert. Heute ist ihr klar, dass er krank machen kann.
Peter Schlegel von der Organisation «Bürgerwelle Schweiz» wird oft mit solchen Geschichten konfrontiert. Der Architekt und Baubiologe setzt sich für den Schutz vor Elektrosmog ein. Er führt regelmässig Messungen in Haushalten durch. Seine Erfahrung zeigt: «Dect-Telefone sind wahre Strahlungsbomben. Zuhause sind sie heute fast immer die Hauptquelle für Elektrosmog.»

Wenns strahlt: Ersetzen Sie Ihr Telefon!

Nicht alle Menschen werden deshalb krank. Die Ärztin Yvonne Gilli sagt: «Ob man auf Elektrosmog-Belastungen reagiert, hängt davon ab, wie sensibel oder gesund man ist.» Typische Beschwerden sind: Schlafstörungen, Herz-Kreislauf-Probleme, Kopfschmerzen, Zerschlagenheit, Nervosität, Ohrensausen und Hyperaktivität. Besonders problematisch sind Basisstationen von herkömmlichen Dect-Telefonen, die auch dann strahlen, wenn niemand telefoniert. Das sind die meisten Geräte auf dem Markt.
Die Strahlung eines einzigen Telefons kann dann so stark sein, dass sie mühelos Hauswände durchdringt.
Peter Schlegel sagt: «Die Wohnungen unterhalb, oberhalb und auch nebenan sind davon betroffen. In einem Mehrfamilienhaus haben empfindliche Menschen oft bis in die übernächste Wohnung Beschwerden.»
Der Baubiologe rät, das Gespräch mit den Nachbarn zu suchen. «Man kann sie bitten, ihr Dect-Telefon durch ein neues zu ersetzen. Das klappt in vielen Fällen.» Denn immer mehr bringen Hersteller schnurlose Geräte auf den Markt, die nicht mehr permanent strahlen (siehe Gesundheitstipp-Aktion).
Ob das eigene Telefon konstant schädliche Strahlen sendet, kann man einfach herausfinden: Dazu benötigen Sie bloss ein Kassettengerät. Drücken Sie auf die Play-Taste. Halten Sie das Kassettengerät sehr nah mit dem Lautsprecher ans Telefon. Sie sollten nun das Dect-Signal hören: einen rhythmischen Ton von 100 Hertz in einem tiefen G.
Ein Hörbeispiel findet man unter www.diagnose-funk.ch -> Technik -> Dect-Schnurlostelefone. Klicken Sie auf das Lautsprecher-Symbol.

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