Geräte drahtlos mit Energie versorgen
"Laptop laden ohne Kabel" vom 20.11.2006
In der Sendung "Forschung aktuell" vom 15.11.2006 informierte der Deutschlandfunk über die Entwicklung eines neuartigen Systems, das elektronische Geräte drahtlos mit Energie versorgen soll.
Das Forschungsteam um Marin Soljacic, Physiker am Massachusetts Institute of Technology (MIT) setzt dabei auf den elektromagnetischen Resonanzeffekt namens Induktion.
Radiomitschnitt und Artikel
Laptop laden ohne Kabel - IUS-Ingenieure arbeiten am drahtlosen Stromtransport
Sendezeit: 15.11.2006 16:40
Autor: Frank Grotelüschen
Programm: Deutschlandfunk
Sendung: Forschung Aktuell
Länge: 04:13 Minuten
Hier weiter zum Original-Artikel:
http://www.dradio.de/dlf/sendungen/forschak/563914/
Deutschlanfunk vom 15.11.2006
Laptop laden ohne Kabel
US-Ingenieure arbeiten am drahtlosen Stromtransport
Von Frank Grotelüschen
Computertechnik. Drahtloses Surfen im Internet ist längst kein Problem mehr. Das einzige Kabel, das ein Laptop-Benutzer noch zwingend braucht, ist das Stromkabel. Doch ginge es nach Fachleuten des arrivierten Massachusetts Institute of Technology in Boston, könnte auch das Netzkabel in ein paar Jahren in der Recycling-Tonne landen.
Auszug aus Artikel:
"Es geht uns nicht darum, Energie über lange Strecken zu transportieren. Es würde völlig ausreichen, den Strom innerhalb eines Raumes zu transportieren. Das wäre ähnlich wie heute beim Internet: Über große Distanzen läuft die Information durch Kabel beziehungsweise Glasfasern. Zu Hause oder im Büro wird sie dann über ein drahtloses Netzwerk an die Computer übertragen."
Information wird bekanntlich über elektromagnetische Strahlung übertragen, etwa über Radiowellen. Zum Energietransport aber taugt diese Strahlung nicht. Die Verluste sind zu hoch. Stattdessen setzt Soljacic auf einen Effekt namens Induktion. Induktion bedeutet, dass ein magnetisches Wechselfeld in einem Metalldraht einen elektrischen Strom erzeugt, wie es zum Beispiel in einem Transformator geschieht. Das Problem: Halbwegs effektiv funktioniert die Induktion nur über kurze Strecken, vielleicht einige Zentimeter. Um sie auch für Strecken von einigen Metern zu nutzen, will sich der MIT-Forscher eines weiteren physikalischen Phänomens bedienen - der Resonanz.
"Resonanzen kennt man aus der Akustik: Spielt man auf der Geige den Kammerton A und hält dann eine Stimmgabel daneben, dann fängt die Stimmgabel an zu schwingen, denn man hat genau ihre Resonanzfrequenz getroffen. Es wird also Energie von der Geige auf die Stimmgabel übertragen. Und genau dieses Phänomen wollen wir zur kabellosen Stromübertragung nutzen, und zwar mit Hilfe spezieller elektromagnetischer Resonanzeffekte."
