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Handy-Strahlung: Wenn der Schulbesuch krank macht

01.12.2010

Messungen haben extrem hohe Strahlenbelastung in Schulklassen ergeben. Eine Informationskampagne der Schulbehörde soll demnächst die Eltern über diese Gefahr informieren.

Erschienen auf www.kleinezeitung.at
Veröffentlicht auf Diagnose-Funk mit freundlicher Erlaubnis der Redaktion

Kinder in Schulklassen sind einer sehr hohen Strahlenbelastung ausgesetzt. Das haben Messungen an Schulen im ganzen Bundesland, im Besonderen aber in Klagenfurt, ergeben. Schulen stehen nämlich oft im Umfeld öffentlicher Gebäude, auf denen in vielen Fällen Sendemasten der Mobilfunkbetreiber installiert sind. Dazu kommen die Handys der Schüler, WLAN-Anlagen, Kopierer, Beamer und Computer, die im Schulhaus Elektrosmog verbreiten.

Aus dieser Erkenntnis heraus wird der Landesschulrat schon bald eine Informationskampagne starten, in der die Eltern über die Gefahren des Elektrosmogs und dessen gesundheitliche Auswirkungen aufgeklärt werden. Gesetzlich wäre die Schulbehörde schon längst dazu verpflichtet. Denn das Arbeitnehmerschutzgesetz hält Unternehmenschefs und damit auch Schuldirektoren dazu an, für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu sorgen und Gefahren von ihnen abzuwenden, die eben dieser Gesundheit abträglich sind. Dazu zählt auch Elektrosmog.

An einer Schule in der Landeshauptstadt Klagenfurt wurden vor einem Jahr auf Initiative des Elternvereins Messungen durchgeführt, die bedenkliche Werte ergaben. Besonders in bestimmten Lehrsälen lagen die Werte um ein zigfaches über dem "Salzburger Richtwert" (ein Mikrowatt pro Quadratmeter), den Mobilfunk-Kritiker als notwendig für eine gesunde Raumatmosphäre erachten.

Wie Robert Janeschitz und Karl Doujak vom Elternverein dieser Schule berichten, sei man anfangs bei der Schulleitung auf taube Ohren gestoßen, als es darum ging, Schutzmaßnahmen gegen die außerordentlich hohe Strahlenbelastung zu ergreifen. Mittlerweile hat jedoch ein Umdenken eingesetzt. Durch Verhandlungen mit den Betreibern der umliegenden Sendeanlagen konnte erreicht werden, dass die Abstrahlung der Antennen reduziert wurde. Derzeit werden in den am stärksten betroffenen Unterrichtsräumen Schutzanstriche und -vorhänge angebracht.

Als größten Erfolg sehen die Elternvertreter den zuletzt erzielten Verzicht auf eine geplante WLAN-Anlage in der Schule, die zusätzliche Strahlenbelastung nach sich gezogen hätte. Dank der finanziellen Unterstützung aus dem Elternverein wird die Schule jetzt verkabelt.

Auch die Politik befasst sich mit dem Thema. Im Landtags-Ausschuss wird ein Antrag der Grünen diskutiert, der darauf abzielt, "den Salzburger Vorsorgewert als Grenzwert für elektromagnetische Strahlung verbindlich festzulegen."

ROBERT BENEDIKT

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