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Tatort sorgt für Wirbel

27.08.2007

BILD-Schlagzeile

Der Tatort "Strahlende Zukunft" in dem ein Mädchen angeblich durch Mobilfunk an Leukämie stirbt hat für reichlich Aufregung gesorgt.

Wie BILD berichtet geht nun der Branchenverband BITKOM auf die ARD los.
Uwe Kullnick von „Bitkom“ zu BILD:
„Die Mobilfunk-Branche erleidet einen erheblichen Image-Schaden. Es ist unnötig, eine diffuse Angst vor Strahlen zu schüren. Keine Studie belegt, dass die Funk-Einheiten Leukämie oder andere tödliche Krankheiten verursachen!“

Die „Tatort“-Macher kontern: „Wir haben gründlich recherchiert. Es gibt keinen abschließenden Beweis für die eine oder andere Aussage. Wir erzählen in diesem fiktionalen Stoff keine erwiesenen Tatsachen – aber auch keine frei erfundenen.“

Kommentar der Diagnose-Funk

"Betroffene Hunde bellen" sagt man im Volksmund. Wenn es tatsächlich keinen Ansatzpunkt für Krebs durch Mikrowellenstrahlung gäbe, hätte die Mobilfunkindustrie ja nichts zu befürchten. Epidemiologischen Langzeitstudien um Sendeantennen zeigten bis ins Jahr 2001 immer wieder erhöhte Risiken für einzelne Krebsarten (18 von 19 Studien, hauptsächlich Leukämie, siehe Metaanalyse von Prof. Michael Kundi, Uni Wien, Okt. 2000).

Seit der Einführung des flächendeckenden Mobilfunks wurden noch keine epidemiologischen Studien um Mobilfunkantenne von Behörden oder der Industrie finanziert. Zwei privat finanzierte Studien fanden ein 3.4faches und ein 4 bis 8faches Krebsrisiko im Umkreis um Mobilfunkantennen ("Naila-Studie" Eger et al. 2004 und "Netanya-Studie" Wolf & Wolf 2005). Aufgrund des öffentlichen Druckes wurden von den Behörden und der Industrie diverse Studien zu Gehirntumoren durch Handys durchgeführt. Das Fazit einer Literaturübersicht: "Alle Studien welche eine ausreichende Latenzzeit berücksichtigten fanden ein erhöhtes Krebsrisiko im Zusammenhang mit der Nutzung von Mobiltelefonen". (Hardell et al. 2004)

Wenn Mobilfunkantennen wirklich ungefährlich wären - würden dann tausende Bürgerinitiativen Tag und Nacht arbeiten um dagegen anzukämpfen? Nein. Sie würden ihre Freizeit geniessen und Tatort schauen.

Zur Sendung:

Tatort: Strahlende Zukunft (RB/WDR)
Sonntag, 26. August 2007, 20.15 Uhr
Die Bremer Hauptkommissarin Inga Lürsen und ihr Kollege Stedefreund ermitteln in der Mobilfunkbranche. Sandra Vegener, erst seit kurzem aus der Psychiatrie entlassen, tötet einen Richter und anschließend sich selbst. Zuvor hatte sie behauptet, dass ihre Tochter durch Strahlung von Mobilfunkmasten an Leukämie gestorben sei und war vehement gegen ein Mobilfunkunternehmen vorgegangen. Der zuständige Staatsanwalt, der Richter und der Psychiater hatten sie daraufhin als psychisch krank eingestuft.
Inga Lürsen und ihr Kollege Stedefreund geraten immer tiefer in ein dichtes Geflecht aus Geheimnissen und Intrigen: Warum lügt der Staatsanwalt? Warum zahlte die Mobilfunkfirma Geld an den Ehemann?

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