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Aktivisten, Ärzte und Moratorien

22.11.2007

Aktivisten, Ärzte und Moratorien
erschienen mit Streit bis vor das oberste Gericht [470 KB]
Quelle: Zürichsee-Zeitung rechtes Ufer
von Martin Steinegger

Der Bau von Mobilfunkantennen sorgt am Zürichsee vielerorts für Widerstand. In Freienbach entstand gar ein viel beachteter Ärzte-Appell.

Die Mobilfunkbetreiber haben keinen einfachen Stand in der Zürichseeregion. In den letzten Jahren entstanden hier mehrere «Widerstandsnester» gegen den Bau neuer Antennen. Die wohl erfolgreichste ist die Ortsgruppe «Summ» («Für einen sinnvollen Umgang mit Mobilfunk»). Als diese Gruppe vor einigen Jahren in Rapperswil-Jona ihren Kampf aufnahm, konnte sie rasch auf grosse Unterstützung durch die Bevölkerung zählen. Die Veranstaltungen von «Summ» in den Quartieren fanden von Anfang an starken Zulauf. Die Stadt Rapperswil-Jona hat nicht zuletzt wegen des durch «Summ» aufgebauten Drucks ein dreijähriges Moratorium für den Bau neuer Antennen beschlossen und eine spezielle Planungszone für Mobilfunkanlagen erlassen. Die Mobilfunkbetreiber haben dagegen Rekurs eingelegt.
Ausbaupläne von bestehenden Antennenanlagen durch die Mobilfunkbetreiber werden durch «Summ» mit Unterschriftenaktionen bekämpft. Politisch kann die Gruppe parteiübergreifend auf Unterstützung zählen.

Über 3000 unterzeichnen Appell

Der Gemeinde Stäfa kann aus Sicht der Mobilfunk-Gegner eine Pionierrolle zugeschrieben werden. Bereits 2005 verfügte der Gemeinderat ein Moratorium für den Bau neuer Antennen. Die Initiative von Christof Wyss und seinen Mitstreitern wird von Aktivisten in anderen Gemeinden als Grundlage für ähnliche Vorstösse genutzt, so zum Beispiel in Mönchaltorf, Küsnacht oder Herrliberg. In Erlenbach hat sich 2006 der Verein «Mobilfunk mit Mass» gebildet – er zählt bereits über 130 Mitglieder. – Bis heute stark beachtet wird der sogenannte Freienbacher Appell. 2005 lancierte der in der Höfner Gemeinde wohnhafte Karl Durrer diesen Appell, in dem er dazu aufforderte, vor den Gefahren der Mobilfunkstrahlung zu warnen. Durrer verwies dabei unter anderem auf Studien, nach denen im Umkreis von GSM-Sendern eine erhöhte Gefahr besteht, an Krebs zu erkranken. Bis heute haben über 3000 Personen den Appell unterzeichnet, darunter 562 Fachpersonen aus dem Gesundheitswesen. Weniger stark organisiert ist der Widerstand
bisher am linken Zürichseeufer. In Thalwil wehrt sich eine Gruppe von Einwohnern gegen den Neubau von Antennen. Der Thalwiler Gemeinderat lehnte in den vergangenen Jahren zweimal Baugesuche für neue Anlagen ab. Im Jahr 2006 sprach sich auch der Wädenswiler Stadtrat gegen den Bau einer Anlage in einem Wohngebiet aus: So etwas gehöre da nicht hin, meinte Baukommissionspräsident Ernst Stocker
damals. (mst)


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