RICNIRP fordert Vorsorgeprinzip und Forschung

26.03.2009

MEMORANDUM
Elektromagnetische Felder von Mobiltelefonen – Kinder gehören zu einer Gruppe für erhöhtes Risiko. Die wissenschaftliche Datensammlung für die Einschätzung der Gefahren ist lückenhaft. Die vorhandenen Vorschriften stimmen nicht mit den neuen Bedingungen für die elektromagnetischen Felder durch Hochfrequenzstrahlung überein.

Stellungnahme Russian National Committee on Non-Ionizing Radiation Protection (RNCNIRP)

4. März 2009, Moskau, Russland >>> [10 KB]
Deutsche Übersetzung: Diagnose-Funk >>> [51 KB]

Während des Handygebrauchs ist der Kopf eines Kindes elektromagnetischen Feldern ausgesetzt. Die Exposition konzentriert sich im Hirn und in den Nervenrezeptoren des Gehörapparates, die sich im Innenohr direkt unter der RF-EMF-Quelle befinden. Auch die Netzhaut und die Augenlinsen sind der EMF-Strahlung ausgesetzt. Bis jetzt besitzt die wissenschaftliche Welt keine wissenschaftliche Datenbasis, die dazu benützt werden kann, um die Risiken für Kinder, die mit der Langzeitexposition durch die tägliche Hochfrequenzstrahlung auf das sich in der Entwicklung befindliche Hirn verbunden sind, einzuschätzen. Entsprechende Studien an Kindern, die ein Handy benutzen und experimentelle Forschung fehlen.

Das Ausmaß eines Strahlungsfeldes im Hirn eines Kindes und die allgemein absorbierte Energie durch elektromagnetische Felder ist bei einem Kind grösser als beim Erwachsenen.

Zum ersten Mal in der Zivilisationsperiode wurden Kinder und Jugendliche in eine Risikogruppe aufgenommen. Es ist wichtig zu bemerken, dass die im Ausland empfohlenen Grenzwertvorschriften viel höher sind als jene in Russland.

RICNIRP hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Gesundheit der jetzigen und der zukünftigen Generation von Kindern gefährdet ist (11.09.2001, 23.06.2004, 20.03.2008). Die russische SanPiN -2003 (2.1.8/2.2.4.1190-03, Artikel 6.9) empfiehlt, dass die Möglichkeit einer Mobiltelefonbenutzung für Personen, die das 18. Altersjahr noch nicht erreicht haben, beschränkt wird. Die WHO legt die höchste Priorität auf den Schutz der Gesundheit von Kindern vor dem möglichen schädlichen Einfluss eines elektromagnetischen Feldes von Mobiltelefonen. Wichtig, um die Ernsthaftigkeit des Problems einzuschätzen, ist die folgende Meinung der WHO: "KINDER SIND ANDERS ALS ERWACHSENE. Kinder haben eine besondere Verletzbarkeit. Da sie wachsen und sich entwickeln, gibt es „Anfälligkeits-Perioden", während derer ihre Organe und Systeme wahrscheinlich besonders empfindlich auf die Auswirkungen von bestimmten schädigenden Umwelteinflüssen reagieren. WHO, Backgrounder N 3, 2003.

Darum ist es nötig, eine aktive Information und Aufklärungskampagne bei den Eltern, Jugendlichen und Kindern zu starten, um aggressive Werbung, die sich an die Marktgruppe der Bevölkerung richtet, zu verbieten und ein weitgehendes Vorsorgeprinzip einzuführen.

Wir rufen die wissenschaftliche Gemeinschaft der Welt auf, sich nicht auf die zahllosen Diskussionen über die Wichtigkeit eines Problems „Mobiltelefon und Kinder“ zu beschränken, sondern reale Studien über die Risiken für Kinder als Mobiltelefonbenutzer und auch experimentelle Forschung über die Auswirkungen von niedriger Intensität durch hochfrequente Exposition durch elektromagnetische Felder auf das Gehirn im Entwicklungsstadium zu beginnen.

Vorsitzender der RNCNIRP,
Professor Yu. Grigoryev.


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