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Preissturz wegen Strahlen

K-Tipp Nr. 14 | 6. September 2006

Mobilfunkantennen: Immobilien verlieren an Wert >>> [62 KB]

17 Prozent weniger Mieteinnahmen, ein um 30 Prozent tieferer Verkaufserlös: Das droht Hausbesitzern mit einer Mobilfunk-Sendeanlage in der Nachbarschaft.

Weil auf der Nachbarparzelle eine Mobilfunkantenne errichtet wurde, brach
der Wert eines Bauernhauses im Berner Hinterland um 30 Prozent ein», berichtet Nicola Schneller aus seiner Praxis als Immobilientreuhänder. Der Experte von der gleichnamigen Berner Immobilienfirma hatte das Gebäude samt Umschwung auf 600 000 Franken taxiert. Nachdem die Antenne stand, wechselte das Haus den Besitzer für 420 000 Franken.

Schlechtere Verkaufschancen

Ein Extremfall, aber bei weitem kein Einzelfall: «In ländlichen Gebieten beträgt die Wertverminderung im Schnitt 10 Prozent», hat Schneller festgestellt. Der K-Tipp hat rund 30 Banken und Immobilientreuhänder zum Thema befragt. Die meisten von ihnen können zu Wertverlusten durch Antennen in der Nachbarschaft keine verlässlichen Angaben machen. Das ist auch nicht verwunderlich, denn beweisen lässt sich der Wertverlust nur schwer. Niemand weiss, ob allenfalls andere Marktfaktoren den
Ausschlag dafür gaben, dass eine Liegenschaft nicht den erwarteten oder erhofften Preis erbrachte. Einige Aussagen sind aber dennoch deutlich:

 

Weniger wert: Eine Mobilfunkantenne drückt den Preis von Häusern auf dem Land im Schnitt um 10 Prozent

Antenne wirkt sich auf den Mietwert aus

Die negativen Folgen eines Antennenbaus in der Nachbarschaft bekommen auch manche Hausbesitzer zu spüren, die ihr Objekt vermieten.
Beat Schröter aus Hochdorf LU zum Beispiel sagt, er habe früher seine 51/2-Zimmer-Wohnung für 1800 Franken vermieten können. Seit dem Bau einer Antenne 80 Meter neben seinem Haus erzielt Schröter nur noch 1500 Franken. Selbst der Bundesrat räumt ein, dass Antennen «unerwünschte Begleiterscheinungen » mit sich bringen können. Dazu gehörten «mögliche Auswirkungen auf den Liegenschafts- und Mietwohnungsmarkt ». Er hat deshalb eine Forschungsstudie in Auftrag gegeben, die diese Effekte untersuchen soll. Die Ergebnisse werden Ende Jahr erwartet.

Deborah Balmer,
Ernst Meierhofer